{"id":787,"date":"2016-02-23T01:15:09","date_gmt":"2016-02-23T00:15:09","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=787"},"modified":"2025-12-28T21:32:14","modified_gmt":"2025-12-28T20:32:14","slug":"schwanensee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/schwanensee\/","title":{"rendered":"Schwanensee"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Version Kamil Bedn\u00e1r<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">In einem fernen K\u00f6nigreich sprach die K\u00f6nigin am Vorabend seines achtzehnten Geburtstages zu ihrem Sohne: &#8222;Du bist nun schon alt genug, mein Sohn, um dir eine Braut zu suchen, die eines Tages an deiner Seite auf dem Throne sitzen wird.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Doch der Prinz dachte noch gar nicht ans Heiraten. &#8222;Damit qu\u00e4le mich nicht, Mutter&#8220;, sagte er und sah zum Fenster hinaus, wie sich die B\u00e4ume im Winde bogen. &#8222;Du musst heiraten, mein Sohn&#8220;, drang die Mutter in ihn. &#8222;Was w\u00fcrden die Untertanen zu einem K\u00f6nig ohne K\u00f6nigin sagen?&#8220; Der Prinz stie\u00df einen Seufzer aus. &#8222;Was soll ich also tun, Mutter?&#8220; fragte er. &#8222;Ich werde es selbst einrichten&#8220;, sagte die K\u00f6nigin. &#8222;Aber du musst mir folgen.&#8220; Der Prinz seufzte ein zweites Mal. &#8222;Nun, wenn du meinst, Mutter, so werde ich dir folgen. Aber heute m\u00f6chte ich noch gern auf die Jagd gehen.&#8220; &#8222;Genie\u00dfe die Freuden deiner Jugend&#8220;, l\u00e4chelte die K\u00f6nigin, &#8222;vergiss aber nicht, dass ich morgen ein gro\u00dfes Fest veranstalte, zu dem ich die sch\u00f6nsten M\u00e4dchen aus allen guten Familien, die es nur im Lande gibt, einladen werde. Und unter ihnen wirst du dir dann eine Braut aussuchen.&#8220; &#8222;Du kannst sie mir selbst aussuchen&#8220;, rief der Prinz aus, froh, dass das Gespr\u00e4ch schon endete. &#8222;Mir ist der Wind am liebsten und die weite Landschaft und Pferde und der Bogen und die W\u00e4lder.&#8220; Und schon sah ihn die K\u00f6nigin nicht mehr. Mit seinem liebsten Gef\u00e4hrten Benno und einigen M\u00e4nnern aus seinem Gefolge war er bereits zur Jagd gest\u00fcrmt. Den ganzen Tag sa\u00dfen sie im Sattel, doch der Prinz hatte heute keine Freude am Weidwerk. Er jagte nur im wilden Ritt durch die Gegend. Etwas bedr\u00fcckte ihn, aber er wusste nicht, was es war. Als der Prinz und seine Gef\u00e4hrten gegen Abend endlich m\u00fcde und abgespannt zur\u00fcckritten, gelangten sie pl\u00f6tzlich in die N\u00e4he des Steinernen Haines. Es war ein Wald, \u00fcber den so unheimliche Geschichten erz\u00e4hlt wurden, dass sich kaum jemand hineinwagte. Beim Anblick des Waldes \u00fcberkam einen wirklich das Grauen. Selbst die Pferde stutzten vor dem d\u00fcsteren Wald der Eichen, die wie aus Stein gemei\u00dfelt schienen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Sieh nur, Benno!&#8220; rief der Prinz pl\u00f6tzlich seinem Gef\u00e4hrten zu und zeigte hinauf zum d\u00e4mmernden Himmel. &#8222;Schw\u00e4ne, und was soll sein?&#8220; fragte Benno mit leichtem Achselzucken. &#8222;Aber der dort vorn, siehst du nicht?&#8220; rief der Prinz. &#8222;Bist du denn blind, Benno? Eine goldene Krone hat er auf dem Kopf! Das haben Schw\u00e4ne doch nicht!&#8220; &#8222;Wirklich&#8220;, nickte Benno. Merkw\u00fcrdige Schw\u00e4ne waren es, und am merkw\u00fcrdigsten war jener, der an der Spitze der ganzen Schar flog. Sie glichen einer wei\u00dfen Wolke, die eilig am Himmel zieht. &#8222;Den muss ich bekommen!&#8220; rief der Prinz aus. &#8222;Eine Schwanenk\u00f6nigin sieht man nur einmal im Leben. Und manch einer sieht sie \u00fcberhaupt nie!&#8220; Eine ungewisse Sehnsucht erf\u00fcllte sein Herz. Er spannte den Bogen. Doch er war nicht schnell genug. Die Schar war schon in den Tiefen des Waldes niedergegangen. Sie sprangen aus dem Sattel und liefen in den Wald. Dort umfing sie eine schaudererregende Stille. Die m\u00e4chtigen Eichen glichen Felsen. Und das Moos war wie ein dicker Teppich. Sie bahnten sich einen \\Weg durch das Unterholz, sie wussten selbst nicht, wohin. Pl\u00f6tzlich zeigte Benno nach vorn: &#8222;Ein See!&#8220; Im D\u00e4mmerlicht gl\u00e4nzte zwischen den B\u00e4umen ein Silberspiegel. Sie bogen die letzten \u00c4ste des Dickichts auseinander, und standen \u00fcberrascht am Ufer. Auf dem See schwamm eine Schar wei\u00dfer Schw\u00e4ne mit schlanken, langen H\u00e4lsen, und an ihrer Spitze glitt der sch\u00f6nste, schlohwei\u00dfeste und zugleich der traurigste von ihnen erhaben \u00fcber den Wasserspiegel, der Schwan mit der goldenen Krone auf dem Kopf. Der Prinz spannte den Bogen. Aber dann lie\u00df er ihn wieder sinken. &#8222;Ich kann nicht schie\u00dfen&#8220;, st\u00f6hnte er auf. &#8222;Es ist mir, als sollte ich ein menschliches Wesen t\u00f6ten. Benno, das ist kein Schwan, das ist ein sch\u00f6nes M\u00e4dchen, das ist die Prinzessin, die ich suche, meine Braut!&#8220; &#8222;Bist du von Sinnen, Prinz?&#8220; schalt ihn Benno. &#8222;Du warst noch ganz au\u00dfer dir vor Freude bei dem wilden Ritt, und jetzt auf einmal solche Reden! Oder hat dich etwas behext? Man sagt ja, der Steinerne Hain sei von Zauber umwoben.&#8220; &#8222;Die Schwanenk\u00f6nigin hat mich bezaubert&#8220;, fl\u00fcsterte der Prinz, und in seinen Augen schimmerte der Widerschein des Sees mit der wei\u00dfen Schwanenschar.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Sieh doch, wie sch\u00f6n sie ist! Wie ein schneewei\u00dfes, zart gebl\u00e4htes Segel! Wie die unruhigen N\u00e4chte, in deren Dunkelheit ich aufwachte und etwas Unaussprechliches mich zum n\u00e4chtlichen Fenster trieb, den Mond zu betrachten, wie er durch die Wolken zog. Siehst du? Jetzt r\u00fcsten sie zum Abflug. Sie fliegen mir davon!&#8220; Wirklich, im D\u00e4mmer des Sees, dessen Blau die hereinbrechende Nacht nun merklich schnell tr\u00fcbte, breiteten die Schw\u00e4ne ihre Fl\u00fcgel aus und streckten den Hals nach vorn. Je dunkler es wurde, um so wei\u00dfer schienen sie. Und am wei\u00dfesten war der Schwan, auf dessen Kopf in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne die goldene Krone glitzerte. Die Schwanenk\u00f6nigin schwang sich in die L\u00fcfte wie ein wei\u00dfer Hauch, und dem Prinzen stockte der Atem. &#8222;Sie fliegt zu uns, Benno!&#8220; rief er pl\u00f6tzlich aus. &#8222;Sie hat uns bemerkt!&#8220; Die Schwanenk\u00f6nigin flog direkt auf sie zu. Doch unmittelbar in ihrer N\u00e4he \u00e4nderte sie die Flugrichtung, beschrieb einen Kreis und schwang sich hoch hinauf \u00fcber den See. Und ihre Gef\u00e4hrtinnen folgten ihr, als z\u00f6ge sie an einer unsichtbaren Schnur hinter sich her. &#8222;Ich laufe ihr nach, ich darf sie nicht verlieren!&#8220; rief der Prinz, und Benno bem\u00fchte sich vergebens, ihn zur\u00fcckzuhalten. Ehe sich&#8217;s die \u00fcbrigen versahen, war der Prinz im Schatten des Waldes verschwunden. &#8222;Was nun. wandte sich Benno ratlos an seine Gef\u00e4hrten, als er sah, dass er den Prinzen nicht mehr einholen konnte. &#8222;Wir werden ihn suchen&#8220;, sagte ein alter, erfahrener Sch\u00fctze. &#8222;Vielleicht finden wir ihn dort, wo der Wald ein Ende nimmt.&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;In einen Schwan hat er sich verliebt&#8220;, l\u00e4chelte der alte Sch\u00fctze. &#8222;In eine Schwanenk\u00f6nigin! Wer hat so etwas je geh\u00f6rt? Die Schwanenk\u00f6nigin ist sch\u00f6n und anmutig, doch sie liebt niemanden. Sie hat kalte Augen und liebt nur das k\u00fchle Wasser. Und niemals k\u00f6nnte sie dem Prinzen einen Thronfolger geben.&#8220; &#8222;Sofern sie ein echter Schwan ist&#8220;, erg\u00e4nzte Benno. Und schon bahnten sie sich einen Weg durch das Geh\u00f6lz in der Richtung, in der sie den Prinzen vermuteten. Nur der Mond leuchtete ihnen auf den Weg. Silberhell stand der Mond am Himmel und es war, als eilte der Prinz ihm zu. Doch der war sich dessen kaum bewusst, dass der Mond schien. Er lief st\u00e4ndig in der Richtung, in der die Schw\u00e4ne davongeflogen waren. Nur m\u00fchsam konnte er das Dickicht durchdringen, doch schon h\u00f6rte das Gestr\u00e4uch auf und zwischen den dicken St\u00e4mmen der Eichen kam er nun schon schneller vorw\u00e4rts. Mit einemmal teilte sich der Wald, und der Prinz sah sich auf einer ausgedehnten Lichtung. Im blassen Lieht des Mondes waren die schattenhaften Umrisse einer Burgruine zu erkennen &#8211; der Steinernen Burg, die einst ausgebrannt war und die niemals wieder neu aufgebaut wurde. Der Prinz rang nach Atem. Ermattet setzte er sich auf einen Steinblock, um auszuruhen. &#8222;Wie finde ich sie nur in dieser Wildnis , wenn ich nicht wei\u00df, wo sie sich verbirgt?&#8220; dachte er voller Bangen. Ratlos sah er zum Mond hinauf, doch der starrte ihn nur an mit reglosem, kaltem Blick. Er wandte das Gesicht ab und blickte zu den Eichen hin, die einer schweigenden Schar von Dienern glichen, die auf einen Befehl warteten. Da schien ihm, als s\u00e4he er zwischen den St\u00e4mmen den Mond aufs neue. Doch der Mond war es nicht, und es war auch nicht der Schwan, es war eine Fee. In nichts unterschied sie sich von einem menschlichen Wesen. Ein wundersch\u00f6nes, blasses M\u00e4dchen, mit goldenem, bis auf die Schulter fallendem Haar und himmelblauen Augen. Sie trug ein wei\u00dfes Gewand, das nur ihre nackten F\u00fc\u00dfe freilie\u00df. Er sprach sie an. Und er war \u00fcberrascht, dass die Fee ihm antwortete. Und noch mehr verwunderte es ihn, dass sie mit ihm sprach, als h\u00e4tten sie sich schon l\u00e4ngst gekannt, als w\u00e4ren sie Spielgef\u00e4hrten ihrer Kindheit. &#8222;Ich war so wie andere M\u00e4dchen , mein Prinz&#8220;, erz\u00e4hlte sie, &#8222;doch der Herr dieses verwunschenen Waldes hat mich aus Rache in einen Schwan verwandelt. Und mit mir auch alle M\u00e4dchen aus meinem Gefolge.&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&nbsp;&#8222;Der Steinerne Hain hat einen Herrn?&#8220; &#8222;Den Rotbart&#8220;, bejahte sie, &#8222;oh, wenn du w\u00fcsstest, wie b\u00f6se und grausam er ist. &#8222;Du bist also kein Schwan?&#8220; freute sich der Prinz. &#8222;Aber wie kommt es, dass ich dich in deiner wahren Gestalt sehe?&#8220; &#8222;Wir d\u00fcrfen uns jede Nacht in Menschenkinder verwandeln. Aber dann sind wir doppelt ungl\u00fccklich, wenn uns wieder der wei\u00dfe Zauber umf\u00e4ngt. Unsere H\u00e4nde erstarren pl\u00f6tzlich und umh\u00fcllen sieh mit Federn, der Hals streckt sich, und wir verwandeln uns in Schw\u00e4ne. Und ich trage, wohl zur Belustigung der Waldgeister, statt meines Haares eine goldene Krone auf dem Kopf Der Rotbart lacht dar\u00fcber schadenfroh &#8211; warte nur bis zum Herbst, wenn das Laub der Eichen verwelkt, und du wirst sein schneidendes, w\u00fcstes Lachen h\u00f6ren.&#8220; &#8222;Du \u00c4rmste&#8220;, sagte der Prinz ergriffen. &#8222;Womit k\u00f6nnte ich dir nur helfen? Wie sehr hat es mich zu dir hingezogen.&#8220; &#8222;Auch mich hat ein seltsamer Zauber erfasst, Prinz&#8220;, gestand die Schwanenk\u00f6nigin. &#8222;Als du mit dem Bogen nach mir zieltest, da war es, als ber\u00fchrte mich deine Hand. Und als du am Ufer des Sees deinen Blick auf mich richtetest, war es, als w\u00fcrde deine Hand mich streicheln. Ich wusste, du wirst mir nacheilen. Niemals fliegen wir so langsam. Und noch niemand hat gesehen, wie wir uns aus den Schw\u00e4nen in M\u00e4dchen verwandeln.&#8220; &#8222;Und ich &#8230; auch ich f\u00fchlte, dass ich dir folgen musste. Mir war, als h\u00e4tte ich dich schon von jeher gekannt&#8230; Wie hei\u00dft du? Ich will dich beim Namen nennen &#8230;&#8220; &#8222;Odette, mein Prinz.&#8220; &#8222;Odette! Meine Odette!&#8220; wiederholte der Prinz. &#8222;Nun brauchst du nichts mehr zu f\u00fcrchten. Ich bin hier, bei dir, und niemals werde ich dich mehr verlassen.&#8220; &#8222;Vergeblich versprichst du es, Prinz&#8220;, sagte Odette traurig. &#8222;In einer Weile verwandeln wir uns wieder in Schw\u00e4ne, und du hast keine Fl\u00fcgel.&#8220; &#8222;Ich werde dich befreien, Odette!&#8220; &#8222;Du bist machtlos gegen den Zauber, Prinz.&#8220; &#8222;Steht es denn nicht in menschlicher Macht, die dunklen Kr\u00e4fte zu \u00fcberwinden?&#8220; &#8222;das schon, mein Prinz, doch du m\u00fcsstest du&#8230;&#8220; und Odette stockte. &#8222;Was m\u00fcsste ich? Ich werde alles tun!&#8220; versprach der Prinz feurig. &#8222;Du m\u00fcsstest mir das Kostbarste geben, was die Menschen zu geben haben, die Liebe&#8220;, fl\u00fcsterte Odette und senkte die Augen. &#8222;Aber ich liebe dich ja!&#8220; rief der Prinz mit leuchtenden Augen und dr\u00fcckte ihre Hand. Doch Odette l\u00e4chelte nur traurig. &#8222;Noch kommt der morgige Tag, lieber Prinz, und du wirst andere sch\u00f6ne M\u00e4dchen sehen, reiche M\u00e4dchen aus edlen Familien, und du wirst unter ihnen w\u00e4hlen, und mich wirst du vergessen &#8222;Ich will keine andere als dich, Odette!&#8220; rief der Prinz aus. &#8222;Ich werde dich mit meiner Liebe retten!&#8220; Und er wollte sie fest in seine Arme schlie\u00dfen. Doch da wurde aus dem M\u00e4dchen vor seinen Augen ein wei\u00dfes Trugbild, sie schwand dahin wie ein Nebelhauch. Der Prinz wandte sich um, er rief. Er sah sie nicht, sie antwortete ihm nicht. Er war allein inmitten des schweigenden Waldes. Ganz in der N\u00e4he h\u00f6rte er Menschenstimmen. Und zwischen den Eichen tauchten Gestalten auf. Es war Benno und das Jagdgefolge des Prinzen. &#8222;Hier bist du, Prinz!&#8220; jubelten sie. &#8222;Wir f\u00fcrchteten schon, dich nicht mehr zu finden.&#8220; Zu ihrer \u00dcberraschung fuhr der Prinz sie an: &#8222;Seid ruhig, ich will h\u00f6ren, was mir mein wei\u00dfer Schwan sagt!&#8220; Sie glaubten, er habe den Verstand verloren. Doch der Prinz h\u00f6rte tats\u00e4chlich eine leise M\u00e4dchenstimme. Und w\u00e4hrend seine Gef\u00e4hrten dachten, er verwechsele den Mond mit dem Schwan, streichelte ein zarter Hauch von Worten seine Wange: &#8222;Ich m\u00f6chte morgen eine der Wachskerzen auf dem strahlenden Leuchter sein, damit meine hei\u00dfen Tr\u00e4nen zu deinen tanzenden F\u00fc\u00dfen hinabtropfen k\u00f6nnen, wenn du beim Tanze andere M\u00e4dchen in deinen Armen halten wirst&#8230;&#8220; Dann h\u00f6rte der Prinz nichts mehr, und vergeblich sah er sich nach allen Seiten um.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Seine Gef\u00e4hrten bem\u00fchten sich, ihn durch Scherze auf andere Gedanken zu bringen. &#8222;Dein Pfeil ist also unabgeschossen geblieben, Prinz&#8220;, versuchte Benno zu spa\u00dfen. &#8222;Ich habe nach der Schwanenk\u00f6nigin geschossen, doch der Pfeil ist zur\u00fcckgeschnellt und hat mein Herz getroffen&#8220;, erwiderte der Prinz versonnen. &#8222;Die K\u00f6nigin ist gewiss besorgt&#8220;, bemerkte der alte Sch\u00fctze, als sie am Rande des Waldes die Pferde bestiegen. In der Ferne leuchteten die Fenster der Burg wie kleine Gl\u00fchw\u00fcrmchen. Der Prinz schien wieder ganz vern\u00fcnftig zu sein. Jedenfalls antwortete er ganz vern\u00fcnftig: &#8222;Bald wird die Mutter nicht mehr in Sorge sein, wenn sie meine Braut sehen wird.&#8220; Alle sahen einander schweigend an, als wollten sie sagen: &#8222;Was meint der Prinz damit?&#8220; Doch sie sagten nichts. Sie jagten auf ihren Pferden der Burg entgegen. Und im Geiste sahen sie noch immer die sch\u00f6ne, wei\u00dfe, sich in die L\u00fcfte schwingende Schwanenk\u00f6nigin mit der goldenen Krone. Am anderen Tag gegen Abend, als sich alles auf der Burg zu dem gro\u00dfen Fest r\u00fcstete, sahen die Leute aus dem Dorf einen gro\u00dfen wei\u00dfen Schwan einige Male \u00fcber der Burg kreisen. Niemand erkannte aus dieser Entfernung, dass der Schwan eine goldene Krone auf dem Kopf hatte. Auf der Burg bemerkte den Schwan allein der Hofnarr, aber der behielt es f\u00fcr sich. Er wusste bereits, was gestern im Steinernen Hain vor sich gegangen war. Die \u00fcbrigen Burgbewohner waren mit den Vorbereitungen zum Fest voll besch\u00e4ftigt. Schon viele hohe G\u00e4ste waren eingetroffen, auf dem Burghof standen so viele Kutschen, dass sie kaum zu z\u00e4hlen waren, und die Diener hatten alle H\u00e4nde voll zu tun, um die R\u00e4der von Staub und Schmutz zu reinigen. Der Hofnarr ging in diesem Durcheinander umher, und wie er so im Gehen immer wieder den Kopf sch\u00fcttelte, klingelten und bimmelten die Schellen an seiner Narrenkappe. Er l\u00e4chelte und sah sich fortw\u00e4hrend nach allen Seiten um, als suche er jemanden unter den G\u00e4sten. Mit niemandem lie\u00df er sich in ein Gespr\u00e4ch ein, doch als er den Erzieher des Prinzen traf, erlaubte er sich ein Sp\u00e4\u00dfchen: &#8222;Mesj\u00f6 Bruerd, wissen Sie eigentlich, dass Sie den Prinzen nicht mehr franz\u00f6sisch lehren werden?&#8220; &#8222;Ach, was Sie nicht sagen?&#8220; sch\u00fcttelte der Monsieur verwundert den Kopf &#8222;Er lernt jetzt eine andere Sprache&#8220;, fuhr der Hofnarr mit ernster Miene fort. &#8222;Ach, gehn Sie! Und welche?&#8220; staunte Monsieur. &#8222;Die Schwanensprache! Jawohl, die Schwanensprache lernt er!&#8220; sagte der Narr und lie\u00df seine Schellen klingeln. &#8222;Und die ist f\u00fcr Sie zu kalt und zu nass, Mesj\u00f6!&#8220; Und er \u00fcberlie\u00df den verdutzten, bedenklich den Kopf wiegenden Monsieur seinen tr\u00fcben Gedanken. In dem festlich geschm\u00fcckten Saal mit den langen gedeckten Tischen machte sich der Narr an den Herrn Hofmeister, den Freiherrn von Papanow, heran und zischelte ihm ins Gesicht: &#8222;Wisst Ihr \u00fcberhaupt, Herr Hofmeister, dass es im Steinernen Hain heute nacht nicht spuken wird?&#8220; Der Hofmeister zog mit wichtiger Miene die Augenbrauen hoch und wartete, was da noch weiter kommen w\u00fcrde. &#8222;Der Wind wird die Gespenster hierherauf pusten, auf die Burg, wisst Ihr?&#8220; &#8222;Du hast wohl wieder was getr\u00e4umt?&#8220; meinte der Hofmeister verdrossen. &#8222;Nur tr\u00e4umte heute von einem rostfarbenen Bart&#8220;, teilte ihm der Narr geheimnisvoll mit, &#8222;passt also auf damit Euch hier nicht zuf\u00e4llig die Bestecke verrosten, Herr Hofmeister!&#8220; &#8222;Und mir scheint, dir spukt&#8217;s im Hirnkasten!&#8220; \u00e4rgerte sich der Hofmeister. &#8222;Niemand kann daf\u00fcr, wenn er einen rostfarbenen Bart hat, ebenso wie niemand daf\u00fcr kann, wenn er einen schwarzen hat.&#8220; &#8218;Da k\u00f6nnt nur Ihr daf\u00fcr, Herr Hofmeister!&#8220; kicherte der Narr. &#8222;Wieso?&#8220; fragte der Hofmeister von oben herab, um zu zeigen, dass er derartige Vertraulichkeiten nicht liebte. &#8222;Weil Ihr hier zum mindesten drei Dutzend Barbiere h\u00e4ttet postieren sollen, damit sie jedem den Bart abrasieren&#8220;, lachte ihm der Narr ins Gesicht. &#8222;Dann w\u00fcrde man nicht erkennen, wer schwarzb\u00e4rtig oder &#8211; der Himmel verh\u00fcte! &#8211; rotb\u00e4rtig ist!&#8220; &#8222;Scher dich zum Kuckuck, du Esel!&#8220; schimpfte der Hofmeister und holte aus. Der Possenrei\u00dfer konnte gerade noch seinem Hieb ausweichen, aber ehe er die Flucht ergriff rief er dem Hofmeister noch zu: &#8222;Und wenn Ihr beim Tanz zuf\u00e4llig hinfallen solltet, dann fallt nach hinten, Herr Hofmeister, damit Ihr Euch nicht den ehrenwerten Hofmeisterwanst eindr\u00fcckt. Ihr h\u00e4ttet keinen Appetit mehr, und die Fasanen w\u00fcrden sich zu sehr vermehren. &#8222;Nun, er war ein Hofnarr, und Hofnarren durften sich schon immer die ungezogensten Scherze erlauben. Aber in ihrem Geschw\u00e4tz war immer ein K\u00f6rnchen Wahrheit. Dann wurde der Narr noch gesehen, wie er einen alten Ritterharnisch beschaute, der in der Ecke einer Kemenate stand. Er fl\u00fcsterte ihm sogar etwas zu, als ob der Harnisch Ohren h\u00e4tte: &#8222;H\u00f6r mal, du Harnisch, halte dich heute in Bereitschaft. Wenn hier irgendein Spektakel losbrechen sollte, so werde ich mich in dir verstecken.&#8220; Doch der Harnisch antwortete nicht. Er klappte nicht einmal mit dem Visier. Er rasselte auch nicht einmal. Und der Hofnarr schlenderte weiter von einer Kemenate in die andere, und fortw\u00e4hrend schien er unter den G\u00e4sten jemanden zu suchen. Das Fest begann. Die Fenster des Tanzsaales spiegelten die Lichter der vielen tausend Kerzen wider. H\u00e4tte von drau\u00dfen jemand zur Burg hinaufgeschaut, so h\u00e4tte er die hellerleuchteten Fenster mit den Augen gro\u00dfer Eulen vergleichen k\u00f6nnen, die regungslos auf einem dunklen Felsen sitzen. \u00dcberall rauschte ein Gewirr von Stimmen, die Lakaien liefen umher, die K\u00fcchenjunge und K\u00f6che in der K\u00fcche hatten erhitzte, feuerrote Gesichter, und der Herr Hofmeister ging mit wichtiger Geb\u00e4rde kreuz und quer, von Platz zu Platz, um nach dem Rechten zu sehen. Die sch\u00f6nen M\u00e4dchen err\u00f6teten, und ihre Wangen waren betauten Pfirsichen gleich. Ihre M\u00fctter f\u00e4chelten sich K\u00fchlung zu, und die V\u00e4ter blinzelten zu den gedeckten Tischen mit den Leckerbissen hin\u00fcber. An der Spitze des Saales sa\u00df die K\u00f6nigin auf einem goldenen Thron und sprach mit ihrem Sohne, der zerstreut schien. &#8222;Sieh mal, wie viele sch\u00f6ne M\u00e4dchen hier sind&#8220;, sagte die K\u00f6nigin. &#8222;Lauter T\u00f6chter von Grafen, Baronen und Rittern. Gef\u00e4llt dir eine von ihnen?&#8220; &#8222;Ich wei\u00df gar nicht recht, Mutter&#8220; antwortete der Prinz geistesabwesend. &#8222;Sie sind sch\u00f6n wie die Blumen auf einer bl\u00fchenden Wiese. Nun, mein Sohn?&#8220; &#8222;Ich gebe dem Wald vor den Wiesen den Vorzug, Mutter.&#8220; &#8222;Ich m\u00f6chte, dass du eine von ihnen zum Tanz aufforderst. Du wirst sehen, wie dir der Kopf schwindelt, wenn du ihr in die Augen sehen wirst.&#8220; Der Prinz z\u00f6gerte zuerst, doch dann folgte er. Eine Weile tanzte er mit einer der Sch\u00f6nen, deren Mutter sogleich eine Miene aufsetzte, als geh\u00f6re sie bereits zur k\u00f6niglichen Familie. Die M\u00fctter der anderen M\u00e4dchen aber schauten neiderf\u00fcllt, und ihre b\u00f6sen Blicke glichen gekr\u00fcmmten Messerschneiden. &#8222;Nun, mein Sohn?&#8220; fragte die K\u00f6nigin, als der Prinz zur\u00fcckkam. &#8222;Sie war sch\u00f6n, doch mir kam sie vor wie eine Blume im Treibhaus. Schlie\u00dflich lie\u00df ich sie dann im Kreise stehen. Ach, ich bin des Lebens \u00fcberdr\u00fcssig, Mutter.&#8220; &#8222;Ach geh!&#8220; tadelte ihn die Mutter, &#8222;ich werde dir lieber selbst eine aussuchen. Sieh mal, das M\u00e4dchen dort! Es hat Augen wie schwarze Kirschen, und feuriger spanischer Wein scheint in ihren Adern zu flie\u00dfen. Tanze mit ihr!&#8220; Der Prinz ging und tanzte mit ihn Aber schon nach einer Weile kehrte er zur\u00fcck. &#8222;Nun, mein Sohn?&#8220; &#8222;Ich liebe den spanischen Wein nicht, Mutter, und schon gar nicht das hei\u00dfe Land, wo man auf gl\u00fchendem Sand Stiere t\u00f6tet. Ich sehne mich nach einem wei\u00dfen, feuchtwarmen L\u00e4cheln, nach einer wei\u00dfen Bl\u00fcte, zart wie Schwanenfedern. &#8222;Du bist geistesabwesend&#8220;, sagte die K\u00f6nigin ungehalten. &#8222;Sieh dich nur gut um. Sch\u00f6nere M\u00e4dchen findest du auf der ganzen Welt nicht. Schau, diese dort w\u00fcrde selbst mir gefallen, wenn ich ein Prinz w\u00e4re. Sie hat blaue Augen und ist wie der wolkenlose blaue italienische Himmel \u00fcber dem milden gr\u00fcnfarbenen Meer. Und wie sie einherschreitet, wie eine Barke, die sich in der N\u00e4he des Ufers auf den Wellen wiegt&#8230;&#8220; &#8222;Ich gebe den Tiefen der Seen den Vorzug, Mutter&#8220;, seufzte der Prinz. Doch er gehorchte. &#8222;Nun, mein Sohn&#8220;, fragte ihn die K\u00f6nigin, als er wieder zur\u00fcckkehrte. &#8222;Ein wolkenloser Himmel ist schrecklich eint\u00f6nig, Mutter, und eine Barke am Ufer l\u00e4sst sich nicht vergleichen mit einem Schiff mit wei\u00dfen Segeln auf einem weiten blauen See. Mit Schw\u00e4nen, wei\u00dfen Segeln. Jetzt war die K\u00f6nigin wirklich schon recht ver\u00e4rgert. &#8222;Zum letzten Mal sage ich dir, mein Sohn&#8220;, herrschte sie ihn an, &#8222;denke an den Zweck des heutigen Festes! Wie kannst du nur so starrk\u00f6pfig sein? Versuche es noch einmal. Diese dort scheint Quecksilber in den Adern zu haben. Mit ihr wirst du f\u00fcr eine Weile vergessen, dass du ein Prinz bist, und wirst dir vorkommen wie ein lustiger Bursche bei einem Dorffest!&#8220; Der Prinz folgte nur ungern, aber gar bald kam er wieder zur\u00fcck. &#8222;Nun, mein Sohn?&#8220; &#8222;Mir schien, als habe die Sch\u00f6ne zwei Gesichter eines f\u00fcr das Fest, das zweite f\u00fcr daheim, wo sie zornig ihre Dienstm\u00e4dchen in Atem h\u00e4lt. Ach, wie sie doch alle nicht den Schw\u00e4nen gleichen, diese aufgeputzten Sch\u00f6nheiten, Mutter.&#8220; &#8222;Was hast du nur immer mit den Schw\u00e4nen, mein Sohn?&#8220; fragte die K\u00f6nigin, etwas stutzig \u00fcber seine Worte. Da unterbrach sie der Hofmeister und teilte ihr eine Neuigkeit mit. &#8222;Ein edler Gast ist im letzten Augenblick eingetroffen, K\u00f6nigin&#8220;, und er verneigte sich so tief, als es seine Leibesf\u00fclle nur zulie\u00df. &#8222;Er ist auch aus einer unvorstellbaren Ferne gekommen, aus Dalawien. Er hei\u00dft Baron Rotenbart und hat auch seine wundersch\u00f6ne Tochter mitgebracht, in die H\u00e4lfte des dortigen K\u00f6nigreiches vernarrt ist.&#8220; &#8222;Und warum nicht das ganze?&#8220; kicherte jemand hinter seinem R\u00fccken. &#8222;Die zweite H\u00e4lfte ist wahrscheinlich schon im Irrenhaus, was?&#8220; Das war nat\u00fcrlich der Hofnarr, der war mit seinen albernen Sp\u00e4\u00dfen und Sp\u00f6tteleien immer zur Stelle, wo etwas los war. &#8222;M\u00f6ge sich der Herr Prinz doch selbst \u00fcberzeugen&#8220;, meinte der Hofmeister, wobei er den Narren mit einem zornigen Blick streifte. &#8222;Nein, nein, unser Prinz ist gar nicht neugierig auf ein Irrenhaus&#8220;, gluckste der Narr und klingelte mit seinen Schellen, &#8222;wenn&#8217;s bei dem rappelt, dann nur im Wald!&#8220; &#8222;M\u00e4\u00dfige dich&#8220;, wies ihn die K\u00f6nigin scharf zurecht. Und sie machte ein finsteres Gesicht. &#8222;Es geht um ernstere Dinge, als du denkst.&#8220; &#8222;Als ich denke, Leutchen?&#8220; rief der Narr so laut, dass ihn alle h\u00f6rten. &#8222;W\u00fcrde ich denken, dann d\u00e4chte ich mir aus, dass alle rostfarbigen B\u00e4rte gereinigt werden m\u00fcssen wie rostige Messer. Dort dr\u00fcben zum Beispiel g\u00e4be es gleich etwas zu tun.&#8220; Und er zeigte zum Eingang hin. Alle Anwesenden wandten ihre Blicke zur T\u00fcr, durch die der unverhoffte Besuch trat. Es war ein stattlicher, von Gold strotzender Edelmann mit einem Stern auf dem Mantel. Er hatte einen rostfarbenen Bart, und seine schwarzen Augen funkelten ganz sonderbar. Und neben ihm schritt ein unglaublich schlankes, bezaubernd sch\u00f6nes M\u00e4dchen, ganz in Schwarz, mit einem die Augen blendenden Diamantenhalsband. Der Zeremonienmeister k\u00fcndigte die neuen G\u00e4ste an: &#8222;Baron Rotenbart mit Tochter.&#8220; Der Prinz wandte ihnen gleichg\u00fcltig den Blick zu, doch da stockte ihm der Atem. Die schwarze Sch\u00f6ne war Odette! Die neuen G\u00e4ste standen vor dem Thron der K\u00f6nigin. &#8222;Baron Rotenbart aus Dalawien hat die Ehre, sich vor Eurer Majest\u00e4t zu verneigen&#8220;, und der Baron verneigte sich tief vor der K\u00f6nigin. Dann richtete er sich stolz auf und zeigte auf die schwarze Sch\u00f6ne &#8222;Meine einzige Tochter, K\u00f6nigin, gerade gestern hat sie ihr sechzehntes Lebensjahr erreicht.&#8220; &#8222;Wie mein Sohn sein achtzehntes&#8220;, l\u00e4chelte die K\u00f6nigin. &#8222;Vielleicht ist dies ein gutes Omen. Nun, mein Sohn, bitte unsere teure Sch\u00f6ne zum Tanz. Diesmal muss ich dich, wie es scheint, nicht dr\u00e4ngen. &#8222;Das musste sie nicht. Der Prinz tanzte mit der schwarzen Sch\u00f6nen und verga\u00df die ganze Welt. Er f\u00fchlte sich wieder so gl\u00fccklich wie gestern im Walde. Er bemerkte gar nicht, dass alle sie mit Bewunderung anschauten und im Kreis stehenblieben, um das sch\u00f6ne Paar zu sehen. So manche Blicke flammten neiderf\u00fcllt, und w\u00e4re es m\u00f6glich gewesen, gewiss h\u00e4tten sie sich in gl\u00fchende, dem tanzenden Paar unter die Schuhe geschleuderte Ruten verwandelt. Baron Rotenbart strich sich zufrieden seinen rostfarbigen Bart und konnte ein schadenfrohes L\u00e4cheln nicht unterdr\u00fccken. Von neuem verneigte er sich vor der K\u00f6nigin: &#8222;Ich bin gl\u00fccklich, Eure Hoheit, dass meine Tochter den Prinzen gefesselt hat.&#8220; Die K\u00f6nigin wandte den Blick nicht vom Prinzen und seiner T\u00e4nzerin. Sie bemerkte nur: &#8222;Sie kreisen im Saal wie ein Schwanenpaar \u00fcber die glatte Spiegelfl\u00e4che eines Sees&#8230; Ein wei\u00dfer und eine schwarze&#8230; ein Schwanenk\u00f6nig und eine Schwanenk\u00f6nigin&#8230; Aber was spreche ich da? Nun ziehe auch ich schon die Schw\u00e4ne hier mit hinein wie mein Sohn&#8230;&#8220; &#8222;Wozu waren die Schw\u00e4ne sonst da&#8220;, verneigte sich der Baron abermals, &#8222;als dazu, uns als Gleichnis zu dienen? Welch eine Ehre f\u00fcr mich und meine Tochter, Hoheit.&#8220; Und wie er sich so verneigte, schien es, als seien alle Spiegelscheiben im Saal, die seinen Bart widerspiegelten, pl\u00f6tzlich verrostet. &#8222;Sie wird nach mir K\u00f6nigin werden&#8220;, fl\u00fcsterte die K\u00f6nigin zu sich selbst, doch der Baron hatte es gut vernommen. Daf\u00fcr sah aber die K\u00f6nigin nicht, welch ein arglistiges Fl\u00e4mmchen in seinen kohlschwarzen Augen aufflackerte. Der Prinz tanzte, und er f\u00fchlte sich so zufrieden, wie noch niemals zuvor. &#8222;Odette&#8220;, fl\u00fcsterte er seiner T\u00e4nzerin zu, in der Annahme, dass es wirklich jene sei, mit der er gestern im Walde gesprochen hatte, &#8222;ich bin so froh, dass du gekommen bist!&#8220; &#8222;Ich hei\u00dfe Odile&#8220;, berichtigte ihn die schwarze Sch\u00f6ne. &#8222;Wirklich?&#8220; stutzte der Prinz. &#8222;Und ich dachte gestern, du h\u00e4ttest Odette gesagt.&#8220; &#8222;Gestern ist nicht heute, Prinz&#8220;, l\u00e4chelte Odile. &#8222;Gestern warst du ein wei\u00dfer Schwan&#8220;, fuhr er fort, w\u00e4hrend sie sich bei den Kl\u00e4ngen der Musik im Tanze drehten, &#8222;und heute bist du ein schwarzer Schwan&#8220;, beendete Odile den Satz. Mit keinem Wort und keiner Miene best\u00e4tigte sie, dass sie einander schon gestern gesehen h\u00e4tten. Und der Prinz ahnte nichts B\u00f6ses. Ihm war, als h\u00e4tte er sein gestriges Erlebnis im Walde nur getr\u00e4umt und er s\u00e4he Odette-Odile in diesem Augenblick zum ersten Mal. &#8222;Sage mir, Odile, haben wir uns gestern gesehen?&#8220; fragte er, um sieh dessen zu vergewissern. &#8222;Heute sehen wir uns zum ersten Mal&#8216;, sagte die schwarze Sch\u00f6ne und sah ihm so merkw\u00fcrdig in die Augen, dass den Prinzen ein Schauer \u00fcberlie\u00df &#8222;Dann warst du gestern nur ein Traum, der mir heute in Erf\u00fcllung gegangen ist&#8216;, l\u00e4chelte der Prinz. &#8222;Die Wirklichkeit ist aber sch\u00f6ner als der Traum. auch dein Name klingt heute sch\u00f6ner als gestern. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie aus dem Saal hinausgetanzt waren und in eine Nebenkemenate gelangten, von wo aus man durch die hohen Fenster den Steinernen Hain in der Ferne sehen konnte. &#8222;Mir war, als seien wir einander dort gestern begegnet&#8220;, sagte der Prinz und zeigte zu dem finsteren Wald hin. &#8222;Gef\u00e4llt dir der Wald?&#8220; &#8222;Er sieht gespenstisch aus&#8220;, sagte Odile, und in ihrer Stimme t\u00f6nte etwas Grimmiges. Sie lie\u00dfen sieh auf einem Diwan nieder, um auszuruhen. Sie schwiegen, doch ihre Augen sprachen. Die des Prinzen von Liebe und die ihren &#8211; wovon ihre Augen sprachen, das war schwer zu sagen. Der Prinz glaubte, sie spr\u00e4chen auch von Liebe, doch vielleicht gl\u00e4nzten sie nur so &#8211; sie glichen fast gl\u00fchendem schwarzem Pech, das aufzuspritzen und einen zu verbrennen droht. Als w\u00e4re in einen eisigen Brunnen ein schwarzer Stern hineingefallen, solche \u00c4ugen hatte sie. Und der schwarze F\u00e4cher, mit dem sie sich Luft zuf\u00e4chelte, war wie ein schwarzer Windhauch in tiefer Nacht in einem d\u00fcsteren Walde. Die K\u00f6nigin und Baron Rotenbart beobachteten den Prinzen und Odile, solange sie nicht in der nebenliegenden Kemenate ihren Blicken entschwanden. Der Baron h\u00f6rte nicht auf der K\u00f6nigin Komplimente zu machen und ihr Schmeicheleien zu sagen. Aber immer, wenn er sich verneigte und man ihm nicht ins Gesicht sehen konnte, verzog sich sein Mund zu einer grausamen Grimasse. Und immer, wenn er sich wieder aufrichtete, hatte sein Gesicht den Ausdruck eines ergebenen Dieners. &#8222;Meine Tochter hat lange Jahre von einem solchen Br\u00e4utigam getr\u00e4umt, wie es Euer Sohn ist, Hoheit&#8220;, sagte der Baron mit honigs\u00fc\u00dfer Stimme. &#8222;Mein Sohn tr\u00e4umte bisher von keinem M\u00e4dchen&#8220;, bemerkte die K\u00f6nigin. &#8222;Am liebsten ritt er auf Jagd in die W\u00e4lder.&#8220; &#8222;Wie jeder wahre Held&#8220;, l\u00e4chelte der Baron. &#8222;Aus ihnen k\u00f6nnte wahrlich ein gl\u00fcckliches Paar werden.&#8220; Der Hofmeister trat mit einem bedeutsamen L\u00e4cheln heran. &#8222;Befehlen Eure Hoheit, dass ich das Fest beende, wenn schon alles&#8230;&#8220; &#8222;&#8230;alles in der Tasche ist!&#8220; beendete statt seiner der Hofnarr den Satz, der sich nat\u00fcrlich wieder in fremde Gespr\u00e4che mischen wollte. Doch der Baron fasste es als Scherz auf. &#8222;Ihr habt einen witzigen Spa\u00dfmacher, Eure Hoheit&#8220; l\u00e4chelte er nachsichtig, und alle atmeten erleichtert auf, dass er sich nicht gekr\u00e4nkt f\u00fchlte. Der Narr n\u00fctzte das aus. &#8222;Es kommt darauf an, wessen Tasche wir meinen&#8220;, legte er mit messerscharfer Stimme los. &#8222;Eine Tasche ist nicht wie die andere.&#8220; &#8222;Richtig&#8220;, nickte der Baron, aber gleich bedauerte er es, denn er ahnte nicht, was der Narr nun sagen w\u00fcrde. Der f\u00fcgte n\u00e4mlich noch hinzu: &#8222;Ebenso ist auch ein Bart nicht wie der andere.&#8220; Die K\u00f6nigin machte ein finsteres Gesicht, und der Baron wurde so ernst, dass es einen geradezu fr\u00f6stelte. &#8222;Scher dich weg, Narr!&#8220; fuhr ihn der Hofmeister an. Der Baron l\u00e4chelte wieder ganz leicht. &#8222;Eure Hoheit m\u00f6ge verzeihen&#8220;, sagte er mit einer tiefen Verbeugung zur K\u00f6nigin, &#8222;ich verga\u00df, dass ein Hofnarr um jeden Preis \u00fcber alles spa\u00dfen muss!&#8220; F\u00fcr den Hofmeister war dies ein Zeichen, zu lachen. Und die K\u00f6nigin atmete auf; Die Gefahr eines Skandals, den der Narr mit seinem losen Mundwerk fast heraufbeschworen hatte, war gebannt. &#8222;Es geht ja nicht um uns, Baron&#8220;, sagte die K\u00f6nigin und l\u00e4chelte ebenfalls. &#8222;Die Hauptsache ist, dass die beiden es ernst meinen.&#8220; Und alle drei wandten ihren Blick in die Richtung, wo der Prinz sich mit Odile unterhielt. Das Fest ging seinem Ende zu. Die Musiker spielten das letzte St\u00fcck. &#8222;Bitte, noch einen letzten Tanz&#8220;, bat der Prinz die schwarze Sch\u00f6ne. Odile h\u00f6rte auf, sich mit ihrem schwarzen F\u00e4cher die hei\u00dfe Stirn zu k\u00fchlen, und erhob sich. Sie warf einen Blick zum Fenster hinaus, dorthin, wo in der schaurigen Dunkelheit der Nacht der Steinerne Hain Tag. &#8222;Dort ist es jetzt sicher recht traurig&#8220;, sagte sie, doch aus ihrer Stimme klang kein Mitleid. &#8222;Ihr habt Euch dort Eure Schw\u00e4ne ertr\u00e4umt, Prinz, vielleicht eben deshalb, weil es dort so viele unheimliche Schatten gibt.&#8220; &#8222;Es war ein so lebhafter Traum, dass er mir Wirklichkeit zu sein schien&#8220;, erwiderte der Prinz gedankenverloren. Doch dann f\u00fcgte er hinzu: &#8222;Wozu sich damit qu\u00e4len? Nun sind wir hier, hier ist es fr\u00f6hlich, hier ist Licht, wir sind hier gl\u00fccklich, in Sicherheit und beisammen. Odile trat nahe an ihn heran und sah ihm in die Augen. ,jawohl, Prinz&#8220;, sagte sie spitzig, &#8222;und dort im Steinernen Hain m\u00f6gen sie ruhig ihre Schwanenges\u00e4nge singen.&#8220; Bei den Worten gab es dem Prinz ein Stich ins Herz, doch er achtete nicht darauf. Sie fingen zu tanzen an und tanzten bis in den Hauptsaal hinein. Dort rauschte es von tausend Stimmen, das Parkett knisterte unter den M\u00e4dchenschuhen, die Leuchter schaukelten in der zur Decke emporstr\u00f6menden hei\u00dfen Luft, und an den abbrennenden Kerzen schienen Tr\u00e4nentropfen zu h\u00e4ngen. Eine Kerze lie\u00df gerade eine Wachstr\u00e4ne fallen, direkt zu den F\u00fc\u00dfen des Prinzen. Beinahe w\u00e4re er ausgeglitten. Das Herz schn\u00fcrte sich ihm zusammen, aber er wusste nicht, weshalb. &#8222;Widerliche Kerzen!&#8220; rief er aus, um das beklemmende Gef\u00fchl zu \u00fcberwinden. &#8222;Aber am Tanz mit dir werden sie mich nicht hindern, meine Odile.&#8220; &#8222;Wie viele Rivalinnen habe ich wohl, Prinz&#8220;, hauchte die schwarze Sch\u00f6ne beim Tanz in seinen Armen, &#8222;Ihr k\u00f6nnt so herrlich den Hof machen.&#8220; &#8222;Nicht eine!&#8220; flammte der Prinz auf. &#8222;Auch nicht die Schwanenk\u00f6nigin aus dem Traum?&#8220; &#8222;Auch nicht die Schwanenk\u00f6nigin!&#8220; versicherte der Prinz und dachte schon gar nicht mehr an den gestrigen Tag. &#8222;Du bist meine Schwanenk\u00f6nigin, meine schwarze Schwanenk\u00f6nigin, Odile!&#8220; Da kam der Hofnarr eilig durch den Saal gelaufen. Er bahnte sich einen Weg durch die tanzenden Paare und klingelte mit den Schellen. Als er schon in der N\u00e4he des Prinzen und seiner T\u00e4nzerin war, rief er mit \u00fcberschnappender Stimme aus: &#8222;Achtung; Prinz, dass Euch nicht ein roter Fuchs \u00fcber den Weg l\u00e4uft!&#8220; Und als der Prinz ihn \u00fcberhaupt nicht beachtete, f\u00fcgte er noch hinzu: &#8222;Und eine schwarze Katze bringt Ungl\u00fcck, Herr Prinz!&#8220; Aber der Prinz war taub f\u00fcr alles andere. Er sah und h\u00f6rte nur Odile. Daf\u00fcr hatte Odile gut geh\u00f6rt. Mit k\u00fchler Stimme sagte sie: &#8222;Zwischen einer schwarzen Katze und einem schwarzen Schwan ist kein gro\u00dfer Unterschied, Prinz. Wollen wir uns nicht lieber Lebewohl sagen?&#8220; &#8222;Ich lasse dich nicht!&#8220; erschrak der Prinz. &#8222;Wir werden doch nicht auf das Geschw\u00e4tz eines verr\u00fcckten Narren h\u00f6ren!&#8220; Odile hielt im Tanz inne. &#8222;Das bedeutet, Prinz?&#8220; fragte sie ernst. &#8222;Dass du meine K\u00f6nigin sein sollst!&#8220; sagte der Prinz. &#8222;Dann schw\u00f6rt, dass Ihr keine andere im Herzen tragt!&#8220; &#8222;Ich schw\u00f6re!&#8220; rief der Prinz aus. Kaum hatte er das gesagt, verloschen die Lichter im Saal. Durch die Kemenaten fegte ein eisiger Windsto\u00df. Einen Augenblick war es v\u00f6llig dunkel. Dann umgab alle ein gr\u00fcnes Licht, und in seinem giftigen D\u00e4mmerschein sahen die erstarrten G\u00e4ste, wie sich Odile aus einem jungen, bestrickend sch\u00f6nen M\u00e4dchen in eine abscheuliche Greisin&nbsp; verwandelte, die dem Prinzen ins Gesicht kreischte: &#8222;Du hast geschworen! Geschworen! Und deine wei\u00dfe K\u00f6nigin geht zugrunde!&#8220; Auch die K\u00f6nigin erblickte in diesem Augenblick statt eines vornehmen H\u00f6flings das h\u00e4ssliche Gesicht des Rotbarts, des D\u00e4mons des Steinernen Hains. Nur der rostfarbene Bart hatte sich nicht verwandelt. Der Rotbart sprach kein Wort. Seine b\u00f6se blitzenden Augen sagten genug. Mit einigen Schritten trat er an jene heran, die noch vor einem Augenblick wie eine Doppelg\u00e4ngerin der ungl\u00fccklichen Odette ausgesehen hatte. Er legte die Arme um ihre Schultern und stampfte mit dem Fu\u00df auf da erscholl ein donnerndes Dr\u00f6hnen, und im n\u00e4chsten Augenblick versanken beide in den Erdboden. Das gr\u00fcne Licht verlosch. Die Lakaien erholten sich langsam von ihrem Schrecken und gingen daran, neue Kerzen anzuz\u00fcnden. Auch der Prinz fasste sich wieder. Da kam ihm sein Irrtum und sein Vergehen zum Bewusstsein. Er zitterte vor Entsetzen. Jetzt wusste er, dass Odile nicht Odette und der schwarze Schwan nicht die wei\u00dfe Schwanenk\u00f6nigin war. Gar m\u00e4chtig waren die Zauberk\u00fcnste des Rotbarts. Nun hatten sie auch den Prinzen irregef\u00fchrt und die Hoffnungen Odettes zunichte gemacht. Verzweiflung bem\u00e4chtigte sich des ungl\u00fccklichen Prinzen. Es \u00fcberkam ihn das sehns\u00fcchtige Verlangen, in den Steinernen Hain zu laufen und die Schwanenk\u00f6nigin aufzusuchen &#8211; seine Odette. Doch er sah sie, ehe er sich&#8217;s versah. Alle Anwesenden sahen pl\u00f6tzlich zum Fenster hin, und erschrockene Aufschreie schallten durch den Saal. &#8222;Seht! Dort! Hinter dem Fenster!&#8220; Ein gro\u00dfer wei\u00dfer Schwan &#8211; ein Schwan mit einer goldenen Krone &#8211; erschien hinter dem Fenster des Saales. Nur ganz kurz war er zu sehen, und in diesem Augenblick fiel ein wei\u00dfer Abglanz in den Saal, als w\u00e4re eine zarte Lichtwolke herabgeschwebt, dann war in der atemlosen Stille sein Fl\u00fcgelschlag zu h\u00f6ren, und die wei\u00dfe Erscheinung entschwand. Von drau\u00dfen starrte wieder die \u00f6de, leere Nacht in den Saal. &#8222;Odette!&#8220; rief der Prinz ihr nach. &#8222;Wie konnte ich nur vergessen! Verzeih mir, Odette! Ich werde dich retten!&#8220; Und noch ehe sie ihn zur\u00fcckhalten konnten, st\u00fcrzte er zur T\u00fcr und lief hinaus in die Finsternis. Erst jetzt schien der Zauberbann von allen abzufallen. Einer wandte sich zum anderen, und erregt sprachen sie alle \u00fcber die merkw\u00fcrdigen Ereignisse dieses Abends, \u00fcber den wei\u00dfen Schwan und \u00fcber den Prinzen, der wohl irre geworden war. Mehrere Diener liefen hinaus, dem Prinzen nach, aber sie wussten nicht, wohin er verschwunden war. Allein der Hofnarr schien etwas zu ahnen. Denn auf die Worte der K\u00f6nigin hin, als sie um ihren ungl\u00fccklichen Sohn in tausend \u00c4ngsten war, bemerkte er: &#8222;\u00c4ngstigt Euch nur nicht um den Prinzen, Frau K\u00f6nigin. Der wird sich beim See h\u00f6chstens erk\u00e4lten, weil er vergessen hat, seinen Schal mitzunehmen!&#8220; &#8222;Bei welchem See?&#8220; nahm ihn die K\u00f6nigin ins Gebet, und der Narr musste alles sagen, was er wusste oder sich hinzudachte. Den Schwan mit der goldenen Krone hatte der Prinz schon gestern gesehen, darum sprach er immerfort nur von Schw\u00e4nen. Und der Hofnarr hatte richtig geahnt, dass Rotbart das nicht nur so hinnehmen w\u00fcrde. Und die schwarze Sch\u00f6ne gefiel ihm von allem Anfang nicht. Jeder war bezaubert von ihrer Sch\u00f6nheit, aber der Narr hatte bemerkt, dass sie einen recht sonderbaren Gang hatte. Wohin sonst konnte der Schwan mit der goldenen Krone fortgeflogen sein, als in den Steinernen Hain. Und wohin sonst ist wohl der Prinz gelaufen als zu ihr? Die K\u00f6nigin sah ein, dass der Narr recht hatte &#8211; wie immer. Und sie befahl, Benno und mehrere tapfere M\u00e4nner sollten sich sofort aufmachen in den Steinernen Hain, um den Prinzen vor den Zauberm\u00e4chten zu retten. &#8222;Und ich gehe mit!&#8220; meldete sich der Hofnarr, &#8222;doch dazu muss ich mir schnell noch den Harnisch nehmen.&#8220; Und er lief eiligst in die Kemenate. Doch welch ein Wunder! Als der Harnisch die herannahenden Schritte h\u00f6rte, bewegte er sich und bat mit flehend erhobenen H\u00e4nden um Erbarmen. Es war niemand anderer als der heldenhafte Hofmeister, der sich dort versteckt hatte. Und so musste er zur Strafe auch mit in den Wald, um zu zeigen, dass er keine Angst hatte. Der kleine Zug machte sich auf in Nacht und Nebel, mit Fackeln und mit blitzenden Schwertern.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Inzwischen hatte der Prinz den See erreicht, doch von den Schw\u00e4nen fand er keine Spur. Er lief zur Waldlichtung, und schon wollte er aufschreien vor Freude, Odette in menschlicher Gestalt zu sehen. Doch es war nicht Odette. Nur eine ihrer Freundinnen. Und nach ihr tauchte eine weitere auf, dann wieder eine weitere, und schon bald war das ganze Gefolge hier, f\u00fcr kurze Zeit vom Schwanenzauber befreit. Sie waren bezaubernd sch\u00f6n, doch keine war wie Odette. Sie hatten langes Haar, doch kein so goldenes. Sie tanzten doch keine von ihnen bewegte sich mit so schwebender Anmut wie Odette. Der Prinz beobachtete sie mit unruhigem Herzen. Er wartete unentwegt auf ihre K\u00f6nigin. Schlie\u00dflich konnte er es nicht mehr aushalten und lief zu den T\u00e4nzerinnen hin. Er hatte sie erschreckt. Der Tanz verwandelte sich in ein wirres Durcheinander, und die M\u00e4dchen fl\u00fcchteten zum See, wo sie sich in Schw\u00e4ne verwandelten. Eine nach der andern glitt vom Ufer auf den Wasserspiegel, wie ein wei\u00dfes Segelschiff ins Wasser gleitet, und sie schwammen fort in die silberschimmernde D\u00e4mmerung. Haben sie ihre K\u00f6nigin verloren? fragte sich der Prinz, Doch da sah er sie. Sie eilte durch den Wald den M\u00e4dchen nach, als wollte sie sich nicht versp\u00e4ten. Auf dem goldenen Haar strahlte die goldene Krone. Der ganze Wald schien von dem Strahlenglanz dieses Goldes erleuchtet zu sein. &#8222;Odette!&#8220; rief er aus und sprang ihr mit ausgestreckten Armen in den Weg. Sie blieb stehen und rang nach Atem, &#8222;Ich bin mich von dir verabschieden gekommen&#8220;, sagte sie, &#8222;weil du mir teuer bist.&#8220; &#8222;K\u00f6nnen wir denn nicht f\u00fcr immer beisammen bleiben?&#8220; schluchzte der Prinz auf &#8222;Kannst du mir nicht verzeihen, dass ich mich geirrt habe?&#8220; &#8222;Du h\u00e4ttest nicht schw\u00f6ren sollen, Prinz.&#8220; &#8222;Ich glaubte, dir zu schw\u00f6ren.&#8220; &#8222;Sie hatte einen anderen Namen.&#8220; &#8222;Aber er war dem deinen so \u00e4hnlich.&#8220; &#8222;Einen \u00e4hnlichen, aber nicht den gleichen. Du h\u00e4ttest nicht vergessen sollen.&#8220; &#8222;Ich glaubte, ich h\u00e4tte von dir nur getr\u00e4umt und w\u00e4re dir in Wirklichkeit erst auf dem Fest begegnet.&#8220; &#8222;Einem Trug hast du deinen Glauben geschenkt.&#8220; &#8222;Ich wei\u00df ja nicht einmal, wer jene andere ist.&#8220; &#8222;Es ist Walpurga, die Hexengef\u00e4hrtin des Rotbarts. Gewiss hast du begriffen, dass Baron Rotenbart niemand anderer war als Rotbart, der D\u00e4mon des Steinernen Haines.&#8220; &#8222;Arme Odette, welch Leid habe ich dir zugef\u00fcgt!&#8220; &#8222;Ich habe euch aus der trostlosen Dunkelheit durch das Fenster beobachtet und mit Entsetzen gef\u00fchlt, dass Rotbart siegen w\u00fcrde. Jetzt strahlen beide vor Freude, dass sie unser Gl\u00fcck vernichtet haben.&#8220; &#8222;Nein, sie haben es nicht vernichtet, Odette!&#8220; rief der Prinz aus. &#8222;Ich habe gefehlt, doch nicht so sehr, dass es ein Verrat w\u00e4re. Mein Herz war verwirrt durch diese \u00c4hnlichkeit, es war, als s\u00e4he ich dich in einem Zauberspiegel.&#8220; &#8222;Du hast gefehlt, Prinz&#8220;, sagte Odette traurig und wandte sich zum Gehen. &#8222;Ich bin irre geworden, aber aus Liebe zu dir&#8220;, sprach der Prinz mit eindringlicher Stimme und hielt sie zur\u00fcck. &#8222;Sie war dir so unglaublich \u00e4hnlich, auch wenn sie schwarzes Haar hatte statt deines goldenen und dunkle Augen statt deiner blauen. Ich sah dich doppelt, so wie wir manchmal den Mond doppelt sehen, einmal am Himmel und ein zweites Mal im Spiegel des Sees. So sah ich dich einmal in Wirklichkeit und ein zweites Mal in meinem Herzen. Vergib mir.&#8220; &#8222;Ich habe dir bereits vergeben&#8220;, l\u00e4chelte sie mit Tr\u00e4nen in den Augen. &#8222;Doch ich muss dich verlassen. Nur eine treue und reine Liebe konnte den Zauber brechen und mich erl\u00f6sen.&#8220; &#8222;Meine Liebe zu dir ist treu und rein!&#8220; beteuerte der Prinz, und die B\u00e4ume bebten vor Mitleid, so verzweifelt klang seine Stimme. &#8222;Ich muss fort&#8230; teurer Prinz&#8220;, fl\u00fcsterte sie. &#8222;Ich werde mich wieder in einen Schwan verwandeln, doch nun schon f\u00fcr immer.&#8220; &#8222;Ich werde den verfluchten Zauber l\u00f6sen!&#8220; rief der Prinz aus. Und er riss ihr die goldene Krone vom Kopf Er hoffte, es ihr dadurch unm\u00f6glich zu machen, wieder die Schwanengestalt anzunehmen. Odette konnte ihn daran nicht rechtzeitig hindern. Auch daran nicht, dass er die goldene Krone in den See schleuderte. Die Krone flog durch die Luft, als fl\u00f6ge ein goldener Pfau durch die Finsternis. Sie fiel ins Wasser, doch sie versank nicht. &#8222;Jetzt hast du mich v\u00f6llig ihrer Macht ausgeliefert&#8220;, schluchzte Odette. &#8222;Die goldene Krone hat mein Leben besch\u00fctzt. Nun muss ich sterben.&#8220; Sie wurde bleich und erschlaffte &#8211; wie eine gebrochene Blume. Sie taumelte, und der Prinz konnte sie nur noch im letzten Augenblick aufhalten. &#8222;Ich werde dich besch\u00fctzen! Ich werde um dich k\u00e4mpfen!&#8220; beschwor sie der Prinz. &#8222;Sieh, schon sind sie hier!&#8220; hauchte Odette entsetzt. &#8222;Sobald sie sich der goldenen Krone bem\u00e4chtigen, ist es mit meinem Leben zu Ende.&#8220; Und sie zeigte in die Dunkelheit zwischen die Eichen. Aus der Tiefe der Nacht tauchte eine unheilverk\u00fcndende, gro\u00dfe Eule auf Sie flog zum See, ging nieder, und ergriff mit ihrem Schnabel die goldene Krone. Der Prinz lief zum Ufer, als wollte er sich in den See st\u00fcrzen und der Eule die goldene Beute entrei\u00dfen. Doch die Eule flog davon, noch ehe er etwas tun konnte. Als er zu Odette zur\u00fcckkehrte, fand er sie reglos im Grase liegend. Sie war bleich wie der Schnee, und ihr Atem wurde immer schw\u00e4cher. &#8222;Stirb nicht, Odette!&#8220; Er sank zu ihr hinab und k\u00fcsste sie auf die erkaltenden Wangen. Doch er hatte das Gef\u00fchl, ein Marmorbild zu k\u00fcssen. Verzweifelt erhob er sich. Ein Leben ohne Odette war leer und sinnlos. Tr\u00e4nen st\u00fcrzten ihm aus den Augen, doch er lie\u00df sie \u00fcber die Wangen rinnen. Durch den bebenden Tr\u00e4nenschleier sah er im Grase die Umrisse des liegenden K\u00f6rpers, den wei\u00dfen Marmor ihres Gesichts, das Gold ihres wallenden Haares. Das Licht des Mondes war wie Flocken, die sie unter einer kalten wei\u00dfen Wehe zu begraben drohten. Ratlos stand er da und wusste nicht, was er tun sollte. &#8222;Du Tor!&#8220; h\u00f6rte er pl\u00f6tzlich hinter sich eine rauhe, sp\u00f6ttische Stimme. &#8222;Wolltest du meine Pl\u00e4ne durchkreuzen? Fort von hier, wenn dir dein Leben lieb ist!&#8220; Er drehte sich um und erblickte Rotbart. Er hatte den gleichen rostfarbenen Bart wie auf der Burg der Baron Rotenbart, doch sein Gesicht war gr\u00e4sslich, und seine Augen waren schwarz wie Kohle. &#8222;Ich f\u00fcrchte dich nicht, Rotbart!&#8220; sagte er mit fester Stimme und trat ihm entgegen. &#8222;Ich werde mit dir k\u00e4mpfen. Gib Odette das Leben zur\u00fcck!&#8220; &#8222;Seher dich fort aus dem Wald!&#8220; donnerte ihn Rotbart an. &#8222;Du hast hier nichts zu suchen in meinem K\u00f6nigreich!&#8220; &#8222;Ich werde dir das Herz aus dem Leibe rei\u00dfen!&#8220; schrie der Prinz. &#8222;Gib jener das Leben zur\u00fcck, die du verzaubert hast, sonst kommst du um dein eigenes!&#8220; &#8222;Ich habe dich gewarnt!&#8220; Rotbart st\u00fcrzte sich auf den Prinzen, doch der wehrte sich tapfer. Es war ein schwerer Kampf. Die Kraft des Zauberersvervielfachten die dunklen Kr\u00e4fte, die ihm halfen. Doch der Prinz hatte die reine Kraft der Liebe, und eine st\u00e4rkere Macht gibt es nicht. Er k\u00e4mpfte um seine letzte Hoffnung. Es gelang ihm, den Zauberer zu Boden zu werfen, doch der war glatt wie eine Schlange. Einige Male entrang er sich der Umklammerung des Prinzen und wollte sich auf ihn werfen. Der Prinz hielt ihm stand. Er dr\u00fcckte den Zauberer zu Boden und stie\u00df ihn mit zermalmender Wucht immer wieder ins Moos wie eine alte harte Wurzel. Der D\u00e4mon wurde immer schw\u00e4cher. Da begann er zu flehen und versprach dem Prinzen die H\u00e4lfte seiner Macht. Dann bot er ihm sogar sein ganzes Zauberreich an. Alle unterirdischen Sch\u00e4tze. Das Geheimnis der Zauberei. Rezepte t\u00f6tender Zaubergetr\u00e4nke. Aber vergeblich. Der Prinz k\u00e4mpfte um das Leben Odettes. Nur einem einzigen, letzten, m\u00e4chtigen Schlag spaltete er des Zauberers Brust und riss ihm das Herz heraus. Er presste es fest in seiner Hand, doch da f\u00fchlte er, dass er einen eisigen Stein umklammert hielt. Er schleuderte das steinerne Herz ins Moos, wo der Zauberer reglos vor ihm lag wie ein herabgefallener Zweig. Noch aber war die Gefahr nicht vorbei. Von dem bedrohlichen Wall der Eichen her n\u00e4herte sich ein b\u00f6sartiges, zischendes Sausen. Es war die gro\u00dfe Eule, die im Schnabel die goldene Krone hielt. Sie kreiste herab auf den liegenden K\u00f6rper Rotbarts und legte die goldene Krone auf seine Wunde. Der Zauber sollte Rotbart zum Leben erwecken, doch er bewirkte das Gegenteil. Kaum hatte die goldene Krone den Leib des Zauberers ber\u00fchrt, da loderte eine gr\u00fcne Flamme auf, und die Eule und Rotbart zerfielen zu Staub. Ein Windsto\u00df verwehte den schwarzen und rostfarbenen Staub, der von den beiden b\u00f6sen Wesen \u00fcbriggeblieben war. Der Zauber der dunklen N\u00e4chte im Steinernen Hain war f\u00fcr immer gebrochen. Der Prinz hatte gesiegt, doch wozu, wenn Odette tot war? Er beugte sich zu ihr hinab und wollte sie ein letztes Mal k\u00fcssen.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da stockte ihm der Atem. Odette lebte! Sie \u00f6ffnete leicht die Augenlider und sah den Prinzen mit einem guten und liebenden Blick an. Ihre Wangen r\u00f6teten sich. Dann bewegte sie kaum merklich ihre Lippen und fl\u00fcsterte: &#8222;Du hast mich mit deiner Liebe gerettet.&#8220; &#8222;Du lebst! Du lebst!&#8220; jubelte der Prinz. Er n\u00e4herte sein Gesicht dem ihren, und mit seinem hei\u00dfen Atem schien er sie mehr und mehr zu beleben, bis er sah, dass ihre Augen aufleuchteten wie das Blau des Sternenglanzes. Sie war wirklich gerettet. Ohne Liebe im Herzen h\u00e4tte er nicht den Mut gehabt, den Kampf mit dem D\u00e4mon des Waldes aufzunehmen, und ohne Liebe im Herzen h\u00e4tte er nicht die Kraft gehabt, den Zauberer und seine dunkle Macht zu besiegen. Es war, als ob Odette aus einem schweren, tiefen Schlaf erwachte. Sie sah sich nach allen Seiten um, als m\u00fcsste sie sich in Erinnerung rufen, was die Welt ist. Doch in ihren Augen leuchtete die Freude. &#8222;Du hast mich gerettet&#8220;, wiederholte sie dankbar. &#8222;Meine Liebe hat dich gerettet! Nun bist du keine Schwanenk\u00f6nigin mehr, aber eine K\u00f6nigin unter den Menschen. Wir werden zusammen gl\u00fccklich sein. Und in diesem d\u00fcsteren Wald m\u00fcssen nun fr\u00f6hliche Tiere leben; keine Schw\u00e4ne werden hier mehr deine Verzauberung in Erinnerung rufen.&#8220; &#8222;Und meine Gef\u00e4hrtinnen?&#8220; fragte sie. &#8222;Dort kommen sie&#8220;, erwiderte der Prinz. Eine Schar l\u00e4chelnder sch\u00f6ner M\u00e4dchen kam zu Odette gelaufen, und sie umarmten sie voller Freude. &#8222;Nun wollen wir unseren Schwanenpfaden auf dem See noch ein letztes Lebewohl sagen!&#8220; sprach Odette und sah zu dem finsteren See hin, der so gut ihre stumme Wehmut beh\u00fctet hatte in jenen Mondn\u00e4chten, in denen das teuflische, zischende Gel\u00e4chter Rotbarts und das Heulen der b\u00f6sen Eule durch den Wald gehallt waren. Ms sie sich endlich auf den Weg zur Burg machten, d\u00e4mmerte es bereits. &#8222;Prinz! Prinz!&#8220; Die Rufe schallten durch den Wald, und bald tauchte der gute Benno auf und mit ihm das Jagdgefolge, auch der Hofnarr, ja selbst der Hofmeister von Papanow, der sich in seinem Harnisch nur mit gr\u00f6\u00dfter M\u00fche einen Weg durch den Wald bahnte. Aber als der Hofmeister den Prinzen sah, dr\u00e4ngte er sich gleich als erster zu ihm, um ihm zu gratulieren. &#8222;Dreimal hoch!&#8220; rief er aus, und die anderen mussten es ihm gleichtun. Doch jeder rief es von Herzen gern. Schon tastete der Morgen mit schimmernden Fingern den Wald ab, als sie den Steinernen Hain verlie\u00dfen. Der Hofnarr wandte sich zum Prinzen und zu Odette und sagte mit seiner piepsigen Stimme: &#8222;Ich hab&#8217;s Euch ja gesagt, Herr Prinz, wenn ein roter Fuchs \u00fcber den Weg l\u00e4uft, dann bedeutet das Pech. Und eine schwarze Katze doppeltes Pech.&#8220; &#8222;Und wenn einem ein wei\u00dfer Schwan in den Weg kommt?&#8220; fragte Odette l\u00e4chelnd. Zum erstenmal im Leben wusste der Narr nicht, was er antworten sollte. Aber der Prinz half ihm: &#8222;Das bedeutet Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, nicht wahr?&#8220; Und der Narr fand die Sprache wieder. &#8222;Aber nein, Herr Prinz&#8220;, lachte er auf, &#8222;das bedeutet eine baldige Hochzeit!&#8220; Es war ein fr\u00f6hlicher Zug, der sich der Burg n\u00e4herte. Vorn Benno und die J\u00e4ger, dann der Prinz mit Odette, nach ihnen die Gef\u00e4hrtinnen Odettes und zum Schluss der Hofnarr mit dem Hofmeister, der sich die unh\u00f6flichen Bemerkungen des Narren anh\u00f6ren musste: \u00fcber den Harnisch und dar\u00fcber, wie viel Platz im Walde zwischen den B\u00e4umen ist, \u00fcber rostfarbige B\u00e4rte und \u00fcber alles M\u00f6gliche, was Herrn von Papanow nicht zweimal lieb war. Die K\u00f6nigin wartete schon auf der Burgzinne. Hier und da brannten in der Morgend\u00e4mmerung noch die Fackeln auf der Burgmauer als letzte Erinnerung an die schreckliche Nacht, die so gut endete. Dass sich die K\u00f6nigin auch freute, das brauchen wir gar nicht zu sagen. Es war geschehen, was sie wollte: Der Prinz hatte eine Braut gefunden, und die Hochzeit stand bevor. Dass alles nicht so einfach gewesen war, wie sie sich&#8217;s zu Anfang gedacht hatte &#8211; nun, so pflegt es schon zu sein im Leben und auch im M\u00e4rchen.&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Andreas Weigel [ <a href=\"mailto:andreas.weigel@gmx.de\">andreas.weigel@gmx.de<\/a> ] zur Verf\u00fcgung gestellt. Vielen Dank.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[129,85],"tags":[49],"class_list":["post-787","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kamil-bednar","category-maerchen","tag-schwanensee"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=787"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3031,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/787\/revisions\/3031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}