{"id":6050,"date":"2026-04-20T02:39:32","date_gmt":"2026-04-20T00:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=6050"},"modified":"2026-04-20T02:39:48","modified_gmt":"2026-04-20T00:39:48","slug":"der-prozess-um-die-eier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-prozess-um-die-eier\/","title":{"rendered":"Der Prozess um die Eier"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Prozess um die Eier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte eine Reise zu machen, und seine Frau war gerade schwanger, und er sagt zu ihr- \u00bbK\u00f6nigin, ich will eine Reise machen, und wenn du ein M\u00e4dchen gebierst, so werde ich dich k\u00f6pfen lassen, und wenn einen Knaben, so wirst du K\u00f6nigin sein in meinem Reich.\u00ab Nach einer Weile, als der K\u00f6nig abgereist war, gebar die K\u00f6nigin ein M\u00e4dchen. Die K\u00f6nigin geriet in Angst und \u00fcberlegte, was sie tun solle. Zuf\u00e4llig hatte nahe beim Schloss eine arme Frau einen Knaben geboren; und die K\u00f6nigin berief heimlich diese Frau zu sich und sagte zu ihr: \u00bbGib mir deinen Knaben und nimm das M\u00e4dchen; so will ich f\u00fcr deinen Unterhalt sorgen bis an dein Lebensende, denn wenn der K\u00f6nig k\u00e4me und das M\u00e4dchen s\u00e4he, w\u00fcrde er mich k\u00f6pfen.\u00ab Die arme Frau nahm es an, und sie vertauschten ihre Kinder. &#8211; In dieser Zeit richtete der K\u00f6nig allein und nicht die Richter. Aber lassen wir jetzt den K\u00f6nig und die K\u00f6nigin.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Tagen wollte ein Kaufmann sich auf die Reise begeben und rief eine alte Frau zu sich und sagte zu ihr: \u00bbGeh und hol mir vierzig Eier, koche und bringe sie mir; ich werde dir bezahlen, soviel sie kosten.\u00ab Sie brachte ihm die Eier richtig gekocht und \u00fcbergab sie ihm. Das Dampfboot war segelfertig zu der Stunde, wo sie sie ihm gab, und er sagte zu ihr: \u00bbIch habe keine Zeit mehr, dich zu bezahlen. Erst wenn ich von der Reise zur\u00fcckkomme!\u00ab Der Kaufmann fuhr also ab, ohne der Alten die Eier bezahlt zu haben, und blieb drei Jahre fort. Nach drei Jahren kehrte er wieder zur\u00fcck, und die Alte kam und verlangte von ihm die Bezahlung der Eier. Er sagt zu ihr. ,&gt;Wie viel kosten die Eier?\u00ab Und sie antwortet: \u00bbBerechne, wie viel H\u00fchner die vierzig Eier in den drei Jahren erzeugt h\u00e4tten, wenn ich sie Bruthennen untergelegt h\u00e4tte.\u00ab Der Kaufmann sagt zu ihr: \u00bbWas redest du da? F\u00fcr vierzig Eier will ich dir vierzig Dekara geben.\u00ab \u00bbNein, ich nehme die vierzig Dekara nicht, sondern berechne, wie viel junge die vierzig Eier erzeugt h\u00e4tten, und wie viel Eier die vierzig jungen, und wie viel junge die wieder. \u00ab Da schalt der Kaufmann die Alte und sagte: \u00bbMach, dass du fortkommst, ich gebe dir keine Pendara mehr; geh 1 \u00ab Da sah sich die Alte gen\u00f6tigt, zum K\u00f6nig zu gehen, damit er ihr Recht spreche. Sie gab dem K\u00f6nig Bericht \u00fcber die Sache: \u00bbDer Kaufmann hat sich von mir vierzig Eier geben lassen, ist auf die Reise gegangen und hat sie mir nicht bezahlt; heut sind es drei Jahre, und ich bin zu ihm gegangen und habe mein Geld von ihm verlangt; er aber hat mich gescholten und weggejagt. Und nun will ich, mein K\u00f6nig, dass du meine Sache gerecht entscheidest. Die vierzig Eier in drei Jahren, welche Einnahme h\u00e4tten sie gebracht?\u00ab Als sie dem K\u00f6nig diese Frage vorgelegt hatte, dass er berechnen solle, wie viel junge die vierzig Eier erzeugt h\u00e4tten und wie viel junge und Eier die vierzig jungen wieder erzeugt h\u00e4tten, da stellte er sich hin und \u00fcberlegte, aber er fand kein Mittel, die Streitfrage der Alten mit dem Kaufmann zu l\u00f6sen. Da sagte der K\u00f6nig zu ihnen: \u00bbGehet hin in Frieden, ich will nachdenken, um euren Prozess zu entscheiden. \u00ab Sie gingen weg und an ihre Arbeit, die Alte samt dem Kaufmann. Der K\u00f6nig dachte nach, aber er konnte die Rechnung nicht aufstellen, und es vergingen drei, vier Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Kehren wir jetzt zu den Kindern zur\u00fcck, welche mehr als zehn Jahre alt waren, von der K\u00f6nigin und der armen Frau, die sie vertauscht hatten. Das Kind der armen Frau hatte Zutrauen zu der K\u00f6nigin und ging in den k\u00f6niglichen Garten, und der K\u00f6nigssohn unterhielt sich mit dem Kind der armen Frau. Der K\u00f6nig hatte oftmals von der Rechnung der Alten gesprochen, und auch die Kinder wussten davon. Eines Tages sa\u00dfen die beiden Kinder in dem k\u00f6niglichen Garten und sagten, wir wollen den Prozess der Alten entscheiden, den der K\u00f6nig nicht entscheiden kann. Sie sagten also, der eine von ihnen solle K\u00f6nig werden und der andere die alte Frau. Der K\u00f6nig war am Fenster und h\u00f6rte die Kinder, die den Prozess der Alten entscheiden wollten, und er blieb neugierig stehen, um das Ende zu erfahren. Da sagt der Knabe: \u00bbIch will K\u00f6nig sein, um den Prozess zu entscheiden, und du bist die Alte, die die Bezahlung der vierzig Eier verlangt.\u00ab Das M\u00e4dchen nahm dies nicht an, dass der Knabe K\u00f6nig sein solle, sondern sagte: \u00bbNein, ich will K\u00f6nig sein. \u00ab Da das M\u00e4dchen von k\u00f6niglicher Abkunft war und der Knabe von der armen Frau abstammte &#8211; o Wunder -, so ging der Knabe darauf ein, dass das M\u00e4dchen K\u00f6nig sei und er selbst die Alte. Das M\u00e4dchen sagt zu dem Knaben, der die Alte gab: \u00bbWie viel Eier hast du dem Kaufmann gegeben?\u00ab Er antwortete: \u00bbVierzig, und drei Jahre sind vergangen, ohne dass er sie mir bezahlt hat. Als er nach drei Jahren zur\u00fcckgekehrt ist, wollte er mich bezahlen und mir vierzig Dekara geben, aber ich nahm sie nicht an. \u00ab Das M\u00e4dchen sagt zu dem Knaben: \u00bbWie viel verlangst du f\u00fcr die Eier?\u00ab &#8211; \u00bbEs waren vierzig Eier; sie h\u00e4tten vierzig junge erzeugt und diese vierzig jungen h\u00e4tten wieder andere Eier und andere junge erzeugt. \u00ab Da fragt das M\u00e4dchen den Knaben: \u00bb In welcher Weise hat der Kaufmann von dir die Eier verlangt?\u00ab Sagt der Knabe: \u00bbDer Kaufmann sagte mir, ich solle ihm vierzig Eier holen, sie ihm kochen und ihm auf s Schiff bringen, dass er sie mir bezahle.\u00ab Da sagt das M\u00e4dchen zu ihm: \u00bbDu hast sie ihm also gekocht gebracht? Ei, also! Erzeugen gekochte Eier andere V\u00f6gel und Eier?\u00ab Er antwortet: \u00bbNein!\u00ab &#8211; \u00bbAlso hast du nicht Recht, mehr als vierzig Dekara f\u00fcr die Eier zu verlangen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig h\u00f6rte die Entscheidung der Kinder, war erstaunt und sagte: \u00bbZwei Kinder haben den Prozess der Alten geschlichtet, und ich konnte ihn nicht in drei, vier Jahren schlichten!\u00ab Und er ruft die Alte und den Kaufmann zu sich und sagt zu der Alten: \u00bbLass mich wissen, was du dem Kaufmann gegeben hast.\u00ab &#8211; \u00bbMein K\u00f6nig, vierzig Eier, und er hat sie mir nicht bezahlt. \u00ab Da sagt er zu ihr: \u00bb Gabst du ihm die Eier gekocht oder ungekocht?\u00ab &#8211; \u00bbNein, gekocht, mein K\u00f6nig, gab ich sie ihm.\u00ab &#8211; \u00bbAlso! Kann eine gekochte Sache zeugen?\u00ab Die Alte antwortet: \u00bbNein, mein K\u00f6nig.\u00ab &#8211; \u00bbAlso! Du hast nicht Recht, mehr als vierzig Dekara mit ihren Zinsen zu bekommen.&#8220; Zum Kaufmann sagt er: \u00bbBezahle sie!\u00ab Der Kaufmann entgegnet: \u00bbWie viel Zinsen vierzig Dekara in den drei Jahren machen, habe ich nicht Lust zu berechnen. Sie mag hundertf\u00fcnfzig Piaster nehmen und zum Kuckuck gehen. \u00ab Die Alte nahm die hundertf\u00fcnfzig Piaster und ging. Sagt der Kaufmann: \u00bbGott sei Dank, dass ich diese Geschichte los bin!\u00ab und ging weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist gerecht- um die K\u00f6nigin zu retten, dass der K\u00f6nig sie nicht k\u00f6pfen lasse, wenn er sp\u00e4ter erf\u00fchre, dass sie ein M\u00e4dchen geboren und es mit dem jungen der armen Frau vertauscht habe, gab er den Kindern Erleuchtung, das Problem der Alten zu l\u00f6sen. Denn die K\u00f6nigin s\u00fcndigte nicht, da Gott in ihrem Leib ein weibliches Kind schuf und nicht ein m\u00e4nnliches; denn das weibliche Kind war von Gott geschaffen, er wollte, dass sie ein weibliches geb\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages rief der K\u00f6nig die K\u00f6nigin und sagt zur ihr: \u00bbSage mir die Wahrheit: was f\u00fcr ein Kind hast du geboren? Du bist frei, f\u00fcrchte dich nicht, du bist K\u00f6nigin meines ganzen Reiches. Nur sage mir die volle Wahrheit!\u00ab &#8211; \u00bbMein K\u00f6nig, weil du mir gesagt hattest, dass, wenn ich ein weibliches Kind geb\u00e4ren w\u00fcrde, du mich k\u00f6pfen lie\u00dfest, f\u00fcrchtete ich mich, als ich ein solches geboren hatte, das doch von Gott so geschaffen war, und rief die Arme in unserer Nachbarschaft, und wir machten einen Tausch. Der junge geh\u00f6rt ihr, der Nachbarin, und das M\u00e4dchen ist meines.\u00ab &#8211; \u00bbIch danke dir, meine K\u00f6nigin, dass du mich vor einer gro\u00dfen S\u00fcnde bewahrtest, dich k\u00f6pfen zu lassen. Du sollst auf meinem Thron sitzen, dass wir zusammen regieren, weil Gott es so gewollt hat, dass es so kam. Rufe die arme Frau in den Palast!\u00ab Sie rief sie in den Palast, und der K\u00f6nig fragte sie: \u00bbWie habt ihr das, du und die K\u00f6nigin, gemacht und eure Kinder vertauscht?\u00ab &#8211; \u00bbDie K\u00f6nigin rief mich, mein K\u00f6nig, und sagte zu mir, ich solle ihr mein m\u00e4nnliches Kind geben und sie mir ihr weibliches Kind, und sie gab mir auch Geld.\u00ab Da nahm der K\u00f6nig sein M\u00e4dchen und die arme Frau ihren Knaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arme sagte zu ihrem Kind: \u00bbWohlan, mein Sohn, lass uns in unser Haus gehen!\u00ab Das Kind jammerte und weinte, und der K\u00f6nig sagte daher zu ihm: \u00bbGeh nur getrost, mein Kind, ich werde dir viel Geld geben, dass du ein gro\u00dfer und reicher Kaufmann wirst und nicht Not leidest.\u00ab Der K\u00f6nig gab Befehl, der armen Frau t\u00e4glich den n\u00f6tigen Unterhalt zu gew\u00e4hren. So ging denn die arme Frau mit ihrem Kind nach Hause. Die K\u00f6nigin aber sprach: \u00bbIch preise Dich, mein Gott, der Du gerecht bist und gerecht richtest.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Prozess um die Eier Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte eine Reise zu machen, und seine Frau war gerade schwanger, und er sagt zu ihr- \u00bbK\u00f6nigin, ich will eine Reise machen, und wenn du ein M\u00e4dchen gebierst, so werde ich dich k\u00f6pfen lassen, und wenn einen Knaben, so wirst du K\u00f6nigin sein in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5758,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204],"tags":[],"class_list":["post-6050","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-unbekannt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6050"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6051,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6050\/revisions\/6051"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}