{"id":5542,"date":"2026-02-04T03:07:49","date_gmt":"2026-02-04T02:07:49","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5542"},"modified":"2026-02-04T03:07:50","modified_gmt":"2026-02-04T02:07:50","slug":"oda-und-die-schlange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/oda-und-die-schlange\/","title":{"rendered":"Oda und die Schlange"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Oda und die Schlange<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ludwig Bechstein<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Mann, der hatte drei T\u00f6chter, von denen hie\u00df die j\u00fcngste Oda. Nun wollte der Vater dieser drei einmal zu Markte fahren, und fragte seine T\u00f6chter, was er ihnen mitbringen sollte. Da bat die \u00e4lteste um ein goldenes Spinnrad, die zweite um einen goldenen Reifen, Oda aber sagte: &#8222;Bring mir das mit, was unter deinem Wagen wegl\u00e4uft, wenn du auf dem R\u00fcckweg bist.&#8220; Da kaufte denn nun der Vater auf dem Markt ein, was sich die \u00e4lteren M\u00e4dchen gew\u00fcnscht, und fuhr heim, und siehe, da lief eine Schlange unter den Wagen, die fing der Mann und brachte sie Oda mit. Er warf sie untenhin in den Wagen und nachher vor die Haust\u00fcr, wo er sie liegen lie\u00df. Wie nun Oda herauskam, da fing die Schlange an zu sprechen: &#8222;Oda! Liebe Oda! Soll ich nicht hinein in den Hausflur?&#8220; &#8211; &#8222;Was?&#8220; sagte Oda. &#8222;Mein Vater hat dich bis an unsere T\u00fcr mitgenommen, und du willst auch herein?&#8220; &#8211; Aber sie lie\u00df sie doch ein. Da nun Oda nach ihrer Kammer ging, so rief die Schlange wieder: &#8222;Oda, liebe Oda! Soll ich nicht vor deiner Kammert\u00fcre liegen?&#8220; &#8211; &#8222;Ei, seht doch!&#8220; sagte Oda. &#8222;Mein Vater hat dich bis an die Haust\u00fcr gebracht, ich habe dich hereingelassen in den Hausflur, und nun willst du auch noch vor meiner Kammert\u00fcr liegen? Doch es mag drum sein!&#8220; &#8211; Wie nun Oda in ihre Schlafkammer eingehen wollte und die Kammert\u00fcr \u00f6ffnete, da rief die Schlange wieder: &#8222;Ach, Oda, liebe Oda! Soll ich nicht in deine Kammer?&#8220; &#8211; &#8222;Wie&#8220;, rief Oda, &#8222;hat dich mein Vater nicht bis an die Haust\u00fcr mitgenommen? Hab&#8216; ich dich nicht in den Hausflur gelassen, und vor meine Kammert\u00fcr? Und nun willst du auch noch mit in die Kammer? &#8211; Aber, wenn du nun zufrieden sein willst, so komm nur herein, liege aber still, das sag ich dir!&#8220; Damit lie\u00df Oda die Schlange ein und fing an, sich auszukleiden. Wie sie nun ihr Bettchen besteigen wollte, so rief die Schlange doch wieder: &#8222;Ach, Oda, liebste Oda! Soll ich denn nicht mit in dein Bett?&#8220; &#8222;Nun wird es aber zu toll!&#8220; rief Oda zornig aus. &#8222;Mein Vater hat dich bis an die Haust\u00fcr mitgenommen, nachher herein in die Kammer &#8211; und nun willst du gar noch zu mir ins Bett? Aber du bist wohl erfroren? Nun, so komm mit herein und w\u00e4rme dich, du armer Wurm!&#8220; Und da streckte die gute Oda selbst ihre weiche warme Hand aus und hob die kalte Schlange &#8211; die lange Zeit verzaubert gewesen war und die nur erl\u00f6st werden konnte, wenn alles das geschah, was mit ihr sich zugetragen hatte &#8211; in einen jungen und sch\u00f6nen Prinzen, der alsobald die gute Oda zu seiner Frau nahm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oda und die Schlange Ludwig Bechstein Es war einmal ein Mann, der hatte drei T\u00f6chter, von denen hie\u00df die j\u00fcngste Oda. 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