Ein Hund und ein Fuchs erblickten gleichzeitig eine schöne große Wurst, die jemand verloren hatte, und nachdem sie eine Weile unentschieden darum gekämpft hatten, kamen sie überein, mit der Beute zum klugen Affen zu gehen. Dessen Schiedsspruch sollte gültig sein.
Ein Franziskaner fühlte sich dazu ausersehen, eine wilde Affenhorde zu bändigen. Zuerst las er ein Buch über die Affen, dann machte er sich auf den Weg in den Busch – immer der Nase nach. Die Affen empfingen ihn mit großer Freude, denn bei ihnen herrschten Mord und Totschlag.
Als der erste Advokat einst in den Himmel kam, ging er sogleich zu Johannes dem Täufer und sagte: »Wie ich sehe, ist der Sankt Petrus, der seinen Herrn verleugnete, hier Pförtner. Lieber Johannes, diesen Posten müsstet Ihr doch eigentlich haben. Denn Ihr seid doch der leibhaftige Vetter unseres Herrn! Und Ihr habt dem Erlöser Euer Leben lang die Treue gehalten; Euretwegen hat kein Hahn zu krähen brauchen. Außerdem hat man Euch um der Wahrheit willen' das Haupt abgeschlagen. So kommt es doch allein Euch zu, Herr der Himmelspforte zu sein.«
Es war einmal ein Mann, der hatte einige neue Verse zu einem "ABC-Buch" geschrieben, solche zwei Zeilen für jeden Buchstaben wie in dem alten ABC; ihm schien, dass man etwas Neues haben sollte, die alten Verse waren so abgenutzt, und der fand seine eigenen gerade immer so gut. Das neue ABC lag noch geschrieben da, und es war neben das alte, gedruckte in den großen Bücherschrank gestellt worden, in dem so viele gelehrte Bücher und unterhaltende Bücher standen, aber das alte ABC wollte wohl nicht
Vor vielen, vielen Jahren hat zu Dortmund ein reicher Bäcker gelebt, der hat zwar keinen Gottesdienst versäumt und ist in der Kirche immer der Andächtigste gewesen, allein dabei blieb sein Herz doch hart wie Stein.
Eine arme Mutter lebt dreihundert Jahre vor Christi Geburt und hat zwölf Söhne, die sie kaum ernähren kann. Sie betet zu Gott, dass ihre Söhne mit dem verheißenen Heiland zusammen auf Erden sein mögen. Aus Not schickt sie einen Sohn nach dem anderen in die Welt, um ihr Brot zu suchen. Der älteste Sohn, Petrus, verirrt sich im Wald, leidet Hunger und glaubt, dem Tod nahe zu sein. Ein engelsgleiches Kind erscheint, spricht Petrus Mut zu und führt ihn in eine Höhle voller Gold, Silber und Kristall. In der Höhle stehen zwölf Wiegen; das Kind bittet Petrus, sich in die erste zu legen und wiegt ihn in den Schlaf. Nach und nach werden auch die anderen Brüder von ihren Schutzengeln hereingeführt und schlafen in den goldenen Wiegen ein. Die zwölf Brüder schlafen dreihundert Jahre, bis zur Nacht der Geburt Christi. In dieser Nacht erwachen sie und sind mit dem Heiland auf Erden – sie werden die zwölf Apostel genannt.

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