{"id":5877,"date":"2026-04-15T02:59:56","date_gmt":"2026-04-15T00:59:56","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5877"},"modified":"2026-04-15T02:59:56","modified_gmt":"2026-04-15T00:59:56","slug":"die-kunst-die-keiner-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-kunst-die-keiner-kann\/","title":{"rendered":"Die Kunst, die keiner kann"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Kunst, die keiner kann<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es gab einmal eine \u00e4ltere Frau, die hatte einen Sohn. Der Sohn Ebheb nun den ganzen Tag zu Hause, er ging gar nicht aus. Die Sonne bekam ihn \u00fcberhaupt nicht zu sehen. Eines Tages spricht daher seine Mutter zu ihm: \u00bbHm, bestes Kindchen, willst du denn nicht auch aus dem Hause gehen wie andere junge Leute, willst du dich nicht drau\u00dfen umtun, willst du nicht zeigen, was du kannst? &#8211; Ein junger Mensch von achtzehn Jahren!\u00ab &#8211; \u00bbGeh ein Wei\u00dfbrot und Chalv\u00e1s f\u00fcr mich kaufen\u00ab, erwidert der Sohn, \u00bbdamit ich was zu essen hab, wenn ich fortgeh.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da kauft ihm also die Mutter das liebe kleine Brot und Chalv\u00e1s dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aschenbr\u00f6dler geht aus dem Haus. Wohin mag er wohl gehen, wohin wohl nicht? Vor die Pal\u00e4ste des K\u00f6nigs geht er. Dort streckte er sich lang und breit hin. Also, er hatte sein liebes Brot gegessen, hatte sich ausgestreckt, und dann stach ihn die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Mittag ging nun die K\u00f6nigstochter auf den Balkon, um irgendwelchen Kehricht hinunterzuwerfen &#8211; da erblickt sie den J\u00fcngling, der dort unten schl\u00e4ft. Sie sagt zur Magd &#8211; so spricht sie: \u00bbDu, nimm etwas Brot, etwas Essen und auch ein Glas Wein und geh damit zu dem; der sich dort unten niedergelassen hat.\u00ab Die Magd bringt ihm also das Essen, und er i\u00dft und trinkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tage trinkt er dasselbe, am Tage darauf wieder dasselbe. Jeden Tag lief er dorthin.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages geht er aber zu seiner Mutter und spricht zu ihr: \u00bbMutter!\u00ab &#8211; \u00bbWas ist, mein Sohn?\u00ab &#8211; \u00bbDie K\u00f6nigstochter\u00ab, sagt er, \u00bbzu der ich geh und f\u00fcr die ich irgendwelche Arbeit mach, liebt mich und nachher geben sie mir dort etwas ab, und wir essen, und &#8230; \u00ab Da ruft die Mutter: \u00bbAch, wie k\u00f6nnte dich denn die K\u00f6nigstochter lieben?\u00ab Er aber erwidert: \u00bbDu mu\u00dft hingehen, um f\u00fcr mich um sie anzuhalten. \u00ab &#8211; \u00bbAch du dummer Kerl! Wie k\u00f6nnte ich dahin laufen und um die K\u00f6nigstochter anhalten?\u00ab &#8211; \u00bb Ich w\u00fcrde dich totpr\u00fcgeln, wenn du nicht hingehst&#8220;, erwiderte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Da macht sich die Alte auf den Weg, sie geht ins Schlo\u00df, zum K\u00f6nig. &#8222;Guten Tag , Herr K\u00f6nig!&#8220; Der K\u00f6nig spricht: &#8222;Einen sch\u00f6nen guten Tag dir, altes Frauchen, willst du wohl irgendwas?&#8220; &#8211; &#8222;Nein, Herr K\u00f6nig\u00ab, antwortet sie. \u00bbHier ist dein Schwert, dort ist mein Kopf, ich wei\u00df, ich bin in deiner Hand. Aber ich m\u00f6chte doch da und das&#8230; Mich hat mein Sohn gesandt, du m\u00f6chtest mir dein Tochter zur Frau f\u00fcr ihn geben.\u00ab Der K\u00f6nig erwidert: \u00bbAlso gut ich werd&#8217;s der Tochter sagen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er ruft die Tochter; sie sagen es &#8211; so spricht der K\u00f6nig: \u00bbMein Tochter, das und das ist im Gange. Der Sohn der alten Frau liebt dich und will dich zur Frau nehmen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tochter erwidert: \u00bbIch m\u00f6cht ihn wohl nehmen, Vater, aber e mu\u00df ausziehen, um die Kunst, die keiner auf der Welt kann, ZU er lernen, und dann erst nehm ich ihn.\u00ab &#8211; \u00bbGut.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Alte l\u00e4uft fort, sie geht zum Sohn. Der fragt: \u00bbWas haben sie dir gesagt?\u00ab Sie antwortet: \u00bbMir wurde gesagt, mein Sohn, du sollst es ausziehen, um die Kunst, die keiner auf der Welt kann, zu erlernen dann will dich die K\u00f6nigstochter nehmen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater war nur ein Holzhauer, er machte also Holz. Da schr\u00e4gt der Sohn seinem Vater vor: \u00bbGeh auch f\u00fcr mich ein Seil zum B\u00fcndeln und Holzschleppen kaufen, da\u00df ich ins Holz mitgehen kann. \u00ab Der Vater kauft ein Seil, sie gehen auf den Berg, um Holz zu machen Der Holzhauer lief an den ihm gewohnten Platz &#8211; da sagt der Bursche zum Vater: \u00bbWir wollen weiter hinaufgehen, um besseres Holz zu finden, so da\u00df wir mehr Geld daf\u00fcr bekommen. \u00ab Sie stiegen also weiter nach oben, erblicken einen Bach, und in dem flo\u00df ganz kaltes frisches Wasser. Der Sohn sagt nun: \u00bbSetzen wir uns hier hin, um zu essen, und nachher machen wir dann Holz.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Also sie setzten sich hin, um zu essen. Dort war auch ein gro\u00dfer Stein, und an den lehnte sich der Alte, er sagte dabei: \u00bbOch &#8230; \u00ab Wie er also \u00bboch\u00ab sagt, erscheint jedoch ein Mohr vor ihm. Der fragt: \u00bbWas willst du?\u00ab &#8211; \u00bbIch bin nur m\u00fcde geworden und hab mich angelehnt und &#8222;och&#8220; gesagt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mohr spricht: \u00bb &#8220; &#8218;Och&#8216; hei\u00df aber ich\u00ab, so spricht der Mohr. \u00bbWas w\u00fcnschst du? Gibst du mir deinen Sohn? Wenn er f\u00fcr ein Jahr bei mir gewesen ist, geb ich dir hundert Mesitia! Der Bursche soll jedes mal f\u00fcr ein Jahr zu mir kommen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte fragt den Sohn &#8211; so fragt er: \u00bbAlso willst du gehen?\u00ab De antwortet: \u00bbIch werd gehen.\u00ab Der Mohr gibt dem Alten im voraus f\u00fcnfzig Mesitia; er nimmt dann den Burschen mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater geht fort &#8211; der Bursche aber bleibt dort dr\u00fcben zur\u00fcck. Der Mohr \u00f6ffnet ein unterirdisches Gew\u00f6lbe, holt sich den jungen hinein. Sie gehen vierzig Stufen hinunter in unterirdische Gew\u00f6lbe. Was war wohl da unten! Ein Garten, und auch die Frau des Mohren war da unten. Der Mohrenmann l\u00e4\u00dft den Burschen bei der Mohrin, seiner Frau, und er selber geht in den Garten, wo irgendwelche Arbeiten zu machen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau des Mohren zwinkert nun dem Burschen zu, sie spricht: \u00bbjunge, hier, wohin du gekommen bist, bist du in etwas Schlimmes geraten. Der wird dich jetzt gleich holen, damit ihr zusammen in den Garten geht. Und dann wird er ein Haus werden. Der Mohr wird einmal so machen\u00ab &#8211; die Frau macht eine Handbewegung &#8211; \u00bbund dann wird der ein Haus werden. Und zu dir wird er sagen: &gt;Werd es auch!&lt; Und da wird er vierzig Ruten auf dir kaputtschlagen. H\u00e4ltst du der Tracht Pr\u00fcgel stand, gut! &#8230; Sonst m\u00fc\u00dftest du sterben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mohr kommt, nimmt den Burschen mit. Er geht in den Garten. Er sch\u00fcttelt sich, wird ein Pferd, spricht: \u00bbWerd du das auch!\u00ab \u00bbAch, Mensch, ich bin hier zu dir gekommen, um umzugraben, um zu w\u00e4ssern, ich bin aber nicht gekommen, um ein Hund und ein Pferd zu werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da aber gibt es t\u00fcchtig Pr\u00fcgel: einen Tag, zwei Tage lang.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Tage darauf befiehlt der Mohr: \u00bbDu sollst eine Schlange werden!\u00ab Am n\u00e4chsten Tage sollte er ein Hund werden, was immer der wollte, sollte er werden. Das Jahr ging aber herum. Das Fell des Burschen war jedoch von den vielen Schl\u00e4gen ganz dick geworden, und die Pr\u00fcgel drangen nicht mehr durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Als also das Jahr herum ist, kommt der Alte wieder. Er ruft an dem gro\u00dfen Stein: \u00bbOch!\u00ab Da schl\u00fcpft der Mohr oben heraus. Die Mohrenfrau sagt zu dem Burschen: \u00bbSchl\u00fcpf auch oben hinaus, Kind, denn sonst l\u00e4\u00dft er dich hier, und du kommst nicht mehr davon!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er schl\u00fcpft also auch oben heraus &#8211; der Bursche. Der Vater fragt: \u00bbWas gibt&#8217;s wohl f\u00fcr Neuigkeiten, Herr?\u00ab Der Mohr erwidert: \u00bbSch\u00f6ne Neuigkeiten! Dein Sohn ist ein fauler Kerl, der hat gar nichts getan\u00ab, so erwidert er.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater fragt den Sohn: \u00bbWarum bist du ein Nichtstuer?\u00ab &#8211; \u00bbVater\u00ab, ruft der Bursche aus, \u00bbich sollte ein Faulenzer gewesen sein? Der hat zu mir gesagt, da\u00df ich ein Hund werden soll und ein Pferd.<\/p>\n\n\n\n<p>Kann ich das: ein Hund werden und ein Pferd? Ich hab das nicht gemacht und da hat er mich fast totgepr\u00fcgelt. Da! Guck dir meinen R\u00fccken an! Vier Finger dick ist mein Fell davon geworden!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mohr schl\u00e4gt aber vor: \u00bbLa\u00df ihn mir noch f\u00fcr ein Jahr!\u00ab &#8211; \u00bbDamit ist es nichts\u00ab, ruft der Junge, \u00bbich bleib nicht mehr hier, Vater!\u00ab Da sagt der Mohr: \u00bbDann geb ich dir auch die restlichen Mesitia nicht!\u00ab &#8211; \u00bbDann will ich sie auch gar nicht\u00ab, erwidert der Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie gingen zusammen nach Hause. Der Sohn hatte bei dem Mohren dennoch eine Kunst dazugelernt &#8211; der junge Mensch. \u00bbVater\u00ab, spricht er nun. \u00bbWas ist?\u00ab &#8211; \u00bbWir wollen nach der Stadt, nach der P\u00f6lis, nach Konstantinopel, gehen, wir werden dabei zweitausend Goldst\u00fccke herausschlagen!\u00ab &#8211; \u00bbAlso, dann gehen wir los, mein Sohn\u00ab, erwidert der Vater, \u00bbich werd mitgehen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sie aber nach Smyrna gekommen sind, sagt der Sohn: \u00bbIch will eine Moschee werden mit dem Bad daneben, wo sich die Leute baden, und du sollst mich verkaufen! Hier ist der Schl\u00fcssel zur Au\u00dfent\u00fcr, den darfst du ja nicht hergeben, denn das bin ich. Wenn du bedr\u00e4ngt wirst, schlag ihn unten am Boden auf!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater erwidert: \u00bbJa.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bursche verwandelt sich, das Bad entsteht. Die Gro\u00dfen kommen, m\u00e4chtige K\u00f6nige, die Gro\u00dfen, die Reichen! \u00bbWieviel kostet es?\u00ab &#8211; \u00bbHm&#8230; zweitausend Goldst\u00fccke.\u00ab Sie bezahlen zweitausend Goldst\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>Vater und Sohn gehen fort. Sie gehen nach der Stadt, gehen nach der P\u00f6lis, machen wie vorher eine Moschee &#8211; das ist die Kirche der T\u00fcrken &#8211; mit dem Bad daneben. Also dann fragt dort der K\u00f6nig: \u00bbWieviel kostet das, wieviel kostet das?\u00ab &#8211; \u00bbZweitausend Goldst\u00fccke.&lt;,<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig dort will jedoch den Schl\u00fcssel zur Au\u00dfent\u00fcr haben &#8211; den gibt der Vater nicht. Da ger\u00e4t der K\u00f6nig in Zorn. \u00bbAber ach! Der Schl\u00fcssel wird gebraucht.\u00ab Der Vater packt den Schl\u00fcssel, schl\u00e4gt ihn am Boden auf, der wird zu vierzig St\u00fccken (Schl\u00fcsselst\u00fccken). Ein St\u00fcck entschl\u00fcpft in den Schuh des Alten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also der Sohn ist verschwunden, der n\u00e4mlich ist in den Schuh hineingeschl\u00fcpft. Der Schl\u00fcssel wird wieder ganz. Ein St\u00fcck Schl\u00fcssel steckt sich ins Schl\u00fcsselloch. Das St\u00fcck aber, das in den Schuh des Alten schl\u00fcpfte, war der Sohn selber&#8230; Dann kommt der junge Mensch aus dem Schuh heraus. Er spricht zum Vater: \u00bbVater, jetzt werden wir nach Aivali gehen. Auch dort wollen wir uns t\u00fcchtig was holen, und dann gehen wir in die Heimat zur\u00fcck.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie gehen also nach Aivali. Wie sie nach Aivali gekommen sind, spricht er zu seinem Vater: \u00bbHm, Vater, jetzt werd ich ein Pferd, und dann sollst du mich auf dem Basar zur Schau stellen, um mich zu verkaufen, und wenn du meinen Wert herausgefunden hast und mich hergeben willst, sollst du das, was ich vorn an mir habe, den Z\u00fcgel n\u00e4mlich, nicht mitgeben, weil ich das selber bin.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte f\u00fchrt den jungen Menschen, also als Pferd, auf den Basar. Er schreit aus: \u00bbF\u00fcnf Goldst\u00fccke, zehn Goldst\u00fccke, zwanzig Goldst\u00fccke, drei\u00dfig Goldst\u00fccke, hundert Goldst\u00fccke, zweihundert Goldst\u00fccke kostet das Pferd!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Mohr bekommt es zu Ohren, er geht an jenen Ort. Der Vater ruft: \u00bbHundert Goldst\u00fccke kostet das Pferd!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mohr ruft: \u00bbZweihundert!\u00ab So ruft der Mohr. Der Alte ruft: \u00bbZweihundertzehn!\u00ab Der Mohr ruft: \u00bbDreihundert!\u00ab Er steigert also um hundert Goldst\u00fccke, die anderen legten nur ein Goldst\u00fcck dazu, der Mohr hundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mohr erh\u00e4lt das Pferd. Als der Mohr das Pferd erhalten hat, wollte er auch den Z\u00fcgel nehmen. \u00bbAber den Z\u00fcgel kriegt ihr nicht! \u00ab sagt der Alte. \u00bbIhr bekommt das Pferd!\u00ab Da fragt der Mohr: \u00bbSoll ich etwa das Pferd an den Ohren festhalten?\u00ab so fragt er. \u00bbDen Z\u00fcgel hab ich auch zu bekommen!\u00ab Der Alte sagt darauf: \u00bbNein!\u00ab Es kommt dann vor Gericht, der Alte verliert. Geh\u00f6rt nicht auch der Z\u00fcgel zum Pferd?<\/p>\n\n\n\n<p>Also der Mohr kriegt das Pferd, setzt sich als Reiter drauf. &#8211; Da! Nun gibt es Schl\u00e4ge. Da! &#8211; Nun gibt es Schl\u00e4ge! &#8211; Wohin f\u00fchrt er wohl das Pferd? In sein Gebiet.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er dann in sein Gebiet gekommen ist, bindet er das Pferd drau\u00dfen an und steigt ab. Seine Frau erblickt ihn, sie fragt: \u00bbWas willst du?\u00ab Er antwortet: \u00bbWo ist die Axt und das Sichelmesser zum Abhacken von Zweigen? Ich will Holzmachen gehen, um nachher ein ganz gro\u00dfes Feuer anzuz\u00fcnden, da\u00df ich den geh\u00f6rnten Kerl da verbrennen kann. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sagt darauf gleich: \u00bbja.\u00ab Jedoch sie hatte die Sachen versteckt. Sie sagt: \u00bbAxt und Sichelmesser werden wohl im Garten sein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend dann der Mohr in den Garten geht, um die Axt und das Sichelmesser zu suchen, schl\u00fcpft die Alte, die Mohrenfrau, oben heraus und bindet den jungen Menschen los. \u00bbLos, schnell weg, Junge!&#8220; spricht sie zu ihm, \u00bbauf den Weg!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Mohrenfrau den Burschen also losgebunden hat, macht er sich daran, eine Taube zu werden, und fliegt davon. Oben kommt der Mohr zum Vorschein, er sieht den Burschen, der eine Taube geworden ist und von dannen fliegt. Da wird der Mohr ein Adler, die Taube fliegt vor ihm davon. Ha, hinterher! Als er die Taube dann eingeholt hat, wird aber die Taube zum Stein, f\u00e4llt hinab, wird wieder der J\u00fcngling, der J\u00fcngling nimmt die Waffe und k\u00e4mpft darum, den Adler zu t\u00f6ten. Da wird der Adler jedoch ein Stein, der junge Kerl wieder eine Taube, fliegt einmal hierhin, einmal dahin, der andere kann ihn nicht fangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um jene Stunde nun wurde die K\u00f6nigstochter verm\u00e4hlt &#8211; jene K\u00f6nigstochter, von der wir sagten, da\u00df sie f\u00fcr den, der sich auf die Kunst, die keiner kann, versteht, Bewunderung empfindet. Alle Leute sind versammelt. Da wird der J\u00fcngling zur Rose und f\u00e4llt in das Schlo\u00df hinein. Alle Welt ist also versammelt, alles ist f\u00fcr die Hochzeit bereit. Ein Duft breitet sich jedoch mit einem Mal von der Rose aus, es war etwas Schlimmes, etwas Peinliches, denn man stand vor dem R\u00e4tsel, wer denn der Braut eine Rose senden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann aber sagten die Leute: \u00bbDie hat Gott der Braut gesandt.\u00ab Man gibt die Rose der Braut, und sie steckt sie sich hinter das Ohr.<\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen aber ist jetzt der Mohr ein Musikant. Er macht Musik. Der K\u00f6nig und der Wesir sprechen miteinander. \u00bbAch, was ist das f\u00fcr sch\u00f6ne Musik? Dem wollen wir sagen, da\u00df er heraufkommen soll, um bei der Hochzeit der Tochter aufzuspielen!\u00ab &#8211; \u00bbGut so!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie gehen hinunter: \u00bbHallo, he Meister! Du sollst heraufkommen, um bei der Hochzeit der K\u00f6nigstochter aufzuspielen!\u00ab &#8211; \u00bbIch komme wohl, um euch aufzuspielen, aber nur, wenn ihr mir die Rose gebt, welche die K\u00f6nigstochter hinterm Ohre hat, ich will an der riechen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig sagt: \u00bbSo warte.\u00ab Er geht hinauf, sagt es seiner Tochter, der Prinzessin. Die K\u00f6nigstochter will aber nicht. Sie widerspricht: \u00bbOb der an mir selber riecht oder an der Rose\u00ab, so spricht sie, \u00bbist f\u00fcr mich das gleiche\u00ab, so spricht sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig sagt aber: \u00bbAch, was soll das, gib die Rose her!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da nimmt sie die Rose &#8211; peng! Sie wirf t sie mit Wucht auf den Boden. Was wohl wird aus der Rose? Getreide. Der Boden f\u00fcllte sich also ,mit Getreide. Der Mohr aber wird eine Henne, eine Henne mit ihren K\u00fcchlein. Pick, pick, pick, pick, die Henne pickt das Getreide auf. Da wird jedoch der Bursche zum Fuchs und raubt die Henne samt den K\u00fcken und fri\u00dft sie auf &#8211; und nun ist der Mohr ausgel\u00f6scht. Nun spricht der junge Mensch zu der K\u00f6nigstochter. \u00bbHm, K\u00f6nigstochter&#8230; hin, hm, K\u00f6nig und K\u00f6nigin! &#8230; \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig fragt: \u00bbWas ist?\u00ab &#8211; \u00bbBin nicht ich jener, den eure Tochter aussandte, um die Kunst, die keiner kann, zu erlernen, damit ich sie nachher zur Frau kriegen kann? Ich bin das.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Was also wird nun? Sie jagten den alten, den ersten Br\u00e4utigam fort &#8211; den Br\u00e4utigam, mit dem sie getraut werden sollte &#8211; und trauen sie mit dem J\u00fcngling, der ausgezogen ist und die Kunst, die keiner kann, erlernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und getrunken haben sie dann und geschleckt, und sind auch vor Hunger verreckt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst, die keiner kann Gebr. 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