{"id":5935,"date":"2026-04-19T19:57:42","date_gmt":"2026-04-19T17:57:42","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5935"},"modified":"2026-04-19T19:57:42","modified_gmt":"2026-04-19T17:57:42","slug":"der-kraemer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-kraemer\/","title":{"rendered":"Der Kr\u00e4mer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Kr\u00e4mer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ein Kr\u00e4mer war in die Stadt gegangen und wollte in dem Wirtshaus, in dem er einzukehren pflegte, eine Schlafstelle finden. Aber die Zimmer waren alle besetzt, und in der Wirtsstube und in den G\u00e4ngen schw\u00e4rmte es wie in einem Bienenstock. Der Wirt war in gro\u00dfer Verlegenheit, denn er wollte einen so altbekannten Gast nicht aus dem Hause lassen, und sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ja, heute ist alles so \u00fcberf\u00fcllt, dass ich nicht wei\u00df, wo ich Euch hintun soll. Es ist kein Zimmer mehr frei, nur eines, aber in das mag ich Euch nicht hineintun, weil es darin unheimlich ist.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ach was, unheimlich&#8220; sagte der Kr\u00e4mer &#8222;Wenn ich nur ein ordentliches Bett habe und einmal auf dem Ohr liege, dann weckt mich keine Katze mehr auf. Gebt mir nur ruhig das Zimmer!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Wirt fiel ein Stein vom Herzen. Als das Hausm\u00e4dchen das Bett zurechtgemacht hatte, legte sich der Kr\u00e4mer nieder und schlief auch gleich ein, denn er war sehr m\u00fcde.<\/p>\n\n\n\n<p>Er mochte etwa zwei Stunden geschlafen haben, als es pl\u00f6tzlich vor der T\u00fcr laut wurde und er aus seinem Schlaf erwachte. Er richtete sich in seinem Bett auf und schaute zu der T\u00fcr hin. Wie erstaunt war er aber, als sich diese trotz des vorgeschobenen Riegels \u00f6ffnete und ein altes M\u00e4nnchen mit einem langen grauen Bart ins Zimmer trat! Es ging zu einer Wand hin, zog aus seiner Tasche einen Schl\u00fcssel und \u00f6ffnete damit einen verborgenen Wandkasten. Im Kasten war ein Rasierzeug, das nahm das M\u00e4nnchen heraus, rieb Seife ins Wasser und winkte den Kr\u00e4mer heran.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Kr\u00e4mer war es wohl ein bisschen unheimlich, er stieg aber dennoch aus dem Bett<sub>1&nbsp;<\/sub>zog sich die Hose an und setzte sich auf den Stuhl, den ihm das M\u00e4nnchen anbot. Hierauf nahm das M\u00e4nnchen Seife und Wasser und seifte des Kr\u00e4mers Bart ein. Dann nahm es das Rasiermesser und rasierte den Kr\u00e4mer, dass auch kein einziges H\u00e4rchen mehr am Gesicht sitzenblieb. Als es geendigt hatte, packte es das Zeug zusammen, blickte den Kr\u00e4mer traurig an und wollte gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00e4ndler war aber ein gescheiter Mann und dachte: Ich habe immer geh\u00f6rt, man soll Gleiches mit Gleichen vergelten. Also sagte er zum M\u00e4nnchen: &#8222;Setz dich!&#8220;, und das M\u00e4nnchen setzte sich. Dann packte er das Rasierzeug aus, nahm Seife und Wasser, seifte den langen grauen Bart des M\u00e4nnchens ein und rasierte es so glatt, dass kein einziges H\u00e4rchen mehr am Gesicht sa\u00df. Dann packte er das Zeug genauso zusammen, wie es das M\u00e4nnchen getan hatte und legte es auf den Tisch.<br>Das M\u00e4nnchen, als es sich rasiert sah, l\u00e4chelte froh und nickte dem Kr\u00e4mer zu, als ob es danken wollte. Dann stand es auf, gab dem Kr\u00e4mer den Schl\u00fcssel zum Wandkasten und ging.<br>Als der H\u00e4ndler den Kasten \u00f6ffnete, fand er dort einen gro\u00dfen Schatz. Nun war er ein reicher Herr und wurde ein gro\u00dfer Kaufmann, wie man keinen zweiten im ganzen Land fand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kr\u00e4mer Ein Kr\u00e4mer war in die Stadt gegangen und wollte in dem Wirtshaus, in dem er einzukehren pflegte, eine Schlafstelle finden. Aber die Zimmer waren alle besetzt, und in der Wirtsstube und in den G\u00e4ngen schw\u00e4rmte es wie in einem Bienenstock. 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