{"id":99,"date":"2015-10-06T01:41:01","date_gmt":"2015-10-05T23:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=99"},"modified":"2025-12-27T20:43:35","modified_gmt":"2025-12-27T19:43:35","slug":"der-alte-fritz-und-der-schnappsack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-alte-fritz-und-der-schnappsack\/","title":{"rendered":"Der Alte Fritz und der Schnappsack"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der alte Fritz und der Schnappsack<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heinrich Pr\u00f6hle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein alter Soldat, der wurde genannt der Alte Fritz, der hatte nur noch drei Sechser in seinem ganzen Verm\u00f6gen und damit ging er in die Welt. Nun wollte Petrus einmal pr\u00fcfen, ob der Alte Fritz wohl ein gutes Herz h\u00e4tte, setzte sich als Kr\u00fcppel an den Weg, wo dieser alte Soldat vorbeikam und streckte ihm die Hand entgegen. Da gab ihm der sogleich den ersten Sechser. Wie er dann wieder eine Strecke weit fort ist, sitzt da Petrus wieder am Wege und hat die Gestalt eines noch j\u00e4mmerlichen Kr\u00fcppels angenommen. Gleich fasst der Alte Fritz in die Tasche und gibt ihm den zweiten Sechser. Darauf hat Petrus noch einmal am Wege gesessen, und das dritte Mal hat er am allerj\u00e4mmerlichsten ausgesehen. Da ist der Alte Fritz nicht faul und gibt den letzten Sechser hin. Nun steht auf einmal Petrus selbst vor ihm und gibt ihm die Macht, drei W\u00fcnsche zu tun. Und wiewohl er zugleich von Petrus ermahnt wurde, das Beste nicht zu vergessen, so w\u00fcnschte er sich doch nichts als eine Pfeife Toback, ein Spiel Karten und einen Schnappsack, wo er hinein w\u00fcnschen konnte, was er wollte. Seine Pfeife brannte sogleich, wie er sich das gew\u00fcnscht hatte, und das Spiel Karten und der Schnappsack waren auch sogleich vorhanden. Der Alte Fritz aber verirrte sich noch am Abend desselbigen Tages im Walde, und kletterte endlich, um sich umzuschauen, auf einen hohen Baum. Da sah er nicht sehr weit davon in einem alten Schlosse mitten im Walde ein Licht brennen, und damit er die Richtung nicht verfehlte, so warf er den alten dreieckigen Hut, den er auf dem Kopfe hatte, in der Richtung, in der das Schloss lag, vom Baume herunter. So fand er sich gl\u00fccklich nach dem Schlosse; das war ganz leer und darin wollte er \u00fcbernachten. Das Licht, das ihm von Ferne den Weg gezeigt hatte, stand auf dem Tische, daneben setzte er sich auf einen Stuhl und wartete ab, was geschah, wie sehr auch eine alte Frau, die in dem Schlosse war, ihn ermahnte, weiter zu gehen, weil es sonst sein Tod sein w\u00fcrde. Nach einiger Zeit klopfte es an die T\u00fcr, und der Alte Fritz rief: \u201eHerein, wenn es Solo spielen kann.\u201c Sogleich kamen zw\u00f6lf Geister herein, davon setzten sich drei mit ihm zum Spiel, einer davon hatte einen Pferdefu\u00df und einen Menschenfu\u00df, und im Gesicht Knopfaugen; dazu trug er einen dreieckigen Hut, einen gro\u00dfen Mantel und einen gro\u00dfen Stock; das war der Oberste der Teufel. Als das Solospiel aus war, fassten ihn alle zw\u00f6lf Geister an und wollten ihn erw\u00fcrgen, er aber w\u00fcnschte sie alle in seinen Schnappsack, darin fingen sie an sich zu pr\u00fcgeln. Da holte er einen Pfahl herein und schlug die zw\u00f6lf Geister in dem Schnappsack windelweich. Dann lie\u00df er sie fliegen und sie flogen alle nach der H\u00f6lle zu.<\/p>\n\n\n\n<p>So ging er weiter, und endlich kam der Tod zu ihm und wollte ihn holen. Da w\u00fcnschte er den Tod auch in den Schnappsack. Als er den aber nach vielen Jahren einmal wieder \u00f6ffnete, um zu sehen, ob der Tod gestorben sei, sprang er heraus, denn er hatte sich von einigen Brotkrumen gen\u00e4hrt, die in dem Ranzen waren. Die Menschen hatten unterdessen oft gesagt: was hei\u00dft doch das, dass gar keine Leute mehr sterben? Kaum aber war der Tod aus dem Schnappsack, so brachen hier und da gro\u00dfe Seuchen aus, und er raffte alle Menschen hinweg, die er durch seine Gefangenschaft zu t\u00f6ten verhindert gewesen war. Nur zum alten Fritz kam er niemals wieder, denn er f\u00fcrchtete sich vor dem Schnappsack. Aus Dem aber war jetzt ein steinalter Mann geworden, der sehnte sich nach dem Tode. Da ging er zu Petrus vor die Himmelst\u00fcr, der aber wollte ihn nicht hinein nehmen, weil er sich das Beste zu w\u00fcnschen vergessen hatte, n\u00e4mlich die ewige Seligkeit. Da kam einmal ein Teufel an, der unter den Zw\u00f6lfen in dem alten Schlosse nicht mitgewesen war, und wollte ihn mitnehmen. Er folgte ihm bereitwillig, als er aber mit ihm vor die H\u00f6lle kam, standen da die andern zw\u00f6lf Teufel herum, die er in seinem Schnappsacke gepr\u00fcgelt hatte und hatten Maulaffen feil. Die erhoben ein gro\u00dfes Geschrei, denn sie f\u00fcrchteten, dass er sie von neuem pr\u00fcgeln w\u00fcrde. Sie schlugen ihm also die H\u00f6llent\u00fcr vor der Nase zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wird erz\u00e4hlt, da h\u00e4tte der Alte Fritz einen alten Schimmel genommen, den er gehabt hat, und w\u00e4re mit Gewalt in den Himmel hineingeritten, und wie sehr auch Petrus dar\u00fcber lamentiert h\u00e4tte, so h\u00e4tte ihn unser Herr Gott doch darin behalten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[93,85],"tags":[],"class_list":["post-99","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-heinrich-proehle","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=99"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3875,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/99\/revisions\/3875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=99"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}