{"id":6025,"date":"2026-04-20T01:49:48","date_gmt":"2026-04-19T23:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=6025"},"modified":"2026-04-20T01:49:52","modified_gmt":"2026-04-19T23:49:52","slug":"der-rat-des-esels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-rat-des-esels\/","title":{"rendered":"Der Rat des Esels"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Rat des Esels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tierm\u00e4rchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bauer, der gro\u00dfe Viehherden und fruchtbare Felder und Weiden besa\u00df. Aber er war nicht nur reich, er war auch klug und gebildet und verstand die Sprache der Tiere und V\u00f6gel.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem seiner St\u00e4lle hielt er einen Ochsen und einen Esel. Jeden Tag am Abend kam der Ochse m\u00fcde und hungrig vom Feld heim in den Stall. Der Stall war sauber und rein, die Tr\u00e4nke mit Wasser gef\u00fcllt, in der Krippe lagen Stroh und K\u00f6rner, und vor der Krippe faulenzte der Esel, (denn sein Herr ritt nur selten auf ihm aus).<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages h\u00f6rte der Bauer zuf\u00e4llig, wie der Ochse zum Esel sprach: \u00bbWie gl\u00fccklich bist du! Ich muss mich plagen und m\u00fchen und bin von der schweren Arbeit schon ganz ersch\u00f6pft, du aber darfst hier im Stall liegen und dich ausruhen. Du kannst K\u00f6rner und Stroh fressen, soviel du willst, und nur manchmal musst du daf\u00fcr unseren Herrn tragen. Dir fehlt wahrhaft nichts! Sieh mich dagegen an! Mein Leben besteht aus einer endlosen Plackerei vor dem Pflug und vor den M\u00fchlsteinen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Esel antwortete: \u00bbWenn sie dich morgen auf das Feld hinausf\u00fchren und das Joch auf deinen Nacken legen wollen, so stelle dich krank und la\u00df dich auf den Boden niederfallen. Steh nicht auf, auch wenn sie dich schlagen. R\u00fchr kein Futter an! Faste einen Tag oder zwei, du wirst sehen, dass man dich nicht vor den Pflug schirrt und dich nicht zu den M\u00fchlsteinen f\u00fchrt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauer aber hatte alles mit angeh\u00f6rt, was Ochs und Esel besprachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf kam der Knecht und brachte den Tieren Futter, aber der Ochse fra\u00df kaum ein Maulvoll K\u00f6rner.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, als der Knecht den Ochsen auf das Feld f\u00fchren wollte, blieb der Ochse neben der Krippe auf dem Boden liegen, lie\u00df sich nicht bewegen, aufzustehen, br\u00fcllte kl\u00e4glich und stellte sich schwach und entkr\u00e4ftet. Schlie\u00dflich ging der Knecht zu seinem Herrn und meldete ihm, dass der Ochse krank geworden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauer befahl seinem Knecht: \u00bbF\u00fchre den Esel auf das Feld und spanne ihn statt des Ochsen vor den Pflug.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem m\u00fchseligen Arbeitstag kam der Esel in den Stall zur\u00fcck, und der Ochse dankte ihm f\u00fcr den guten Rat, den er ihm gegeben hatte. Der Esel aber antwortete nicht und musste seine Un\u00fcberlegtheit bitter bereuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen f\u00fchrte der Knecht den Esel wieder hinaus aufs Feld. Vom Morgen bis zum Abend, selbst in der Hitze des Mittags musste der Esel den Pflug ziehen, und als er endlich in seinen Stall zur\u00fcckkehren durfte, war er j\u00e4mmerlich anzusehen. Sein glattes Fell war struppig und staubig und sein Nacken wundgerieben vom schweren Joch.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Stall aber erwartete ihn der Ochse, ausgeruht und in bester Laune dankte er ihm wie am Vortag herzlich f\u00fcr den guten Rat und pries die Klugheit des Esels.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbH\u00e4tte ich nur meine Weisheit f\u00fcr mich behalten!\u00ab dachte da der Esel.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dann wandte er sich wieder an den Ochsen und sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGerade h\u00f6rte ich &#8211; zu deinem Gl\u00fcck! -, wie unser Herr zu seinen Dienern sagte: &gt;Wenn dieser Ochse nicht bald gesund und kr\u00e4ftig wird, so bringt ihn zum Schlachthaus, denn er taugt nicht mehr f\u00fcr die Arbeit.&lt; Ich bin\u00ab, fuhr der Esel fort, als er sah, wie der Ochse erschrak, \u00bbbesorgt um dich. Ich m\u00f6chte nicht, dass dir etwas B\u00f6ses geschieht. Der Friede sei mit dir, du bist mein Freund !\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ochse sprang sofort auf, dankte dem Esel und rief: \u00bbMorgen werde ich nur zu gerne wieder auf das Feld gehen!\u00ab Er fra\u00df sein ganzes Futter und leckte sorgsam auch das letzte K\u00f6rnchen aus der Krippe.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich nach Sonnenaufgang kam am n\u00e4chsten Tag der Bauer mit seiner Frau zum Stall, um nach dem Ochsen zu sehen. Der Knecht f\u00fchrte den Ochsen heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum sah der Ochse seinen Herrn, sprang und h\u00fcpfte er herum wie ein ausgelassenes, junges F\u00fcllen, um seine Gesundheit zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauer, seine Frau und der Knecht aber lachten so sehr, dass ihnen die Tr\u00e4nen \u00fcber die Wangen liefen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rat des Esels Tierm\u00e4rchen Es war einmal ein Bauer, der gro\u00dfe Viehherden und fruchtbare Felder und Weiden besa\u00df. Aber er war nicht nur reich, er war auch klug und gebildet und verstand die Sprache der Tiere und V\u00f6gel. In einem seiner St\u00e4lle hielt er einen Ochsen und einen Esel. Jeden Tag am Abend kam [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5758,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,168],"tags":[],"class_list":["post-6025","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-tier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6025"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6026,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6025\/revisions\/6026"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}