{"id":5818,"date":"2026-04-09T15:59:01","date_gmt":"2026-04-09T13:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5818"},"modified":"2026-04-09T15:59:23","modified_gmt":"2026-04-09T13:59:23","slug":"jim-und-das-gespenst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/jim-und-das-gespenst\/","title":{"rendered":"Jim und das Gespenst"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Jim und das Gespenst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es d\u00e4mmerte, \u00fcber dem Moor lagen Nebelschwaden, im Schilf ert\u00f6nte der klagende Schrei einer Ralle&#8230; a-ach, a-ach!<br>Auf dem schlammigen Weg fuhren vom Wald her f\u00fcnf mit Waren beladene Planwagen. Die Fuhrm\u00e4nner schauten sich nach einem Nachtlager um.<br>Hinter einer Wegbiegung entdeckten sie zwischen alten Ahornb\u00e4umen ein gro\u00dfes Haus. Aber es lag v\u00f6llig dunkel da, nicht ein einziges Fenster war erleuchtet.<br>Die Fuhrleute hielten an, gingen hin und klopften an das Tor.<br>Doch niemand \u00f6ffnete.<br>&#8222;Da klopft ihr vergebens&#8220;, rief ein alter Schafhirte, der seine Herde vor\u00fcbertrieb. ,,Niemand wird euch \u00f6ffnen. Das Haus ist schon seit zw\u00f6lf Jahren unbewohnt, weil es drinnen spukt.&#8220;<br>&#8222;Also, in einem Spukhaus verbringe ich keine Stunde&#8220;, sagte der Fuhrmann Jack. Dann ging er zu seinem Wagen und trieb die Pferde an, und der Wagen knatterte auf dem holprigen Weg weiter. Jack wollte im Wald \u00fcbernachten.<br>Die anderen Fuhrleute standen noch eine Weile unschl\u00fcssig vor dem Tor, dann beschlossen auch sie, die Nacht im Wald zu verbringen.<br>Nur der Fuhrmann Jim lachte. &#8222;Was seid ihr f\u00fcr M\u00e4nner! F\u00fcrchtet euch vor einem leeren Haus. Deckt euch im Wald doch mit Nebelschwaden zu und taucht eure F\u00fc\u00dfe in den Bach, damit sie euch nicht abfrieren!&#8220;<br>Und er \u00f6ffnete das Tor und ging in das Haus. Im Flur hing eine alte Laterne. Er hielt ein Streichholz an den Docht und ging weiter. Die Stube war sauber und aufger\u00e4umt. Vor dem Kamin lag ein Stapel Holzscheite, und der Tisch war gedeckt.<br>Jim machte Feuer im Kamin und kochte sich im Kessel Bohnen mit Speck.<br>Nach dem Essen holte er aus dem Keller eine Flasche Wein und trank sie am Kaminfeuer leer. Drau\u00dfen lag noch immer dichter Nebel, und der Regen pl\u00e4tscherte, dass es klang, als seufzte die Nacht wie ein frierender Hund.<br>Als Jim schl\u00e4frig wurde, legte er sich in eines der Betten, deckte sich mit einer weichen Daunendecke zu und fiel sofort in tiefen Schlaf. Er schlief ruhig, die ganze Nacht, niemand st\u00f6rte ihn.<br>Als es zu d\u00e4mmern begann, erwachte Jim, und gleich dachte er an die anderen Fuhrleute, die gewiss keine so angenehme Nacht verbracht hatten. &#8222;Diese Dummk\u00f6pfe h\u00e4tten ruhig auch \u00fcber Nacht hier bleiben und sich sch\u00f6n im Warmen ausschlafen k\u00f6nnen&#8220;, sagte er laut.<br>Da \u00f6ffnete sich die T\u00fcr zum Nebenzimmer, der Fu\u00dfboden knarrte, das Fenster klirrte, als r\u00fcttelte ein Windsto\u00df daran, und in der T\u00fcr stand ein Gespenst.<br>Mit langen Schritten n\u00e4herte es sich dem Bett, und ehe Jim, der Fuhrmann, aufspringen konnte, st\u00fcrzte es sich auf ihn und umklammerte mit knochigen H\u00e4nden seinen Hals.<br>Aber Jim war keiner von denen, die schnell aufgeben. Er wehrte sich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und schrie, so gut einer schreien kann, wenn er einem Gespenst in die Finger geraten ist.<br>Jim schrie so laut, dass ihn die anderen Fuhrleute im Wald h\u00f6rten. Sie sprangen auf, lie\u00dfen alles stehen und liegen und liefen zu dem alten Haus.<br>Aber hinein gingen sie nicht!<br>Sie duckten sich, schlichen unters Stubenfenster und streckten, einer nach dem anderen, vorsichtig ihre K\u00f6pfe empor.<br>Jei,was bekamen sie da zu sehen! In der Stube waren Tisch und St\u00fchle kurz und klein geschlagen, und vor dem Kamin w\u00e4lzte sich das Gespenst mit Jim auf dem Boden.<br>&#8222;Man muss ihm Mut machen&#8220;, fl\u00fcsterte Jack. Dann sprang er auf und rief durch das offene Fenster: &#8222;Halt es fest, Jim, halt es gut fest!&#8220;<br>&#8222;Was glaubst du, tue ich hier die ganze Zeit&#8220;, antwortete Jim.<br>&#8222;In dem Augenblick schleuderte das Gespenst Jim zur T\u00fcr hinaus.<br>&#8222;He!&#8220; riefen die anderen Fuhrleute, &#8222;Jim l\u00e4sst sich von einem Gespenst unterkriegen!&#8220;<br>Das wollte Jim nicht auf sich sitzen lassen.<br>&#8222;Ich wette um ein Paar neue Stiefel, dass ich ihm schwer zu schaffen machen werde!&#8220; rief er. Dann lehnte er sich mit aller Kraft gegen die T\u00fcr, riss sie aus den Angeln und w\u00e4lzte sich erneut mit dem Gespenst auf dem Boden.<br>Nach einer Weile gelang es dem Gespenst, Jim zum Fenster hinauszuwerfen.<br>&#8222;Das wirst du dir doch nicht etwa gefallen lassen!&#8220; riefen die Gef\u00e4hrten. Und Jim sprang von neuem in die Stube und packte das Gespenst an der Kehle.<br>&#8222;Ich werde es schon noch auf die Schultern legen&#8220;, rief er.<br>Aber das Gespenst schloss Jim fest in die Arme und erhob sich mit ihm, und beide flogen zum Dach hinaus. Jim konnte gerade noch rufen: &#8222;Ich halte es fest, aber es l\u00e4sst mich auch nicht los.&#8220;<br>Da verwandelten sich das Gespenst und Jim in zwei Raben, die kr\u00e4chzend \u00fcber dem dunklen Wald verschwanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jim und das Gespenst Es d\u00e4mmerte, \u00fcber dem Moor lagen Nebelschwaden, im Schilf ert\u00f6nte der klagende Schrei einer Ralle&#8230; a-ach, a-ach!Auf dem schlammigen Weg fuhren vom Wald her f\u00fcnf mit Waren beladene Planwagen. Die Fuhrm\u00e4nner schauten sich nach einem Nachtlager um.Hinter einer Wegbiegung entdeckten sie zwischen alten Ahornb\u00e4umen ein gro\u00dfes Haus. 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