{"id":5978,"date":"2026-04-20T00:03:51","date_gmt":"2026-04-19T22:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5978"},"modified":"2026-04-20T00:03:56","modified_gmt":"2026-04-19T22:03:56","slug":"vom-koenigssohn-der-noch-zu-jung-zum-heiraten-sein-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/vom-koenigssohn-der-noch-zu-jung-zum-heiraten-sein-sollte\/","title":{"rendered":"Vom K\u00f6nigssohn, der noch zu jung zum Heiraten sein sollte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Vom K\u00f6nigssohn, der noch zu jung zum Heiraten sein sollte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Volksm\u00e4rchen aus Pommern und R\u00fcgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte in seinem Schloss zehn Stuben, die f\u00fcr jedermann im Hause offen standen. Nur die elfte Stube durfte niemand au\u00dfer dem K\u00f6nig betreten, und den Schl\u00fcssel dazu trug er bei Tage stets in der Tasche, und des Nachts legte er ihn unter sein Kopfkissen. Alle Welt war neugierig, was wohl in dem Zimmer enthalten sein m\u00f6chte, dass es der K\u00f6nig so vor den Augen der Seinen verbarg, und am neugierigsten war des K\u00f6nigs junger Sohn. Endlich konnte er der Lust nicht l\u00e4nger widerstehen. Er schlich sich bei Nacht in das Schlafzimmer des Vaters und stahl ihm den Schl\u00fcssel unter dem Kopfe fort; dann z\u00fcndete er ein Licht an und ging zu der T\u00fcre, steckte den Schl\u00fcssel in das Schloss, drehte ihn um und \u00f6ffnete das Zimmer. Drinnen waren alle W\u00e4nde mit sch\u00f6nen Bildern beh\u00e4ngt, doch das sch\u00f6nste darunter war das Bild der Prinzessin von Engelland; das war so sch\u00f6n, dass der K\u00f6nigssohn auf der Stelle liebeskrank ward und keinen andern Gedanken hatte, als die Prinzessin zu heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dem Ende lie\u00df er am andern Tage alle Maler des ganzen K\u00f6nigreiches auf seines Vaters Schloss kommen und befahl ihnen, dass sie ihn abmalten, wie er leibte und lebte. Und als das Bild fertig war, r\u00fcstete er ein Schiff aus und \u00fcbergab dem Steuermann das Bild, damit er es der Tochter des K\u00f6nigs von Engelland br\u00e4chte, die \u00fcber See wohnt. Auch lie\u00df er ihr sagen, dass er in Liebe zu ihr entbrannt sei und sie heiraten m\u00f6chte. Der Steuermann tat, wie ihm gehei\u00dfen war, und \u00fcberbrachte das Bild und erz\u00e4hlte der K\u00f6nigstochter, was sein Herr ihm aufgetragen. Die Prinzessin lachte aber bei dem Anblick des Bildes hell auf und sprach: \u00bbSage nur deinem Prinzen Milchbart, dass er noch nicht alt genug zum Heiraten sei. Die gr\u00fcnen Jungen sollten warten, bis sie trocken hinter den Ohren w\u00e4ren!\u00ab Mit Schimpf und Schande musste der Steuermann wieder sein Schiff besteigen und nach Hause zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der K\u00f6nigssohn geh\u00f6rt hatte, wie sein Bote in Engelland aufgenommen sei, ward er gelb vor \u00c4rger und rief: \u00bbDas w\u00e4r&#8216; mir ein sch\u00f6ner Splitter! An den Milchbart soll sie denken!\u00ab Dann ging er hinab in die K\u00fcche zu seines Vaters Koch und lernte bei ihm die sch\u00f6nsten Speisen bereiten, dass kein F\u00fcrst sich seiner zu sch\u00e4men brauchte. Und nachdem er ausgelernt hatte, verlie\u00df er das Schloss und fuhr nach Engelland und meldete sich bei dem K\u00f6nig als Koch. Der K\u00f6nig war ein rechtes Leckermaul, und als er gesehen hatte, dass der neue Koch seine Kunst besser verst\u00e4nde, wie der alte, jagte er diesen zum Hause hinaus, und der Prinz ward des K\u00f6nigs von Engelland oberster Koch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn er nun sein Tagewerk verrichtet hatte, nahm er seine Harfe und setzte sich unter der K\u00f6nigstochter Fenster und spielte darauf und sang dazu, und das konnte er beides so sch\u00f6n, ei so sch\u00f6n, dass die Knechte und M\u00e4gde dar\u00fcber ihrer Arbeit verga\u00dfen und die Leute auf der Strasse stehen blieben, um den Liedern zu lauschen. Es dauerte auch gar nicht lange, so litt es die K\u00f6nigstochter nicht mehr, sie musste den wundersamen Spielmann schauen und wissen, wer es sei. Die Kammerjungfer stieg hinab, um ihn zu holen; lief aber sogleich wieder hinauf und sagte: \u00bbPrinzessin, es ist nur der neue Koch, den Euer Vater j\u00fcngst \u00fcber die K\u00fcche gesetzt hat.\u00ab Ihr Herz war aber so sehr von dem wundersamen Ges\u00e4nge bet\u00f6rt, dass sie sprach: \u00bbAch was, Koch, ein Koch ist ein Mensch, so gut, wie jeder andere!\u00ab, und die Kammerjungfer musste sich eilen, dass sie die Treppe herunter kam, um den S\u00e4nger herauf zu holen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er nun vor ihr stand und die Harfe so wundervoll schlug und seinen Gesang so herrlich dazu erschallen lie\u00df, gewann die Prinzessin ihn so lieb, dass sie ihm sagte, sie wolle ihn heiraten. \u00bbDas ginge wohl, aber es geht nicht,\u00ab sagte der Koch, \u00bbdenn wenn mein Herr, der K\u00f6nig, davon h\u00f6rt, so h\u00e4ngt er mich an den Galgen.\u00ab Das sah die Prinzessin ein, und darum wurde sie mit dem Koch einig, sie wollten fliehen \u00fcber das Meer, wo sie vor ihrem Vater sicher w\u00e4ren. Ein Schiff war bald gefunden, und am andern Morgen in aller Fr\u00fche segelten sie ab und fuhren drei Tag und drei Nacht \u00fcber die wilde See, bis sie die Stadt, wo des Prinzen Vater K\u00f6nig war, in Sicht bekamen. Dort lie\u00dfen sie sich am Strande aussetzen, und das Schiff fuhr weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Strande zur Stadt war aber noch ein weiter Weg, den mussten sie zu Fu\u00dfe zur\u00fccklegen. \u00bbKind,\u00ab sagte der Koch, \u00bbdu bist jetzt nicht mehr Prinzessin! Wir m\u00fcssen sehen, wie wir die Groschen zusammen nehmen. Zieh darum Schuhe und Str\u00fcmpfe aus und lauf barfuss, damit du das Schuhzeug f\u00fcr den Feiertag hast.\u00ab Die Prinzessin tat, wie er ihr gehei\u00dfen; aber bald lief sie sich die zarten F\u00fc\u00dfchen wund auf den harten Kieselsteinen und jammerte und klagte, sie k\u00f6nne nicht weiter. \u00bbDann leg dich ins Gras und warte auf mich,\u00ab sagte er grob, \u00bbich werde derweile sehen, ob ich in der Stadt nicht bei dem K\u00f6nig als Koch ankommen kann.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer kleinen Zeit kam er wieder und sagte: \u00bbMit dem Koch ist es nichts; die Stelle ist schon besetzt, und der K\u00f6nig hier zu Lande schickt seine Diener nicht fort, wenn ein anderer kommt. Damit wir aber eine Unterkunft haben, habe ich vor der Stadt ein kleines H\u00e4uschen gemietet, da wird f\u00fcr dich und mich Raum genug sein.\u00ab Der Prinzessin bluteten die F\u00fc\u00dfe; aber sie musste mitgehen, bis sie endlich an das H\u00e4uschen gelangten. Das war nett und sauber eingerichtet und hatte K\u00fcche, Stube und Kammer. \u00bb V\u00e4terchen,\u00ab sagte sie traulich, \u00bbhier wollen wir gl\u00fccklich und zufrieden leben.\u00ab \u2013 \u00bbAch was, gl\u00fccklich und zufrieden,\u00ab brummte er, \u00bbwovon sollen wir denn leben? Hacken und graben kannst du nicht mit deinen wunden F\u00fc\u00dfen, ich werde in den Wald gehen und Weidenruten schneiden, du magst dann K\u00f6rbe daraus flechten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als er aber die Weiden gebracht hatte, stachen ihr die harten Ruten die zarten H\u00e4ndchen wund, dass sie nicht flechten konnte. \u00bbMit dir ist gar nichts anzufangen,\u00ab schalt der Mann, \u00bbF\u00fc\u00dfe wund, H\u00e4nde zerstochen, zum Graben und Hacken und auch zum Flechten nicht zu brauchen! Du bist mir zum Ungl\u00fcck geboren! Was soll ich mit dir nur anfangen!\u00ab Da bedeckte sie ihr Gesicht mit beiden H\u00e4nden und weinte und jammerte und sprach: \u00bbAch versuch&#8217;s doch noch mit etwas anderem, das werd&#8216; ich gewiss lernen.\u00ab \u2013 \u00bbWir werden&#8217;s sehen,\u00ab sprach der Prinz, ging in die Stadt und kaufte ein Spinnrad; darauf sollte sie spinnen.<br><br>Aber sie hatte ihr Lebtage das Spinnen nicht leiden m\u00f6gen und wusste auch gar nicht, wie sie&#8217;s anfangen sollte. Da schalt der Mann und zeigte es ihr; doch das harte Garn schnitt tief in die von den Weidenruten zerstochenen Finger, dass sie es vor Schmerzen nimmer aushalten konnte. \u00bbSagte ich&#8217;s nicht,\u00ab fuhr er sie an, \u00bbdas Geld war wieder auf die Strasse geworfen. Nicht hacken und nicht graben, nicht flechten und nicht spinnen verstehst du, jetzt setz dich hinter den Ofen und lass mich f\u00fcr dich sorgen!\u00ab Dann nahm er die Axt auf den R\u00fccken und tat, als ginge er in den Wald, Holzkloben hauen; er machte aber, dass er in seines Vaters Schloss kam. Von dort kehrte er am Abend zur\u00fcck und gab ihr einen Taler, den h\u00e4tte er den Tag \u00fcber verdient. Und so tat er eine ganze Woche lang, und die K\u00f6nigstochter war \u00fcber die Massen froh, dass sie am Sonnabend sechs harte blanke Taler in der Tasche hatte. So war ihr Stolz und \u00dcbermut vergangen. Doch der Prinz dachte bei sich: \u00bbNoch ist sie nicht genug gestraft; der Milchbart, der gr\u00fcne Junge und das Nicht-trocken-hinter-den-Ohren soll ihr so leicht nicht verziehen sein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Am Montag sprach er darum: \u00bbMutter, wir haben jetzt ein sch\u00f6nes St\u00fcck Geld, davon kannst du einen kleinen Handel anfangen; ich werde Topfgeschirr kaufen, das magst du dann auf dem Markt an die Leute bringen.\u00ab \u2013 \u00bbV\u00e4terchen, das will ich gerne tun,\u00ab sagte sie erfreut; denn sie wollte ihrem Manne gern zu willen sein. Da ging der Prinz in die Stadt und kaufte f\u00fcr die sechs Taler Topfgeschirr ein und hing es auf in einer Bude am Markt. Dann lie\u00df er den Kaufleuten in der Stadt bekannt machen, sie sollten der Topfh\u00e4ndlerin am n\u00e4chsten Tage f\u00fcr gutes Geld all ihren Kram abkaufen, sonst w\u00fcrde er ihnen zeigen, dass er des K\u00f6nigs Sohn sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun die Prinzessin am Dienstag fr\u00fch auf den Markt kam, riss sich das Volk um ihr Topfgeschirr, dass sie nach kurzer Zeit ausverkauft hatte und die Bude zumachen konnte. Vergn\u00fcgt eilte sie in das H\u00e4uschen und erz\u00e4hlte ihrem Manne davon. Der sprach: \u00bbWir wollen neues Geschirr einkaufen, und morgen setzt du dich an dieselbe Stelle; vielleicht dass wir noch einmal auf einen gr\u00fcnen Zweig kommen.\u00ab Das Geschirr wurde besorgt; als sie aber am andern Tage die Bude ge\u00f6ffnet und ihren Kram ausgebreitet hatte, wartete sie zwei lang und zwei breit, aber kein K\u00e4ufer wollte sich zeigen; endlich kam eine pr\u00e4chtige Kutsche angefahren, und der Kutscher trieb die Pferde gerade auf die Bude zu und fuhr alles Geschirr kurz und klein, dass kein einziges St\u00fcck heil blieb. Sie schrie: \u00bbAch, mein guter Herr, erbarmt Euch doch einer armen Frau;\u00ab aber der feine Herr, der in dem Wagen sa\u00df und kein anderer, als der Prinz selber war, kehrte sich nicht an ihr Geschrei, sondern fuhr wieder davon, ohne den Schaden zu ersetzen. \u00bbDas hast du f\u00fcr den Milchbart!\u00ab sagte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Prinzessin in dem H\u00e4uschen anlangte, war ihr Mann auch schon da und schalt sie, als er von dem Missgeschick h\u00f6rte. \u00bbZum Graben und Hacken, zum Spinnen und Flechten nicht zu gebrauchen! Und wenn man dann glaubt, es ginge einmal, so ist am andern Tage alle Hoffnung wieder vereitelt. Was fangen wir nun an! Ein Gl\u00fcck, dass ich noch einige Groschen in der Tasche habe, daf\u00fcr werde ich Bier und Branntwein, Wurst und Speck, Brot und Semmeln besorgen, und du magst hier im Walde eine Wirtschaft einrichten.\u00ab Die Prinzessin war das zufrieden, und ihr Mann schaffte alle die Dinge heran. Zu gleicher Zeit gab er den Soldaten seines Vaters Befehl, sie sollten am Abend kein Wirtshaus besuchen, sondern hinaus in den Wald gehen und dort in dem H\u00e4uschen ihr Abendbrot verzehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend zogen denn auch Soldaten \u00fcber Soldaten hinaus, und die K\u00f6nigstochter konnte nicht genug schneiden und schenken, um die G\u00e4ste zu befriedigen; und ehe sie&#8217;s sich versah, war der ganze Vorrat ausverkauft. Ihre Augen waren ganz blank, als sie dem Manne die harten Taler auf den Tisch z\u00e4hlen konnte, er aber dachte: \u00bbF\u00fcr den gr\u00fcnen Jungen bist du noch nicht genug gestraft,\u00ab und hie\u00df sie neue Vorr\u00e4te f\u00fcr morgen einkaufen. Diesmal erhielten die Soldaten aber den Auftrag, sie sollten bei Leibe nicht der Frau das Genossene bezahlen; und w\u00fcrde sie b\u00f6se, so sollten sie alles kurz und klein schlagen, nur an ihrem Leibe d\u00fcrfte sich keiner vergreifen. Das taten die Soldaten, und am Abend war die Prinzessin \u00e4rmer denn je zuvor. Und als sie ihrem Manne von dem Ungl\u00fcck erz\u00e4hlte, wollte er gar nichts mehr von ihr wissen; sie bat und weinte aber so lange, bis er ihr versprach, er wolle noch ein Allerletztes mit ihr versuchen. Auf dem Schlosse sei die Stelle einer K\u00fcchenmagd frei geworden, die wolle der oberste Koch ihr geben. Sie m\u00fcsse dabei aber seiner gedenken und sich ein T\u00f6pfchen vor den Leib binden und darein von den guten Sachen tun, die auf den Sch\u00fcsseln \u00fcbrig blieben. Und das versprach sie ihm auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie nun den ersten Tag auf dem Schlosse gewesen war und am Abend mit ihrem T\u00f6pfchen in den Wald zu ihrem Manne gehen wollte, musste sie bei dem gro\u00dfen Saale vorbei. Da stand die T\u00fcre ein wenig offen, und sie schaute hinein, wie sich die fein geputzten Leute im Tanze drehten. In demselben Augenblicke trat des K\u00f6nigs Sohn auf sie zu und forderte sie auf, mit ihm zu tanzen. Sie wollte nicht, da sie so schlechte Kleider trug und das T\u00f6pfchen um den Leib gebunden hatte; aber ihr Str\u00e4uben half nichts, sie musste tanzen, und dabei zog der K\u00f6nigssohn die Schleife des Bindfadens auf, dass der Topf zur Erde fiel und zersprang und alle die Bratenst\u00fccke und Kl\u00f6\u00dfe auf den Fu\u00dfboden rollten. Da ward sie vor Scham \u00fcber und \u00fcber rot und w\u00e4re am liebsten in die Erde gesunken; sie entwand sich den Armen des K\u00f6nigssohnes und eilte zum Saale heraus. Der Prinz warf sich jedoch einen schlechten Mantel um, holte sie auf der Treppe ein und tat, als habe er sie im Schlosse erwartet. \u00bbDer Oberkoch ist mein guter Freund,\u00ab sagte er, \u00bbkomm und versteck dich in dieser Kammer. Wenn es dunkel geworden ist und die G\u00e4ste fort sind, machen wir uns auf \u00fcber alle Berge; denn hier ist unsers Bleibens nicht mehr.\u00ab Damit f\u00fchrte er sie in ein pr\u00e4chtiges Schlafzimmer hinein; aber sie sah nichts und h\u00f6rte nichts; m\u00fcde und matt, wie sie war, verfiel sie in einen tiefen Schlaf und erwachte auch nicht, als die lichte Morgensonne in ihr Bette schien.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbJetzt wird sie wohl glauben, dass ich trocken hinter den Ohren geworden bin,\u00ab lachte der Prinz und schickte Kammerjungfern zu seiner Frau, die mussten sie wecken und ihr pr\u00e4chtige Kleider anziehen, wie sich&#8217;s f\u00fcr eine K\u00f6nigin geb\u00fchrt. Und sie lie\u00df sich alles gefallen; doch war ihr, als tr\u00e4ume ihr nur. Als aber darauf der Prinz eintrat, mit dem goldenen Stern auf der Brust, und sie in seine Arme schloss, begann sie zu weinen und sprach: \u00bbAch, was wollt Ihr von mir, ich bin nur ein armes Weib und eines kleinen Mannes Frau!\u00ab Der Prinz klopfte ihr aber auf die Schultern und antwortete: \u00bbNicht doch, der Koch und ich sind eins; du h\u00e4ttest dir manches Leid ersparen k\u00f6nnen, wenn du nicht so hochfahrend und stolz gegen meinen Boten gewesen w\u00e4rest.\u00ab Als die Prinzessin das h\u00f6rte, war sie \u00fcber die Massen froh und k\u00fcsste ihren Mann, und es wurde ein pr\u00e4chtiges Mahl angerichtet und noch einmal Hochzeit gefeiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ging es aber hoch her! Ich muss das wissen, denn ich bin selbst dabei gewesen und habe auftragen helfen. Schuhe gab man mir anzuziehen, die waren von Glas, und ein Kleid bekam ich, das war von L\u00f6schpapier, und von Butter einen Hut setzte man mir auf das Haupt. Nun trank ich aber allzu viel von dem k\u00f6stlichen Wein, da wurde mir dummlich zu Mut, und ich stie\u00df an die Schwelle; da machten die Pantoffeln kling und waren entzwei. In meiner Angst lief ich in die K\u00fcche, um nach dem Braten zu schauen; da schlugen die hei\u00dfen D\u00e4mpfe auf meinen Hut, dass er zerrann. Jetzt ward mir kochhei\u00df, und ich lief ins Freie, um mich abzuk\u00fchlen; drau\u00dfen regnete es aber, und das Kleid fiel mir vom K\u00f6rper, dass ich nichts mehr auf dem Leibe hatte und mit Schimpf und Schande vom Hofe gejagt wurde. Da habe ich lange arbeiten m\u00fcssen, ehe ich wieder so viel zusammen gebracht, dass ich mich unter den Leuten sehen lassen konnte!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom K\u00f6nigssohn, der noch zu jung zum Heiraten sein sollte Volksm\u00e4rchen aus Pommern und R\u00fcgen Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte in seinem Schloss zehn Stuben, die f\u00fcr jedermann im Hause offen standen. Nur die elfte Stube durfte niemand au\u00dfer dem K\u00f6nig betreten, und den Schl\u00fcssel dazu trug er bei Tage stets in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5758,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,185],"tags":[],"class_list":["post-5978","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-maerchen-aus-ruegen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5978"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5979,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978\/revisions\/5979"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}