{"id":961,"date":"2017-09-12T14:00:49","date_gmt":"2017-09-12T12:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=961"},"modified":"2026-01-26T02:16:44","modified_gmt":"2026-01-26T01:16:44","slug":"die-seekoenigin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-seekoenigin\/","title":{"rendered":"Die Seek\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<p>Ernst Moritz Arndt<br>\n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Ihr habt wohl oft die Sage geh\u00f6rt von Glocken, die aus tiefen Seeen l\u00e4uten, besonders um die Zeit der Mitternacht und zur Zeit der gro\u00dfen heiligen Feste der Christen. Da sagen die Leute, es sind versunkene Schl\u00f6sser und Kirchen, deren Glocken l\u00e4uten m\u00fcssen zur ernstesten Stunde der Zeit und an jenen hehren Tagen, wo alle Herzen und Glocken die hellesten und innigsten Kl\u00e4nge erklingen lassen. Aber das ist nur so ein Gerede, weil sie das, was ihnen zu Zeiten so wunderbar und schauerlich aus tiefen Seeen herauft\u00f6nt, gern nat\u00fcrlich erkl\u00e4ren m\u00f6gten. Nein es sind keine Glocken von versunkenen Schl\u00f6ssern und Kirchen, es sind keine aus Erz und Silber gegossene Glocken, sondern sehns\u00fcchtige und klingende Trauerglocken der Herzen sind es, die durch schlimmen Zauber gefangen da unten in der kalten Tiefe sich ewig nach dem sch\u00f6nen Sonnenlichte droben sehnen m\u00fcssen aber nie hinauf k\u00f6nnen. Und nun will ich die Geschichte der Seek\u00f6nigin erz\u00e4hlen.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Es haust in den W\u00e4ldern und Bergen und Seeen und Str\u00f6men vieles, wovor den Menschen mit Recht graust und weswegen viele sich nicht gern allein hineinwagen. Andere aber sind dreist und k\u00fchn; aber mancher hat es schon bejammert und muss sein sch\u00f6nes Leben, das er so lustig h\u00e4tte verbringen k\u00f6nnen, in der kalten Finsternis oder in dem schauerlichen Wasser vertrauern. Die Unterirdischen die Elfen die Bergschmiede die Nixen und Seejungfrauen sind gar gef\u00e4hrliche Feinde, welche der bl\u00fchenden Jugend nachstellen und sie in allerlei Schlingen verstricken und zu sich locken. Aber die gef\u00e4hrlichste und zaubervolleste von allen ist die gro\u00dfe Seejungfrau oder Seek\u00f6nigin, welche \u00fcber alle Geister und Geisterchen herrscht, die in Quellen B\u00e4chen Str\u00f6men und Seeen wohnen.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Diese Seejungfrau wohnt gew\u00f6hnlich in gro\u00dfen und tiefen Seeen, die von gr\u00fcnen B\u00e4umen und B\u00fcschen umgeben sind; denn B\u00e4ume im gr\u00fcnen Walde muss sie haben, unter welchen sie die sch\u00f6ne Sommerzeit und Fr\u00fchlingszeit spielen und sich erg\u00f6tzen kann. Diese liebliche Frau erscheint unter mancherlei Gestalten und kann sich vielfach verwandeln, damit sie die J\u00fcnglinge, die sie liebt und in ihre Gewalt haben will, desto leichter und sicherer ankirren und verlocken k\u00f6nne. Denn sie ist ein rechtes Wunder von einer Frau. Gew\u00f6hnlich aber erscheint sie in folgender Gestalt.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Sie ist eine wundersch\u00f6ne und anmutige Jungfrau, schlank und hoch von Wuchs, mit dem allerlieblichsten Gesichte, dessen Mund wie eine aufbl\u00fchende Rose schimmert und dessen himmelblaue Augen leuchten wie ein paar helle Fr\u00fchlingsquellen, die der Mond bescheint. Ihr Hals ist wei\u00df wie Elfenbein, worum lange blonde Locken flie\u00dfen, und den sch\u00f6nen Leib bedeckt ein leichtes gr\u00fcnes Gewand, das weich um Busen und H\u00fcften wallet, wie das zarte Fr\u00fchlingsgras, vom Winde bewegt, um einen Blumenh\u00fcgel. So sieht man sie in den Seeen und Str\u00f6men schwimmen und in den Wellen spielen und pl\u00e4tschern, wie ein Wasserv\u00f6gelein hin und her spielet, und gleich einem leichten Blitz dahin schiessen. So haben viele sie gesehen im Mondschein und auch bei Tage, unter einer dunkeln Eiche oder Buche oder auch unter Birken und Erlen am See gelagert, wo sie Kr\u00e4nze aus Blumen windet, Ringelein von ihren sch\u00f6nen Locken schlingt und wieder aufl\u00f6set oder auch ein s\u00fc\u00dfes Lied singt, wozu sie auf einer Muschel oder Schalmei bl\u00e4st. Aber ihr s\u00fc\u00dfestes Lied singt sie in der Mitternacht und da mag sich in Acht nehmen, wer zu viel Feuer im Busen hat. Wenn sie sich dann am Ufer der Seeen und Str\u00f6me unter den gr\u00fcnen B\u00e4umen hinsetzt und singt und der Stromgeiger aus der Tiefe auftauchet und voll Lust zu ihrem Gesange die Harfe schl\u00e4gt, dann h\u00f6rt jeder, der ihr zuhorcht, eine Sirene, und muss ihr in die Arme sinken, er mag wollen oder nicht.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Dies ist so ihre gew\u00f6hnliche Art und Leben, aber oft erscheint sie auch in all ihrer Pracht und Herrlichkeit als K\u00f6nigin der Wasser, was sie eigentlich ist. Dann funkelt und blitzt ihr Gewand von den sch\u00f6nsten Perlen und Diamanten, eine goldene Krone strahlt auf ihrem Haupte und ein Zepter nickt in ihrer Hand und sch\u00f6n geschm\u00fcckte Diener und Dienerinnen, in Farben und Stoffen des Wasserreichs gekleidet, treten vor und hinter ihr her.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Die Seek\u00f6nigin ist sehr stolzer aber auch sehr verliebter Natur. Das hat mancher sch\u00f6ne J\u00fcngling wohl empfunden und ist dar\u00fcber nie wieder gesehen worden. Sie liebt nichts als die erste bl\u00fchende Jugend, die zwischen achtzehn und zwanzig Jahren alt ist; und sch\u00f6n von Gestalt muss das sein, was ihr gefallen soll. So ist mancher sch\u00f6ne J\u00e4gerbursche und mancher lustige Hirtenknabe verschwunden und muss nun in Sehnsucht nach der Sonne, die er nicht mehr sieht, aus den Seeen und Teichen heraufklingen, dass die Menschen, die es h\u00f6ren, stehen und lauschen, und nicht wissen, was der Klang ist und woher er kommt. Denn wehe dem armen J\u00fcngling, der in den einsam dunkeln Wald und in das tiefe Tal kommt, wo die Seeen und Teiche sind, und sie erblickt! Wenn sie ihre sch\u00f6nen Goldlocken fliegen l\u00e4sst, wenn sie ihre wei\u00dfen Arme nach ihm ausstreckt, wenn sie ihn einmal anl\u00e4chelt, wenn sie singt, ja wenn nur ein Laut \u00fcber ihre zauberischs\u00fc\u00dfen Lippen klingt, so ist er verloren. Das Allergef\u00e4hrlichste soll aber sein, wenn sie ihre gr\u00fcnlichen Goldlocken wehen l\u00e4sst und mit ihrem lieblichen K\u00f6pfchen mit halb l\u00e4chelnder halb trauriger Geb\u00e4rde da heraus guckt, als sprache sie: Komm! komm! und tr\u00f6ste mich! Sie ist in ihrer Liebe sehr heftig und feurig und tut dem, was sie lieb hat, alle m\u00f6gliche S\u00fc\u00dfigkeit und Anmut an, die sie nur ersinnen und erdenken kann, schenkt ihm auch alle k\u00f6stlichsten Gaben, die sie nur hat; aber sie ist leicht und wankelisch und tr\u00fcgerisch wie das leichte und falsche Element, worin sie wohnt, und kalt und stolz wie ihr Wasser. Keiner hat sich ihrer Liebe je l\u00e4nger als zwei Jahre erfreuet. Dann zieht sie ihn in die nasse Tiefe mit sich hinab, damit er nicht sagen k\u00f6nne: Ich habe bei der sch\u00f6nen Seek\u00f6nigin geschlafen. Da sitzen nun viele Tausende in dem dunkeln schauerlichen Abgrund und ihre Klagen in der Tiefe das sind die fabelhaften Glocken der Menschen, die zu gewissen Zeiten so wehm\u00fctig und zauberisch aus dem Grunde der Seeen heraufklingen. Das ist einmal gewiss, wer die Seejungfrau nur einmal angesehen hat, wenn sie ihn lieb haben will, der ist ihr sicherer Raub und kann nicht mehr von ihr lassen. Aber das ist ein Gl\u00fcck, dass diese stolze und zauberische K\u00f6nigin niemand in die Tiefe hinabziehen darf, der nicht einmal in ihren Armen schlief. Aber f\u00fcr wie viele J\u00fcnglinge ist es ein Ungl\u00fcck geworden, dass sie sie nur einmal gesehen haben auf dem Spiegel der Wellen hinschl\u00fcpfen oder unter einem gr\u00fcnen Baum ihre Locken ausringen oder auf einer bl\u00fchenden Au Blumen lesen und Kr\u00e4nze winden! Ihr blo\u00dfer Anblick bringt eine unaussprechliche und angstvolle Sehnsucht. Wer sie einmal sah, will sie immer wieder sehen, er muss hinaus in die Wildnis, er muss die \u00f6den W\u00e4lder durchrauschen und an den tiefen Seeen und Str\u00f6men wandeln, er muss jedes Tier und jeden Vogel jeden Busch jeden Baum jeden Strauch jede Blume und jeden Grashalm fragen ja er muss Mond und Sterne und Winde und L\u00fcfte fragen, ob sie die sch\u00f6ne Seejungfrau nicht irgendwo sahen. Und so hat er keine Ruhe bei Tage und bei Nacht, er muss immer dem blanken Schatten nachjagen und findet ihn nimmer und wird blass und bleich wie ein Gespenst; denn wessen die Jungfrau sich das erste Mal nicht erbarmt, den liebt sie nimmer. So hat man viele J\u00fcnglinge gesehen, die des Nachts hinaus mussten, wann die andern Menschen schlafen, und die dann in Wald und B\u00fcschen hausen. \u00dcber solche machen sich denn die Leute ihre Gedanken und viele sagen ihnen oft auch Arges nach; die armen J\u00fcnglinge haben aber nichts B\u00f6ses getan noch tun wollen, sondern nur ein schweres Leid erlitten, von welchem kein Mensch sie heilen kann. So sind manche hingebleicht und hingewelkt in der Bl\u00fcte ihrer sch\u00f6nsten Jugend, oder sind gar verschwunden und haben sich in Seeen und Teichen ers\u00e4uft oder sind von Irrlichtern in S\u00fcmpfe verlockt ja einige haben sich in der verzweifelnden Sehnsucht wohl an B\u00e4umen erh\u00e4ngen m\u00fcssen. Aus solchen Ungl\u00fccklichen werden nach ihrem Tode die wundersamen Ache und Wehe und Wimmerer und \u00c4chzer und Seufzer, die man so oft gar bei hellem Tage, geschweige um die Mitternacht, aus Quellen und B\u00e4umen und B\u00fcschen und Gras und Blumen wimmern wispern und fl\u00fcstern h\u00f6rt, dass einem die Haare auf dem Kopfe sausen. Sie m\u00fcssen dann als d\u00fcnne T\u00f6ne und leise Seufzer umherfliegen und umherspielen und die Lebendigen erschrecken, weil sie das Leere und Nichtige zu sehr gesucht haben. Von ihnen ist das Sprichwort gekommen, dass, wenn man sagen will, ein Mensch sei sehr barmherzig, man spricht: Der hat ein Herz, er m\u00f6gte, wenn er k\u00f6nnte, jeden fliegenden Seufzer erl\u00f6sen. Ich glaube aber, die sind nicht leicht zu erl\u00f6sen. Davon muss ich nun auch eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Es war einmal eine sch\u00f6ne Prinzessin, die Tochter eines sehr reichen und m\u00e4chtigen K\u00f6nigs, das war ein sehr liebes und frommes Kind. Aber das ward ihr Ungl\u00fcck, dass sie zu viel in alten M\u00e4hrchenb\u00fcchern und Ritterb\u00fcchern gelesen und sich dadurch allerlei wunderliche und seltsame Einbildungen gemacht hatte. Sie hatte auch einmal die Geschichte von der sch\u00f6nen Seek\u00f6nigin gelesen und von den armen J\u00fcnglingen, die vor lauter Sehnsucht vergangen sind und nun aus Quellen B\u00e4umen Bl\u00e4ttern und Bl\u00fcten ja aus harten Baumknorren und Steinen \u00e4chzen und seufzen und ihre Klagen winseln m\u00fcssen. Das jammerte die sch\u00f6ne Prinzessin gar sehr und sie hat \u00fcber ihren unzeitigen und j\u00e4mmerlichen Tod manches Tr\u00e4nlein weinen m\u00fcssen. Nun las sie eines Tages ein M\u00e4hrchen, das \u00fcberschrieben war: Alles durch Liebe, worin es hie\u00df, wenn einer die rechte Liebe h\u00e4tte und er f\u00e4nde in Eisen und Stein verzauberte und erstarrte Seelen, die darin harreten bis auf den gro\u00dfen Tag des Gerichts, und er legte sein liebendes Herz nur an die Steine und das Eisen, so m\u00fcssten sie gleich zerschmelzen und die armen gebundenen Seelen wieder zum Leben erl\u00f6st werden. Nun hatte sie auch manches M\u00e4hrchen von den Seufzern und \u00c4chzern im Walde gelesen und es fiel ihr jetzt ein: K\u00f6nnte ich denn nicht die Liebe haben und die armen Seelchen, die als \u00c4chzer und Seufzer wimmern und fl\u00fcstern m\u00fcssen, erl\u00f6sen und in mein Herz senken, dass sie zur Ruhe k\u00e4men und nicht mehr so traurig w\u00e4ren und seufzen m\u00fcssten? denn die armen Kinder haben ja nichts H\u00e4rteres verbrochen, als dass sie zu viel geliebt haben. Ja ich will die Seufzerchen erl\u00f6sen! Das sprach die Prinzessin, und hat von dem Gedanken nicht lassen k\u00f6nnen und Tag und Nacht keine Ruhe davor gehabt, sondern er ist ihr immer lieber und gewisser geworden, und zuletzt hat sie alle Tage in den Wald gehen m\u00fcssen und ist die N\u00e4chte oft heimlich von ihrem Lager aufgestanden und heimlich aus dem Schlosse gegangen und im Mond- und Sternenschein in der wilden Forst umhergeschlichen, und wo sie es t\u00f6nen und \u00e4chzen und girren und schwirren geh\u00f6rt hat, das hat sie gelauscht, da ist sie hingeeilt und hat in ihrer freundlichen s\u00fc\u00dfen Liebe die B\u00e4ume und Str\u00e4uche, die Blumen und Kr\u00e4uter ja zuweilen die kalten Steine umarmt, dass sie an ihr warm w\u00fcrden und dass ihre traurigen Klagen zur Ruhe k\u00e4men. Der K\u00f6nig ihr Herr Vater merkte die heimlichen Waldg\u00e4nge der Prinzessin und verbot sie und sperrte sein Kind ein. Sie ward aber so bleich und krank und elend vor lauter Sehnsucht nach dem Walde, dass er sie wieder herauslassen und die alten Waldg\u00e4nge erlauben musste. So ist das arme sch\u00f6ne Kind zwei Sommer und zwei Winter gegangen und hat Seufzer erl\u00f6sen wollen; dann ist sie selbst ein Seufzer geworden. Man hat sie eines Morgens im gr\u00fcnen Walde gefunden, wie sie erblasst um einen Baum hing, den sie in Liebe umschlungen hatte und an dem sie erstarrt war. Der K\u00f6nig hat ihr ein Grab graben lassen und eine Stein darauf gesetzt, auf welchem die Worte geschrieben standen: hier liegt die sch\u00f6ne Prinzessin Anemone, die gestorben ist, weil sie die Seufzer erl\u00f6sen wollte. Und er hat lange um sie getrauert und alle Menschen mit ihm; denn sie war wohl das allerfreundlichste Seelchen, das je in einem irdischen Leibe gewohnt hat. Es geht aber nun die Sage, dass es die N\u00e4chte um ihr Grab unaufh\u00f6rlich fl\u00fcstert und wispert und \u00e4chzet und seufzet. Da sind dann die kleinen schwirrenden und girrenden Waldseelchen da, die um sie trauern, und sie singen das Lied von dem Liebesseufzerlein:<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Ein s\u00fc\u00dfes Liebesseufzerlein<br>\nLiegt unter diesem Grabstein,<br>\nEs war ein holdiges K\u00f6nigskind,<br>\nSo hold, als wenige Kinder sind.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Es war ein Liebesseufzerlein,<br>\nEin rechter Liebesjuwelenstein,<br>\nHat herrlich gefunkelt und gebrannt,<br>\nNun decket es ein H\u00e4uflein Sand.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">Es war ein Liebesseufzerlein,<br>\nDas k\u00fc\u00dfte alle Blumen im Hain,<br>\nDas nahm die B\u00e4ume die Stein\u2019 in\u2019n Arm,<br>\nNun schl\u00e4ft es ledig von M\u00fch und Harm.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">O Aechzerlein! o Seufzerlein!<br>\nHerbei nun alle gro\u00df und klein!<br>\nUnd stimmet den n\u00e4chtlichen Klagesang<br>\nZu liebender Herzen Glockenklang.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">O Aechzerlein! o Seufzerlein!<br>\nW\u00fcrde jede Tr\u00e4ne ein Edelstein,<br>\nW\u00fcrde jedes Ach ein heller Demant,<br>\nWir kauften wohl manches K\u00f6niges Land.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><span lang=\"de\">O Aechzerlein! o Seufzerlein!<br>\nW\u00fcrde jede Klage ein Sandk\u00f6rnlein,<br>\nDas allerfeinste Sandk\u00f6rnlein,<br>\nWir stiegen bald in den Himmel hinein.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr habt wohl oft die Sage geh\u00f6rt von Glocken, die aus tiefen Seeen l\u00e4uten, besonders um die Zeit der Mitternacht und zur Zeit der gro\u00dfen heiligen Feste der Christen. 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