{"id":5546,"date":"2026-02-04T03:11:46","date_gmt":"2026-02-04T02:11:46","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5546"},"modified":"2026-02-04T03:11:46","modified_gmt":"2026-02-04T02:11:46","slug":"das-oel-der-zwerge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-oel-der-zwerge\/","title":{"rendered":"Das \u00d6l der Zwerge"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Das \u00d6l der Zwerge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wilhelm Busch<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es ist einmal eine Hebamme gewesen, zu der kam in der Nacht ein kleines M\u00e4nnlein mit einer Laterne und forderte sie auf, eilig mit ihm zu gehen.<br>Sie nahm ihren Mantel \u00fcber und folgte dem Zwerge, welcher \u00fcber Feld und Wiesen voranschritt bis zu einem Wasser, unter welchem er seine Wohnung hatte.<br>Hier innen lag die Frau des Zwerges in Kindesn\u00f6ten.<br>Nachdem die Hebamme ihr Beistand geleistet und das Kindlein geboren und gewaschen war, reichte ihr das M\u00e4nnlein ein Glas mit wohlriechendem \u00d6le und forderte sie auf, das Kindlein damit einzureiben.<br>Nun hatte die Hebamme tr\u00fcbe, tr\u00e4nende Augen und darum die Gewohnheit, von Zeit zu Zeit mit der Hand dar\u00fcber zu streichen.<br>Als sie nun so mit dem Einreiben des Kindes besch\u00e4ftigt war, juckte und flirrte es ihr auch wieder in dem einen Auge, so dass sie mit dem Finger her\u00fcberfuhr und es auswischte.<br>Nachdem sie nun das Kind angezogen hatte und sich zum Weggehen anschickte, gab ihr der Zwerg einiges Geld.<br>Sie ging darauf an das Bett der W\u00f6chnerin, um ihr gute Besserung zu w\u00fcnschen und Adieu zu sagen.<br>Die W\u00f6chnerin zog sie aber nahe zu sich und sagte ihr heimlich ins Ohr: sie sollte das Geld, welches ihr der Mann gegeben, nur wegwerfen, aber statt dessen den Kehricht aufraffen, der da vor der Stubent\u00fcr an der Schwelle l\u00e4ge.<br>Das tat sie, behielt aber doch auch das Geld.<br>W\u00e4hrend dem hatte der Zwerg seine Laterne wieder angez\u00fcndet, begleitete die Hebamme nach Hause und verabschiedete sich von ihr, nachdem er sich noch vielmals f\u00fcr die gute Hilfe bedankt hatte.<br>Als jetzt die Frau nach ihrem Gelde sehen wollte, war es Pferdemist, der Kehricht aber war eitel rotes Gold.<br>Einige Zeit danach ging die Hebamme zum Jahrmarkt in die n\u00e4chste Stadt und gedachte da t\u00fcchtig einzukaufen, denn sie hatte nun Geld in Menge.<br>Sie musste sich ordentlich dr\u00e4ngen lassen, so voll war&#8217;s da auf dem Markte.<br>Da sah sie auf einmal denselben Zwerg, der sie in der Nacht zu seiner Frau geholt hatte; er ging von einer Krambude zur andern und packte in seinen Schnappsack, was ihm gefiel, sch\u00f6ne Honigkuchen und gute, braune Pfeffern\u00fcsse, B\u00e4nder und T\u00fccher, ohne dass die Eigent\u00fcmer das Geringste zu merken schienen.<br>Die Frau dr\u00e4ngte sich zu ihm hin, tupfte ihm mit dem Finger auf die Schulter und redete ihn an: \u00bbSieh da! Guten Tag, guten Tag, Herr Zwerg! Auch hier?\u00ab Der Zwerg drehte sich rasch um und sah die Frau so recht verwundert an.<br>\u00bbJ! Frau!\u00ab \u2013 sagte er \u2013 \u00bbkann Sie mich denn sehen?\u00ab \u00bbO ja, recht gut! Warum das nicht?\u00ab \u00bbUnd mit beiden Augen?\u00ab fragte der Zwerg.<br>Die Frau hielt das rechte Auge zu.<br>\u00bbNein, nun sehe ich ihn nicht.\u00ab Darauf dr\u00fcckte sie das linke Auge zu.<br>\u00bbJa, nun sehe ich ihn wieder.\u00ab \u00bbJ!\u00ab \u2013 sagte der Zwerg \u2013 \u00bbdas ist doch sonderbar! Zeige Sie mal her! Puh!\u00ab Da pustete er ihr ins rechte Auge, dass es sogleich blind wurde und sie nicht wieder damit sehen konnte ihr Lebelang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00d6l der Zwerge Wilhelm Busch Es ist einmal eine Hebamme gewesen, zu der kam in der Nacht ein kleines M\u00e4nnlein mit einer Laterne und forderte sie auf, eilig mit ihm zu gehen.Sie nahm ihren Mantel \u00fcber und folgte dem Zwerge, welcher \u00fcber Feld und Wiesen voranschritt bis zu einem Wasser, unter welchem er seine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,102],"tags":[],"class_list":["post-5546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-wilhelm-busch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5546"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5546\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5547,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5546\/revisions\/5547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}