{"id":958,"date":"2017-08-15T02:03:30","date_gmt":"2017-08-15T00:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=958"},"modified":"2025-12-28T02:24:54","modified_gmt":"2025-12-28T01:24:54","slug":"das-goldei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-goldei\/","title":{"rendered":"Das Goldei"},"content":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs waren einmal ein paar arme Besenbindersjungen, die hatten noch ein Schwesterchen zu ern\u00e4hren, da ging es ihnen allen knapp und k\u00fcmmerlich. Sie mussten alle Tage in den Wald und sich Reisig holen, und wenn die Besen gebunden waren, verkaufte sie das Schwesterchen. Einsmals gingen sie in den Wald, und der j\u00fcngste stieg auf einen Birkenbaum, und wollte die \u00c4ste herabhauen, da fand er ein Nest, und darin sa\u00df ein dunkelfarbiges V\u00f6gelchen, dem schimmerte etwas durch die Fl\u00fcgel, und weil das V\u00f6gelchen gar nicht wegflog, und auch nicht scheu tat, hob er den Fl\u00fcgel auf und fand ein goldenes Ei, das nahm er und stieg da mit herab. Sie freuten sich \u00fcber ihren Fund, und gingen damit zum Goldschmied, der sagte, es sei feines Gold und gab ihnen viel Geld daf\u00fcr. Am andern Morgen gingen sie wieder in den Wald, und fanden auch wieder ein Goldei, und das V\u00f6glein lie\u00df es sich geduldig nehmen, wie das vorigemal. Das w\u00e4hrte eine Zeitlang, alle Morgen holten sie das Goldei und waren bald reich: eines Morgens aber sagte der Vogel: \u201enun werde ich keine Eier mehr legen, aber bringt mich zu dem Goldschmidt, das wird euer Gl\u00fcck sein.\u201c Die Besenbindersjungen taten, wie es sprach und brachten es dem Goldschmidt getragen, und als es allein mit diesem war, sang es:<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">\u201eWer i<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">sst mein Herzlein,<br \/>\nwird bald K\u00f6nig sein;<br \/>\nwer isst mein Leberlein,<br \/>\nfindet alle Morgen unterm Kissen ein Goldbeutlein!\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Wie der Goldschmidt das h\u00f6rte, rief er die beiden Jungen und sagte: <\/span> <\/span> <span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">\u201elasst mir den Vogel, und ich will euer Schwesterlein heiraten.\u201c Die zwei sagten ja, und da ward nun Hochzeit gehalten. Der Goldschmidt aber sprach: \u201eich will zu meiner Hochzeit den Vogel essen, ihr zwei, bratet ihn am Spie\u00dfe, und habt Acht, dass er nicht verdirbt, und bringt ihn herauf, wenn er gar ist;\u201c er dachte aber, dann wolle er Herz und Leber herausnehmen und essen. Die beiden Br\u00fcder standen am Spie\u00df und drehten ihn herum, wie sie ihn so herumdrehen, und der Vogel bald gebraten ist, f\u00e4llt ein St\u00fcckchen heraus. \u201eEi, sagt der eine, das muss ich probieren!\u201c und a\u00df das auf. Bald darnach fiel noch ein St\u00fcckchen heraus: \u201edas ist f<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00fcr mich,\u201c sagte der andere, und l\u00e4sst sich das schmecken. Das war aber das Herzlein und Leberlein, was sie gegessen hatten, und sie wussten nicht, was f\u00fcr Gl\u00fcck ihnen damit beschert war.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Darnach war der Vogel gebraten, und sie trugen ihn zu der Hochzeitstafel; der Goldschmidt schnitt ihn auf, und wollte geschwind Herz und Leber essen, aber da war beides fort. Da ward er giftig b\u00f6s und schrie: <\/span> <\/span> <span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">\u201ewer hat Herz und Leber von dem Vogel gegessen?\u201c \u201eDas werden wir getan haben, sagten sie, es sind ein paar St\u00fcckchen herausgefallen beim Umwenden, die haben wir genommen.\u201c \u2013 \u201eHabt ihr Herz und Leber gegessen, so m\u00f6gt ihr auch eure Schwester behalten!\u201c und jagte sie in seinem Zorn alle fort.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-958","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=958"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":959,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions\/959"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}