Vorzeiten war ein Schneider, der drei Söhne hatte und nur eine einzige Ziege. Aber die Ziege, weil sie alle zusammen mit ihrer Milch ernährte, musste ihr gutes Futter haben und täglich hinaus auf die Weide geführt werden.
Mitten im Walde lag eine Wiese, und inmitten der Wiese war ein Sumpf mit braunen Wasserlachen und alten Weidenknorren am Rande. Das war das Reich des Froschkönigs.
Ihr habt wohl oft die Sage gehört von Glocken, die aus tiefen Seeen läuten, besonders um die Zeit der Mitternacht und zur Zeit der großen heiligen Feste der Christen. Da sagen die Leute, es sind versunkene Schlösser und Kirchen, deren Glocken läuten müssen zur ernstesten Stunde der Zeit und an jenen hehren Tagen, wo alle Herzen und Glocken die hellesten und innigsten Klänge erklingen lassen. Aber das ist nur so ein Gerede, weil sie das, was ihnen zu Zeiten so wunderbar und schauerlich aus tiefen Seeen herauftönt, gern natürlich erklären mögten. Nein es sind keine Glocken von versunkenen Schlössern und Kirchen, es sind keine aus Erz und Silber gegossene Glocken, sondern sehnsüchtige und klingende Trauerglocken der Herzen sind es, die durch schlimmen Zauber gefangen da unten in der kalten Tiefe sich ewig nach dem schönen Sonnenlichte droben sehnen müssen aber nie hinauf können. Und nun will ich die Geschichte der Seekönigin erzählen.
Vor vielen, vielen Jahren war einmal im Gebirge ein Mann unterwegs. Da fand er zufällig, wie […]