{"id":91,"date":"2015-10-06T01:33:47","date_gmt":"2015-10-05T23:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=91"},"modified":"2026-01-17T04:01:43","modified_gmt":"2026-01-17T03:01:43","slug":"alles-kommt-ans-tageslicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/alles-kommt-ans-tageslicht\/","title":{"rendered":"Alles kommt ans Tageslicht"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Alles kommt ans Tageslicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00e4rchen aus der T\u00fcrkei<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher gingen einmal zwei Bauern nach Istanbul, um Geld zu verdienen. Dort arbeitete einer von ihnen sechs Monate lang und verdiente drei\u00dfig Pfund, aber der andere konnte gerade nur sein t\u00e4gliches Brot erwerben. Derjenige, der drei\u00dfig Pfund verdient hatte, sagte: \u00bbKomm, wir wollen in unser Dorf zur\u00fcckkehren.\u00ab Sie machten sich auf den Weg. Der andere fragte ihn: \u00bbMehmet, wieviel Geld hast du verdient?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDrei\u00dfig Pfund! Und wieviel hast du verdient?\u00ab<br>\n\u00bbGerade so viel, dass ich satt werden konnte.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDeshalb musst du mir nun die H\u00e4lfte deines Geldes geben, sonst werde ich dir den Hals abschneiden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wanderten drei Tage. Sobald Mehmet schlief, streckte Ali seine Hand nach dem Leibg\u00fcrtel Mehmets aus. Da erwachte Mehmet und rief: \u00bbWas ist denn los, Freund?\u00ab Dieser antwortete: \u00bbWenn du mir das Geld nicht gibst, schneide ich dir den Hals ab.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er gab das Geld nicht, da machte sich Ali daran, den Mehmet umzubringen. Mehmet rief: \u00bbBring mich nicht um! Sonst bringen es die Kletten an den Tag.\u00ab Der andere sprach: \u00bbIch werde dich umbringen, die sollen es meinetwegen verraten!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ali brachte Mehmet um, nahm das Geld und kam zum Dorf. Die Leute kamen und fragten nach Mehmet. \u00bbMehmet ist im Gebirge von Bolu geblieben. Mit M\u00fche habe ich mich gerettet und habe gesehen, wie er umgekommen ist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Monate sp\u00e4ter heiratete er nun Mehmets Frau und machte Hochzeit. Sie bekamen vier Kinder. Als sie eines Tages auf dem Berg ernteten, gab es einen Gewitterregen, und die Kletten kamen, vom Winde getrieben, zu Ali. Ali lachte. Aische fragte ihn: \u00bbWarum lachst du?\u00ab Ali erwiderte: \u00bbIch kann es nicht sagen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Aische fuhr fort: \u00bbWir haben vier Kinder. Warum kannst du es nicht sagen?\u00ab Als sie daraufhin meinte: \u00bbSollen wir uns denn voneinander trennen?\u00ab, entgegnete Ali: \u00bbDeinen Mann Mehmet habe ich im Gebirge von Bolu umgebracht. Er sagte mir damals, die Kletten w\u00fcrden es verraten. Dar\u00fcber habe ich gelacht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Frau das h\u00f6rte, lie\u00df sie die Kinder stehen, ging geradenwegs zum Gericht und sprach: \u00bbO gerechter Richter, hohes Gericht! Meinen ersten Mann Mehmet hat mein zweiter Mann Ali im Gebirge von Bolu umgebracht, das hat er mir mit eigenem Mund gestanden. Ali, der meinen jungen Mann<br>\num drei\u00dfig Pfund umgebracht hat, erntet jetzt gerade auf dem Feld.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Polizist geht hin und wirft ihn ins Gef\u00e4ngnis. Der arme Ali ging ins Gef\u00e4ngnis und sagte sich dabei: \u00bbWenn ich einmal von hier herauskomme, werde ich mein Geheimnis nie mehr meiner Frau verraten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Monat starb Ali im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen waren die Kinder herangewachsen. Als eines Tages das Kind Mehmets gefragt wurde, wie sein Vater hei\u00dfe, antwortete es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWir wollen unsere Mutter Fragen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Man rief die Mutter und fragte sie. Sie sprach: \u00bbMein Sohn, deinen Vater hat der Vater von Schakir umgebracht.\u00ab Der Junge rief: \u00bbIch werde dann Rache f\u00fcr meinen Vater nehmen.\u00ab Die Frau konnte das nicht verstehen, sagte aber: \u00bbSch\u00f6n, dann nimm Rache!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn von Ali t\u00f6tete Schakir mit einem Messerstich. Da begann die Mutter um beide zu weinen. Er fragte: \u00bbMutter, warum weinst du?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMein Lieber, ich weine deswegen, weil unser Geschlecht, wenn es so weitergeht, durch Menschenhand aussterben wird. Was sollen wir machen, mein Kind? Bei den T\u00fcrken darf Hass nicht zu Blut werden. Kommt, ich will euch vier Geschwister wieder vers\u00f6hnen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dann vers\u00f6hnte sie sie. Ihr Gro\u00dfvater gab zwei der Kinder zu einem Onkel, die bei den anderen zu dem anderen Onkel, und so verschwand der ganze Hass.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher gingen einmal zwei Bauern nach Istanbul, um Geld zu verdienen. 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