{"id":5841,"date":"2026-04-15T01:45:25","date_gmt":"2026-04-14T23:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5841"},"modified":"2026-04-15T01:45:25","modified_gmt":"2026-04-14T23:45:25","slug":"kashak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/kashak\/","title":{"rendered":"Kashak"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Kashak<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Kashak war ein armer Waisenknabe. Er trieb sich im Dorf herum, niemand gab ihm zu essen, und niemand gab ihm ein Lager f\u00fcr die Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis eine Familie sich seiner erbarmte und ihm erlaubte, im Vorraum des Iglu zu schlafen, in jenem langen Schneetunnel, der den Frost abhalten soll und in dem auch die Hunde schliefen, damit sie drau\u00dfen nicht erfroren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und zusammen mit den Hunden knabberte Kashak auch die Knochen ab. Nur ein M\u00e4dchen hatte Mitleid mit dem Jungen und steckte ihm hin und wieder etwas zu. Und sie schenkte ihm auch ein Messer, mit dem er die Knochen abschaben konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kashak wuchs nicht, er war schwach und klein, weil er ja nie genug zu essen hatte. Alle schrien ihn nur an und stie\u00dfen ihn herum.<\/p>\n\n\n\n<p>So viel Kummer und Not konnte selbst Angak, der Mann im Mond, nicht mehr mit ansehen. Immer, wenn Vollmond ist, schaut n\u00e4mlich Angak mit seinem breiten Gesicht von oben herab, was sich auf der Erde so tut. Und so entging ihm auch das traurige Dasein des armen Kashak nicht, und er beschloss, ihm zu helfen. Eines Tages stieg er zur Erde hinab, fing sich Hunde ein, spannte sie vor den Schlitten und befahl dem Jungen aufzusitzen. Kashak f\u00fcrchtete sich, aber noch mehr f\u00fcrchtete er sich, nicht zu gehorchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie zu einer Stelle kamen, wo gro\u00dfe Steinbl\u00f6cke lagen, hielt Angak das Gespann an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Kashak, steig ab!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge meinte, dass der Fremde ihn nur qu\u00e4len wolle, und z\u00f6gerte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Komm, steig ab!&#8220; forderte ihn der Mann nochmals auf.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wirst du mich auch nicht schlagen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nein, du brauchst keine Angst zu haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da sprang Kashak vom Schlitten, und der Mann f\u00fchrte ihn zu den Steinbl\u00f6cken und befahl ihm, sich auf einen zu legen und zu tun, als ob er rudere.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge zitterte vor Angst, tat aber, was man von ihm verlangte. Dann fing Angak drei Mondstrahlen ein, sponn sie zu einem silbernen Faden, und den wickelte er um den Jungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bist du jetzt st\u00e4rker?&#8220; fragte er.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ein bisschen st\u00e4rker f\u00fchle ich mich schon&#8220;, antwortete Kashak. &#8222;Versuche diesen Steinblock aufzuheben&#8220;, forderte ihn der Mann im Mond auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber so stark, dass er den Stein h\u00e4tte heben k\u00f6nnen, war Kashak noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da wickelte Angak einen Faden aus sechs Mondstrahlen um den Jungen und fragte: &#8222;Bist du jetzt st\u00e4rker?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich glaube schon.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;So heb den Stein auf!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Kashak konnte den Stein zwar ein St\u00fcckchen verr\u00fccken, aber so stark, dass er ihn h\u00e4tte aufheben k\u00f6nnen, war er immer noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wickelte Angak einen Faden aus neun Mondstrahlen um den Jungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bist du st\u00e4rker?&#8220; fragte er.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ja, jetzt bin ich stark&#8220;, antwortete der Junge, packte den Steinblock und hob ihn in die H\u00f6he, so leicht, als sei es nur ein Kieselstein.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Gut&#8220;, sagte der Mann im Mond und brachte Kashak ins Dorf zur\u00fcck. &#8222;Morgen schicke ich dir drei B\u00e4ren, und du wirst den Leuten zeigen, wie stark du bist.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann setzte er sich in den Schlitten und fuhr auf den Mond zur\u00fcck. Am n\u00e4chsten Tag kamen drei riesige B\u00e4ren ins Dorf. Ihr Br\u00fcllen jagte allen Angst und Schrecken ein. Selbst die mutigsten M\u00e4nner rissen vor den B\u00e4ren aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur Kashak stellte sich ihnen in den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Kashak ist verr\u00fcckt geworden!&#8220; schrien die Leute. &#8222;Die B\u00e4ren werden ihn zerrei\u00dfen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge, der \u00fcber Nacht zu einem stattlichen J\u00fcngling geworden war, umschlang den ersten B\u00e4ren mit solcher Kraft, dass ihm die Knochen im Leibe krachten. Als das die anderen beiden B\u00e4ren sahen, suchten sie schleunigst ihr Heil in der Flucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kashak f\u00fchrte seinen B\u00e4ren durchs Dorf und rief: &#8222;Alle, die mich misshandelt haben, wird mein B\u00e4r zerrei\u00dfen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da flohen die b\u00f6sen Menschen aus dem Dorf und kamen nie wieder. Nur die guten blieben zur\u00fcck. Darunter auch das M\u00e4dchen, das Kashak das Messer geschenkt hatte. Und dieses M\u00e4dchen nahm Kashak zur Frau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kashak Kashak war ein armer Waisenknabe. Er trieb sich im Dorf herum, niemand gab ihm zu essen, und niemand gab ihm ein Lager f\u00fcr die Nacht. 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