{"id":5843,"date":"2026-04-15T01:48:05","date_gmt":"2026-04-14T23:48:05","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5843"},"modified":"2026-04-15T01:48:05","modified_gmt":"2026-04-14T23:48:05","slug":"vom-kater-mitzpuf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/vom-kater-mitzpuf\/","title":{"rendered":"Vom Kater Mitzpuf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Vom Kater Mitzpuf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tierm\u00e4rchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Eine arme Frau hatte nichts als eine Katze; das war ein Kater, den nannte sie Mitzpuf. Da sie ihm nun nichts mehr zu essen geben konnte, sprach sie: &#8222;Mein lieber Mitzpuf, es zerschneidet mir das Herz, wenn ich sehe, wie du so mager wirst, und ich kann dir nicht helfen; gehe du in den Wald und suche dir zu essen.&#8220; Mitzpuf lie\u00df sich das nicht zweimal sagen, denn er war sehr hungrig und wollte auch gerne einmal den Wald sehen. Als er nun in den Wald kam, lag da ein totes Pferd, und sogleich sprang er auf das Pferd und fing an zu rei\u00dfen und zu bei\u00dfen. Es w\u00e4hrte nicht lange, siehe, da zeigte sich der Fuchs von weitem. Als er die Katze erblickte, entsetzte er sich sehr, kehrte still um, nahm den Zagel zwischen die Beine und ging zuerst langsam, und als er glaubte, dass man ihn nicht mehr sehe, lief er in einem fort wie der Wind, so dass er ganz au\u00dfer Atem kam. Da begegnete ihm der B\u00e4r. &#8222;Gevatter, was ist Euch? Warum macht Ihr so lange Beine?&#8220; &#8211; &#8222;Fraget nicht lange, kommt nur schnell mit&#8220;, rief der Fuchs, &#8222;wenn Euch Euer Leben lieb ist! Dort sitzt ein kleines Ungeheuer auf einem dreimal gr\u00f6\u00dferen Wesen als Ihr seid, hat es umgebracht und frisst es!&#8220;- &#8222;Das muss ich doch sehen!&#8220; sprach der B\u00e4r neugierig, brummte sich Mut in den Bart und ging langsam n\u00e4her; der Fuchs blieb jetzt stehen und sah zu. Bald kam der B\u00e4r in vollem Lauf zur\u00fcck. &#8222;Nur fort!&#8220; rief er zum Fuchs, &#8222;es ist die h\u00f6chste Gefahr!&#8220; Beide liefen nun, dass ihnen Sehen und H\u00f6ren verging. Da trafen sie auf den Wolf. &#8222;Was gibt es denn, warum so eilig? Was zappt und schnappt ihr so \u00e4ngstig?&#8220; fragte der Wolf. Da sprachen der Fuchs und der B\u00e4r: &#8222;Ungl\u00fccklicher, fraget nicht, rettet Euch mit uns, wenn Euch Euer Leben lieb ist. Dort sitzt ein kleines Ungeheuer auf einem f\u00fcnfmal gr\u00f6\u00dferen Wesen, als Ihr seid, hat es umgebracht und frisst es!&#8220;<br>&#8211; &#8222;Was, ich mich f\u00fcrchten?&#8220; sprach trotzig der Wolf, &#8222;das soll man von mir nicht sagen!&#8220; und lief nach der bezeichneten Gegend. Der Fuchs und der B\u00e4r standen und sahen. Pl\u00f6tzlich kam der Wolf wie ein abgeschossener Pfeil hergerannt und hatte kein Leben. &#8222;Nur schnell, rettet euch, wie ihr wisst und k\u00f6nnt!&#8220; rief er.<br>Nun liefen alle drei wie in die Wette. Da stie\u00dfen sie auf das Wildschwein. &#8222;Was ist das? Was ist das? Habt ihr Feuer unterm Zagel?&#8220; fragte dieses. &#8222;Fraget nicht lange, rettet Euch mit uns, wenn Euch Euer Leben lieb ist; dort sitzt ein kleines Ungeheuer auf einem f\u00fcnfmal gr\u00f6\u00dferen Wesen, als Ihr seid, hat es umgebracht und frisst es!&#8220; &#8211; &#8222;Ihr feigen Memmen!&#8220; schrie das Wildschwein, &#8222;gleich will ich es umbringen&#8220;, schnaubte f\u00fcrchterlich ro, ro und rannte blindlings auf das tote Pferd los und stie\u00df mit seinen Hauern ihm in den Bauch, noch ehe sich die Katze versehen konnte. Diese war nicht wenig erschreckt, machte einen gro\u00dfen Buckel, str\u00e4ubte die Haare, schnurrte und sah mit wilden Augen das Schwein an. Dieses konnte nicht gleich mit seinen Hauern freiwerden und glaubte jetzt, der Kater Mitzpuf habe es gepackt; endlich kam es los, kehrte um und schoss wie der Blitz von dannen. Die Katze war mutig geworden und lief ihm nach. Das Schwein war bald bei den andern: &#8222;Es kommt das grausige Ungeheuer, wehe uns, wir sind verloren, rette sich jedes, wie es kann!&#8220; Da lag ein dicker Baumstamm, der war hohl; das Wildschwein rannte hinein und barg sich; nur die Zagelspitze reichte heraus; der B\u00e4r, Fuchs und Wolf hatten sich schnell auf je einen Baum gefl\u00fcchtet.<br>Der Kater Mitzpuf kam lustig herbeigesprungen, h\u00fcpfte auf den Baumstamm und packte die hervorstehende Zagelspitze vom Wildschwein. &#8222;Jetzt frisst es dich!&#8220; dachte dieses und grunzte einmal in seiner Todesangst so f\u00fcrchterlich, dass jene vor Schrecken vom Baum herunterplumpsten. Dem Fuchs war nichts geschehen; er lief leicht fort; der B\u00e4r hatte sich ein Bein gebrochen und hinkte nach; der Wolf aber war in ein spitzes Holz gefallen und hatte sich gespie\u00dft; sein Rachen stand weit offen und wies die Z\u00e4hne. Das sah der Fuchs: &#8222;Ei, Gevatter, warum lacht Ihr uns aus? Das Laufen ist doch keine Schande, wenn es gilt, das Leben zu retten!&#8220; Aber der Wolf antwortete nicht, denn er war schon steif und starr. Das Wildschwein getraute sich vor Angst nicht herauszukommen und verreckte in dem Baumstamm. Der Fuchs und der B\u00e4r aber laufen noch immer, und aus ist es auch mit ihnen, wenn der Kater Mitzpuf sie bekommt; er zerrei\u00dft und zerbei\u00dft ihnen den Bauch wie dem toten Pferd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Kater Mitzpuf Tierm\u00e4rchen Eine arme Frau hatte nichts als eine Katze; das war ein Kater, den nannte sie Mitzpuf. 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