Früher gingen einmal zwei Bauern nach Istanbul, um Geld zu verdienen. Dort arbeitete einer von ihnen sechs Monate lang und verdiente dreißig Pfund, aber der andere konnte gerade nur sein tägliches Brot erwerben.
ich will dir den Teich zeigen, in dem sie wohnt, die Allerschönste. Ihre Haare sind braun, ihre Augen grün, nein, du musst nicht lachen, sie sind dennoch wunderbar. Auf dem Grunde des Teiches liegt das Schloss, aus grünem Glas, aus blauem Glas, aus rotem Glas. Die Türme sind wie kleine Kronen, aus Silber, mit Perlen an den Rändern. Hier wohnt sie, die Allerschönste, um ihre Füß liegen sieben Ketten, und diese Ketten liegen in den Händen eines silbernen Engels.
Ein König verliert seine wunderschöne Frau, die ihm verspricht, nur wieder zu heiraten, wenn die neue Frau ebenso schön ist und goldenes Haar hat wie sie. Nach langer Trauer findet der König keine passende Braut – außer seiner eigenen Tochter, die ihrer Mutter sehr ähnelt. Die Tochter ist entsetzt über den Heiratswunsch des Vaters. Sie stellt scheinbar unerfüllbare Bedingungen: drei Kleider (golden wie die Sonne, silbern wie der Mond, glänzend wie die Sterne) und einen Mantel aus tausenderlei Pelz. Der König lässt alles anfertigen und setzt die Hochzeit fest. Die Tochter flieht in der Nacht mit ihren Kostbarkeiten, verkleidet sich mit dem Pelzmantel und schwärzt Gesicht und Hände. Sie versteckt sich in einem hohlen Baum im Wald, wird von Jägern eines anderen Königs gefunden und als Küchenmagd „Allerleirauh“ ins Schloss gebracht. Allerleirauh lebt dort bescheiden und darf bei Festen heimlich zuschauen. Sie erscheint dreimal in ihren prächtigen Kleidern auf dem Fest und tanzt mit dem König, der sie nicht erkennt. Jedes Mal hinterlässt sie dem König ein goldenes Geschenk in der Suppe (Ring, Spinnrad, Haspel), das sie für ihn kocht. Der König wird neugierig auf ihre Identität. Beim dritten Fest erkennt der König sie schließlich an einem Ring und ihrem hervorschimmernden Kleid. Ihre wahre Identität wird enthüllt. Der König nimmt Allerleirauh zur Frau, und sie leben glücklich bis an ihr Lebensende.
Ali und seine Familie: Ali ist ein 10-jähriger Junge aus einer afrikanischen Stadt am Rande der Wüste. Nach dem Tod seines Vaters lebt er mit seiner Mutter, seinen zwei kleinen Schwestern und dem Großvater in sehr einfachen Verhältnissen in einem kleinen Haus. Beruf des Großvaters: Der Großvater ist Schlangenbeschwörer und verdient auf dem Markt das Geld für die Familie. Ali muss ihm dabei helfen, obwohl er lieber zur Schule gehen würde. Alltag auf dem Markt: Jeden Tag begleiten sich Ali und sein Großvater zum Markt, wo sie an ihrem festen Platz die Schlangenshow mit der Kobra Leila aufführen. Ali sammelt Geld von den Zuschauern, das für den Lebensunterhalt der Familie wichtig ist. Ali träumt von Bildung: Ali wünscht sich, lesen und schreiben zu lernen, um später für seine Familie sorgen zu können. Doch die Not zwingt ihn zur Arbeit. Die Geschichten des Märchenerzählers: In ruhigen Momenten lauscht Ali gerne den spannenden Geschichten eines Märchenerzählers auf dem Markt, die ihn sehr beeindrucken. Das Verschwinden der Schlange: Eines Tages ist die Kobra Leila aus der Kiste verschwunden. Der Großvater macht Ali schwere Vorwürfe, und die Familie sucht vergeblich nach der Schlange. Ali muss eine neue Schlange fangen: Da sie kein Geld für eine neue Schlange haben, schickt der Großvater Ali in die gefährliche Wüste, um selbst eine zu fangen. Ali erhält einen Handschuh, einen Stock und einen Sack für die Suche. Alis Abenteuer in der Wüste: Ali macht sich mutig auf den Weg, übernachtet in der Wüste und erlebt eine magische Nacht mit funkelnden Steinen und einem geheimnisvollen Palast, den er betritt und schnell wieder verlässt. Die Rückkehr und das Wunder: Ali kehrt ohne Schlange, aber mit glitzernden Steinen zurück. Die Familie erkennt, dass es sich um Diamanten handelt, die ihren Lebensunterhalt sichern werden. Der Großvater ist dankbar und glücklich, dass Ali gesund zurückgekehrt ist. Neuer Lebensabschnitt: Mit dem gefundenen Schatz kann die Familie ein besseres Leben beginnen. Ali darf zur Schule gehen, die Mutter und Schwestern bekommen neue Kleider, und der Großvater muss nicht mehr als Schlangenbeschwörer arbeiten. Sie sind zufrieden und dankbar für ihr Glück.
„Ali Baba und die 40 Räuber“ erzählt von dem armen Holzfäller Ali Baba, der zufällig das geheime Versteck einer Räuberbande entdeckt. Mit dem Zauberwort „Sesam, öffne dich“ gelangt er in eine Höhle voller Schätze und nimmt einen Teil davon mit nach Hause. Sein gieriger Bruder Kassim versucht dasselbe, wird jedoch von den Räubern getötet. Als die Bande später Ali Baba bestrafen will, vereitelt die kluge Sklavin Morgiana ihre Pläne mit List und Mut. Am Ende sind die Räuber besiegt, und Ali Baba lebt sicher und wohlhabend weiter.
Ein Hund und ein Fuchs erblickten gleichzeitig eine schöne große Wurst, die jemand verloren hatte, und nachdem sie eine Weile unentschieden darum gekämpft hatten, kamen sie überein, mit der Beute zum klugen Affen zu gehen. Dessen Schiedsspruch sollte gültig sein.
Ein Franziskaner fühlte sich dazu ausersehen, eine wilde Affenhorde zu bändigen. Zuerst las er ein Buch über die Affen, dann machte er sich auf den Weg in den Busch – immer der Nase nach. Die Affen empfingen ihn mit großer Freude, denn bei ihnen herrschten Mord und Totschlag.
Als der erste Advokat einst in den Himmel kam, ging er sogleich zu Johannes dem Täufer und sagte: »Wie ich sehe, ist der Sankt Petrus, der seinen Herrn verleugnete, hier Pförtner. Lieber Johannes, diesen Posten müsstet Ihr doch eigentlich haben. Denn Ihr seid doch der leibhaftige Vetter unseres Herrn! Und Ihr habt dem Erlöser Euer Leben lang die Treue gehalten; Euretwegen hat kein Hahn zu krähen brauchen. Außerdem hat man Euch um der Wahrheit willen' das Haupt abgeschlagen. So kommt es doch allein Euch zu, Herr der Himmelspforte zu sein.«
Es war einmal ein Mann, der hatte einige neue Verse zu einem "ABC-Buch" geschrieben, solche zwei Zeilen für jeden Buchstaben wie in dem alten ABC; ihm schien, dass man etwas Neues haben sollte, die alten Verse waren so abgenutzt, und der fand seine eigenen gerade immer so gut. Das neue ABC lag noch geschrieben da, und es war neben das alte, gedruckte in den großen Bücherschrank gestellt worden, in dem so viele gelehrte Bücher und unterhaltende Bücher standen, aber das alte ABC wollte wohl nicht
Vor vielen, vielen Jahren hat zu Dortmund ein reicher Bäcker gelebt, der hat zwar keinen Gottesdienst versäumt und ist in der Kirche immer der Andächtigste gewesen, allein dabei blieb sein Herz doch hart wie Stein.
Eine arme Mutter lebt dreihundert Jahre vor Christi Geburt und hat zwölf Söhne, die sie kaum ernähren kann. Sie betet zu Gott, dass ihre Söhne mit dem verheißenen Heiland zusammen auf Erden sein mögen. Aus Not schickt sie einen Sohn nach dem anderen in die Welt, um ihr Brot zu suchen. Der älteste Sohn, Petrus, verirrt sich im Wald, leidet Hunger und glaubt, dem Tod nahe zu sein. Ein engelsgleiches Kind erscheint, spricht Petrus Mut zu und führt ihn in eine Höhle voller Gold, Silber und Kristall. In der Höhle stehen zwölf Wiegen; das Kind bittet Petrus, sich in die erste zu legen und wiegt ihn in den Schlaf. Nach und nach werden auch die anderen Brüder von ihren Schutzengeln hereingeführt und schlafen in den goldenen Wiegen ein. Die zwölf Brüder schlafen dreihundert Jahre, bis zur Nacht der Geburt Christi. In dieser Nacht erwachen sie und sind mit dem Heiland auf Erden – sie werden die zwölf Apostel genannt.

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