{"id":914,"date":"2017-03-09T21:37:42","date_gmt":"2017-03-09T20:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=914"},"modified":"2026-01-11T02:19:39","modified_gmt":"2026-01-11T01:19:39","slug":"juan-der-baer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/juan-der-baer\/","title":{"rendered":"Juan der B\u00e4r"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Vor langer Zeit lebte in einem Dorf ein M\u00e4dchen, das dazu angestellt war, die K\u00fche zu h\u00fcten. Eines Tages nun verlor das M\u00e4dchen eines der Tiere und suchte es \u00fcberall. Dabei geriet es auf einen weit abgelegenen Berg. Dort begegnete sie einem B\u00e4ren, der fing das M\u00e4dchen und trug es in seine H\u00f6hle.<br> Nachdem sie einige Zeit mit dem Tier zusammengelebt hatte, bekam sie einen Sohn. Der B\u00e4r aber lie\u00df weder die Mutter noch den Sohn aus der H\u00f6hle.<br> Wenn das Tier ausging, um etwas zu essen zu holen, nahm es einen gro\u00dfen Stein und verschloss den Eingang. Aber der junge wuchs heran und wurde immer st\u00e4rker.<br> Als er zw\u00f6lf Jahre alt war, hob er den riesigen Stein auf, der vor dem Eingang lag, und konnte darauf mit seiner Mutter entkommen.Gerade als sie fortlaufen wollten, erschien der B\u00e4r. Da hob der junge den Stein noch einmal auf, schleuderte ihn gegen den B\u00e4r und t\u00f6tete das Tier.<br> Die Mutter kehrte mit ihrem Sohn ins Dorf zur\u00fcck und nannte den jungen von nun an \u00bbJuan\u00ab.<br> Er kam in die Schule, aber dort pr\u00fcgelte er sich mit den anderen Kindern, bis der Lehrer ihn geh\u00f6rig ausschimpfte. Schlie\u00dflich sagten die Leute aus dem Dorf zu der Mutter, ihr Sohn m\u00fcsse das Dorf verlassen.<br> \u00bbNa gut\u00ab, sagte sie, \u00bbwenn ihr ihn nicht m\u00f6gt, ist es wirklich besser so.\u00ab<br> Juan aber bat seine Mutter, ihm eine schwere Keule zu kaufen. Sie kam seinem Wunsch nach. Es war eine ungew\u00f6hnlich schwere Keule. Sie war so schwer, dass sie von einem Schmied mit vier Maultieren herbeigeschleppt werden musste. Juan aber nahm sie auf die Schulter, als sei sie federleicht und ging damit davon.<br> Unterwegs traf Juan einen Mann, der riss Fichten aus. Er fragte ihn: \u00bbWer bist du?\u00ab<br> \u00bbIch bin der Fichtenausrei\u00dfer. Und wer bist du?\u00ab<br> \u00bbIch bin Juan, der B\u00e4r. Ich ziehe mit dieser Keule durch die Welt und tue, was mir gef\u00e4llt. Sag mir, wieviel zahlt man dir f\u00fcr das Fichtenausrei\u00dfen.\u00ab<br> \u00bbSieben Reales\u00ab, erwiderte der Fichtenausrei\u00dfer.<br> \u00bbGut, dann zahl ich dir acht, wenn du mit mir kommst.\u00ab<br> Sie gingen zusammen ein St\u00fcck weiter. Da begegneten sie einem Menschen, der dr\u00fcckte doch tats\u00e4chlich mit seinem Hintern ganze Gebirge platt.<br> \u00bbWer bist du denn?\u00ab fragte Juan.<br> \u00bbIch bin der Gebirgeplattmacher. Und du?\u00ab<br> \u00bbIch bin Juan, der B\u00e4r. Und das hier ist der Fichtenausrei\u00dfer. Sag mir, wieviel zahlen sie dir hier f\u00fcr deine Arbeit?\u00ab \u00bbAcht Reales\u00ab, erwiderte der Gebirgeplattmacher.<br> \u00bbGut\u00ab, sagte Juan, \u00bbdann zahle ich neun. \u00ab<br> Darauf zogen die drei zusammen weiter.<br> Als es Nacht wurde, kamen sie in einen Wald und suchten dort nach etwas zu essen.<br> Den Gebirgeplattmacher aber lie\u00dfen sie an einer bestimmten Stelle zur\u00fcck, damit er dort ein Feuer anz\u00fcnde. Aber jedes Mal, wenn es gut brannte, kam ein Zwerg und l\u00f6schte es wieder aus.<br> Da sprach der Mann zu dem Wicht: \u00bbWenn du das noch einmal machst, schlage ich dich tot.\u00ab<br> \u00bbDu gef\u00e4llst mir, mein Lieber\u00ab, sagte der Zwerg, \u00bbwei\u00dft du nicht, dass dies hier mein Haus ist?\u00ab Er griff sich einen Stock und verabreichte damit dem Gebirgeplattmacher eine geh\u00f6rige Tracht Pr\u00fcgel, verunreinigte die T\u00f6pfe, die f\u00fcr das Kochen schon bereitstanden, und verschwand.<br> Als die beiden anderen M\u00e4nner zur\u00fcckkamen, waren sie nicht wenig erstaunt, als sie h\u00f6rten, was sich da zugetragen hatte.<br> Kaum brannte das Feuer wieder, war auch schon wieder dieser Wicht zur Stelle und rief: \u00bbHabe ich dir nicht schon einmal gesagt: Dies hier ist mein Haus! \u00ab<br> Und ohne lange zu warten, versetzte er dem Fichtenausrei\u00dfer eine geh\u00f6rige Tracht Pr\u00fcgel, l\u00f6schte das Feuer, verschmutzte die T\u00f6pfe und wollte verschwinden. Aber Juan hob seine gro\u00dfe Keule und ging auf den Wicht los, und schon nach zwei Schl\u00e4gen wurde es dem Zwerg bewusst, dass es wohl. besser sei, sich zu ergeben. Durch die Schl\u00e4ge war er seines einen Ohres verlustig gegangen. Er reichte es Juan und sagte: \u00bbSolltest du jemals in Not geraten, dann hol dieses Ohr hervor, und es wird dir geholfen werden.\u00ab<br> Die drei M\u00e4nner gingen weiter, und als sie in ein Gebirge kamen, in dem sehr viele Fichten standen, bekam Juan gro\u00dfen Durst und sagte zu seinen Kameraden: \u00bbNun zeigt einmal, was ihr k\u00f6nnt. Zuerst du, Fichtenausrei\u00dfer. Rei\u00df alle B\u00e4ume aus! Darauf du, Gebirgeplattmacher! Dr\u00fccke die Gebirge platt. Und ich werde f\u00fcr uns alle einen Brunnen graben. \u00ab<br> So geschah es. Im Nu waren all die B\u00e4ume ausgerissen, und der andere hatte die Berge so platt gedr\u00fcckt wie die Innenfl\u00e4che einer Hand. jetzt griff Juan zu seiner schweren Keule, und mit einem Schlag teilte er das Erdreich. Auf diese Weise entstand ein sehr tiefer Brunnen.<br> Die drei M\u00e4nner blickten hinein, aber der Brunnen war so tief, dass sie nichts als Dunkelheit sahen.<br> \u00bbDa muss etwas geschehen! \u00bb rief Juan aus. \u00bbLassen wir ein Seil hinab. Der Fichtenausrei\u00dfer soll sich daran hinunterlassen. Wir geben ihm ein Gl\u00f6ckchen mit. Damit soll er l\u00e4uten, wenn er es dort unten nicht mehr aush\u00e4lt oder in. Gefahr ger\u00e4t. \u00ab<br> Zuerst stieg also der Fichtenausrei\u00dfer hinab. Er lie\u00df sich schnell wieder heraufziehen, denn dort unten war es scheu\u00dflich kalt. Als N\u00e4chster seilte sich der Gebirgeplattmacher ab. Als er heraufkam, behauptete er, ihm sei es dort unten einfach zu hei\u00df. Schlie\u00dflich glitt Juan selbst am Seil hinunter.<br> Er kam unten an drei T\u00fcren.<br> Als er eine davon \u00f6ffnete, erschien ein M\u00e4dchen. Juan fragte sie, wer sie sei und wie sie hierher gelangt sei.<br> Darauf antwortete sie: \u00bbIch bin eine Prinzessin, die von einem Riesen verzaubert wurde, als ich einen Apfel a\u00df, den ich in einem Garten des Palastes gepfl\u00fcckt hatte. Es war mir aber eigentlich verboten worden, diesen Garten auch nur zu betreten. Pl\u00f6tzlich \u00f6ffnete sich die Erde, und ich st\u00fcrzte in die Tiefe. Wie ich kannst auch du von hier nicht mehr fort. \u00ab<br> \u00bbDas wollen wir doch sehen\u00ab, erwiderte Juan.<br> Kaum hatte er das gesagt, als ein wildes Tier zur T\u00fcr hereinst\u00fcrmte und zornig auf ihn zu rannte. Juan hob seine Keule, und mit einem Schlag zerschmetterte er dem Biest den Sch\u00e4del. Da sprang eine zweite T\u00fcr auf, und es erschien eine Schlange. Auch sie t\u00f6tete Juan. Schlie\u00dflich \u00f6ffnete sich die dritte T\u00fcr, und hervor trat ein Riese, der br\u00fcllte: \u00bbIch rieche Menschenfleisch. Widerw\u00e4rtig. Wie konntest du es wagen, mein Haus zu betreten?\u00ab<br> Die beiden begannen zu k\u00e4mpfen, und Juan verabreichte dem Riesen eine solche Tracht Pr\u00fcgel, dass dieser zu Boden st\u00fcrzte.<br> Nun l\u00e4utete Juan das kleine Gl\u00f6ckchen, das auch er mitgenommen hatte, um den anderen damit ein Zeichen zu geben, sobald er heraufgezogen werden wollte. Zuerst wurde die Prinzessin hinaufgezogen. Aber als sie oben war, warfen der Fichtenausrei\u00dfer und der Gebirgeplattmacher den Strick nicht mehr hinab in den Schacht, sondern machten sich mit der Prinzessin davon.<br> Nachdem Juan lange vergebens das Gl\u00f6ckchen gel\u00e4utet hatte, wurde ihm klar, dass die beiden anderen ihn betrogen hatten.<br> Da erinnerte er sich, was der Zwerg ihm geraten hatte zu tun, wenn er sich jemals in einer aussichtslosen Lage befinde, und seine Lage hier war wirklich aussichtslos!<br> Er zog das Ohr aus der Tasche.<br> Sofort erschienen viele Zwerge, die alle anboten, ihm zu helfen. Sie holten ihn nicht nur aus dem Brunnenschacht, sie beschafften ihm auch neue Kleider und ein gutes Pferd, und auf dem ritt er zum K\u00f6nigsschloss.<br> Dort wollte der K\u00f6nig gerade die Prinzessin dem Fichtenausrei\u00dfer oder dem Gebirgeplattmacher zur Frau geben, denn beide behaupteten, sie h\u00e4tten das M\u00e4dchen befreit, und in gewisser Hinsicht war das nicht einmal gelogen.<br> Alle Welt wartete auf die Entscheidung, denn die Hochzeit sollte mit einem gro\u00dfen Fest gefeiert werden. Nur die Prinzessin war traurig.<br> Juan mischte sich unter die Leute, aber die Prinzessin erkannte ihn nicht, weil er die neuen Kleider trug, die ihm die Zwerge gegeben hatten.<br> Endlich trat er vor die Prinzessin hin und wies einen Ring vor, den sie ihm geschenkt hatte. Davon hatten der Fichtenausrei\u00dfer und der Gebirgeplattmacher nichts gewusst. Nun ging es ihnen an den Kragen. Sie wurden bestraft. Juan und die Prinzessin aber feierten Hochzeit und lebten gl\u00fccklich und a\u00dfen Rebh\u00fchner. Aber mir haben sie nichts davon abgegeben, weil sie selbst alles aufessen wollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,133],"tags":[],"class_list":["post-914","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=914"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/914\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2820,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/914\/revisions\/2820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}