{"id":5622,"date":"2026-04-07T03:37:50","date_gmt":"2026-04-07T01:37:50","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5622"},"modified":"2026-04-07T03:37:50","modified_gmt":"2026-04-07T01:37:50","slug":"die-luegenwette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-luegenwette\/","title":{"rendered":"Die L\u00fcgenwette"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die L\u00fcgenwette<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte drei S\u00f6hne, aber kein Verm\u00f6gen, und als er starb, hinterlie\u00df er ihnen weiter nichts als sein Ross und dessen Sattelzeug. Wie nun die S\u00f6hne miteinander teilten, erhielt der \u00c4lteste den Zaum, der Mittlere den Sattel und der j\u00fcngste das Ross. Darauf ging der \u00c4lteste in eine andere Stadt, um seinen Zaum zu verkaufen und von dem Erl\u00f6s Lebensmittel anzuschaffen. Dort ging er in den Stra\u00dfen auf und ab und rief seinen Zaum zum Verkauf aus, aber niemand wollte ihn kaufen. Endlich rief dem Prinzen ein Bartloser zu, er solle zu ihm ins Haus kommen, und nachdem jener eingetreten war, bot er ihm eine Wette an, wer am besten l\u00fcgen k\u00f6nne, und der Fremde solle seinen Zaum gegen das Haus des Bartlosen einsetzen. Nachdem nun die Wette geschlossen war, begann der K\u00f6nigssohn einen Haufen voll L\u00fcgen zu erz\u00e4hlen, und als ihm nichts mehr einfiel, fragte ihn der Bartlose: \u00bbBist du nun fertig? Wei\u00dft du nichts mehr?\u00ab Und jener sagte: \u00bbNein, nun ist die Reihe an dir.\u00ab Da fing der Bartlose an und sprach: \u00bbIch hatte einmal einen Esel, der fra\u00df so viele K\u00fcrbisse, dass er davon barst, und es dauerte nicht lange, so wuchs aus seinem Bauch eine K\u00fcrbispflanze, und wuchs so lange in die H\u00f6he, bis sie zum Himmel reichte. Sie trieb aber an ihrem Stengel eine solche Masse Knoten, dass ich daran in den Himmel hinauf &#8211; und wieder heruntersteigen konnte.\u00ab Darauf fragte er den K\u00f6nigssohn: \u00bbNun sage, ob du mich im L\u00fcgen \u00fcbertroffen hast oder ich dich?\u00ab Und jener sprach: \u00bbDu hast gewonnen\u00ab, gab ihm den Zaum und ging seiner Wege.<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf machte sich der mittlere K\u00f6nigssohn auf, um seinen Sattel zu verkaufen, ging damit in dieselbe Stadt, und als er vor das Haus des Bartlosen kam, rief ihn dieser zu sich, schloss mit ihm dieselbe Wette und gewann ihm den Sattel ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich ging auch der j\u00fcngste in jene Stadt, um sein Pferd zu verkaufen, und als er damit vor dem Hause des Bartlosen vor\u00fcberritt, rief ihn der hinauf und bot ihm dieselbe Wette an, wie er sie mit seinen beiden Br\u00fcdern gemacht hatte. \u00bbGut\u00ab, antwortete der j\u00fcngste, \u00bb du musst aber anfangen. \u00ab Da fing der Bartlose an und erz\u00e4hlte die Geschichte mit dem K\u00fcrbis, und als er fertig war, fragte der K\u00f6nigssohn: \u00bbSind das alle deine L\u00fcgen?\u00ab Und der Bartlose erwiderte: \u00bbja, nun fang du an.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da begann der Prinz und sprach: \u00bbAls ich geboren wurde, hatte ich keine Mutter, und ich war damals grade hundertzehn Jahre alt, meine Mutter aber hundert. Als ich hier herging, kam ich an einem Brunnen vor\u00fcber, und als ich mich b\u00fcckte, um hineinzusehen, fiel mir der Kopf hinunter, ohne dass ich es merkte. Wie ich nun weiterzog, sah ich zwei Pilger unter einem Blatt Farnkraut sitzen, die miteinander rechneten, und w\u00e4hrend ich an ihnen vor\u00fcberging, sagte der eine zum andern: &#8222;Du, sieh mal, da geht einer, der hat keinen Kopf.&#8216; Da griff ich nach meinem Kopf und merkte erst, dass er in den Brunnen gefallen war. Ich ging also zum Brunnen zur\u00fcck und sah, wie ein Fuchs meinen Kopf fra\u00df.\u00ab Da rief der Bartlose: \u00bbHalte ein, du hast gewonnen, ich habe viele \u00fcberwunden, aber an dir fand ich meinen Meister.\u00ab Darauf ging der Bartlose aus dem Hause, und der K\u00f6nigssohn wohnte fortan darin als in seinem Eigentum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte drei S\u00f6hne, aber kein Verm\u00f6gen, und als er starb, hinterlie\u00df er ihnen weiter nichts als sein Ross und dessen Sattelzeug.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3653,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204],"tags":[],"class_list":["post-5622","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-unbekannt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5622"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5623,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5622\/revisions\/5623"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}