{"id":734,"date":"2015-12-10T19:46:38","date_gmt":"2015-12-10T18:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=734"},"modified":"2026-01-24T23:02:35","modified_gmt":"2026-01-24T22:02:35","slug":"die-henne-mit-dem-goldenen-ei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-henne-mit-dem-goldenen-ei\/","title":{"rendered":"Die Henne mit dem goldenen Ei"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen aus dem Kaukasus<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es war einmal zwei arme Leutchen, ein alter Mann und seine Frau. Alles, was sie hatten, war eine einzige Henne. Beim Gedanken an eine H\u00fchnersuppe lief ihnen das Wasser im Mund zusammen, und so beschlossen sie, die Henne zu schlachten.<br \/>\nAls sie die Henne nun fingen und in einen K\u00e4fig sperrten, legte sie ein goldenes Ei. Die beiden Alten sagten zueinander: &#8222;Wir w\u00e4ren dumm, wenn wir die Henne schlachten wollten. Vielleicht legt sie jetzt jeden Tag ein goldenes Ei.&#8220;<br \/>\nAls sie die Henne am anderen Tag suchten, war und blieb sie spurlos verschwunden. Der alte nahm seinen Wanderstab und sagte zu seiner Frau: &#8222;Ich gehe auf die Suche. Ohne die Henne komme ich nicht heim.&#8220;<br \/>\nLange suchte und wanderte er &#8211; ein M\u00e4rchen ist schnell erz\u00e4hlt, aber es braucht lange, bis alles geschieht -, da kam er zu dem H\u00e4uschen einer uralten Frau. Er erz\u00e4hlte ihr von seinem Missgeschick und fragte, ob sie seine Wunderhenne nicht gesehen h\u00e4tte.<br \/>\n&#8222;Nein&#8220;, sagte das alte Weiblein, &#8222;gesehen habe ich die Henne nicht, aber ich gebe dir daf\u00fcr ein Pferd. Du brauchst nur zu wiehern, und schon gibt es dir jedes Gericht, auf das du Appetit hast.&#8220;<br \/>\nDas alte Weiblein brachte als Geschenk einen recht unscheinbaren Gaul aus ihrem Stall hinter dem H\u00e4uschen. Der Alte hatte einige M\u00fche, den Klepper zu besteigen. Als er aufgesessen war, machte er sich frohen Mutes auf den Weg nach Hause und dachte schon daran, welches Gericht er seiner staunenden Frau nach seiner R\u00fcckkehr zuerst herbeizaubern w\u00fcrde. Als er in einen Ort einritt, lachten ihn die Leute wegen seiner elenden M\u00e4hre aus und zeigten mit Fingern auf ihn.<br \/>\n&#8222;Lacht nur, soviel ihr wollt&#8220;, rief er von seinem Gaul herab, &#8222;nur wiehern d\u00fcrft ihr nicht! Wenn ihr wiehert, gibt es zu essen, worauf ihr Lust habt!&#8220;<br \/>\nKeiner nahm diese Worte ernst. Die Dorfjungen lachten nur noch mehr und wieherten dann aus vollem Halse zum Scherz. Was war das? Da standen pl\u00f6tzlich die verschiedensten Gerichte der Reihe nach auf der Erde, so viele, dass alle Dorfbewohner sich den Bauch voll schlagen konnten. Den alten Mann luden sie daraufhin mit vielen Verbeugungen in das Gastzimmer und bereiteten ihm ein Ruhelager. Kaum hatte der Alte sich hingelegt, da vertauschten sie sein Pferd. Unbemerkt wechselten sie den Gaul gegen einen ebenso unscheinbaren aus. Nachdem der Alte sein Schl\u00e4fchen gehalten hatte, brach er eilends auf zu seiner Frau, merkte aber nicht, dass er auf einem anderen Pferd sa\u00df. Zuhause k\u00fcndigte er gro\u00df sein Kunstst\u00fcck an und wollte es auch gleich seiner Frau zeigen, aber soviel er auch wieherte, das Pferd gab nichts her.<br \/>\nSchlie\u00dflich wieherte sein Frau aus Leibeskr\u00e4ften mit, aber vergebens. Der Alte sch\u00fcttelte den Kopf und f\u00fchrte der uralten Frau in ihrem H\u00e4uschen das Pferd wieder zur\u00fcck und klagte dar\u00fcber, dass sie ihn so elend betrogen habe.<br \/>\n&#8222;Nein, nein&#8220;, sagte die Alte, &#8222;ich habe dich nicht betrogen, du kannst mir glauben! Ich gebe dir aber daf\u00fcr eine Ziege. Sobald du meckerst, fallen Goldst\u00fccke aus ihrer Nase und aus ihrem Maul.&#8220;<br \/>\nDer Alte nahm die Ziege, f\u00fchrte sie an einem Strick mit sich nach Hause und kam auf seinen Weg wieder durch den Ort, in dem die Leute zuerst gelacht und dann doch sehr gestaunt hatten. Nachdem er den Leuten in dem Dorf wieder alles gutm\u00fctig erz\u00e4hlt hatte, vertauschten die schlauen Buschen auch seine Ziege.<br \/>\nAls der Alte nach Hause kam, wollte er seiner Frau gleich die Gold-spuckende Ziege vorf\u00fchren, aber alles Meckern half nichts, kein einziges Goldst\u00fcck kam aus dem Maul und keines aus der Nase. Die beiden Alten meckerten die halbe Nacht, sie meckerten in einem fort, aber die Ziege gab kein Gold von sich.<br \/>\n&#8222;Die Alte betr\u00fcgt mich!&#8220; jammerte der Mann, brachte ihr die Ziege zur\u00fcck und machte ihr bittere Vorw\u00fcrfe.<br \/>\nDie Alte ging auf die Vorw\u00fcrfe nicht ein, gab ihm einen gro\u00dfen Kn\u00fcppel und sagte: &#8222;Nimm diesen Kn\u00fcppel daf\u00fcr. Wenn dir jemand Unrecht tut, so brauchst du nur &#8218;dom-dom&#8216; zu sagen und schon wird er die Misset\u00e4ter pr\u00fcgeln. Erst wenn du ihm befiehlst aufzuh\u00f6ren, gibt er Ruhe oder erst, wenn deine Widersacher sich deinem Willen f\u00fcgen.&#8220;<br \/>\nDer Alte nahm den Kn\u00fcppel und kam bald wieder zu der Ortschaft, in der sie ihm das Pferd und die Ziege vertauscht hatten.<br \/>\nDie Leute liefen alle wieder zusammen, um zu sehen, was er diesmal bringe. Sie waren arg entt\u00e4uscht, als sie ihn nur mit einem dicken Stecken ankommen sahen.<br \/>\n&#8222;Gebt Acht&#8220;, sagte l\u00e4chelnd der Mann, &#8222;und sagt auf keinen Fall &#8218;dom-dom&#8216;, sonst kriegt ihr Haue!&#8220;<br \/>\nNiemand glaubte ihm. Die Dorfjungen machten sich bald wieder \u00fcber ihn lustig und zum Spott riefen sie &#8222;dom-dom&#8220;. Da fuhr der Kn\u00fcppel wie ein Donnerwetter unter sie und pr\u00fcgelte sie ganz f\u00fcrchterlich. Der Kn\u00fcppel h\u00f6rte gar nicht mehr auf, die Dorfbewohner nach Strich und Faden zu verdreschen, bis sie ihn inst\u00e4ndig baten, er solle seinen Kn\u00fcppel Einhalt gebieten. Sie r\u00fcckten schlie\u00dflich damit heraus, dass sie ihm das Pferd und seine Ziege vertauscht h\u00e4tten und wollten ihm nun beide sofort wiedergeben, wenn er der Pr\u00fcgelei ein Ende mache.<br \/>\nDer Mann lie\u00df sich beide Tiere wiedergeben und gebot dann dem Kn\u00fcppel: &#8222;Halt!&#8220;<br \/>\nMit Pferd, Ziege und Kn\u00fcppel kehrte er nun nach Hause zur\u00fcck und lebte mit seiner Alten im Reichtum und Gl\u00fcck.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen aus dem Kaukasus<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,163,133],"tags":[],"class_list":["post-734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-kaukasus","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=734"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":735,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions\/735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}