{"id":5779,"date":"2026-04-09T02:52:10","date_gmt":"2026-04-09T00:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5779"},"modified":"2026-04-09T02:52:10","modified_gmt":"2026-04-09T00:52:10","slug":"der-kirschbluetenzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-kirschbluetenzug\/","title":{"rendered":"Der Kirschbl\u00fctenzug"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Kirschbl\u00fctenzug<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war im Jahre 1432,da belagerte Prokop, der Feldherr der Hussiten, die Stadt Naumburg. Lange hatten die Naumburger Widerstand geleistet, doch war ihre Kraft endlich vom Hunger geschw\u00e4cht, und sie mussten sich dem Feind ergeben. Eine Gesandtschaft wurde zu Prokop geschickt, die ihn bitten sollte, gn\u00e4dig mit der Stadt zu verfahren und dem Kampf nicht die Pl\u00fcnderung folgen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Prokop, ein finsterer Mann, dessen Handwerk das Kriegf\u00fchren war, lie\u00df die ver\u00e4ngstigten B\u00fcrger nicht ausreden. Der Zorn brannte in ihm, dass er so lange unt\u00e4tig vor der Stadt hatte verweilen m\u00fcssen, er schlug ihre Bitten h\u00f6hnisch ab und rief sie w\u00fcrden noch vor dem Abendd\u00e4mmern kommen, keinen Stein auf dem anderen lassen und niemand verschonen. Er w\u00fcrde mit den Seinen kommen wie Teufel aus der H\u00f6lle und allem Leben ein Ende setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Verst\u00f6rt, weinend und klagend kehrten die Boten nach Naumburg zur\u00fcck und verk\u00fcndeten dort das Ungeheuerliche. Schon wollte sich die Verzweiflung ausbreiten wie eine graue Wolke, da sprach der Schulmeister, es g\u00e4be vielleicht noch eine Rettung, doch m\u00fcsse man sehr mutig sein, wenn man sie wagen wolle. Und er sagte weiter, es sollten sich alle Naumburger Kinder, Jungen wie M\u00e4dchen, auf dem Marktplatz versammeln, bl\u00fchende Kirschbaumzweige in den H\u00e4nden, und so sollten sie dem Herrn entgegenziehen. Denn was Worte nicht verm\u00f6chten, br\u00e4chte wohl dieser Anblick der unschuldigen Kinder zustande.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange wurde beraten, doch endlich hie\u00df man den Vorschlag des Schulmeisters gut. Die M\u00e4nner pl\u00fcnderten die bl\u00fchenden Kirschb\u00e4ume, die M\u00fctter kleideten die Kinder in die Festtagsgew\u00e4nder, und also geschm\u00fcckt zogen sie singend dem anr\u00fcckenden Herr der Hussiten entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie erstaunte Prokop, als er die Kinder sah! Sein Herz wurde ber\u00fchrt von ihrer Lieblichkeit und Unschuld, sein Zorn zerstob. Die Kinder mussten ihm vorsingen und vortanzen, und endlich schickte er sie in die Stadt zur\u00fcck mit dem Versprechen, es sollte keinem B\u00fcrger auch nur ein Haar gekr\u00fcmmt werden. Eine Summe L\u00f6segeld nannte er die zahlte ihm die B\u00fcrgerschaft, und dann zog er mit seinem Haufen davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl trugen die Kirschb\u00e4ume in Naumburg in diesem Jahr keine Fr\u00fcchte, aber die Menschen lebten und freuten sich der Sonne und ihrer tapferen Kinder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kirschbl\u00fctenzug Es war im Jahre 1432,da belagerte Prokop, der Feldherr der Hussiten, die Stadt Naumburg. Lange hatten die Naumburger Widerstand geleistet, doch war ihre Kraft endlich vom Hunger geschw\u00e4cht, und sie mussten sich dem Feind ergeben. 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