{"id":5535,"date":"2026-02-04T02:57:21","date_gmt":"2026-02-04T01:57:21","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5535"},"modified":"2026-02-04T02:57:21","modified_gmt":"2026-02-04T01:57:21","slug":"die-legende-von-der-nonne-die-von-einem-daemon-besessen-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-legende-von-der-nonne-die-von-einem-daemon-besessen-war\/","title":{"rendered":"Die Legende von der Nonne, die von einem D\u00e4mon besessen war"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Legende von der Nonne, die von einem D\u00e4mon besessen war<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1489 gr\u00fcndete eine fromme Frau in C\u00f3rdoba einen Konvent f\u00fcr Witwen und solche Frauen, die ihrer Fr\u00f6mmigkeit leben wollten. Dieser genoss bald gro\u00dfes Ansehen, und Frauen und M\u00e4dchen jeden Alters traten dort ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages nun war da eine Novizin, die kaum dreizehn Jahre alt war, aber alle durch ihre Fr\u00f6mmigkeit in Erstaunen setzte. Sie nahm auf den Tag, da sie f\u00fcnfzehn wurde, den Schleier. Das M\u00e4dchen hie\u00df Magdalena de la Cruz. Nichts war \u00fcber ihr Vorleben, ihre Geburt oder ihre Familie bekannt. Sie war ein M\u00e4dchen, nichts weiter, und man nahm sie auf, ob ihrer Unschuld und ihrem Glaubenseifer. Die Zeit verging, und sie legte ihr Gel\u00fcbde als Nonne ab. Ihr Ruhm verbreitete sich durch den Ort und von Kloster zu Kloster, und bald hatte jeder in C\u00f3rdoba und Umgebung von ihr geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ger\u00fccht kam auf, sie k\u00f6nne aus ihrer Klosterzelle heraus die gro\u00dfartigsten Wunder tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinde und der K\u00f6nigshof, die recht abergl\u00e4ubisch waren, bewahrten selbst ihre Briefe als Reliquien auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den vielen Wundern, die ihr zugeschrieben wurden, erregte eines besonderes Aufsehen. Am Fronleichnamstag, als die Heilige Bruderschaft durch die Stra\u00dfen von C\u00f3rdoba zog, lag Magdalena krank in ihrer Zelle und konnte die Prozession nicht sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich, als sie ein Gebet fl\u00fcsterte, tat sich die Mauer zur Stra\u00dfe hin auf, und von ihrer Pritsche sah sie den heiligen Zug.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Prozession vor\u00fcber war, schloss sich die Wand Wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht weniger erstaunlich war eine Legende, derzufolge die Nonnen \u00fcber Magdalenas Zelle eine gro\u00dfe Zahl schwarzer M\u00e4nner gesehen haben wollten. Als sie \u00fcber die merkw\u00fcrdige Erscheinung befragt wurde, erwiderte sie, dies seien die Seelen, die aus dem Fegefeuer aufgestiegen seien, um sie zu veranlassen, f\u00fcr sie zu beten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Provinzial des Ordens von diesen merkw\u00fcrdigen Vorg\u00e4ngen h\u00f6rte, hie\u00df er die Nonne in eine Zelle einsperren, bis alles gekl\u00e4rt sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Arrest Magdalenas rief gro\u00dfe Unruhe unter den Christen Cord\u00f3bas hervor, die sie f\u00fcr eine Heilige hielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Provinzial, der ein schlauer Mann war, ging mit gr\u00f6\u00dfter Umsicht vor, aber jedes Mittel war ihm Recht, dieses R\u00e4tsel zu l\u00f6sen, zumal er Zweifel an der Heiligkeit der Nonne hegte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eingesperrt und unf\u00e4hig, mit irgend jemandem zu sprechen, tat Magdalena dennoch weiter ihre Wunder. Eines ereignete sich, als sich drei Nonnen im Chor des Klosters befanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sahen Magdalena pl\u00f6tzlich unter sich erscheinen und ebenso rasch wieder verschwinden. Magdalena hatte an diesem Tag hohes Fieber und wurde in ihrem Gef\u00e4ngnis sorgf\u00e4ltig bewacht. Ein Wunder, ein echtes Wunder sei diese Erscheinung gewesen, sagten die Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages nun sahen die Helfer des Provinzielles Magdalena schlafend in ihrem Gef\u00e4ngnis. Sie banden ihr die H\u00e4nde, und dann begann ihr Beichtvater die Teufelsaustreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald er seine ersten Gebete gesprochen hatte, vernahm man aus Magdalenas K\u00f6rper eine Stimme, die sagte: \u00bbIch bin der Teufel. Ich habe Gewalt \u00fcber Legionen von D\u00e4monen. Mit einem davon habe ich dieses Weib die ganzen Jahre \u00fcber begleitet. Ich lasse es nicht mehr los, ihre Seele geh\u00f6rt mir. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Magdalena begann pl\u00f6tzlich zu schwanken, und ein Sch\u00fctteln \u00fcberkam sie. Dann gestand sie, seit ihrem dreizehnten Lebensjahr mit den Geistern der H\u00f6lle in enger Verbindung gestanden zu haben. Alle Wunder waren durch die Macht des B\u00f6sen getan worden. Sie bekannte auch, st\u00e4ndig gelogen und Menschen, die ihr nicht hatten glauben wollen, gesch\u00e4digt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ihr Beichtvater von ihr verlangte, sie solle das Protokoll mit all diesen Gest\u00e4ndnissen unterschreiben, warf sie sich auf ihr Lager und rief: \u00bbIch kann nicht, Vater, nein, das kann ich nicht tun! \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inquisition schaltete sich ein, und abermals wurde ein Priester geschickt, um den Teufel aus ihr zu vertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie wie eine Wahnsinnige geschrien hatte, gelang es dem Mann, die D\u00e4monen aus ihr zu verjagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Magdalena schlie\u00dflich das Protokoll \u00fcber ihre Verfehlungen unterschrieben hatte, vergab ihr die Kirche, und Magdalena wurde gestattet, wieder am Ordensleben teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Volk aber verehrte sie weiterhin, als ob nichts geschehen w\u00e4re, denn f\u00fcr die Leute waren das, was sie getan hatte, heilige Wunder.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Legende von der Nonne, die von einem D\u00e4mon besessen war Im Jahre 1489 gr\u00fcndete eine fromme Frau in C\u00f3rdoba einen Konvent f\u00fcr Witwen und solche Frauen, die ihrer Fr\u00f6mmigkeit leben wollten. 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