{"id":5853,"date":"2026-04-15T02:05:01","date_gmt":"2026-04-15T00:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5853"},"modified":"2026-04-15T02:05:02","modified_gmt":"2026-04-15T00:05:02","slug":"die-drei-kinder-des-sultans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-drei-kinder-des-sultans\/","title":{"rendered":"Die drei Kinder des Sultans"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die drei Kinder des Sultans<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es waren einmal drei Schwestern, die unterhielten sich vor der T\u00fcr ihres Hauses.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch w\u00fcrde ohne Bedenken einen B\u00e4cker heiraten, denn dann h\u00e4tten meine Kinder und ich wenigstens immer genug Brot\u00ab, sagte die \u00c4lteste.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun\u00ab, rief die zweite Schwester aus, \u00bbich w\u00fcrde auch den Fischer des K\u00f6nigs heiraten, dann h\u00e4tten meine Kinder und ich immer frischen Fisch.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch\u00ab, sagte die j\u00fcngste, \u00bbw\u00fcrde gern den Sultan heiraten, denn er ist so ein sch\u00f6ner Mensch. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam gerade der Sultan vorbei und h\u00f6rte die Unterhaltung und die W\u00fcnsche der drei Schwestern. Er trat zu ihnen heran und sprach: \u00bbEure W\u00fcnsche sollen euch erf\u00fcllt werden. Ihr beide werdet den B\u00e4cker und den Fischer aus meinem Palastheiraten. Dich aber\u00ab, fuhr er fort und schaute die j\u00fcngste dabei an, \u00bbwerde ich selbst zur Frau nehmen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter waren sie verheiratet und feierten ein rauschendes Fest, das viele Tage w\u00e4hrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die beiden \u00e4lteren Schwestern konnten es nicht verwinden, dass sie nur einen B\u00e4cker und einen Fischer zum Mann bekommen hatten, w\u00e4hrend die j\u00fcngste die Frau des Sultans geworden war. Sie waren neidisch und begannen, ihre j\u00fcngere Schwester zu hassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der \u00fcblichen Zeit bekam diese einen h\u00fcbschen kleinen jungen. Die beiden Schwestern aber nahmen das Kind, warfen es in den Fluss und legten statt seiner einen Hund in die Wiege. Dem Sultan aber erkl\u00e4rten sie, seine Frau sei mit einem Hund niedergekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sultan wurde sehr zornig, aber dann bedachte er, dass schlie\u00dflich unm\u00f6glich seine Frau schuld dran sein k\u00f6nne. Im Jahr darauf gebar seine Frau abermals einen Sohn. Diesmal ersetzten die Schwestern das Kind durch einen L\u00f6wen. Sie warfen den kleinen Prinzen in den Fluss. Dann liefen sie zum Sultan und bliesen ihm ins Ohr, diesmal habe seine Frau einen L\u00f6wen geboren. Wieder wurde der Sultan sehr traurig, aber er vergab seiner Frau wie beim ersten Mal.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Jahr brachte die Sultana ein M\u00e4dchen zur Welt. Auch dieses Kind warfen die Schwestern ins Wasser und legten statt dessen ein St\u00fcck verfaultes Fleisch in die Wiege. Dann liefen sie zum Sultan.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Sultan wurde klar, dass seine Frau an all dem unschuldig war. Aber er mochte auch nicht glauben, dass die beiden Schwestern in ihrem Neid zu so schlimmen Taten f\u00e4hig seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder aber, die beiden jungen und das M\u00e4dchen, die in den Fluss geworfen worden waren, hatten ein M\u00fcller und seine Frau gerettet und sie voller Liebe aufgezogen. Dann starb die M\u00fcllersfrau, und dar\u00fcber betr\u00fcbte sich der M\u00fcller so sehr, dass es mit ihm auch ans Sterben ging. Ehe er die Augen schloss, rief er die drei Geschwister an sein Bett und sprach zu ihnen: \u00bbKinder, mit mir geht es zu Ende. Aber ehe ich sterbe, muss ich euch noch etwas erkl\u00e4ren. Wenn wir auch f\u00fcr euch gesorgt und euch geliebt haben, als w\u00e4ret ihr unsere eigenen Kinder, so verh\u00e4lt es sich doch in Wirklichkeit so: Wir haben euch aus dem Fluss geborgen, in den euch Feinde eurer Eltern, die euch nach dem Leben trachteten, hineingeworfen haben. Wenn ihr gl\u00fccklich bleiben wollt, so zieht nach meinem Tod in die Welt. Sucht nach dem Vogel, der spricht, dem Baum, der singt und dem Wasser, das das Gesicht sauber w\u00e4scht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>So sprach der gute M\u00fcller. Dann starb er.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder begruben ihn, und nach ein paar Tagen machte sich der \u00e4lteste Sohn auf, um dem, was der Vater ihnen geraten hatte, nachzukommen. Als er fortging, sagte er zu seiner Schwester: \u00bbNimm diesen Spaten hier. Solange sein Blatt hell gl\u00e4nzt, bedeutet das: Es geht mir gut. Wenn sich aber Flecken zeigen, dann bin ich in Gefahr oder gar schon gestorben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf brach er guten Mutes auf, um den Vogel, den Baum und das Wasser zu suchen. Nicht lange, und er traf einen alten Mann mit einem langen wei\u00dfen Bart, den fragte er nach den gesuchten Gegenst\u00e4nden. Aber der alte Mann antwortete nicht. Da schnitt der junge ihm den Bart ab, worauf der alte Mann einen Ball hervorholte und damit nach ihm warf. Der Ball wuchs und wuchs, bis daraus ein Gebirge geworden war, in dem der junge von vielen schwarzen Steinen eingeschlossen war, die alle reden konnten und ihn wild beschimpften. Er gab Widerrede und &#8211; schwupp -, schon war auch er in einen schwarzen Stein verwandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Bruder fort war, schaute die Schwester jeden Tag auf den Spaten, und als sie sah, dass er seinen Glanz verloren hatte, war ihr klar, dass ihrem Bruder etwas zugesto\u00dfen sein musste, und sie begann zu weinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der andere Bruder versuchte sie zu tr\u00f6sten. Er sagte, er werde nun selbst ausziehen, um nach dem Vogel, dem Baum und dem Wasser und nach dem \u00e4lteren Bruder zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er gab seiner Schwester einen Rosenkranz und sagte ihr: \u00bbBete ihn jeden Tag, und solange dir die Perlen leicht durch die Finger laufen, ist dies ein Zeichen, dass ich am Leben bin und es mir gut geht. Aber wenn du einen Widerstand versp\u00fcrst, dann ist dies ein Zeichen, dass mir etwas zugesto\u00dfen ist oder ich gar tot bin.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er ging fort. Er lief und lief und traf schlie\u00dflich denselben alten Mann mit dem wei\u00dfen Bart, dem auch sein Bruder begegnet war, und auch er wurde von diesem in einen Stein verwandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwester, die merkte, dass die Perlen ihres Rosenkranzes nicht wie gew\u00f6hnlich durch die Finger liefen, wusste, dass ihrem Bruder etwas zugesto\u00dfen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Da machte sie sich auf, die beiden Br\u00fcder, den Vogel, den Baum und das Wasser zu suchen. Auch sie traf den alten Mann mit dem langen Bart. Auch sie fragte ihn nach den beiden Br\u00fcdern, und auch dieses Mal warf er einen Ball, der sich in ein Gebirge schwarzer Steine verwandelte. Die Steine riefen ihr Schimpfworte zu, aber sie k\u00fcmmerte sich nicht darum. Da erblickte sie auf einem Baum einen Vogel, und am Fu\u00df des Baumes stand ein Glas Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbVielleicht sind dies die Dinge, nach denen wir suchen sollen\u00ab, \u00fcberlegte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wollte den Vogel fangen, der aber sagte, wenn sie das tue, werde er sie t\u00f6ten. Sie lie\u00df sich jedoch nicht davon abbringen, fing ihn, schnitt einen Ast von dem Baum, nahm das Glas Wasser an sich und ging auf das Gebirge mit den schwarzen Steinen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Wasser aus dem Glas n\u00e4sste sie die Felsen, und diese verwandelten sich in junge M\u00e4nner. Sie fand darunter auch ihre Br\u00fcder, und voller Freude umarmten und k\u00fcssten sie sich. Gl\u00fccklich kehrten die drei Geschwister in ihr Haus zur\u00fcck und lebten dort eine Zeit gl\u00fccklich zusammen. Sie leerten das Wasser aus dem Glas in einen Bottich und hatten von da an immer sauberes frisches Wasser, mit dem sie sich wuschen, und davon wurden ihre Gesichter so sauber und strahlend, dass es eine Freude war, sie anzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages nun kam der Sultan an ihrem Haus vorbei. Er war verschwitzt und schmutzig und wollte sich waschen. Er bat um Wasser, und sie sch\u00f6pften es f\u00fcr ihn aus dem bewussten Trog. Der Sultan wusch sich, und am Ende war er ganz sauber und sah viel j\u00fcnger aus. Das gefiel ihm, und von diesem Tag an kam er immer wieder, um sich mit diesem Wasser zu waschen und mit den beiden Br\u00fcdern und deren Schwester zu plaudern, da er eine gro\u00dfe Zuneigung f\u00fcr die drei versp\u00fcrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er sich eines Tages wieder wusch, h\u00f6rte er auf dem Zweig des Baumes einen Vogel singen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWie konntest du nur annehmen, dass deine Frau, einen Hund, einen L\u00f6wen und ein St\u00fcck verfaultes Fleisch zur Welt bringen w\u00fcrde? Deine wirklichen Kinder stehen hier vor dir. Sie wurden von deinen Schw\u00e4gerinnen in den Fluss geworfen und von einem M\u00fcller gerettet und aufgezogen. Schau sie dir nur genau an, damit du dich davon \u00fcberzeugst, wie sehr die beiden jungen M\u00e4nner dir und das M\u00e4dchen der Mutter \u00e4hnlich sehen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sultan betrachtete sie genau. ja, es gab keinen Zweifel. Er erkannte seine Kinder, und zusammen mit dem Vogel, dem Zweig und dem Wasser, die ihm eine so gro\u00dfe Hilfe gewesen waren, nahm er sie mit auf sein Schloss.<\/p>\n\n\n\n<p>Welch gro\u00dfe Freude die Mutter empfand, als sie ihre Kinder wiedersah, daf\u00fcr habe ich keine Worte, und das genaue Gegenteil war der Fall bei den b\u00f6sen Schwestern.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wurden bestraft, das hei\u00dft man warf sie an jener Stelle in den Fluss, an der das Wasser am tiefsten ist. Zuvor aber hatte man einer jeden einen schweren Stein um den Hals gebunden, damit man auch sicher sein konnte, dass sie tats\u00e4chlich ertranken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sultan und die Sultana lebten noch viele Jahre gl\u00fccklich zusammen und freuten sich \u00fcber ihre wohlgeratenen Kinder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die drei Kinder des Sultans Es waren einmal drei Schwestern, die unterhielten sich vor der T\u00fcr ihres Hauses. \u00bbIch w\u00fcrde ohne Bedenken einen B\u00e4cker heiraten, denn dann h\u00e4tten meine Kinder und ich wenigstens immer genug Brot\u00ab, sagte die \u00c4lteste. \u00bbNun\u00ab, rief die zweite Schwester aus, \u00bbich w\u00fcrde auch den Fischer des K\u00f6nigs heiraten, dann h\u00e4tten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204],"tags":[],"class_list":["post-5853","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-unbekannt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5853"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5854,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853\/revisions\/5854"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}