{"id":5567,"date":"2026-04-07T02:47:55","date_gmt":"2026-04-07T00:47:55","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5567"},"modified":"2026-04-07T03:19:31","modified_gmt":"2026-04-07T01:19:31","slug":"der-loewe-und-der-frosch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-loewe-und-der-frosch\/","title":{"rendered":"Der L\u00f6we und der Frosch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der L\u00f6we und der Frosch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein K\u00f6nig und eine K\u00f6nigin, die hatten einen Sohn und eine Tochter, die hatten sich herzlich lieb. Der Prinz ging oft auf die Jagd und blieb manchmal lange Zeit drau\u00dfen im Wald, einmal aber kam er gar nicht wieder. Dar\u00fcber weinte sich seine Schwester fast blind, endlich, wie sie&#8217;s nicht l\u00e4nger aushalten konnte, ging sie fort in den Wald und wollte ihren Bruder suchen. Als sie nun lange Wege gegangen war, konnte sie vor M\u00fcdigkeit nicht weiter und wie sie sich umsah, da stand ein L\u00f6we neben ihr, der tat ganz freundlich und sah so gut aus. Da setzte sie sich auf seinen R\u00fccken und der L\u00f6we trug sie fort und streichelte sie immer mit seinem Schwanze und k\u00fchlte ihr die Backen. Als er nun ein gutes St\u00fcck fortgelaufen war, kamen sie vor eine H\u00f6hle, da trug sie der L\u00f6we hinein und sie f\u00fcrchtete sich nicht und wollte auch nicht herabspringen, weil der L\u00f6we so freundlich war. Also ging&#8217;s durch die H\u00f6hle, die immer dunkler war und endlich ganz stockfinster, und als das ein Weilchen gedauert hatte, kamen sie wieder an das Tageslicht in einen wundersch\u00f6nen Garten. Da war alles so frisch und gl\u00e4nzte in der Sonne, und mittendrin stand ein pr\u00e4chtiger Palast. Wie sie an&#8217;s Thor kamen, hielt der L\u00f6we und die Prinzessin stieg von seinem R\u00fccken herunter. Da fing der L\u00f6we an zu sprechen und sagte: &#8222;in dem sch\u00f6nen Haus sollst du wohnen und mir dienen, und wenn du alles erf\u00fcllst was ich fordere, so wirst du deinen Bruder wiedersehen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da diente die Prinzessin dem L\u00f6wen und gehorchte ihm in allen St\u00fccken. Einmal ging sie in dem Garten spazieren, darin war es so sch\u00f6n und doch war sie traurig, weil sie so allein und von aller Welt verlassen war. Wie sie so auf und ab ging, ward sie einen Teich gewahr und auf der Mitte des Teichs war eine kleine Insel mit einem Zelt. Da sah sie, dass unter dem Zelt ein grasgr\u00fcner Laubfrosch sa\u00df und hatte ein Rosenblatt auf dem Kopf statt einer Haube. Der Frosch guckte sie an und sprach: &#8222;warum bist du so traurig?&#8220; &#8222;Ach, sagte sie, warum sollte ich nicht traurig sein?&#8220; und klagte ihm da recht ihre Not. Da sprach der Frosch ganz freundlich: &#8222;wenn du was brauchst, so komm nur zu mir, so will ich dir mit Rat und Tat zur Hand gehen.&#8220; &#8222;Wie soll ich dir das aber vergelten?&#8220; &#8222;Du brauchst mir nichts zu vergelten, sprach der Quackfrosch, bring mir nur alle Tage ein frisches Rosenblatt zur Haube.&#8220; Da ging nun die Prinzessin wieder zur\u00fcck und war ein Bisschen getr\u00f6stet und so oft der L\u00f6we etwas verlangte, lief sie zum Teich, da sprang der Frosch her\u00fcber und hin\u00fcber und hatte ihr bald herbeigeschafft, was sie brauchte. Auf eine Zeit sagte der L\u00f6we: &#8222;heut Abend ess ich gern eine M\u00fcckenpastete, sie muss aber gut zubereitet sein.&#8220; Da dachte die Prinzessin, wie soll ich die herbei schaffen, das ist mir ganz unm\u00f6glich, lief hinaus und klagte es ihrem Frosch. Der Frosch aber sprach: &#8222;mach dir keine Sorgen, eine M\u00fcckenpastete will ich schon herbeischaffen.&#8220; Darauf setzte er sich hin, sperrte rechts und links das Maul auf, schnappte zu und fing M\u00fccken, so viel er brauchte. Darauf h\u00fcpfte er hin und her, trug Holzsp\u00e4ne zusammen und blies ein Feuer an. Wie&#8217;s brannte, knetete er die Pastete und setzte sie \u00fcber Kohlen, und es w\u00e4hrte keine zwei Stunden, so war sie fertig und so gut als einer nur w\u00fcnschen konnte. Da sprach er zu dem M\u00e4dchen: &#8222;die Pastete kriegst du aber nicht eher, als bis du mir versprichst, dem L\u00f6wen, sobald er eingeschlafen ist, den Kopf abzuschlagen mit einem Schwert, das hinter seinem Lager verborgen ist.&#8220; &#8222;Nein, sagte sie, das tue ich nicht, der L\u00f6we ist doch immer gut gegen mich gewesen.&#8220; Da sprach der Frosch: &#8222;wenn du das nicht tust, wirst du nimmermehr deinen Bruder wiedersehen, und dem L\u00f6wen selber tust du auch kein Leid damit an.&#8220; Da fasste sie Muth, nahm die Pastete und brachte sie dem L\u00f6wen. &#8222;Die sieht ja recht gut aus,&#8220; sagte der L\u00f6we, schnupperte daran und fing gleich an ein zubei\u00dfen, a\u00df sie auch ganz auf. Wie er nun fertig war, f\u00fchlte er eine M\u00fcdigkeit und wollte ein wenig schlafen; also sprach er zur Prinzessin: &#8222;komm und setz dich neben mich und krau mir ein bisschen hinter den Ohren, bis ich eingeschlafen bin.&#8220; Da setzt sie sich neben ihn, kraut ihn mit der Linken und sucht mit der Rechten nach dem Schwert, welches hinter seinem Bette liegt. Wie er nun eingeschlafen ist, so zieht sie es hervor, dr\u00fcckt die Augen zu und haut mit einem Streich dem L\u00f6wen den Kopf ab. Wie sie aber wieder hinblickt, da war der L\u00f6we verschwunden und ihr lieber Bruder stand neben ihr, der k\u00fcsste sie herzlich und sprach: &#8222;du hast mich erl\u00f6st, denn ich war der L\u00f6we und war verw\u00fcnscht es so lang zu bleiben, bis eine M\u00e4dchenhand aus Liebe zu mir dem L\u00f6wen den Kopf abhauen w\u00fcrde.&#8220; Darauf gingen sie miteinander in den Garten und wollten dem Frosch danken, wie sie aber ankamen, sahen sie, wie er nach allen Seiten herumh\u00fcpfte und kleine Sp\u00e4ne suchte und ein Feuer anmachte. Als es nun recht hell brannte, h\u00fcpfte er selber hinein und da brennt&#8217;s noch ein bisschen und dann geht das Feuer aus, und steht ein sch\u00f6nes M\u00e4dchen da, das war auch verw\u00fcnscht worden und die Liebste des Prinzen. Da ziehen sie miteinander heim zu dem alten K\u00f6nig und der Frau K\u00f6nigin und wird eine gro\u00dfe Hochzeit gehalten und wer dabei gewesen, der ist nicht hungrig nach Haus gegangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein K\u00f6nig und eine K\u00f6nigin, die hatten einen Sohn und eine Tochter, die hatten sich herzlich lieb. 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