{"id":872,"date":"2016-11-09T15:45:46","date_gmt":"2016-11-09T14:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=872"},"modified":"2026-04-24T18:23:48","modified_gmt":"2026-04-24T16:23:48","slug":"st-martin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/st-martin\/","title":{"rendered":"St. Martin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\">St. Martin<\/p>\n\n\n\n<p>Martin teilt seinen Mantel<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin.jpg\" rel=\"lightbox[872]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"627\" src=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin-940x627.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2631\" srcset=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin-940x627.jpg 940w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin-620x414.jpg 620w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin-300x200.jpg 300w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin-768x512.jpg 768w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Sankt-Martin.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zur Zeit des heiligen Martin galt ein kaiserliches Edikt, wonach die S\u00f6hne von Berufssoldaten zum Kriegsdienst gezogen wurden. Dadurch wurde auch Martin, gegen seinen Willen, mit 15 Jahren zum Milit\u00e4rdienst eingezogen. Noch war Martin nicht getauft; aber in allem verhielt er sich nicht, wie sich sonst Soldaten verhielten: Er war g\u00fctig zu seinen Kameraden, wunderbar war seine N\u00e4chstenliebe. Seine Geduld und Bescheidenheit \u00fcberstiegen die der anderen bei weitem. Seine Kameraden verehrten ihn und hielten ihn schon damals mehr f\u00fcr einen M\u00f6nch als einen Soldaten. Denn, obwohl noch nicht getauft, zeigte er ein Verhalten wie ein Christ: Er stand den Kranken bei, unterst\u00fctzte die Armen, n\u00e4hrte Hungernde, kleidete Nackte. Von seinem Sold behielt nur das f\u00fcr sich, was er f\u00fcr das t\u00e4gliche Leben ben\u00f6tigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages, als Martin nichts au\u00dfer Waffen und dem einfachen Soldatenmantel bei sich trug, begegnete er mitten im Winter, der von so au\u00dfergew\u00f6hnlicher H\u00e4rte war, dass viele erfroren, am Stadttor von Amiens einem nackten Armen. Dieser flehte die Vorbeigehenden um Erbarmen an. Doch alle liefen an dem Elenden vor\u00fcber. Da erkannte Martin, von Gott erf\u00fcllt, dass der Arme, dem die anderen keine Barmherzigkeit schenkten, f\u00fcr ihn da sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was sollte er tun? Au\u00dfer seinem Soldatenmantel hatte er ja nichts. Also nahm er sein Schwert und teilte den Mantel mitten entzwei. Den einen Teil gab er dem Armen, in den anderen Teil h\u00fcllte er sich wieder selbst. Etliche der Umstehenden begannen zu lachen, denn Martin sah mit dem halben Mantel k\u00fcmmerlich aus. Viele jedoch, die mehr Einsicht hatten, bedauerten sehr, dass sie nicht selbst geholfen hatten, zumal sie viel wohlhabender als Martin waren und den Armen h\u00e4tten bekleiden k\u00f6nnen, ohne sich selbst eine Bl\u00f6\u00dfe zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>In der folgenden Nacht, als Martin in tiefem Schlafe lag, sah er Christus mit seinem halben Soldatenmantel bekleidet, den er dem Armen gegeben hatte. Ihm wurde befohlen, er solle sehr aufmerksam den Herrn und das Kleidungsst\u00fcck, das er verschenkt habe, ansehen. Dann h\u00f6rte Martin Jesus mit lauter Stimme zu der umstehenden Engelschar sprechen: &#8222;Martin, der noch Katechumene (= Taufbewerber) ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet&#8220;. Jesus Christus dachte dabei tats\u00e4chlich an seine eigenen Worte, die er einst gesprochen hatte: &#8222;Was immer ihr einem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan&#8220; (Mt 25, 40). So bekannte Jesus Christus, dass er in dem Armen von Martin bekleidet worden ist. Um den Wert eines so guten Werkes zu best\u00e4tigen, zeigte er sich in eben diesem Mantel. Dieses Traumgesicht verf\u00fchrte Martin aber keineswegs zu menschlicher Ruhmsucht. Er erkannte in seiner Tat vielmehr die G\u00fcte Gottes. Und als er 18 Jahre alt war, lie\u00df er sich taufen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin erweckt Tote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Martin getauft, aber noch nicht Bischof war, lebte er einige Zeit in einer von ihm bei Poitiers gegr\u00fcndeten Einsiedelei, um sich bei dem heiligen Hilarius von Poitiers zu vervollkommnen. In dieser Zeit schloss sich ihm eine Katechumene an, der sich in der Lebensweise Martins unterweisen lassen wollte. Schon nach wenigen Tagen wurde er jedoch schwer krank. Ihn plagte heftig schweres Fieber. Martin aber war gerade abwesend. Als er nach drei Tagen wiederkam, fand er den entseelten K\u00f6rper. Der Tod war so pl\u00f6tzlich gekommen, dass er ohne Taufe gestorben war. Die bek\u00fcmmerte Schar der Br\u00fcder umgab den aufgebahrten Leichnam. Unter Tr\u00e4nen und Seufzen kam Martin hinzu. Er f\u00fchlte sich innerlich vom Heiligen Geist erf\u00fcllt. Er wies die Br\u00fcder aus der Zelle, in der der Tote lag, verriegelte die T\u00fcr und legte sich \u00fcber den toten Leib des verstorbenen Bruders. Eine Zeitlang betete er und f\u00fchlte dann, dass der Geist ihm eine besondere Kraft des Herrn mitteilte. Dann richtete er sich ein wenig auf, blickte den Toten unverwandt an und wartete voll Zuversicht auf die Frucht seines Gebetes und der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum waren zwei Stunden vergangen, da sah er, wie der Tote nach und nach alle Glieder bewegte; die Augen \u00f6ffneten sich und begannen blinzeln zu sehen. Mit lauter Stimme wandte sich der Bruder an den Herrn. Seine starken Dankesworte erf\u00fcllten die ganze Zelle. Als die vor der Zelle Stehenden dies vernahmen, kamen sie schnell herein. Ihnen bot sich ein wunderbares Schauspiel: Sie sahen den leben, den sie tot verlassen hatten. Auf diese Weise dem Leben zur\u00fcckgegeben, empfing der Bruder sofort die Taufe. Er lebte noch viele Jahre und war der erste, der von Martins Wunderkraft Zeugnis geben konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Bruder erz\u00e4hlte davon, dass er nach seinem Sterben vor den Richterstuhl gef\u00fchrt worden sei. Dort habe er einen furchtbaren Urteilsspruch vernommen, der ihn an den Ort der Finsternis zu den Verdammten verwies. Pl\u00f6tzlich sei dem Richter von zwei Engeln bedeutet worden, das sei jener Mann, f\u00fcr den Martin bete. Da wurde den beiden Engeln aufgetragen, ihn dem f\u00fcrbittenden Martin wiederzuschenken und dem fr\u00fcheren Leben zur\u00fcckzugeben. Von da an war Martin nicht nur als Heiliger, sondern als Wundert\u00e4ter ber\u00fchmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht sehr viel sp\u00e4ter kam Martin an dem Landgut eines Lupizinus vor\u00fcber, eines angesehen Mannes. Martin vernahm das laute Schreien und Klagen einer trauernden Menge. Er n\u00e4herte sich und fragte nach dem Anlass des Klagens. Man erkl\u00e4rte ihm, einer der Knechte habe sein Leben mit dem Strick beendet. Nach dieser Auskunft ging er in die Kammer, in der der Tote lag, und schickte die Leute hinaus. Er legte sich \u00fcber die Leiche und betete. Bald nahm das Gesicht des Toten wieder Farbe an. Er richtete die noch m\u00fcden Augen auf Martins Gesicht und versuchte sich langsam aufzurichten. Dann fasste er die Rechte Martins und stellte sich auf die F\u00fc\u00dfe. Er ging mit Martin bis zur Eingangshalle des Hauses, wo ihn alle Leute sahen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin wird Bischof von Tours<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In jener Zeit (etwa 371\/372) berief man Martin auf den Bischofsstuhl von Tours. Martin aber wollte sich seinem Kloster nicht entrei\u00dfen lassen. Da warf sich ein B\u00fcrger mit dem Namen Rusticus Martin zu F\u00fc\u00dfen und gab vor, seine Frau sei krank und Martin m\u00fcsse mitkommen, denn nur er k\u00f6nne ihr das Leben erhalten. Damit wollte Rusticus erreichen, dass der Heilige mitkomme.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrger von Tours hatten sich schon entlang des Weges aufgestellt und wie unter Bewachung geleiteten sie Martin in die Stadt. Wunderbarerweise hatte sich nicht nur eine unglaubliche Menge aus der Stadt, sondern auch aus den Nachbarst\u00e4dten zur Bischofswahl eingefunden. Alle hatten nur einen Wunsch, eine Stimme und eine Meinung: Martin sei der w\u00fcrdigste f\u00fcr das Bischofsamt, mit einem solchen Bischof sei die Kirche wirklich gl\u00fccklich zu sch\u00e4tzen. Allerdings widersprachen dem gewissenlos eine kleine Zahl der Leute und etliche unter den Bisch\u00f6fen, die zur Einsetzung des Bischofs herbeigerufen worden waren. Sie behaupteten, Martin sei ein verachtenswerter Mensch: Einer von so k\u00fcmmerlichem Aussehen, mit schmutzigem Kleid und ungepflegten Haaren sei unw\u00fcrdig, Bischof zu werden. Das Volk aber war kl\u00fcgeren Sinnes und hielt diese Meinung f\u00fcr l\u00e4cherliche Torheit. Jene wollten einen ber\u00fchmten Mann verachten, verk\u00fcndeten doch dabei sein Lob. Die Wahlversammlung konnte nichts anderes tun, als was das \u00fcberwiegende Volk mit Gottes Willen forderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Martin &#8211; so erz\u00e4hlt eine j\u00fcngere Legende &#8211; hatte sich w\u00e4hrend der Diskussionen entfernt und suchte sich vor der Menge zu verbergen, um der Bischofsernennung zu entgehen. Da er keinen geeigneteren Ort fand, suchte er schlie\u00dflich in einem G\u00e4nsestall Zuflucht. Als die Menge ihn suchte, fand sie ihn in diesem G\u00e4nsestall, weil die G\u00e4nse durch lautes Geschrei auf den heiligen Mann aufmerksam machten. So hat also Martin das Bischofsamt \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Die Legende von der abergl\u00e4ubischen Verehrung eines falschen Heiligen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Bischof wohnte Martin zun\u00e4chst in einer M\u00f6nchszelle, die an die Bischofskirche in Tours angebaut worden war. Wegen der Unruhe durch die vielen Besucher erbaute er sich aber bald etwa zwei Meilen au\u00dferhalb der Stadt ein Kloster f\u00fcr sich. Nahe bei diesem Kloster lag ein Ort, den die irrige Volksmeinung f\u00fcr heilig hielt, weil dort M\u00e4rtyrer bestattet seien. Es stand sogar ein Altar an diesem Ort, der von einem fr\u00fcheren Bischof aufgestellt worden sein soll. Martin aber wollte nicht einer unbewiesenen Behauptung Glauben schenken. Er forschte deshalb bei den \u00e4ltesten Priestern \u00fcber den Namen des M\u00e4rtyrers und den Zeitpunkt seines Martyriums. Martin hatte n\u00e4mlich Bedenken, da die \u00dcberlieferung nichts Sicheres dar\u00fcber aussagte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Zeitlang mied er die St\u00e4tte deshalb. Auf der einen Seite trat er so einer Fr\u00f6mmigkeit nicht entgegen, weil er nichts Sicheres wusste. Auf der anderen Seite stimmte er mit seinem Ansehen nicht der allgemeinen Meinung zu, um den Aberglauben nicht noch weiter zu verbreiten. Eines Tages aber nahm er einige Br\u00fcder mit sich und zog dorthin. Er stellte sich vor dem Grab auf und flehte zum Herrn, ihm zu offenbaren, wer dort begraben sei und welche Verdienste er bes\u00e4\u00dfe. Da wandte Martin sich nach links und sah neben sich einen schmutzigen, grimmigen Schatten stehen. Er befahl ihm, seien Namen und sein Verdienst zu nennen. Dieser gab seinen Namen an und gestand sein Verbrechen: Er sei ein R\u00e4uber gewesen und wegen seiner Verbrechen hingerichtet worden; er werde aufgrund eines Irrtums der Bev\u00f6lkerung verehrt. Er habe mit den M\u00e4rtyrern nichts zu tun. Diese hielten sich in der Herrlichkeit auf, er aber am Strafort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umstehenden aber h\u00f6rten nur die Stimme, sahen aber niemanden. Da erkl\u00e4rte ihnen Martin, was er gesehen habe. Er trug ihnen auf, den Altar von seinem bisherigen Platz zu entfernen. Die Bev\u00f6lkerung befreite er aber auf diese Weise von ihrem Irrglauben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin f\u00e4llt einen angeblich heiligen Baum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Martin einmal in einer Siedlung einen alten Heidentempel zerst\u00f6rte und eine benachbarte Kiefer umhauen wollte, kamen die Heiden und wollten ihn daran hindern. Durch Gottes Willen hatten sie sich still verhalten, als der Tempel eingerissen wurde. Sie wollten aber nicht dulden, dass der Baum gef\u00e4llt werde. Mit gro\u00dfem Eifer versuchte ihnen Martin zu erkl\u00e4ren, dass in einem Baum nichts Heiliges sein k\u00f6nne. Sie sollten doch lieber dem Gott folgen, dem er selber diene. Weil der Baum einem D\u00e4mon geweiht sei, m\u00fcsse er umgehauen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Da trat ein besonders Verwegener vor und sprach: &#8222;Wenn du Vertrauen zu dem Gott hast, den du zu verehren vorgibst, dann wollen wir selbst den Baum f\u00e4llen. Du aber sollst ihn in seinem Fall aufhalten. Wenn dann dein Gott wirklich mit dir ist, wirst du dem Urteil entkommen.&#8220; Martin zweifelte nicht an Gott und war bereit, auf den Vorschlag einzugehen. Alle Heiden stimmten dieser Abmachung zu. Ihren Baum w\u00fcrden sie gerne f\u00e4llen, wenn sie durch den fallenden Baum zugleich den Feind ihrer Heiligt\u00fcmer erledigen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kiefer stand nach einer Seite geneigt. Es bestand gar kein Zweifel, nach welcher Seite sie fallen w\u00fcrde. Ausgelassen und voll Freude machten sich die Heiden daran, ihre Kiefer zu f\u00e4llen. Dabei stand eine gro\u00dfe Schar Schaulustiger. Da begann sich die Kiefer zu neigen und drohte zu st\u00fcrzen. Ziemlich entfernt standen zitternd die M\u00f6nche. Sie waren wegen der drohenden Gefahr entsetzt und hatten alle Hoffnung aufgegeben. Sie erwarteten nur noch Martins Tod. Doch der vertraute auf den Herrn und wartete ohne Angst. Schon \u00e4chzte die Kiefer im Fallen, schon neigte sie sich, schon st\u00fcrzte sie auf ihn: Da streckte Martin seine Hand gegen sie aus und zeichnete das Zeichen des Heils gegen sie. Dann, wie wenn ein Wirbelwind den Baum umgedreht h\u00e4tte, fiel er nach der entgegengesetzten Seite. Fast h\u00e4tte er das wilde Volk, das sich dort sicher f\u00fchlte, erschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun erhob sich ein Geschrei zum Himmel. Die Heiden staunten \u00fcber das Wunder. Die M\u00f6nche weinten vor Freude. Von allen gemeinsam wurde der Name Christi gepriesen. Ganz sicher ist an diesem Tag auch in diese Gegend das Heil gekommen. Fast keinen in der gro\u00dfen Heidenschar gab es, der nicht um die Handauflegung bat, den heidnischen Irrtum aufgab und an den Herrn Jesus glaubte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin heilt Kranke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Martin besa\u00df die Gabe der Krankenheilung in einem solchen Ausma\u00df, dass kaum ein Kranker zu ihm kam, der nicht augenblicklich die Gesundheit wiedergefunden h\u00e4tte. Die antiken lateinischen Lebensbeschreibungen des Heiligen enthalten dazu viele Erz\u00e4hlungen. 385 oder 386 hielt sich Martin in Trier auf. Dort litt ein M\u00e4dchen an sehr schwerer L\u00e4hmung. Ihr K\u00f6rper versagte schon seit langer Zeit jeglichen Dienst. Eigentlich war schon der ganze Leib des M\u00e4dchens tot; es war nur noch ein schwacher Lebenshauch in ihr. Schon standen die Verwandten voll Trauer bei der Sterbenden und warteten auf das Begr\u00e4bnis. Pl\u00f6tzlich ging wie ein Lauffeuer durch die Stadt die Botschaft, Bischof Martin sei gekommen. Als der Vater des M\u00e4dchens davon h\u00f6rte, lief er atemlos, um f\u00fcr seine Tochter zu bitten. Doch Martin hatte gerade die Kirche betreten. Vor allen Anwesenden und den versammelten Bisch\u00f6fen umschlang der Greis weinend Martins Knie und sagte: &#8222;Meine Tochter stirbt an einer schrecklichen Krankheit. Aber noch viel grausamer als der Tod selber ist, dass sie schon jetzt nur noch im Geist lebt, weil ihr Fleisch schon fast tot ist. Ich bitte dich darum, dass du zu ihr gehst und sie segnest. Ich vertraue darauf, dass ihr durch dich die Gesundheit zur\u00fcckgeschenkt werden kann&#8220;. Martin war durch diese Rede verwirrt und entsetzt und versuchte zu fliehen. Er sagte, solches gehe \u00fcber seine Kraft. Der alte Mann habe eine v\u00f6llig falsche Meinung \u00fcber ihn. Es sei absolut unw\u00fcrdig, dass Gott durch ihn Zeichen seiner Wundermacht wirke. Aber der Vater lie\u00df sich nicht abweisen, weinte heftig und flehte, die Sterbende doch aufzusuchen. Schlie\u00dflich dr\u00e4ngten auch die anwesenden Bisch\u00f6fe Martin, zu der Tochter des Bittstellers zu gehen. Da ging er endlich zu dem Haus des M\u00e4dchens.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor der T\u00fcr stand eine gro\u00dfe Menge und wartete, was Martin tun werde. Zuerst warf sich Martin auf den Boden und betete. In solchen F\u00e4llen waren dies seine gew\u00f6hnlichen Waffen. Dann schaute er die Kranke an und lie\u00df sich \u00d6l geben, segnete es und goss den wunderkr\u00e4ftigen heiligen Trank in den Mund des M\u00e4dchens. Diese erhielt sofort wieder ihre Stimme zur\u00fcck. Nach der Ber\u00fchrung durch Martin belebten sich auch die einzelnen Glieder wieder, bis sie schlie\u00dflich auf festen F\u00fc\u00dfen vor das Volk treten konnte, das die Heilung bezeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Paris geschah es, als Martin mit zahlreichen Begleitern durch das Stadttor zog, dass er einen Auss\u00e4tzigen mit schrecklich entstelltem Gesicht, das Schrecken einjagte, k\u00fcsste und segnete. Auf der Stelle war jener von aller Unreinheit befreit. Am anderen Tag kam jener mit gl\u00e4nzend wei\u00dfer Hautfarbe zur Kirche, um f\u00fcr die wiedererhaltene Gesundheit zu danken.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin und der Kaiser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Trier residierte zu Lebzeiten des heiligen Martin Kaiser Maximus, der 383 von seinen Truppen in Britannien zum Kaiser erhoben worden war und von Trier aus das r\u00f6mische Westreich bis zu seinem sp\u00e4teren Sturz 388 regierte. W\u00e4hrend andere Bisch\u00f6fe durch Schmeichelei bei Hofe ihre Ziele verfolgten, vermied Martin ein Zusammentreffen mit dem Usurpator. Martin wollte nicht am Tisch dessen sitzen, der einen Kaiser um sein Reich und einen anderen um sein Leben gebracht habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Als aber aus den verschiedenen Teilen der Welt Bisch\u00f6fe zum Kaiser gekommen waren, um durch \u00fcble Kriecherei die Verurteilung des der Ketzerei angeklagten Spaniers Priscillian zu erreichen, weil sich diese Bisch\u00f6fe nicht scheuten, ihre bisch\u00f6fliche W\u00fcrde geringer zu sch\u00e4tzen als die kaiserliche Gunst, \u00fcberwand Martin seine Bedenken gegen den Kaiser und folgte einer Einladung zu einem kaiserlichen Mahl. Wie bei einem Festtag kamen die h\u00f6chsten und angesehensten M\u00e4nner zusammen. Mitten unter ihnen sa\u00df der Priester, der Martin begleitete, w\u00e4hrend Martin selbst neben dem Kaiser sa\u00df. Etwa nach den halben Mahle reichte ein Diener dem Herrscher die Trinkschale, so wie es \u00fcblich war. Doch dieser befahl, die Trinkschale erst Bischof Martin zu reichen. Er erhoffte sich dadurch, die Trinkschale aus der Hand Martins zu erhalten. Als Martin getrunken hatte, gab er aber die Schale an seinen priesterlichen Mitbruder weiter. Der Bischof meinte n\u00e4mlich, niemand sei w\u00fcrdiger als erster nach ihm zu trinken; es sei Unrecht, den Herrscher oder einen aus seiner Umgebung dem Priester vorzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kaiser und alle Anwesenden wunderten sich dar\u00fcber so sehr, dass ihnen die Zur\u00fccksetzung sogar gefiel. Im ganzen Palast wurde Martin ger\u00fchmt, weil er am Tisch des Kaisers getan hatte, was am Tisch niederer Beamter kein Bischof zu tun gewagt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Martin und die Martinsfischer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages sah der heilige Martin einen h\u00e4sslichen, schmutzigschwarzen Vogel, der fischte. Er rief ihn an und der Vogel kam sogleich herbeigeflogen. &#8222;Bravo&#8220;, sagte der Heilige, &#8222;du sollst f\u00fcr deinen Gehorsam belohnt werden!&#8220; Dann verwandelte er ihn in einen der sch\u00f6nsten V\u00f6gel, mit azurblauem Mantel und purpurrotem Kehlchen. &#8222;Ich will dir sogar meinen Namen geben&#8220;, f\u00fcgte Martin hinzu. &#8222;Du sollst Martinsfischer hei\u00dfen und darfst in allen B\u00e4chen und Fl\u00fcssen Fische fangen&#8220;. Seit jenen Tagen fischt der Eisvogel \u00fcberall ungehindert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Das Gleichnis vom frisch geschorenen Schaf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einmal fiel der Blick des heiligen Martin auf ein frisch geschorenes Schaf. Da sagte er: &#8222;Dieses Tier hat die Vorschrift des Evangeliums erf\u00fcllt. Zwei Kleider hat das Schaf; eines schenkte es dem, der keines hatte. So sollt auch ihr handeln.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Der grausame Richter und der Diener Gottes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Claudius Avitianus war beauftragt, Gallien zu inspizieren und hatte zu diesem Zweck au\u00dferordentliche richterliche Vollmachten erhalten. Seine Grausamkeit, sein ma\u00dfloser Zorn versetzten die Bewohner der Provinz in Furcht und Schrecken. Als er in die Stadt der Turonen einzog, folgten ihm zahlreiche Gefangene, die mit Ketten gefesselt waren und sehr elend aussahen. Avitianus lie\u00df f\u00fcr die Gefangenen Marterwerkzeuge bereitstellen. Er setzte die Bestrafung auf den folgenden Tag fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon h\u00f6rte Martinus, der noch in der gleichen Nacht zum Palst des Richters eilte. Dort schlief schon alles; die Tore waren fest verriegelt. Martinus warf sich vor der Schwelle nieder, mit dem Gesicht zur Erde. W\u00e4hrend er betete, weckte ein Engel den Richter und sagte zu ihm: &#8222;Wie kannst du schlafen, wenn ein Diener Gottes vor deiner Schwelle liegt?&#8220; Verwirrt sprang Avitianus aus dem Bett, rief seine Diener und erkl\u00e4rte ihnen zitternd, Martinus warte vor der T\u00fcr, sie sollten ihn hereinbitten. Aber die Diener lachten \u00fcber ihren Herrn und glaubten, er sich durch einen Traum t\u00e4uschen lassen. Deshalb sahen sie nur fl\u00fcchtig nach. &#8222;Es ist niemand da&#8220;, sagten sie zu Avitianus. &#8222;In einer kalten und unfreundlichen Nacht wie dieser h\u00e4lt sich kein Mensch drau\u00dfen auf.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Richter war beruhigt und fiel wieder in den Schlaf. Aber bald wurde er noch heftiger geweckt. Er wollte seine Diener ein zweites Mal hinausschicken. Als sie z\u00f6gerten, ging er selbst bis zum \u00e4u\u00dfersten Tor, wo er Martinus traf. &#8222;Herr, warum hast du mir das angetan?&#8220; fragte er. &#8222;Ich kann keine Ruhe mehr finden. Geh rasch fort, denn ich habe genug geb\u00fc\u00dft.&#8220; Weil der Heilige noch immer wartete, f\u00fcgte er hinzu: &#8222;Ich wei\u00df, was du verlangst, und werde alles nach deinem Wunsch erf\u00fcllen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen rief Avitianus seine Schergen. Er befahl, den Gefangenen die Ketten abzunehmen. Dann verlie\u00df er die Stadt, in der Freude und Jubel herrschten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Die Heiligen Severin und Ambrosius erleben den Tod des Martin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sankt Severinus, Erzbischof von K\u00f6ln, umging des Sonntags nach der Fr\u00fchmette die heiligen St\u00e4tten wie seine Gewohnheit war. Da h\u00f6rte er um dieselbe Stunde, als der heilige Martin verschieden war, die Engel im Himmel singen. Er rief seinen Archidiakon und fragte ihn, ob er etwas h\u00f6re. Der Sprach, er h\u00f6re nichts. Da mahnte ihn der Erzbischof, er solle mit Flei\u00df h\u00f6ren; also streckte jener den Hals in die H\u00f6he, reckte die Ohren und stand auf den Fu\u00dfspitzen, auf seinen Stab gest\u00fctzt. Und weil der Erzbischof f\u00fcr ihn betete, sprach er, dass er etliche Stimmen im Himmel h\u00f6re. Da sprach der Bischof: &#8222;Mein Herr Martinus ist von dieser Welt geschieden, und die Engel tragen seine Seele gen Himmel.&#8220; Es waren auch Teufel da, die wollten ihn zur\u00fcckhalten, aber da sie nichts an ihm fanden, was ihnen zugeh\u00f6rte, mussten sie besch\u00e4mt weichen. Der Archidiakon aber merkte sich Tag und Stunde und erfuhr sp\u00e4ter, dass Martinus um diese Zeit gestorben war.<\/p>\n\n\n\n<p>Am selben Tag geschah es auch, dass Sankt Ambrosius, Bischof von Mailand, als er die Messe las, \u00fcber dem Altar zwischen den Propheten und der Epistel einschlief. Da wagte ihn niemand zu wecken, und der Subdiakon traute sich ohne seine Gebot nicht die Epistel zu lesen. Als aber zwei oder drei Stunden vergangen waren, weckten sie ihn doch und sprachen: &#8222;Schon ist die Stunde vor\u00fcber und das Volk ist m\u00fcde und wartet. So m\u00f6ge unser Herr gebieten, dass der Kleriker die Epistel lese.&#8220; Da antwortete Ambrosius: &#8222;Lasst euch nicht betr\u00fcben, aber wisset, mein Bruder Martinus ist gestorben, und ich bin bei seinem Begr\u00e4bnis gewesen und habe es mit Feier begangen. Weil ihr mich geweckt habt, konnte ich die letzte Respons nicht vollbringen.&#8220; Da merkten sie sich den Tag und die Stunde, und fanden, dass Sankt Martin um diese Zeit in den Himmel gefahren sei.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Der Blinde und der Lahme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Zeit der Beisetzung des heiligen Martin gab es zwei Gesellen, der eine blind, der andere lahm. Der Blinde trug den Lahmen auf dem R\u00fccken, und der Lahme wies dem Blinden den Weg. Sie bettelten miteinander und verdienten gro\u00dfes Gut. Da h\u00f6rten sie erz\u00e4hlen, dass bei Sankt Martins Leichnam viele Kranke gesund geworden seien. Und weil sein Leib am Tag seiner \u00dcberf\u00fchrung in Prozession um die Kirche getragen wurde, waren sie bange, der Leib w\u00fcrde bei dem Haus vor\u00fcbergetragen werden, in dem sie wohnten und sie w\u00fcrden pl\u00f6tzlich geheilt werden. Sie aber wollten nicht geheilt werden, damit sie nicht die Ursache ihres gewinnbringenden Einkommens verloren. Darum flohen sie aus der Stra\u00dfe und gingen in eine andere Gasse, durch den der Leichnam, wie sie glaubten, nicht getragen w\u00fcrde. Aber als sie flohen, begegneten sie dem Leichenzug unversehens. Und weil Gott den Menschen manche Wohltat wider ihren Willen tut, wurden sie beide gegen ihren Willen gesund und waren doch dar\u00fcber betr\u00fcbt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St. Martin Martin teilt seinen Mantel<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6067,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-872","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weihnachten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=872"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2632,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/872\/revisions\/2632"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}