{"id":5809,"date":"2026-04-09T15:47:39","date_gmt":"2026-04-09T13:47:39","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5809"},"modified":"2026-04-09T15:47:52","modified_gmt":"2026-04-09T13:47:52","slug":"die-himmlische-hochzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-himmlische-hochzeit\/","title":{"rendered":"Die himmlische Hochzeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die himmlische Hochzeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es h\u00f6rte einmal ein armer Bauernjunge in der Kirche, wie der Pfarrer sprach:&nbsp;&#8222;Wer da will ins Himmelreich kommen, muss immer geradausgehen.\u00ab Da machte er sich auf und ging immerzu, immer gerade, ohne abzuweichen, \u00fcber Berg und Tal. Endlich f\u00fchrte ihn sein Weg in eine gro\u00dfe Stadt und mitten in die Kirche, wo eben Gottesdienst gehalten wurde. Wie er nun all die Herrlichkeit sah, meinte er, nun w\u00e4re er im Himmel angelangt, setzte sich hin und war von Herzen froh.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Gottesdienst vorbei war und der K\u00fcster ihn hinausgehen hie\u00df, antwortete er:&nbsp;\u00bbNein, ich gehe nicht wieder hinaus, ich bin froh, dass ich endlich im Himmel bin.\u00ab Da ging der K\u00fcster zum Pfarrer und sagte ihm, es w\u00e4re ein Kind in der Kirche, das wollte nicht wieder heraus, weil es glaubte, es w\u00e4re im Himmelreich. Der Pfarrer sprach:&nbsp;\u00bbWenn es das glaubt, so wollen wir es darin lassen.\u00ab&nbsp;Darauf ging er hin und fragte, ob es auch Lust h\u00e4tte zu arbeiten.&nbsp;\u00bbJa\u00ab, antwortete der Kleine, ans Arbeiten w\u00e4re er gew\u00f6hnt, aber aus dem Himmel ginge er nicht wieder heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun blieb er in der Kirche, und als er sah, wie die Leute&nbsp;zu dem Muttergottesbild mit dem Jesuskind, das aus Holz geschnitten war, kamen, knieten und beteten, dachte er: &#8222;Das ist der liebe Gott\u00ab, und sprach: &#8222;H\u00f6r einmal,&nbsp;lieber Gott, was bist du mager! Gewiss lassen dich die Leute hungern: ich will dir aber jeden Tag mein halbes Essen bringen.\u00ab&nbsp;Von nun an brachte er dem Bilde jeden Tag die H\u00e4lfte von seinem Essen, und das Bild fing auch an, die Speise zu genie\u00dfen. Wie ein paar Wochen herum waren, merkten die Leute, dass das Bild zunahm, dick und stark ward, und wunderten sich sehr. Der Pfarrer konnte es auch nicht begreifen, blieb in der Kirche und ging dem Kleinen nach, da sah er, wie der Knabe sein Brot mit der Muttergottes teilte und diese es auch annahm. Nach einiger Zeit wurde der Knabe krank und kam acht Tage lang nicht aus dem Bett; wie er aber wieder aufstehen konnte, war sein erstes, dass er seine Speise der Muttergottes brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pfarrer ging ihm nach und h\u00f6rte, wie er sprach: \u00bbLieber Gott, nimm&#8217;s nicht \u00fcbel, dass ich dir so lange nichts gebracht habe: ich war aber krank und konnte nicht aufstehen.\u00ab Da antwortete ihm das Bild und sprach:&nbsp;\u00bbIch habe deinen guten Willen gesehen, das ist mir genug; n\u00e4chsten Sonntag sollst du mit mir auf die Hochzeit kommen.\u00ab&nbsp;Der Knabe freute sich dar\u00fcber und sagte es dem Pfarrer, der bat ihn, hinzugehen und das Bild zu fragen, ob er auch d\u00fcrfte mitkommen.&nbsp;\u00bbNein\u00ab, antwortete das Bild,&nbsp;\u00bbdu allein.\u00ab Der Pfarrer wollte ihn erst vorbereiten und ihm das Abendmahl geben, das war der Knabe zufrieden; und n\u00e4chsten Sonntag, wie das Abendmahl an ihn kam, fiel er um und war tot und war zur ewigen Hochzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die himmlische Hochzeit Gebr. 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