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Katz und Maus in Gesellschaft

Gebr. Grimm


Eine Katze und eine Maus wollten zusammen leben und Wirtschaft zusammen haben; sie sorgten auch für den Winter und kauften ein Töpfchen mit Fett, und weil sie keinen bessern und sicheren Ort wussten, stellten sie es unter den Altar in der Kirche, da sollt’ es stehen, bis sie sein bedürftig wären. Einstmals aber trug die Katze Gelüsten darnach, und ging zur Maus: „hör’ Mäuschen, ich bin von meiner Base zu Gevatter gebeten, sie hat ein Söhnchen geboren, weiß und braun gefleckt, das soll ich über die Taufe halten, lasse mich ausgehen und halt heut allein Haus.“ – „Ja, ja, sagte die Maus, geh hin, und wenn du was Gutes aßest, denk an mich, von dem süßen roten Wein tränke ich auch gern ein Tröpfchen.“ Die Katze aber ging geradeswegs in die Kirche und leckte die fette Haut ab, spazierte darnach um die Stadt herum und kam erst am Abend nach Haus. „Du wirst dich recht erlustigt haben, sagte die Maus, wie hat denn das Kind geheißen?“ – „Hautab, antwortete die Katze.“ – „Hautab? das ist ein seltsamer Name, den hab’ ich noch nicht gehört.“

Bald darnach hatte die Katze wieder ein Gelüsten, ging zur Maus und sprach: „ich bin aufs neue zu Gevatter gebeten, das Kind hat einen weißen Ring um den Leib, da kann ich’s nicht abschlagen, du musst mir den Gefallen tun und allein die Wirtschaft treiben.“ Die Maus sagte ja, die Katze aber ging hin und fraß den Fett Topf bis zur Hälfte leer. Als sie heim kam, fragte die Maus: „wie ist denn dieser Pate getauft worden?“ – „Halbaus“ – „Halbaus? was du sagst! den Namen hab’ ich gar noch nicht gehört, der steht gewiss nicht im Kalender.“

Die Katze aber konnte den Fett Topf nicht vergessen: „ich bin zum dritten Mal zu Gevatter gebeten, das Kind ist schwarz und hat bloß weiße Pfoten, sonst kein weißes Haar am ganzen Leib, das trifft sich alle paar Jahr nur einmal, du lässt mich doch ausgehen?“ – „Hautab, Halbaus, sagte die Maus, es sind so kuriose Namen, die machen mich so nachdenksam, doch geh nur hin.“ Die Maus hielt alles in Ordnung und räumte auf, dieweil fraß die Katze den Fett Topf rein aus und kam satt und dick erst in der Nacht wieder. „Wie heißt denn das dritte Kind?“ – „Ganzaus“ – „Ganzaus! ei! ei! Das ist der allerbedenklichste Namen, sagte die Maus; Ganzaus? was soll der bedeuten? gedruckt ist er mir noch nicht vorgekommen!“ damit schüttelte sie den Kopf und legte sich schlafen.

Zum vierten Mal wollte niemand die Katze zu Gevatter bitten; der Winter aber kam bald herbei. Wie nun draußen nichts mehr zu finden war, sagte die Maus zur Katze: „komm wir wollen zum Vorrat gehen, den wir in der Kirche unter dem Altar versteckt haben.“ Wie sie aber hinkamen, war alles leer – „Ach! sagte die Maus, nun kommt’s an den Tag, du hast Alles gefressen, wie du zu Gevatter ausgegangen bist, erst Haut ab, dann Halb aus, dann“ – „Schweig still, sagte die Katze, oder ich fresse dich, wenn du noch ein Wort sprichst“ – „Ganz aus“ hatte die arme Maus im Mund, und hatte’ es kaum gesprochen, so sprang die Katz’ auf sie zu und schluckte sie hinunter.

Der Gaukler

Aachener Märchen


Vor langer langer Zeit zog einmal ein Seiltänzer durch die Stadt Aachen. Dieser eroberte sich die Herzen der Menschen durch seine Kunstfertigkeit und seinen Witz. Er trug weiß-rot gestreifte Beinkleider, eine schwarze Samtjacke und eine merkwürdige, kronenähnliche Haube aus abgeschlissenem Brokat, die am Rande mit kleinen blindgeworden Perlen besetzt war.

Nun traf es sich, dass eine vornehme Frau ihn sah, die gerade in einer Kutsche vorbeifuhr. Ihr kleiner, blasser Sohn presste seine Stirn gegen das Fensterglas und lachte plötzlich laut auf. Die Frau winkte dem Kutscher, und die Pferde standen still. Sie ließ den Seiltänzer an den an den Wagen kommen und sagte: „Mein Junge hat über euch lachen müssen, ihr wisst nicht was das für mich bedeutet ich danke euch! Kommt mit mir, ich muss mit Euch reden!“

Der Fremde Mann nahm also sein Seil und stieg in die Kutsche. „Ihr müsst eine Zeit lang bei uns wohnen“, fuhr die Frau fort, „seht dies ist mein Sohn Lysander, er kann nicht lustig sein, und ihr habt ihn zum Lachen gebracht.“ „Ich werde es mir überlegen,“ sprach der Mann. „O, ich flehe Euch an,  tut es“, rief die Frau, „ich bitte euch darum!“

Nun hatte auch der Mann einen kleinen Sohn. Die Mutter war lange tot und darum allein. Überlegte er das alles? Gewiss würde die vornehme Frau auch ihn mit aufnehmen, aber er blieb dann doch der Sohn eines Dieners, eines Gauklers. So ging der Mann später nachdenklich durch die Stadt. Da begegnete ihm eine uralte Frau mit meergrünen Augen, und sie sagte: „Nun, mein Herzchen, was fehlt dir?“ „Ich habe keine Lust, dir das zu erzählen“, erwiderte der Mann. „Ich bin aber die Einzige, die dir helfen kann,“ sagte die Frau, „ich weiß, was dich bedrückt, ich sehe es an deinen Augen. Du kannst das Kind mir bringen!“

Da erschrak der Mann heftig, aber die alte Frau lachte und sagte: „Du traust mir das wohl nich zu? O, ich bin noch hurtig wie ein junges Mädchen in meinem Haushalt und versorge deinen Kleinen gut. Zudem bin ich nicht weit von dir entfernt, du kannst dein Kind jeden Tag sehen.

Höre gut zu: Das Haus deiner Herrin steht in der Franzstrasse, dahinter liegt ein kleiner Park mit einer Mauer darum. An der rechten Seite der Mauer befindet sich ein Brunnen, und daneben erblickst du hinter Efeu versteckt eine eiserne Tür. Hier ist der Schlüssel dazu.
Jeden Mittag, wenn dein Prinz schläft, kommst du zu mir, denn im Garten hinter der Tür steht mein Haus. Nun zögere nicht und bringe mir den Knaben!“

Da der Mann keinen anderen Ausweg fand, brachte er an einem Mittag seinen Sohn der alten Frau. 0 Die Alte verbot ihm, nur ein Wort darüber zu sagen, und er versprach es ihr. Jeden Mittag, wenn Lysander schlief, ging der Gaukler heimlich zu seinem Sohn. Dieser wurde immer schöner und kräftiger. Seine Augen strahlten vor Freude, und sein Haar schimmerte in der Sonne wie Gold. Auch Lysander wurde groß, aber seine Traurigkeit wuchs gleichsam mit. Er konnte stundenlang unter den Bäumen des Parks sitzen und den Vögeln nachschauen. Manchmal gelang es dem Gaukler in fröhlich zu machen aber das war sehr selten. Einmal nun wurde Lysander krank, und der Gaukler wachte Tag und Nacht bei ihm. Es war ihm nicht mehr möglich seinen Sohn zu besuchen. Er hörte immer nur seine Lieder hinter der Mauer. An einem Mittag öffnete sich plötzlich die Tür, und ein Jüngling trat ein, in einem weißen seidenen Gewand. „Ich will für dich wachen,“ sagte er, „geh schnell zu deinem Kind, aber beeile dich!“ Der Gaukler fürchtete sich, doch seine Sehnsucht war so stark, dass er auf den Vorschlag des Fremden einging.
„Vielleicht ist der Fremde ein Engel“, dachte der Gaukler. Das geschah eine ganze Zeit lang. Als der Gaukler einmal wieder durch die kleine Tür zurückkam, sah er einen Mann aus Lysanders Krankengemach kommen, der genauso angekleidet war wie er selbst. In der Hand aber trug er ein rotes Herz. Der Gaukler ging auf ihn zu und rief: „Wer bist du?“
Er stand wie vor seinem Spiegelbild, die gleichen rot-weissen Beinkleider, die gleiche schwarze Samtjacke und die gleiche brokatene Haube.
„Ich bin der Teufel“, sagte der Fremde, „du hast es mir leicht gemacht. Dein Schützling hat mir sein Herz verkauft.“ „Und was gibst du ihm dafür?“ schrie der Gaukler.  „Leichtsinn, Lachen, Fröhlichkeit!“ rief der Teufel und war verschwunden.

Nun begann eine schwere Zeit für den Gaukler. Lysander war voller böser Einfälle und nicht mehr wieder zu erkennen. Die Mutter aber hörte nur sein Lachen und überschüttete den Gaukler mit Gold und Edelstein.

Dieser wusste in seiner Not keinen Rat und ging an einem Abend heimlich zu der alten Frau.
„Der Teufel hat das Herz versteckt“, sagte sie, „wir müssen nur herausfinden, wo. Aber zeigt doch mal Eure Mütze her, ach, so was tragt Ihr auf Eurem Kopf? Es wird Zeit, dass ihr die Perlen einmal putzt, wir wollen das schnell machen!“

Die alte holte ein feuchtes Tuch und rieb jede Perle einzeln ab. Da nahm sie noch ein trockenes Tuch, und indem sie die erste Perle rieb, hörte man die Töne einer Geige. Bei der nächsten Perle hub eine Flöte an zu jubilieren, und bei der dritten Perle blies irgendjemand Trompete. So ging es fort, bis alle Instrumente beisammen waren. Nein, es war einfach nicht zu begreifen. Die Musik hing in der Luft, und das war ein Klingen und Pfeifen, wie man es selten zu hören bekommt.

„So weit wären wir“, sagte die alte Frau, „und nun wollen wir weitersehen.“
Sie schlug ein Tuch um ihre Schultern und ging hinaus. Der Gaukler folgte ihr. Draußen schwenkte sie die Mütze immer im Kreise herum und murmelte:

Perlen, Perlen, rührt euch schnell,
bringt uns eilig zu der Stell‘,
wo das Herz verborgen liegt,
wo es sich in Seide schmiegt.
Unter Erde, unter Steinen
muss es nach dem Knaben weinen,
der es längst vergaß.
Perlen, zeigt eure Kraft,
was ihr wirkt und was ihr schafft,
zeigt in den Sternstunden,
löst euch, frei und ungebunden,
seid doch nicht aus Glas!

Da fiel die Mütze zu Boden, und aus jeder Perle wurde ein Vogel. Das war wunderbar anzusehen, da gab es rote, gelbe, grüne Federn, betupft, gestreift und in allen Arten.
Es war wie ein lebendiger Regenbogen. Diese Vögel zogen an feinen, goldenen Ketten eine Waage aus Kristall.

Die alte Frau und der Gaukler stiegen hinein, und nun erhoben die Vögel ihre Schwingen. Der Wagen flog mit ihnen in die Luft. Nun kam die Musik immer näher. Als sie den Turm des Marschiertores erreichten, ließen die Vögel sich nieder. Die alte Frau sprang in eine Dachluke hinein, und der Gaukler, der ja recht beweglich und behende war, machte das gleiche.

Nun standen sie beide auf einem Speicher und sahen auf den verschiedenen Balken Zwerge mit Musikinstrumenten sitzen. Eine Stimme aber sang dazu:

Suchet nun in aller Ruhe
eine schwarze Eisentruhe.
Jeder findet dort sein Teil!
Gaukler, Gaukler, nimm dein Seil
und ertanze dir die Gunst
einer schwarzen Teufelskunst.

Der Mann schaute nun in jeden Winkel, und da entdeckte er unter Erde und Steinen versteckt, die Truhe. Er öffnete sie. Da lag das Herz in weiße Seide eingehüllt, und die alte Frau stecke es in ihre Schürzentasche.

Jetzt stellten die Zwerge ihre Instrumente zur Seite und reichten dem Gaukler ein Seil. Er nahm es, warf es zur Luke hinaus, aber es fiel nicht auf die Straße.
Ein Vogel fing es mit seinem Schnabel auf und trug es weit fort. Das Seil wuchs. Der Vogel trug es bis zu dem Hause des reichen Knaben und band es dort an einem Steinengel fest, der dicht vor dem Giebel stand.

Der Gaukler sprang auf das Seil und tanzte leichtfüßig, bis er das Ende erreicht hatte. Die alte Frau war nicht mehr zu sehen.

Als er in das Zimmer des Knaben kam, saß dieser in seinem Bett aufrecht und lachte. „Mir träumte, ich hätte mein Herz verloren“, sagte er, „und heute bekam ich es wieder. Ach, mir ist so leicht und fröhlich zu Mute. Eine alte Frau mit meergrünen Augen brachte mir das Herz. Aber weißt du, ich habe nicht eher Ruhe, bis der Junge aus dem Nachbargarten zu mir kommt. Er singt so schön, gestern sah ich ihn auf der Mauer sitzen, zum ersten Mal.
Ich sprach mit ihm, er ist so gut und freundlich. Dann ging er fort, und ich rief mit meiner Mutter lange nach ihm, aber er kam nicht mehr. Du musst mir nun helfen, ihn zu finden!“

„O, das kann ich wohl gut“, sagte der Mann und atmete tief auf, „ich will dir später alles erzählen. –„

So kam der Sohn des Gauklers in das Haus des reichen Knaben, und sie wurden wie Brüder gemeinsam erzogen. Der Zauber war von Lysanders Seele gewichen, und er lebte froh und unbekümmert auf

In den Abendstunden aber war ihnen oft, als dränge jene sonderbare Musik durch den Garten, die der Gaukler gehört hatte. „Wir wollen die alte Frau noch einmal besuchen“, sagte er, und die Kinder holten den Schlüssel, um die eiserne Tür aufzuschließen. Aber der Schlüssel drehte sich nicht mehr im Schloss, und sie stiegen alle über Mauer. Das haus war nicht mehr zu sehen und der Garten verwildert. Ein fremdes Kind saß im Gras und pflückte Blumen. „Wo ist denn das Haus, was hier stand?“ fragte der Gaukler. „Hier hat kein Haus gestanden“, sagte das Kind, „niemals.“

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Gebr. Grimm

Es war einmal eine arme Frau, die bekam ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben. Es trug sich zu, dass der König bald darauf ins Dorf kam, und niemand wusste, dass es der König war, und als er die Leute fragte, was es Neues gäbe, so antworteten sie: „Es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Glückshaut geboren. Was so einer unternimmt, das schlägt ihm zum Glück aus. Es ist ihm auch vorausgesagt, in seinem vierzehnten Jahre solle er die Tochter des Königs zur Frau haben.“ Der König, der ein böses Herz hatte und über die Weissagung sich ärgerte, ging zu den Eltern, tat ganz freundlich und sagte. „Ihr armen Leute, überlasst mir euer Kind, ich will es versorgen.“ Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold dafür bot, und sie dachten: „Es ist ein Glückskind, es muss doch zu seinem Besten ausschlagen“, so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind.

Der König legte es in eine Schachtel und ritt damit weiter, bis er zu einem tiefen Wasser kam; da warf er die Schachtel hinein und dachte: „Von dem unerwarteten Freier habe ich meiner Tochter geholfen.“ Die Schachtel aber ging nicht unter, sondern schwamm wie ein Schiffchen, und es drang auch kein Tröpfchen Wasser hinein. So schwamm sie bis zwei Meilen von des Königs Hauptstadt, wo eine Mühle war, an dessen Wehr sie hingen blieb. Ein Mahlbursche, der glücklicherweise da stand und sie bemerkte, zog sie mit einem Haken heran und meinte, große Schätze zu finden; als er sie aber aufmachte, lag ein schöner Knabe darin, der ganz frisch und munter war. Er brachte ihn zu den Müllersleuten, und weil diese keine Kinder hatten, freuten sie sich und sprachen:
„Gott hat es uns beschert.“ Sie pflegten den Findling wohl, und er wuchs in allen Tugenden heran.
Es trug sich zu, dass der König einmal bei einem Gewitter in die Mühle trat und die Müllersleute fragte, ob der große Junge ihr Sohn wäre. „Nein“, antworteten sie, „es ist ein Findling, er ist vor vierzehn Jahren in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen. Da merkte der König, dass es niemand anders als das Glückskind war, das er ins Wasser geworfen hatte, und sprach: „Ihr guten Leute, könnte der Junge nicht einen Brief an die Frau Königin bringen, ich will ihm zwei Goldstücke zum Lohn geben?“ „Wie der Herr König gebietet“, antworteten die Leute und hießen den Jungen, sich bereit halten. Da schrieb der König einen Brief an die Königin, worin stand: „Sobald der Knabe mit diesem Schreiben angelangt ist, soll er getötet und begraben werden, und alles soll geschehen sein, ehe ich zurückkomme.“
Der Knabe machte sich mit diesem Brief auf den Weg, verirrte sich aber und kam abends in einen großen Wald. In der Dunkelheit sah er ein kleines Licht, ging darauf zu und gelangte zu einem Häuschen. Als er hineintrat, saß eine alte Frau beim Feuer ganz allein. Sie erschrak, als sie den Knaben erblickte und sprach:
„Wo kommst du her, und wo willst du hin?“ – „Ich komme von der Mühle‘, antwortete er, „und will zur Frau Königin, der ich einen Brief bringen soll, weil ich mich aber in dem Walde verirrt habe, so wollte ich hier gerne übernachten.“

  • „Du armer Junge“, sprach die Frau, „du bist in ein Räuberhaus geraten, und wenn sie heimkommen, so bringen sie dich um.“ – „Mag kommen, wer will“, sagte der Junge, „ich fürchte mich nicht: ich bin aber so müde, dass ich nicht weiter kann“, streckte sich auf eine Bank und schlief ein. Bald hernach kamen die Räuber und fragten zornig, was da für ein fremder Knabe läge. „Ach“, sagte die Alte, „es ist ein unschuldiges Kind, es hat sich im Walde verirrt, und ich habe ihn aus Barmherzigkeit aufgenommen. Er soll einen Brief an die Frau Königin bringen.“ Die Räuber erbrachen den Brief und lasen ihn, und es stand darin, dass der Knabe sogleich, wie er ankäme, sollte ums Leben gebracht werden. Da empfanden die hartherzigen Räuber Mitleid, und der Anführer zerriss den Brief und schrieb einen andern, und es stand darin, sowie der Knabe ankäme, sollte er sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Sie ließen ihn dann ruhig bis zum andern Morgen auf der Bank liegen, und als er aufgewacht war, gaben sie ihm den Brief und zeigten ihm den rechten Weg. Die Königin aber, als sie den Brief empfangen und gelesen hatte, tat, wie darin stand, hieß ein prächtiges Hochzeitsfest anstellen, und die Königstochter ward mit dem Glückskind vermählt; und da der Jüngling schön und freundlich war, so lebte sie vergnügt und zufrieden mit ihm.
    Nach einiger Zeit kam der König wieder in sein Schloss und sah, dass die Weissagung erfüllt und das Glückskind mit seiner Tochter vermählt war. „Wie ist das zugegangen?“ sprach er, „ich habe in meinem Brief einen ganz andern Befehl erteilt.“ Da reichte ihm die Königin den Brief und sagte, er möchte selbst sehen, was darin stände. Der König las den Brief und merkte wohl, dass er mit einem andern war vertauscht worden. Er fragte den Jüngling, wie es mit dem anvertrauten Briefe zugegangen wäre, warum er einen andern dafür gebracht hätte. „Ich weiß von nichts“, antwortete er, „er muss mir in der Nacht vertauscht worden sein, als ich im Walde geschlafen habe.“ Voll Zorn sprach der König: „So leicht soll es dir nicht werden! Wer meine Tochter haben will, der muss mir aus der Hölle drei goldene Haare von dem Haupte des Teufels holen; bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten.“ Damit hoffte der König, ihn auf immer los zu werden. Das Glückskind aber antwortete:
    „Die goldenen Haare will ich wohl holen, ich fürchte mich vor dem Teufel nicht.“ Darauf nahm er Abschied und begann seine Wanderschaft.
    Der Weg führte ihn zu einer großen Stadt, wo ihn der Wächter an dem Tore ausfragte, was für ein Gewerbe er verstünde, und was er wüsste. „Ich weiß alles“, antwortete das Glückskind. „So kannst du uns einen Gefallen tun“, sagte der Wächter, „wenn du uns sagst, warum unser Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll‘ trocken geworden ist und nicht einmal mehr Wasser gibt.“ – „Das sollt ihr erfahren“, antwortete er, „wartet nur, bis ich wiederkomme.“ Da ging er weiter und kam vor eine andere Stadt; da fragte der Torwächter wiederum, was für ein Gewerb‘ er verstünde, und was er wüsste. „Ich weiß alles“, antwortete er. „So kannst du uns einen Gefallen tun und uns sagen, warum ein Baum in unserer Stadt, der sonst Äpfel trug, jetzt nicht einmal Blätter hervortreibt.“ – „Das sollt ihr erfahren“, antwortete er, „wartet nur, bis ich wiederkomme.“ Da ging er weiter und kam an ein großes Wasser, über das er hinüber musste. Der Fährmann fragte ihn, was er für ein Gewerbe verstünde, und was er wüsste. „Ich weiß alles“, antwortete er. „So kannst du mir einen Gefallen tun“, sprach der Föhrmann, „und mir sagen, warum ich immer hin und her fahren muss und niemals abgelöst werde“. – „Das sollst du erfahren“, antwortete er, „warte nur, bis ich wiederkomme.“
    Als er über das Wasser hinüber war, so fand er den Eingang zur Hölle. Es war schwarz und rußig darin, und der Teufel war nicht zu Haus, aber seine Ellermutter saß da in einem breiten Sorgenstuhl. „Was willst du?“ sprach sie zu ihm, sah aber gar nicht so böse aus. „Ich wollte gerne drei goldene Haare von des Teufels Kopf“, antwortete er, „sonst kann ich meine Frau nicht behalten.“
  • „Das ist viel verlangt“, sagte sie, „wenn der Teufel heimkommt und findet dich, so geht dir’s an den Kragen; aber du dauerst mich, ich will sehen, ob ich dir helfen kann.“ Sie verwandelte ihn in eine Ameise und sprach: „Kriech in meine Rockfalten‘ da bist du sicher.“ – „Ja“, antwortete er, „das ist schon gut, aber drei Dinge möcht ich gerne noch wissen: warum ein Brunnen, aus dem sonst Wein quoll‘ trocken geworden ist, jetzt nicht einmal mehr Wasser gibt. Warum ein Baum, der Sonst goldene Äpfel trug, nicht einmal mehr Laub treibt, und warum ein Fährmann immer herüber und hinüber fahren muss und nicht abgelöst wird.“
  • „Das sind schwere Fragen“, antwortete sie, „aber halte dich nur still und ruhig und hab acht, was der Teufel spricht, wenn ich ihm die drei goldenen Haare ausziehe.“
    Als der Abend einbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, dass die Luft nicht rein war. „Ich rieche, rieche Menschenfleisch“ sagte er, „es ist hier nicht richtig.“ Dann guckte er in allen Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Ellermutter schalt ihn aus: „Eben ist erst gekehrt“, sprach sie, „und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mir’s wieder untereinander; immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iss dein Abendbrot.“ Als er gegessen und getrunken hatte, war er müde, legte der Ellermutter seinen Kopf in den Schoß und sagte, sie sollte ihn ein wenig lausen. Es dauerte nicht lange, so schlummerte er ein, blies und schnarchte, da fasste die Alte ein goldenes Haar, riss es aus und legte es neben sich. „Autsch!“ schrie der Teufel, „was hast du vor?“ – „Ich habe einen schweren Traum gehabt“, antwortete die Ellermutter, „da hab‘ ich dir in die Haare gefasst.“ – „Was hat dir denn geträumt?“ fragte der Teufel. „Mir hat geträumt, ein Marktbrunncn‘ aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt, und es habe nicht einmal Wasser daraus quellen wollen, was ist wohl schuld daran?“ – „He, wenn sie’s wüssten!“ antwortete der Teufel, „es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die töten, so wird der Wein schon wieder fließen.“ Die Ellermutter lauste ihn wieder, bis er einschlief und schnarchte, dass die Fenster zitterten. Da riss sie ihm das zweite Maar aus. „Hu! was machst du?“ schrie der Teufel zornig. „Nimm’s nicht übel“, antwortete sie, „ich habe es im Traum getan.“ – „Was hat dir wieder geträumt?“ fragte er. „Mir hat geträumt, in einem Königreiche stand‘ ein Obstbaum, der hatte sonst goldene Äpfel getragen und wollte jetzt nicht einmal Laub treiben. Was war wohl die Ursache davon?“ – „He, wenn sie’s wüssten!“ antwortete der Teufel, „an der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die töten, so wird er schon wieder goldene Äpfel tragen, nagt sie aber noch länger, so verdorrt der Baum gänzlich. Aber lass mich mit deinen Träumen in Ruhe, wenn du mich noch einmal im Schlafe störst, so kriegst du eine Ohrfeige.“ Die Ellermutter sprach ihm gut zu und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da fasste sie das dritte goldene Haar und riss es ihm aus. Der Teufel fuhr in die Höhe, schrie und wollte übel mit ihr wirtschaften, aber sie besänftigte ihn nochmals und sprach: „Wer kann für böse Träume!“ – „Was hat dir denn geträumt?“ fragte er und war doch neugierig. „Mir hat von einem Fährmann geträumt, der sich beklagte, dass er immer hin und her fahren müsste und nicht abgelöst würde. Was ist wohl schuld?“ – „He‘ der Dummbart!“ antwortete der Teufel, „wenn einer kommt und will überfahren, so muss er ihm die Stange in die Hand geben; dann muss der andere überfahren und er ist frei.“ Da die Ellermutter ihm die drei goldenen Haare ausgerissen hatte, und die drei Fragen beantwortet waren, so ließ sie den alten Drachen in Ruhe, und er schlief, bis der Tag anbrach.
    Als der Teufel wieder fortgezogen war, holte die Alte die Ameise aus der Rockfalte und gab dem Glückskind die menschliche Gestalt zurück. „Da hast du die drei goldenen Haare“, sprach sie, „was der Teufel zu deinen drei Fragen gesagt hat, wirst du wohl gehört haben.“ – „Ja“, antwortete er, „ich habe es gehört und will’s wohl behalten.“ – „So ist dir geholfen“, sagte sie, „und nun kannst du deiner Wege ziehen.“ Er bedankte sich bei der Alten für die Hilfe in der Not, verließ die Hölle und war vergnügt, dass ihm alles so wohl geglückt war. Als er zu dem Fährmann kam, sollte er ihm die versprochene Antwort geben. „Fahr mich erst hinüber“, sprach das Glückskind, „so will ich dir sagen, wie du erlöst wirst“, und als er auf dem jenseitigen Ufer angelangt war, gab er ihm des Teufels Rat: „Wenn wieder einer kommt und will übergefahren sein, so gib ihm nur die Stange in die Hand.“ Er ging weiter und kam zu der Stadt, worin der unfruchtbare Baum stand, und wo der Wächter auch Antwort haben wollte. Da sagte er ihm, wie er vom Teufel gehört hatte: „Tötet die Maus, die an seiner Wurzel nagt, so wird er wieder goldene Äpfel tragen.“ Da dankte ihm der Wächter und gab ihm zur Belohnung zwei mit Gold beladene Esel, die mussten ihm nachfolgen. Zuletzt kam er zu der Stadt, deren Brunnen versiegt war. Da sprach er zu dem Wächter, wie der Teufel gesprochen hatte:“ Es sitzt eine Kröte im Brunnen unter einem Stein, die müsst ihr aufsuchen und töten, so wird er wieder reichlich Wein geben.“ Der Wächter dankte und gab ihm ebenfalls zwei mit Gold beladene Esel.
    Endlich langte das Glückskind daheim bei seiner Frau an, die sich herzlich freute, als sie ihn wiedersah und hörte, wie wohl ihm alles gelungen war. Dem König brachte er, was er verlangt hatte, die drei goldenen Haare des Teufels, und als dieser die vier Esel mit dem Golde sah, ward er ganz vergnügt und sprach:
    „Nun sind alle Bedingungen erfüllt, und du kannst meine Tochter behalten. Aber, lieber Schwiegersohn, sage mir doch: woher ist das viele Gold? Das sind ja gewaltige Schätze!“ – „Ich bin über einen Fluss gefahren“, antwortete er, „und da habe ich es mitgenommen; es liegt dort statt des Sandes am Ufer.“ – „Kann ich mir auch davon holen?“ sprach der König und war ganz begierig. „So viel Ihr nur wollt“, antwortete er, „es ist ein Fährmann auf dem Fluss, von dem lasst Euch überfahren, so könnt Ihr drüben Eure Säcke füllen.“ Der habsüchtige König machte sich in aller Eile auf den Weg, und als er zu dem Fluss kam, so winkte er dem Fährmann, der sollte ihn übersetzen. Der Fährmann kam und hieß ihn einsteigen, und als sie an das jenseitige Ufer kamen, gab er ihm die Ruderstange in die Hand und sprang davon. Der König aber musste von nun an fahren zur Strafe für seine Sünden.
    „Fährt er wohl noch?“ – „Was denn? Es wird ihm niemand die Stange abgenommen haben.“

Verstand und Glück

Josef Haltrich

Es gingen einmal der Verstand und das Glück auf Reisen, um sich die Welt zu besehen und die Menschen mit ihren Gaben zu erfreuen. Da trafen sie einen Schäferjungen, der lag an der Straße und schlief. „Wie wäre es“, sprach das Glück zum Verstand, „wenn wir gleich einen Versuch machten; ziehe du jetzt in den Knaben ein!“ Dem Verstand war das recht, und er stieg in das Haupt des Knaben. Als dieser erwachte, rieb er sich die Augen und dachte: „Ei, wozu hier immer die Schafe hüten, du willst dein Glück in der Stadt versuchen.“ Gleich machte er sich auf und kam zu einem Uhrmacher und verdingte sich als Stallknecht. In kurzer Zeit machte er sich bei seinem Herrn sehr beliebt, denn seine Pferde waren bald die schönsten in der ganzen Stadt. Dem Jungen aber war die Arbeit im Stall nicht genug; darum ging er, wenn der Meister und die Gesellen bei Tisch waren, insgeheim in die Werkstatt und verbesserte die Uhren. Die Gesellen merkten das endlich und sprachen zum Meister: „Es muss jemand, während wir essen, in die Werkstatt kommen, denn unsere Arbeit ist immer fortgeführt, aber weit besser, als wir sie gemacht hätten; denn alles daran hat Schick und Gestalt.“ – „Dem will ich bald auf die Spur kommen!“ sagte der Meister, und als die Gesellen wieder bei Tisch waren, stellte er sich insgeheim ans Fenster und guckte in die Werkstatt. Nur einmal sah er den Stallknecht, wie er eine Uhr nach der andern zur Hand nahm und besserte. Nach einer Weile konnte er sich nicht mehr halten, sondern öffnete die Türe und rief: „Du also bist der große Meister! Wohlan, du gehörst nicht in den Stall und sollst fortan mein erster Geselle sein!“ Das war der Junge zufrieden und machte nun bald so künstliche Uhren, dass alle Welt sich darüber verwunderte.
Da geschah es, dass der König eines Tages ausschreiben ließ, er habe eine kostbare Uhr, die sei verdorben; wer sie wieder herstelle, dem gebe er fünftausend Gulden; wer es aber unternehme und es gelänge ihm nicht, dem koste es das Leben. Nun fand sich lange kein Uhrmacher, weder Meister noch Geselle, im ganzen Reiche, der sich’s unterstehen wollte. Als der Schäferjunge das hörte, ging er sogleich zum König und bat um die Uhr, er wolle sie ausbessern. Der König schüttelte das Haupt und sprach: „Junge, Junge, das kannst du nicht! Es kostet dir dein Leben; keiner der vielen Meister hat sich getraut, und du willst es besser verstehen?“ Aber der Junge entgegnete voll Zuversicht, es müsse ihm wohl gelingen und er fürchte nichts für sein Leben. Da ließ der König die Uhr herbeibringen, und der Knabe nahm gleich seine Werkzeuge zerlegte sie, besserte, besserte, setzte sie wieder zusammen, und siehe da, als man sie an Ort und Stelle hing, so ging sie wie vordem, und der König hatte große Freude. Er gab ihm nicht nur die fünftausend Gulden, sondern hielt ihn auch bei Hofe und machte ihn zu seinem Wirtschafter. Von Tag zu Tag wurde der Junge dem König werter. Dieser hatte aber eine einzige Tochter, die hatte in ihrem Leben nie gelacht, und das kümmerte den Vater sehr. Darum hatte er bestimmt, dass derjenige sie zum Weibe haben solle, der sie zum Lachen bringe, wer es aber unternehme und es gelänge ihm nicht, dem koste es das Leben. Schon viele Freier hatten es versucht, doch alle hatten den Tod gefunden, nun wagte es lange niemand mehr.
Als der Schäferjunge davon hörte, so stieg es ihm zu Gedanken, und nach einiger Zeit trat er vor den König und sprach:
„Ich möchte deine Tochter wohl lachen machen!“ – „Armer Junge, das kannst du nicht“, sprach der König, „es wäre ja schade um dein Leben, lasse ab davon.“ Aber der Junge hörte nicht auf zu bitten, bis der König es endlich zuließ. Er begab sich mit einem Minister zur Königstochter, trat ehrerbietig vor sie und fing an zu erzählen. „Drei Wanderburschen, ein Bildhauer, ein Maler und ein Sprachmeister, unternahmen zusammen eine Reise. Als sie in einen Wald gekommen waren, machten sie ein Feuer an und setzten sich herum. Da nahm der Bildhauer einen jungen Stamm und schnitzte daraus eine Jungfrau, darauf nahm sie der Maler und gab ihr durch Farben Schönheit, darauf nahm sie der Sprachmeister und lehrte sie sprechen. Wem von den dreien gehört nun die lebendige Jungfrau von Rechts wegen? Niemand weiß das zu beantworten.“ Da lachte die Königstochter und rief: „Das versteht sich doch von selbst, dem Sprachmeister!“
Der Junge freute sich und ging mit dem Minister schnell zum König, und dieser fragte sogleich: „Hat sie gelacht?“ – „Ja!“ sprach der Junge ganz fröhlich. „Nein!“ rief der Minister ernst. Da bat der Junge, der König solle einen anderen Minister zu der Jungfrau schicken und sie fragen lassen. Das tat der König; auch der sprach: „Nein!“ – „So schicke noch einen dritten.“ Es geschah, doch auch der kam zurück und sprach: „Nein!“ – „Jetzt kann ich dir nicht helfen!“ sagte der König ganz traurig, „was Gesetz ist, ist Gesetz, und danach musst du den Tod erleiden!“ Schon hatte man den Jungen bis zur Richtstätte geführt, da kam just das Glück, das war bisher allein in der Welt herumgegangen, dazu und rief dem Verstand leise, dass niemand es hören konnte: „Du hast deine Schuldigkeit getan, jetzt ist es an mir; komme heraus und lasse mich hinein!“ Kaum war das geschehen, so hörte man Trompetengeschmetter und eine fröhliche Musik, und in einer Kutsche kam der König und seine Tochter hergefahren und hielten hoch ein weißes Tuch zum Zeichen der Gnade. Jetzt klärte sich die Sache auf, und weil die Minister so boshaft gelogen hatten, wurden sie anstatt des Jungen gehängt. Dieser aber musste sich nun neben die Königstochter in die Kutsche setzen und fuhr mit ihr heim. Da wurde eine glänzende Hochzeit gefeiert, die vier Wochen lang dauerte, und der Junge wurde bald König, und das Glück wohnte bei ihm und verließ ihn nicht bis an sein Ende.