{"id":569,"date":"2015-11-03T22:04:04","date_gmt":"2015-11-03T21:04:04","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=569"},"modified":"2026-01-24T22:08:02","modified_gmt":"2026-01-24T21:08:02","slug":"der-goldene-vogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-goldene-vogel\/","title":{"rendered":"Der goldene Vogel"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es war vorzeiten ein K\u00f6nig, der hatte einen sch\u00f6nen Lustgarten hinter seinem Schlosse, darin stand ein Baum, der goldene \u00c4pfel trug. Als die \u00c4pfel reiften, wurden sie gez\u00e4hlt, aber gleich den n\u00e4chsten Morgen fehlte einer. Das ward dem K\u00f6nig gemeldet, und er befahl, dass alle N\u00e4chte unter dem Baume sollte <\/span><span style=\"font-family: Verdana;\"> <\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.internet-maerchen.de\/images\/vogel.gif\" alt=\"Der goldene Vogel\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Wache gehalten werden. Der K\u00f6nig hatte drei S\u00f6hne, davon schickte er den \u00e4ltesten bei einbrechender Nacht in den Garten; wie es aber Mitternacht war, konnte er sich des Schlafes nicht erwehren, und am n\u00e4chsten Morgen fehlte wieder ein Apfel. In der folgenden Nacht musste der zweite Sohn wachen, aber dem erging es nicht besser; als es zw\u00f6lf geschlagen hatte, schlief er ein, und morgens fehlte ein Apfel. Jetzt kam die Reihe zu wachen an den dritten Sohn, der war auch bereit, aber der K\u00f6nig traute ihm nicht viel zu und meinte, er w\u00fcrde noch weniger ausrichten als seine Br\u00fcder; endlich aber gestattete er es doch. Der J\u00fcngling legte sich also unter den Baum, wachte und lie\u00df den Schlaf nicht Herr werden. Als es zw\u00f6lf schlug, rauschte etwas durch die Luft, und er sah im Mondschein einen Vogel daher fliegen, dessen Gefieder ganz von Gold gl\u00e4nzte. Der Vogel lie\u00df sich auf dem Baume nieder und hatte eben einen Apfel abgepickt, als der J\u00fcngling einen Pfeil nach ihm abschoss. Der Vogel entflog, aber der Pfeil hatte sein Gefieder getroffen und eine seiner goldenen Federn fiel herab. Der J\u00fcngling hob sie auf, brachte sie am andern Morgen dem K\u00f6nig und erz\u00e4hlte ihm, was er in der Nacht gesehen hatte. Der K\u00f6nig versammelte seinen Rat, und jedermann erkl\u00e4rte, eine Feder wie diese sei mehr wert als das gesamte K\u00f6nigreich. &#8222;Ist die Feder so kostbar&#8220;, erkl\u00e4rte der K\u00f6nig, &#8222;so hilft mir auch die eine nichts, sondern ich will und muss den ganzen Vogel haben.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der goldene Vogel von den Gebr\u00fcdern Grimm (M\u00e4rchen H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vH-_S2LU7BU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Der \u00e4lteste Sohn machte sich auf den Weg, verlie\u00df sich auf seine Klugheit und meinte, den goldenen Vogel schon zu finden. Als er eine Strecke gegangen war, sah er an dem Rande eines Waldes einen Fuchs sitzen, legte seine Flinte an und zielte auf ihn. Der Fuchs rief: &#8222;Schie\u00df&#8216; mich nicht, ich will dir daf\u00fcr einen guten Rat geben. Du bist auf dem Wege zu dem goldenen Vogel und wirst heute abend in ein Dorf kommen, wo zwei Wirtsh\u00e4user einander gegen\u00fcberstehen. Eins ist hell erleuchtet, und es geht darin lustig her; da kehr&#8216; aber nicht ein, sondern geh&#8216; ins andere, wenn es dich auch schlecht ansieht.&#8220; &#8211; &#8222;Wie kann mir wohl so ein albernes Tier einen vern\u00fcnftigen Rat erteilen!&#8220; dachte der K\u00f6nigssohn und dr\u00fcckte los, aber er fehlte den Fuchs, der den Schwanz streckte und schnell in den Wald lief. Darauf setzte er seinen Weg fort und kam abends in das Dorf, wo die beiden Wirtsh\u00e4user standen: in dem einen ward gesungen und gesprungen, das andere hatte ein armseliges, betr\u00fcbtes Ansehen. &#8222;Ich w\u00e4re wohl ein Narr&#8220;, dachte er, &#8222;wenn ich in das lumpige Wirtshaus ginge und das sch\u00f6ne liegen lie\u00dfe.&#8220; Also ging er in das lustige ein, lebte da in Saus und Braus und verga\u00df den Vogel, seinen Vater und alle guten Lehren. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Als eine Zeit verstrichen und der \u00e4lteste Sohn immer und immer nicht nach Hause gekommen war, machte sich der zweite auf den Weg und wollte den goldenen Vogel suchen. Wie dem \u00e4ltesten begegnete ihm der Fuchs und gab ihm den guten Rat, den er nicht achtete. Er kam zu den beiden Wirtsh\u00e4usern, wo am Fenster des einen, aus dem der Jubel erschallte, sein Bruder stand und ihn anrief. Er konnte nicht widerstehen, ging hinein und lebte nur seinem Vergn\u00fcgen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Wiederum verstrich eine Zeit, da wollte der j\u00fcngste K\u00f6nigssohn ausziehen und sein Heil versuchen; der Vater aber wollte es nicht zulassen. &#8222;Es ist vergeblich&#8220;, sprach er, &#8222;der wird den goldenen Vogel noch weniger finden als seine Br\u00fcder, und wenn ihm ein Ungl\u00fcck zust\u00f6\u00dft, wei\u00df er sich nicht zu helfen; es fehlt ihm am Besten.&#8220; Doch endlich, wie er keine Ruhe gab, lie\u00df er ihn ziehen. Vor dem Walde sa\u00df wieder der Fuchs, bat um sein Leben und erteilte den guten Rat. Der J\u00fcngling war gutm\u00fctig und sagte: &#8222;Sei ruhig, F\u00fcchslein, ich tue dir nichts zuleide.&#8220; &#8211; &#8222;Es soll dich nicht gereuen&#8220;, antwortete der Fuchs, &#8222;und damit du schneller fortkommst, steig&#8216; hinten auf meinen Schwanz.&#8220; Und kaum hatte er sich aufgesetzt, so fing der Fuchs an zu laufen, und da ging&#8217;s \u00fcber Stock und Stein, dass die Haare im Winde pfiffen. Als sie zu dem Dorfe kamen, stieg der J\u00fcngling ab, befolgte den guten Rat und kehrte, ohne sich umzusehen, in dem geringen Wirtshaus ein, wo er ruhig \u00fcbernachtete. Am andern Morgen, als er auf das Feld kam, sa\u00df da schon der Fuchs und sagte: &#8222;Ich will dir weiter sagen, was du zu tun hast. Geh&#8216; du immer geradeaus; endlich wirst du an ein Schloss kommen, vor dem eine ganze Schar Soldaten liegt, aber k\u00fcmmere dich nicht darum, denn sie werden alle schlafen und schnarchen; geh&#8216; mitten durch und geradewegs in das Schloss hinein, und geh&#8216; durch alle Stuben; zuletzt wirst du in eine Kammer kommen, wo ein goldener Vogel in einem h\u00f6lzernen K\u00e4fig h\u00e4ngt. Nebenan steht ein leerer Goldk\u00e4fig zum Prunk; aber h\u00fcte dich, dass du den Vogel nicht aus seinem schlechten K\u00e4fig herausnimmst und in den pr\u00e4chtigen tust, sonst m\u00f6chte es dir schlimm ergehen.&#8220; Nach diesen Worten streckte der Fuchs wieder seinen Schwanz aus, und der K\u00f6nigssohn setzte sich auf; da ging&#8217;s \u00fcber Stock und Stein, dass die Haare im Winde pfiffen. Als er bei dem Schlusse angelangt war, fand er alles so, wie der Fuchs gesagt hatte. Der K\u00f6nigssohn kam in die Kammer, wo der goldene Vogel in einem h\u00f6lzernen K\u00e4fig sa\u00df, und ein goldener stand daneben; die drei goldenen \u00c4pfel aber lagen in der Stube umher. Da dachte er, es w\u00e4re l\u00e4cherlich, wenn er den sch\u00f6nen Vogel in dem gemeinen und h\u00e4sslichen K\u00e4fig lassen wollte, \u00f6ffnete die T\u00fcr, packte ihn und setzte ihn iii den goldenen. In dem Augenblick aber tat der Vogel einen durchdringenden Schrei. Die Soldaten erwachten, st\u00fcrzten herein und f\u00fchrten ihn ins Gef\u00e4ngnis. Den andern Morgen wurde er vor ein Gericht gestellt, und da er alles bekannte, zum Tode verurteilt. Doch sagte der K\u00f6nig, er wollte ihm unter einer Bedingung das Leben schenken, wenn er ihm n\u00e4mlich das goldene Pferd br\u00e4chte, das noch schneller liefe als der Wind, und dann sollte er obendrein zur Belohnung den goldenen Vogel erhalten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Der K\u00f6nigssohn machte sich auf den Weg, seufzte aber und war traurig, denn wo sollte er das goldene Pferd finden! Da sah er auf einmal seinen alten Freund, den Fuchs, am Wege sitzen. &#8222;Siehst du&#8220;, sprach der Fuchs, &#8222;so ist es gekommen, weil du nicht auf mich geh\u00f6rt hast. Doch sei guten Mutes, ich will mich deiner annehmen und dir sagen, wie du zu dem goldenen Pferde gelangst. Du musst geradeswegs fortgehen, so wirst du zu einem Schlosse kommen, wo das Pferd im Stalle steht. Vor dem Stalle werden die Stallknechte liegen, aber sie werden schlafen und schnarchen, und du kannst ruhig das goldene Pferd herausf\u00fchren. Aber eins musst du in acht nehmen: Leg&#8216; ihm den schlechten Sattel von Holz und Leder auf und ja nicht den goldenen, der dabei h\u00e4ngt, sonst wird es dir schlimm ergehen.&#8220; Dann streckte der Fuchs seinen Schwanz aus, der K\u00f6nigssohn setzte sich auf, und es ging fort \u00fcber Stock und Stein, dass die Haare im Winde pfiffen. Alles traf so ein, wie der Fuchs gesagt hatte. Er kam in den Stall, wo das goldene Pferd stand; als er ihm aber den schlechten Sattel auflegen wollte, dachte er: &#8222;Ein so sch\u00f6nes Tier wird versch\u00e4ndet, wenn ich ihm nicht den guten Sattel auflege, der ihm geb\u00fchrt.&#8220; Kaum aber ber\u00fchrte der goldene Sattel das Pferd, so fing es an, laut zu wiehern. Die Stallknechte erwachten, ergriffen den J\u00fcngling und warfen ihn ins Gef\u00e4ngnis. Am andern Morgen wurde er vom Gericht zum Tode verurteilt; doch versprach ihm der K\u00f6nig das Leben zu schenken und dazu das goldene Pferd, wenn er die sch\u00f6ne K\u00f6nigstochter vom goldenen Schlusse herbeischaffen k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Mit schwerem Herzen machte sich der J\u00fcngling auf den Weg, doch zu seinem Gl\u00fccke fand er bald den treuen Fuchs. &#8222;Ich sollte dich nur deinem Ungl\u00fcck \u00fcberlassen&#8220;, sagte der Fuchs, &#8222;aber ich habe Mitleiden mit dir und will dir noch einmal aus deiner Not helfen. Dein Weg f\u00fchrt dich gerade zu dem goldenen Schlosse: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">abends wirst du anlangen, und nachts, wenn alles still ist, dann geht die sch\u00f6ne K\u00f6nigstochter ins Badehaus, um da zu baden. Und wenn sie hineingeht, so spring auf sie zu und gib ihr einen Kuss, dann folgt sie dir, und du kannst sie mit dir wegf\u00fchren; nur dulde nicht, dass sie vorher von ihren Eltern Abschied nimmt, sonst kann es dir schlimm ergehen.&#8220; Dann streckte der Fuchs seinen Schwanz, der K\u00f6nigssohn setzte sich auf, und fort ging&#8217;s \u00fcber Stock und Stein, dass die Haare im Winde pfiffen. Als er beim goldenen Schlosse ankam, war es so, wie der Fuchs gesagt hatte. Er wartete bis um Mitternacht; und als alles in tiefem Schlafe lag und die sch\u00f6ne Jungfrau ins Badehaus ging, da sprang er hervor und gab ihr einen Kuss. Sie sagte, sie wollte gerne mit ihm gehen, bat ihn aber flehentlich und mit Tr\u00e4nen, er m\u00f6chte ihr erlauben, vorher von ihren Eltern Abschied zu nehmen. Er widerstand anf\u00e4nglich ihren Bitten; als sie aber immer mehr weinte und ihm zu F\u00fc\u00dfen fiel, gab er endlich nach. Kaum aber war die Jungfrau zu dem Bette ihres Vaters getreten, so wachte er und alle andern, die im Schlusse waren, auf, und der J\u00fcngling ward festgehalten und ins Gef\u00e4ngnis gesetzt. Am andern Morgen sprach der K\u00f6nig zu ihm: &#8222;Dein Leben ist verwirkt, und du kannst blo\u00df Gnade finden, wenn du den Berg abtr\u00e4gst, der vor meinen Fenstern liegt und \u00fcber den ich nicht hinaussehen kann, und das musst du binnen acht Tagen zustande bringen. Gelingt dir das, so sollst du meine Tochter zur Belohnung haben.&#8220; Der K\u00f6nigssohn fing an, grub und schaufelte, ohne abzulassen; als er aber nach sieben Tagen sah, wie wenig er ausgerichtet hatte und alle seine Arbeit so gut wie nichts war, fiel er in gro\u00dfe Traurigkeit und gab alle Hoffnung auf. Am Abend des siebenten Tages aber erschien der Fuchs und sagte:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">&#8222;Du verdienst nicht, dass ich mich deiner annehme, aber geh&#8216; nur hin und lege dich schlafen, ich will die Arbeit f\u00fcr dich tun.&#8220; Am andern Morgen, als er erwachte und zum Fenster hinaussah, war der Berg verschwunden. Der J\u00fcngling eilte voll Freude zum K\u00f6nig und meldete ihm, dass die Bedingung erf\u00fcllt w\u00e4re, und der K\u00f6nig mochte wollen oder nicht, er musste Wort halten und ihm seine Tochter geben. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Nun zogen die beiden zusammen fort, und es w\u00e4hrte nicht lange, so kam der treue Fuchs zu ihnen. &#8222;Das Beste hast du zwar&#8220;, sagte er, &#8222;aber zu der Jungfrau aus dem goldenen Schlosse geh\u00f6rt auch das goldene Pferd.&#8220; &#8211; &#8220; Wie soll ich das bekommen?&#8220; fragte der J\u00fcngling. &#8211; &#8222;Das will ich dir sagen&#8220;, antwortete der Fuchs, &#8222;zuerst bring&#8216; dem K\u00f6nige, der dich nach dem goldenen Schlosse geschickt hat, die sch\u00f6ne Jungfrau. Da wird unerh\u00f6rte Freude sein, sie werden dir das goldene Pferde gern geben und werden dir&#8217;s vorf\u00fchren. Setz&#8216; dich alsbald auf und reiche allen zum Abschied die Hand herab, zuletzt der sch\u00f6nen Jungfrau, und wenn du sie gefasst hast, zieh&#8216; sie mit einem Schwunge hinauf und jage davon; und niemand ist imstande, dich einzuholen, denn das Pferd l\u00e4uft schneller als der Wind.&#8220;<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Alles wurde gl\u00fccklich vollbracht, und der K\u00f6nigssohn f\u00fchrte die sch\u00f6ne Jungfrau auf dem goldenen Pferde fort. Der Fuchs blieb nicht zur\u00fcck und sprach zu dem J\u00fcngling: &#8222;Jetzt will ich dir auch zu dem goldenen Vogel verhelfen, Wenn du nahe bei dem Schlosse bist, wo sich der Vogel befindet, so lass&#8216; die Jungfrau absitzen, und ich will sie in meine Obhut nehmen. Dann reit&#8216; mit dem goldenen Pferd in den Schlosshof; bei dem Anblick wird gro\u00dfe Freude sein, und sie werden dir den Vogel herausbringen. Sobald du den K\u00e4fig in der Hand hast, jage zu uns zur\u00fcck und hole dir die Jungfrau wieder ab.&#8220; Als der Anschlag gegl\u00fcckt war und der K\u00f6nigssohn mit den Sch\u00e4tzen heimreiten wollte, sagte der Fuchs: &#8222;Nun sollst du mich f\u00fcr meinen Beistand belohnen. &#8211; &#8222;Was verlangst du daf\u00fcr?&#8220; fragte der J\u00fcngling. &#8222;Wenn wir dort in den Wald kommen, schie\u00df&#8216; mich tot&#8216; und hau mir Kopf und Pfoten ab!&#8220; &#8211; &#8222;Das w\u00e4re eine sch\u00f6ne Dankbarkeit&#8220;, sagte der K\u00f6nigssohn, &#8222;das kann ich dir unm\u00f6glich gew\u00e4hren.&#8220; Sprach der Fuchs: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">&#8222;Wenn du es nicht tun willst, so muss ich dich verlassen; ehe ich aber fortgehe, will ich dir noch einen guten Rat geben. Vor zwei St\u00fccken h\u00fcte dich: Kauf&#8216; kein Galgenfleisch und setze dich an keinen Brunnenrand.&#8220; Damit lief er in den Wald.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Der J\u00fcngling dachte: &#8222;Das ist ein wunderliches Tier, das seltsame Grillen hat. Wer wird Galgenfleisch kaufen? Und die Lust, mich an einen Brunnenrand zu setzen, ist mir noch niemals gekommen. Er ritt mit der sch\u00f6nen Jungfrau weiter, und sein Weg f\u00fchrt&#8220; ihn wieder durch das Dorf, wo seine beiden Br\u00fcder geblieben waren. Da war gro\u00dfer Auflauf und L\u00e4rmen, und als er fragte, was da vorginge, hie\u00df es, es sollten zwei Leute aufgeh\u00e4ngt werden. Als er n\u00e4her hinzukam, sah er, dass es seine Br\u00fcder waren, die allerhand schlimme Streiche ver\u00fcbt und all ihr Gut vertan hatten. Er fragte, ob sie nicht k\u00f6nnten freigemacht werden. &#8222;Wenn Ihr f\u00fcr sie bezahlen wollt&#8220;, antworteten die Leute, &#8222;aber was wollt Ihr an die schlechten Menschen Euer Geld h\u00e4ngen und sie loskaufen!&#8220; Er besann sich aber nicht, zahlte f\u00fcr sie, und als sie freigegeben waren, setzten sie die Reise gemeinschaftlich fort.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Sie kamen in den Wald, wo ihnen der Fuchs zuerst begegnet war, und da es k\u00fchl und lieblich darin war und die Sonne hei\u00df brannte, sagten die beiden Br\u00fcder: &#8222;Lass uns hier an dem Brunnen ein wenig ausruhen, essen und trinken!&#8220; Er willigte ein, und w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs verga\u00df er sich, setzte sich an den Brunnenrand und versah sich nichts Arges. Aber die beiden Br\u00fcder warfen ihn r\u00fcckw\u00e4rts in den Brunnen, nahmen die Jungfrau, das Pferd und den Vogel und zogen heim zu ihrem Vater. &#8222;Da bringen wir nicht blo\u00df den goldenen Vogel&#8220;, sagten sie, &#8222;wir haben auch das goldene Pferd und die Jungfrau von dem goldenen Schlosse erbeutet.&#8220; Da war gro\u00dfe Freude, aber das Pferd, das fra\u00df nicht, der Vogel pfiff nicht, und die Jungfrau, die sa\u00df und weinte. Der j\u00fcngste Bruder war aber nicht umgekommen. Der Brunnen war zum Gl\u00fcck trocken, und er fiel auf weiches Moos, ohne Schaden zu nehmen, konnte aber nicht wieder heraus. Auch in dieser Not verlie\u00df ihn der treue Fuchs nicht, kam zu ihm herabgesprungen und schalt ihn, dass er seinen Rat vergessen h\u00e4tte. &#8222;Ich kann&#8217;s aber doch nicht lassen&#8220;, sagte er, &#8222;ich will dir wieder ans Tageslicht helfen.&#8220; Er sagte ihm, er sollte seinen Schwanz anpacken und sich daran festhalten, und zog ihn dann in die H\u00f6he. &#8222;Noch bist du nicht aus aller Gefahr&#8220;, sagte der Fuchs, &#8222;deine Br\u00fcder waren deines Todes nicht gewiss und haben den Wald mit W\u00e4chtern umstellt, sie sollen dich t\u00f6ten, wenn du dich sehen lie\u00dfest.&#8220; Da sa\u00df ein armer Mann am Wege, mit dem vertauschte der J\u00fcngling die Kleider und gelangte auf diese Weise an des K\u00f6nigs Hof. Niemand erkannte ihn, aber der Vogel fing an zu pfeifen, das Pferd fing an zu fressen, und die sch\u00f6ne Jungfrau h\u00f6rte mit Weinen auf. Der K\u00f6nig fragte verwundert: &#8222;Was hat das zu bedeuten?&#8220; Da sprach die Jungfrau: &#8222;Ich wei\u00df es nicht, aber ich war so traurig, und nun bin ich so fr\u00f6hlich. Es ist mir, als w\u00e4re mein rechter Br\u00e4utigam gekommen.&#8220; Sie erz\u00e4hlte ihm alles, was geschehen war, obgleich ihr die andern Br\u00fcder den Tod angedroht hatten, wenn sie etwas verraten w\u00fcrde. Der K\u00f6nig hie\u00df alle Leute vor sich bringen, die in seinem Schlosse waren; da kam auch der J\u00fcngling als ein armer Mann in seinen Lumpenkleidern, aber die Jungfrau erkannte ihn gleich und fiel ihm um den Hals. Die gottlosen Br\u00fcder wurden ergriffen und hingerichtet, er aber wurde mit der sch\u00f6nen Jungfrau verm\u00e4hlt und zum Erben des K\u00f6nigs bestimmt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Aber wie ist es dem armen Fuchs ergangen? Lange danach ging der K\u00f6nigssohn einmal wieder in den Wald, da begegnete ihm der Fuchs und sagte: &#8222;Du hast nun alles, was du dir w\u00fcnschen kannst, aber mit meinem Ungl\u00fcck will es kein Ende nehmen, und es steht doch in deiner Macht, mich zu erl\u00f6sen.&#8220; Und abermals bat er flehentlich, er m\u00f6chte ihn totschie\u00dfen und ihm Kopf und Pfoten abhauen. Also tat er&#8217;s, und kaum war es geschehen, so verwandelte sich der Fuchs in einen Menschen, und war niemand anders als der Bruder der sch\u00f6nen K\u00f6nigstochter, der endlich von dem Zauber, der auf ihm lag, erl\u00f6st war, und nun fehlte nichts mehr zu ihrem Gl\u00fccke, solange sie lebten.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-569","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=569"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1379,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/569\/revisions\/1379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}