{"id":5851,"date":"2026-04-15T02:01:29","date_gmt":"2026-04-15T00:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5851"},"modified":"2026-04-15T02:02:44","modified_gmt":"2026-04-15T00:02:44","slug":"die-kinder-des-fischers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-kinder-des-fischers\/","title":{"rendered":"Die Kinder des Fischers"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Kinder des Fischers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es ist schon lange her, da waren einmal ein Fischer und seine Frau, die hatten keine Kinder. Und als der Fischer \u00e4lter wurde, da beklagt er einmal sein Schicksal, als er gerade beim Fischen ist: \u00bbAch h\u00e4tte ich doch Kinder, so k\u00f6nnten sie mir beim Fischen helfen, und alles w\u00e4re leichter!\u00ab &#8211; \u00bbWas klagst du da?\u00ab sagt im gleichen Augenblick eine Gorgone, die aufgetaucht war.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Fischer die Gorgone sieht, ist er erschrocken, aber dann sagt er: \u00bbIch bin ohne Kinder, und das Gewerbe f\u00e4llt mir schwer.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGut\u00ab, sagt die Gorgone, \u00bbich will dir helfen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit taucht sie ins Meer, und nach einer Weile kommt sie wieder zu dem Boot des Fischers und in ihren Klauen h\u00e4lt sie einen Apfel und eine Birne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHier hast du was\u00ab, sagt sie, \u00bbnimm diesen Apfel und diese Birne. Falls du einen Sohn willst, so soll deine Frau diesen Apfel essen, und wenn du eine Tochter willst, so soll sie diese Birne verspeisen. Aber du musst mir das Kind, wenn es 14 Jahre alt ist, ans Meer bringen. Ich will sorgen, dass dir die Fische dann m\u00fchelos ins Netz gehen.\u00ab Der Fischer hat sich bedankt und den Apfel und die Birne eingesteckt. Und als er nach Hause gekommen ist, hat er seiner Frau den Apfel zu essen gegeben, und weil es ein sch\u00f6ner Apfel gewesen ist und die Frau gerade Hunger gehabt hat, hat sie den Apfel gegessen. Aber dann hat sie sich bedacht und gefragt: \u00bbDu kommst doch gerade vom Meer. Woher hast du also den Apfel?\u00ab \u00ad \u00bbDen Apfel\u00ab, sagt der Fischer, \u00bbhat mir eine Gorgone gegeben zusammen mit einer Birne, und sie hat gesagt: &gt;Wenn deine Frau den Apfel isst, bekommt sie \u00fcbers Jahr einen Sohn, und wenn sie die Birne isst, eine Tochter.&lt; Und da ich mir schon lange einen Sohn w\u00fcnsche, habe ich dir den Apfel zu essen gegeben.\u00ab \u00ad \u00bbDu denkst nur an dich\u00ab, sagt die Frau, \u00bbund nicht an mich. Ich w\u00fcnsche mir schon lange eine Tochter, die mir etwas im Hause helfen kann. Wo ist die Birne?\u00ab \u00ad \u00bbHier\u00ab, sagt der Mann, und er zieht die Birne aus der Tasche. Da nimmt ihm die Frau die Birne weg und isst sie auf der Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Jahr hat die Frau Zwillinge geboren, einen Sohn und eine Tochter. Die Fischersleute waren zufrieden, denn nun hat jeder das gehabt, was er wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber als die Zwillinge 14 Jahre alt waren, da hatte der Vater ganz vergessen, was er der Gorgone versprochen hatte. Und als er eines Tages mit seinem Sohn zum Fischen gefahren ist, da taucht die Gorgone auf und sagt: \u00bbWenn du mir nicht bringst, was mir geh\u00f6rt, so nehme ich es mir selber. Du aber brauchst keine Angst zu haben. Du musst nicht mehr mit dem Boot ausfahren, denn ich werde dir soviel Fische an den Strand schicken, dass du sie mit den H\u00e4nden ergreifen und herausziehen kannst.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit hat sie den Burschen erfasst und mit sich in die Tiefe gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fischer ist zwar traurig heimgekehrt, aber als er an den n\u00e4chsten Tagen gesehen hat, dass es sich so verh\u00e4lt, wie die Gorgone gesagt hatte, ist er zufrieden gewesen und hat sich so viele Fische aus dem Wasser genommen, wie er gebraucht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen aber, das Maria hie\u00df, hat ihren Bruder sehr vermisst. Und eines Tages ist es zum Strand des Meeres gelaufen und hat nach dem Bruder gerufen. Da ist die Gorgone erschienen und hat Maria gefragt: \u00bbWillst du deinen Bruder sehen?\u00ab \u00ad \u00bbja, das will ich.\u00ab \u00bbGut, so komm mit mir! Aber du musst freiwillig mitgehen, denn nur eines von euch Kindern geh\u00f6rt mir, das andere geh\u00f6rt dem Fischer.\u00ab \u00ad \u00bbIch gehe freiwillig mit.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da hat die Gorgone Maria zu ihrem Bruder gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun auch Maria von daheim verschwunden war, hat sich die Mutter sehr gegr\u00e4mt, und sie hat ihrem Mann Vorw\u00fcrfe gemacht. Und schlie\u00dflich ist der Fischer ins Boot gestiegen und auf s Meer hinaus gefahren. Und dort hat er nach der Gorgone gerufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile ist die Gorgone aufgetaucht und hat gefragt \u00ad. \u00bbWas willst du?\u00ab \u00ad \u00bbIch\u00ab, sagt der Fischer, &#8222;ich will wenigstens eines meiner Kinder wieder zur\u00fcckhaben, denn es ist nicht recht, dass du uns beide weggenommen hast. \u00ab \u00ad\u00bbDeine Tochter Maria\u00ab, sagt die Gorgone, \u00bbist freiwillig und ohne Zwang mit mir gekommen, aber wenn du es w\u00fcnschst, bringe ich dir deinen Sohn wieder. \u00ab \u00ad \u00bb Ich w\u00fcnsche es.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist die Gorgone in die Tiefe hinuntergetaucht und hat den Burschen heraufgebracht und zum Vater ins Boot gesetzt. Und der Fischer ist heimgefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber die Mutter gesehen hat, dass nur der Sohn heimgekommen ist und nicht Maria, hat sie zu weinen angefangen, und sie hat gesagt: \u00bbImmer denkst du nur an dich, und ich bin nun wieder allein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da hat am andern Tag der Vater seinen Sohn gerufen und ist mit Ihm ins Boot gestiegen, und die beiden sind wieder hinaus aufs Meer gefahren. Und dort hat der Fischer wieder die Gorgone gerufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gorgone ist aufgetaucht und hat gefragt: \u00bbWas ist nun jetzt schon wieder, dass du mich rufst?\u00ab \u00ad \u00bbMeine Frau\u00ab, sagt der Fischer, \u00bbwill Maria zur\u00fcckhaben. Deshalb bringe ich den Burschen mit, denn lieber will ich auf meinen Sohn verzichten als meine Frau den ganzen Tag weinen sehn.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gorgone ist etwas zornig geworden, aber da sie ein gutes Her7 hatte, sagt sie: \u00bbNun, da die Kinder uns zusammen geh\u00f6ren, wollen wir sie so teilen, dass ein jeder zufrieden sein kann. H\u00f6re also: Am Montag, Dienstag und Mittwoch sollen die beiden bei mir sein; am Donnerstag, Freitag und Samstag aber sollt Ihr die Kinder im Hause haben. Und am Sonntag nach der Kirche sollen sie ans Meer kommen, da werde ich sie dann wieder abholen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann war damit zufrieden, und er hat seine beiden Kinder heimgefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau war nicht ganz so einverstanden, aber Maria hat zu ihr gesagt. \u00bbMutter, schau, was die Gorgone beschlossen hat, ist gut. Zum Helfen brauchst du mich am Donnerstag zum Brotbacken und am Samstag, um das Haus zu kehren, und da werde ich immer da sein. Aber lass mich zusammen mit meinem Bruder kommen und gehn und rei\u00df uns nicht auseinander.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da hat die Frau nachgegeben, und nun sind die Kinder immer am Mittwochabend von der Gorgone zu dem Strand gebracht worden, welcher der H\u00fctte des Fischers am n\u00e4chsten war, und am Sonntagmittag hat sie der Vater wieder aufs Meer gebracht, und die Gorgone hat sie abgeholt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und man erz\u00e4hlt sich, als die Kinder gro\u00df und erwachsen geworden waren, hat die Gorgone zugestimmt, dass die Kinder sich verheiraten, und sie hat es dem Burschen \u00fcberlassen, sich ein M\u00e4dchen zu suchen; f\u00fcr Maria aber hat sie selbst einen jungen Fischer ausgesucht, den sie gut leiden konnte. Und sie hat ihm gesagt, dass er Maria lieben sollte und immer gut behandeln, weil es ihm sonst schlimm erginge.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weiter wei\u00df ich nichts davon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kinder des Fischers Es ist schon lange her, da waren einmal ein Fischer und seine Frau, die hatten keine Kinder. 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