{"id":6052,"date":"2026-04-20T02:42:06","date_gmt":"2026-04-20T00:42:06","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=6052"},"modified":"2026-04-20T02:42:15","modified_gmt":"2026-04-20T00:42:15","slug":"pachulenia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/pachulenia\/","title":{"rendered":"Pachulenia"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Pachulenia<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es lebten einmal zwei K\u00f6nige, die waren Nachbarn. Der eine hatte drei jungen, der andere drei M\u00e4dchen. Der K\u00f6nig mit den jungen hatte seinen Spa\u00df daran, den andern zu \u00e4rgern. Deswegen sagte er oft, wenn sie sich im Caf\u00e9 mit den anderen K\u00f6nigen trafen: \u00bbGuten Morgen, Herr K\u00f6nig mit den drei Stuten! \u00ab Den anderen verdross das, und er wusste nicht, was er antworten sollte. Darum sa\u00df er herum und schaute finster drein und wollte nicht essen und nicht trinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages trat seine j\u00fcngste Tochter, die eine Neunmalgescheite war, zu ihm und fragte ihn, was ihm fehle. \u00bbPah!\u00ab sagte er, \u00bbnichts, mein Kind.\u00ab &#8211; \u00bbAber, wieso denn nichts, Vater? Entweder du sagst es mir, oder ich tu mir etwas an. \u00ab Was sollte der K\u00f6nig machen? Er erz\u00e4hlte ihr, was vorgefallen war. Darauf brach sie in Lachen aus. \u00bbWas?\u00ab rief sie, \u00bbdas nimmst du dir so zu Herzen? Wenn er das noch einmal zu dir sagt, muss du antworten: Guten Morgen, mein K\u00f6nig mit den drei Hengsten!\u00ab Die beiden \u00e4lteren T\u00f6chter, die die Unterhaltung geh\u00f6rt hatten, machten sich \u00fcber ihren Vater lustig: \u00bbDeswegen bist du betr\u00fcbt? Wir dachten, dass Brautwerber gekommen w\u00e4ren, die sich um uns bewerben, und dass du traurig w\u00e4rst, dich von uns zu trennen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Also der K\u00f6nig tat, wie ihm Pachulenia geraten hatte. Der K\u00f6nig, der die drei jungen hatte, wurde w\u00fctend, als er die Antwort h\u00f6rte, und zerbrach sich den Kopf, um irgendeine schwierige Aufgabe zu finden, mit der der andere nicht fertig werden k\u00f6nnte. So sagte er bald darauf zu seinem Nachbarn: \u00bbIch will, dass du mir einen Scheffel gemahlenes Mehl bringst, das Mehl ist und auch wieder nicht Mehl ist. Wenn du das bringst, ist es gut, wenn nicht, nehme ich dir dein bestes St\u00fcck Land.\u00ab Der ungl\u00fcckliche K\u00f6nig erschrak zutiefst; er ging zu Pachulenia, um es sofort mit ihr zu besprechen. \u00bbAch, Vater, deswegen gr\u00e4mst du dich? Was immer er dir sagt, musst du mir gleich erz\u00e4hlen, und mach dir weiter keine Sorgen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich befahl Pachulenia: hundert Zimmerleute sollten Bretter zers\u00e4gen und S\u00e4gemehl daraus machen, das sollten sie in S\u00e4cke f\u00fcllen und dem K\u00f6nig bringen. Als der die vielen S\u00e4cke sah, gef\u00fcllt mit dem, was er sich ausgedacht hatte, wollte er vor \u00c4rger platzen: Warte nur, ich werde eine andere Aufgabe f\u00fcr ihn finden, bei der er bestimmt nicht wei\u00df, was er machen soll. Und tats\u00e4chlich, als sie sich am Abend wieder trafen und sich unterhielten, wie es die K\u00f6nige so tun, sagte er zu Pachulenias Vater: \u00bbK\u00f6nig, jetzt will ich, dass du mir eine Kanne Milch bringst, die Milch ist und auch wieder nicht Milch ist. Wenn du das nicht kannst, nehme ich dir das beste St\u00fcck deines Landes.\u00ab &#8211; \u00bbNa gut\u00ab, sagte der Ungl\u00fcckliche innerlich zitternd, \u00bbich werde sehen. \u00ab Sofort ging er nach Hause und besprach es mit Pachulenia. \u00bbHab keine Sorge, lieber Vater\u00ab, sagte sie, \u00bbich bin ja auch noch da.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie befahl, viele Pferde anzutreiben und zu hetzen und den Schaum, der ihnen dabei vors Maul trat, in eine Flasche zu sammeln und dem K\u00f6nig das als Milch zu geben. So wurde es denn auch gemacht. Der K\u00f6nig mit den T\u00f6chtern brachte das Gef\u00e4\u00df mit dem Schaum zu dem K\u00f6nig mit den S\u00f6hnen. Als der das sah, wurde er w\u00fctend wie ein wildes Tier. \u00bbAber wer ist es nur, der dich immer gewinnen l\u00e4sst?\u00ab rief er. \u00bbMeine Tochter Pachulenia, K\u00f6nig!\u00ab &#8211; \u00bbWas!\u00ab sagte der, \u00bbdie ist es, eine Frau will es mit mir aufnehmen? Bring sie mir morgen zum Essen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Mittag kleidete und k\u00e4mmte sich Pachulenia sorgf\u00e4ltig und ging mit ihrem Vater hin. Aber bei Tisch brachte sie keinen Bissen zum Munde. Darum sagte der K\u00f6nig zu ihr: \u00bbWarum isst du nicht?\u00ab Sie antwortete: \u00bbK\u00f6nig, deine Speisen gefallen mir nicht. Ich bin gewohnt, Eier am Spie\u00df zu essen. Gebt doch bitte Anweisung, dass man mir zwei zubereitet.\u00ab Also gab der K\u00f6nig dem Koch den Befehl. Aber wie sollte der Arme Eier am Spie\u00df braten! Das war unm\u00f6glich! So musste der K\u00f6nig ihr in gro\u00dfer Verlegenheit sagen, dass dies nicht ginge. \u00bbGut, K\u00f6nig\u00ab, sagte Pachulenia, \u00bbich habe alles, was du von mir verlangt hast, getan, und du kannst mir nicht einmal zwei Eier am Spie\u00df braten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der K\u00f6nig wollte ihr unbedingt gef\u00e4llig sein. \u00bbSag mir, meine Herrin, welch ein Geschenk kann ich dir machen?\u00ab Pachulenia erwiderte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSalat, sehr guten Kopfsalat, mit drei\u00dfig gr\u00fcnen Bl\u00e4ttern und oben auf dem gr\u00fcnen Kopf ein goldenes Blatt gern h\u00e4tt&#8216; er!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das verstimmte den K\u00f6nig nun vollends. \u00bbWie kann ich\u00ab, rief er, \u00bbdich zufrieden stellen, wenn du Unm\u00f6gliches von mir verlangst!\u00ab &#8211; \u00bbAlso, K\u00f6nig\u00ab, sagte darauf Pachulenia, \u00bbich habe dich besiegt.\u00ab &#8211; \u00bbNein\u00ab, erwiderte der K\u00f6nig, \u00bbich will, dass wir es noch einmal versuchen. Du sollst mit meinem j\u00fcngsten Sohn, der der t\u00fcchtigste junge Mann des Landes ist, zusammen den gro\u00dfen Fluss \u00fcberqueren. Wer von euch zuerst auf die andere Seite gelangt und mir den Papagei des Gl\u00fccks bringt, der hat gesiegt. Wenn mein Sohn ihn bringt, schlage ich dir den Kopf ab. Wenn aber du ihn bringst, gebe ich dir meinen Sohn zum Mann.\u00ab Auf diesen Vorschlag ging Pachulenia ohne weiteres ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging sie zum Stall ihres Vaters und w\u00e4hlte sich das beste Pferd aus. Dann zog sie sich wie ein Reiter an und ging am Mittag zum Fluss. Dort traf sie den Sohn des andern K\u00f6nigs, der am Fluss sa\u00df und sich abqu\u00e4lte, ihn mit einem Zuckerl\u00f6ffelchen leerzuschaufeln, um ans andere Ufer zu gelangen. Da lachte sie laut heraus, dann gab sie ihrem Pferd die Peitsche und ritt in den Fluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach kurzer Zeit war sie dr\u00fcben. jetzt aber kam erst das wirklich Schwierige, denn den Papagei des Gl\u00fccks bewachte tags\u00fcber ein Drake, ein wildes Tier; und der K\u00f6nigssohn, dem der Papagei geh\u00f6rte, bewachte ihn die ganze Nacht, so dass niemand ihn stehlen konnte. Dieser Papagei brachte, sowie er den Schnabel \u00f6ffnete, Gold hervor. Pachulenia schl\u00e4ferte den Draken ein, dann ging sie in ihrer M\u00e4nnerkleidung zum K\u00f6nigssohn und bat ihn, ihr den Papagei doch einmal zu zeigen. Der K\u00f6nigssohn ging gern darauf ein. Aber sowie die beiden allein in einem Zimmer sind, gibt Pachulenia ihm einen Sto\u00df, dass er hinten\u00fcber f\u00e4llt, ergreift sofort den Vogel und l\u00e4uft weg. Und an die T\u00fcr heftete sie ein Papier, auf dem stand: Ich war eine Frau und habe dich \u00fcberlistet! Dann bestieg sie wieder ihr Pferd und \u00fcberquerte den Fluss. Der K\u00f6nigssohn sa\u00df da noch immer und versuchte, den Fluss mit dem L\u00f6ffelchen auszusch\u00f6pfen. Aber Pachulenia l\u00e4uft mit dem Papagei in den Palast zum K\u00f6nig mit den drei S\u00f6hnen. Kaum sieht der Vogel den K\u00f6nig, l\u00e4sst er ein Feuer aus seinem Munde kommen, direkt auf den K\u00f6nig zu, und verbrennt ihn zu Asche. Dann heiratete Pachulenia seinen Sohn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pachulenia Es lebten einmal zwei K\u00f6nige, die waren Nachbarn. Der eine hatte drei jungen, der andere drei M\u00e4dchen. Der K\u00f6nig mit den jungen hatte seinen Spa\u00df daran, den andern zu \u00e4rgern. 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