{"id":5563,"date":"2026-04-07T02:41:10","date_gmt":"2026-04-07T00:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5563"},"modified":"2026-04-07T03:20:59","modified_gmt":"2026-04-07T01:20:59","slug":"lini-der-koenigssohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/lini-der-koenigssohn\/","title":{"rendered":"Lini, der K\u00f6nigssohn"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Lini, der K\u00f6nigssohn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Isl\u00e4ndisches M\u00e4rchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es waren einmal ein K\u00f6nig und eine K\u00f6nigin in ihrem Reiche. Er hie\u00df Ring, aber wie sie hie\u00df, wird nicht erw\u00e4hnt. Sie hatten einen Sohn, der Lini hie\u00df. Fr\u00fch schon schien er m\u00e4chtig und ein gro\u00dfer K\u00e4mpe. Im gleichen Land lebte ein alter Mann mit seinem alten Weib in einer schlechten H\u00fctte, sie hatten eine Tochter, die Signy hie\u00df.<br>Eines Tages ging der K\u00f6nigssohn mit den Hofleuten seines Vaters auf die Jagd. Wie sie abends wieder heim wollten, fiel dichter Nebel, und die Hofleute verloren den K\u00f6nigssohn. Sie suchten ihn lange, fanden ihn nicht, kehrten ohne ihn heim und erz\u00e4hlten die Sache dem K\u00f6nig. Der war sehr betr\u00fcbt und lie\u00df viele Leute drei Tage hindurch suchen, aber immer vergebens. Da wurde er vor Kummer so krank, dass er sich zu Bett legte. Er lie\u00df verk\u00fcnden: \u201eWer mir meinen Sohn wiederbringt, bekommt das halbe K\u00f6nigreich.\u201c<br>Davon h\u00f6rte auch Signy. Sie lie\u00df sich von ihren Eltern Proviant und neue Schuhe geben und machte sich auf den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach mehreren Tagen kam sie zu einer H\u00f6hle, darin sie zwei Betten fand, das eine hatte eine silberdurchwirkte, das andere eine golddurchwirkte Decke.<br>Dann entdeckte sie in dem Bett mit der golddurchwirkten Decke den K\u00f6nigssohn. Sie wollte ihn wecken, aber es gelang ihr nicht. Einige Zeichen waren in das Bettgestell geritzt, sie konnte sie nicht lesen. Das M\u00e4dchen versteckte sich am Eingang hinter der T\u00fcr. Da ward auch schon von drau\u00dfen ein starkes Dr\u00f6hnen laut, und zwei ungeheure Riesinnen kamen herein. Die eine von ihnen sagte sogleich: \u201ePfui Teufel, hier ist Menschengeruch.\u201c Die andere sagte, das komme von dem K\u00f6nigssohn. Dann gingen sie an dessen Bett und sagten:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSinget, singet, meine Schw\u00e4ne,<br>Dass Lini erwache!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da sangen die Schw\u00e4ne, und Lini erwachte. Die j\u00fcngere Riesin fragte ihn, ob er essen wolle. Er sagte: \u201eNein.\u201c Dann fragte sie ihn, ob er sie nicht zum Weibe haben wolle. Er sagte standhaft: \u201eNein.\u201c Da schrie sie auf und sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSinget, singet, meine Schw\u00e4ne,<br>Dass Lini einschlafe!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schw\u00e4ne sangen, und er schlief ein. Dann legten sie sich selber in das Bett mit der Silberdecke. Am Morgen weckten sie Lini und boten ihm Speise an; er wollte keine. Darauf fragte ihn die J\u00fcngere, ob er sie nicht haben wolle, aber er verneinte das wie vorher. Da schl\u00e4ferten sie ihn wieder ein und verlie\u00dfen die H\u00f6hle.<br>Als sie ein Weilchen weg waren, kam Signy aus ihrem Versteck und weckte den K\u00f6nigssohn, so wie sie es von den Riesinnen gelernt hatte. Sie begr\u00fc\u00dften sich freundlich, und Signy erz\u00e4hlte ihm von dem Schmerz seines Vaters um ihn. Dann fragte sie, was mit ihm geschehen sei. Er sagte, kurz nach der Trennung von dem Hofgesinde seien zwei Riesinnen gekommen und h\u00e4tten ihn in ihre H\u00f6hle geschleppt. Die eine habe ihn zwingen wollen, sie zu heiraten, wie sie ja wisse; er aber habe es immer verweigert. \u201eNun sollst du\u201c, sagte Signy, \u201ewenn die Riesin dich heute abend wieder fragt, ob du sie haben willst, dein Jawort geben unter der Bedingung, dass sie dir sagen, was auf den Betten steht und was sie den Tag \u00fcber treiben.\u201c Das d\u00fcnkte dem K\u00f6nigssohn nicht schlecht. Dann brachte er ein Brettspiel und sie spielten Schach bis zum Abend. Als es dunkel ward, schl\u00e4ferte sie ihn ein und ging wieder in ihr Versteck.<br>Kurz danach h\u00f6rte sie die Riesinnen kommen. Sie z\u00fcndeten ein Feuer an. Die \u00e4ltere machte das Essen, die j\u00fcngere ging zum Bette, weckte Lini und fragte ihn, ob er essen wolle. Er sagte: \u201eJa.\u201c Als er mit Essen fertig war, fragte sie ihn, ob er sie nicht haben wolle. \u201eJa, wenn du mir verr\u00e4tst, was auf dem Bette steht.\u201c Sie antwortete:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRenne, renne, mein Bett,<br>Renne, wohin ich will.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wollte er noch wissen, was sie tags\u00fcber im Walde trieben. Sie jagten Wild und V\u00f6gel, sagte sie, und zwischendrein setzten sie sich unter eine Eiche und spielten Ball mit ihrem Lebensei. Er fragte, ob das etwas sei, womit man vorsichtig umgehen m\u00fcsse.<br>Ja, das Ei d\u00fcrfe nicht zerbrochen werden, sonst m\u00fcssten sie beide sterben. Der K\u00f6nigssohn gab sich damit zufrieden, sagte aber, nun wolle er noch bis morgen ruhen. Die Riesin war damit einverstanden und schl\u00e4ferte ihn ein. Am Morgen weckte sie ihn zum Essen, und er nahm es an. Als die Riesin h\u00f6rte, dass er heute nicht mit ihnen in den Wald hinauskommen wolle, schl\u00e4ferte sie ihn ein, und beide verlie\u00dfen die H\u00f6hle.<br>Nach einer Weile trat Signy zum Bett, weckte den K\u00f6nigssohn und bat ihn aufzustehen. \u201eWir werden jetzt\u201c, sagte sie, \u201ein den Wald hinausgehen, dahin, wo die Riesinnen sind. Du sollst deinen Spie\u00df mitnehmen, und sobald sie mit ihrem Lebensei Ball spielen, musst du den Spie\u00df nach dem Ei werfen. Aber du musst es treffen, dein Leben h\u00e4ngt davon ab.\u201c Dem K\u00f6nigssohn schien das nicht schlecht geraten, sie stiegen nun beide in das Bett und sprachen:<br>\u201eRenne, renne, mein Bettchen, Hinaus in den Wald.\u201c<br>Da rannte das Bett mit ihnen davon in den Wald und machte erst an der Eiche halt. Da h\u00f6rten sie lautes Lachen. Signy hie\u00df ihn auf die Eiche klettern, und er tat es auch. Da sah er die beiden Riesinnen unter der Eiche sitzen und Ball spielen mit einem goldenen Ei, das sie einander zuwarfen. Er warf seinen Spie\u00df und traf das Ei im Flug, dass es zerbrach. Da sanken die Riesinnen tot um, und Geifer trat ihnen aus dem Munde.<\/p>\n\n\n\n<p>Lini und Signy fuhren nun mit dem Bett in die H\u00f6hle, beluden beide Betten mit den Kostbarkeiten der Riesinnen, fuhren auf ihnen heim zur H\u00fctte der Alten, wo sie wohl empfangen wurden.<br>Am Morgen ging Signy zum K\u00f6nig und verlangte die ausgesetzte Belohnung. Der K\u00f6nig bezweifelte stark, dass die H\u00e4uslerstochter seinen Sohn gefunden habe, sagte aber die Belohnung schlie\u00dflich zu. Da holte Signy den K\u00f6nigssohn. Der K\u00f6nig war froh, lie\u00df sich alles erz\u00e4hlen, gab dem Sohn das M\u00e4dchen zur Frau und r\u00fcstete ein gro\u00dfes Hochzeitsmahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Lini und Signy lebten lange zusammen und liebten einander sehr.<br>Damit schlie\u00dft diese Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es waren einmal ein K\u00f6nig und eine K\u00f6nigin in ihrem Reiche. Er hie\u00df Ring, aber wie sie hie\u00df, wird nicht erw\u00e4hnt. 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