{"id":5533,"date":"2026-02-04T02:54:20","date_gmt":"2026-02-04T01:54:20","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5533"},"modified":"2026-02-04T02:54:21","modified_gmt":"2026-02-04T01:54:21","slug":"die-nonne-der-bergmann-und-der-schmied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-nonne-der-bergmann-und-der-schmied\/","title":{"rendered":"Die Nonne, der Bergmann und der Schmied"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Nonne, der Bergmann und der Schmied<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Eine Nonne, ein Bergmann und ein Schmied wanderten miteinander durch die Welt. Einmal hatten sie sich in einem gro\u00dfen finstren Walde verirrt, so dass sie froh sein mussten, als sie endlich in der Ferne ein Gem\u00e4uer erblickten, darin sie Obdach zu finden dachten. Sie gingen also darauf zu und sahen, dass es ein altes w\u00fcstes Schloss war, schon halb verfallen, doch noch so weit erhalten, dass man allenfalls und zur Not noch darin wohnen konnte. Darum beschlossen sie, darin zu bleiben, und hielten Rat, wie sie sich einrichten wollten. Bald wurden sie einig, dass immer eins von ihnen daheim bleiben und die Wirtschaft bestellen sollte, w\u00e4hrend die beiden andern aus w\u00e4ren, um Nahrungsmittel herbeizuschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Los, zu Hause zu bleiben, traf zuerst die Nonne. Als nun der Bergmann und der Schmied in den Wald gegangen waren, so besorgte die Nonne die K\u00fcche, und als ihre Gef\u00e4hrten zur Mittagszeit nicht heimkamen, verzehrte sie einstweilen ihren Teil von der Mahlzeit. Da trat auf einmal ein graues M\u00e4nnchen zur T\u00fcr herein, sch\u00fcttelte sich und sprach: &#8222;O wie friert mich!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nonne antwortete: &#8222;Setze dich zum Ofen und w\u00e4rme dich.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4nnchen tat, wie ihm die Nonne gebot, aber bald rief es: &#8222;O wie hungert mich!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nonne sagte: &#8222;Auf dem Ofen steht Essen, so iss.&#8220; Da machte sich das M\u00e4nnchen \u00fcber das Essen und a\u00df in Geschwindigkeit alles auf, was da war. Dar\u00fcber wurde die Nonne zornig und schalt es, dass es f\u00fcr ihre Gef\u00e4hrten gar nichts \u00fcbriggelassen h\u00e4tte. Da geriet auch das M\u00e4nnchen in einen gro\u00dfen Zorn, nahm die Nonne, schlug sie und warf sie von einer Wand zur andern. Darauf lie\u00df das b\u00f6se M\u00e4nnchen die Nonne liegen und ging seines Weges. Am Abend kamen die beiden Gef\u00e4hrten der Nonne nach Hause, und als sie hungrig ihr Essen verlangten und nichts mehr fanden, so machten sie der Nonne heftige Vorw\u00fcrfe und wollten ihr nicht glauben, als sie ihnen erz\u00e4hlte, was ihr widerfahren w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Den folgenden Tag erbot sich der Bergmann, das Haus zu h\u00fcten, und versprach, er werde schon daf\u00fcr sorgen, dass niemand hungrig zu Bette gehen m\u00fcsse. So gingen nun die beiden andern in den Wald, und der Bergmann besorgte das Essen, verzehrte seinen Teil und setzte dann das \u00fcbrige auf den Ofen. Da trat das M\u00e4nnchen herein, aber wie erschrak der Bergmann, als er sah, dass es zwei K\u00f6pfe hatte. Es sch\u00fcttelte sich und sprach: &#8222;O wie friert mich!&#8220; Ganz voller Furcht verwies es der Bergmann zum Ofen. Bald darauf fing es an zu Klagen: &#8222;O wie hungert mich!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Auf dem Ofen steht Essen, so iss!&#8220; antwortete der Bergmann. Da fiel das M\u00e4nnchen mit seinen beiden K\u00f6pfen \u00fcber das Essen her, und bald war alles aufgezehrt und die ganze Sch\u00fcssel wie ausgeleckt. Als der Bergmann das M\u00e4nnchen deswegen ausschalt, erging es ihm, wie es der Nonne ergangen war &#8211; das M\u00e4nnchen schlug ihn gr\u00fcn und blau, warf ihn gegen alle W\u00e4nde, dass es krachte und ihm H\u00f6ren und Sehen verging, lie\u00df ihn dann liegen und ging davon. Als nun am Abend der Schmied mit der Nonne heimkam und nichts f\u00fcr beider Hunger fand, geriet er mit dem Bergmann in Streit und verma\u00df sich hoch und teuer, morgen, wo an ihm die Reihe sei, das Haus zu h\u00fcten, da sollte es keinem an Essen fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als am andern Tage das Essen fertig war, kam das M\u00e4nnchen wieder, und diesmal hatte es drei K\u00f6pfe. Es klagte \u00fcber Frost, und der Schmied hie\u00df es, sich an den Ofen setzen. Als es darauf \u00fcber Hunger klagte, teilte der Schmied von dem Essen etwas ab und setzte es ihm hin. Damit war das M\u00e4nnchen geschwind fertig; es sah sich mit seinen sechs Augen begierig um und verlangte mehr, und als der Schmied sich weigerte, ihm mehr zu reichen, wollte es ihm mitspielen wie der Nonne und dem Bergmann. Der Schmied aber war nicht faul, nahm seinen gro\u00dfen Schmiedehammer, ging auf das M\u00e4nnchen los und schlug ihm zwei von seinen K\u00f6pfen ab, so dass das M\u00e4nnchen seinen dritten Kopf zwischen die Ohren nahm und eilig die Flucht ergriff. Der Schmied lief ihm durch viele G\u00e4nge nach, bis es bei einer eisernen T\u00fcr pl\u00f6tzlich vor ihm verschwand. Nun musste der Schmied es aufgeben, das M\u00e4nnchen weiter zu verfolgen, nahm sich aber vor, nicht eher zu ruhen, als bis er mit seinen beiden Gef\u00e4hrten alles gl\u00fccklich bestanden h\u00e4tte. Indessen waren der Bergmann und die Nonne nach Hause gekommen. Der Schmied brachte ihnen, wie er versprochen hatte, ihr Essen und erz\u00e4hlte ihnen sein Abenteuer und zeigte ihnen die beiden abgehauenen K\u00f6pfe, die sie mit verdrehten Augen anstarrten. Darauf beschlossen alle drei, sich von dem grauen M\u00e4nnchen, wenn es m\u00f6glich w\u00e4re, ganz zu befreien, und gleich am folgenden Tage gingen sie ans Werk. Sie mussten lange suchen, ehe sie die eiserne T\u00fcr fanden, bei der das M\u00e4nnchen gestern verschwunden war, und es kostete gro\u00dfe M\u00fche, ehe sie sie aufzusprengen vermochten. Da tat sich ein weites Gew\u00f6lbe vor ihnen auf; darin sa\u00df ein sch\u00f6nes junges M\u00e4dchen an einem Tische und arbeitete. Sie sprang auf und fiel ihnen zu F\u00fc\u00dfen, indem sie ihnen f\u00fcr ihre Befreiung dankte und erz\u00e4hlte, sie sei eine K\u00f6nigstochter und von einem m\u00e4chtigen Zauberer hierher gebannt worden; gestern Mittag habe sie auf einmal empfunden, dass der Zauber gel\u00f6st sei und seitdem habe sie jede Stunde auf Befreiung gehofft. Aber au\u00dfer ihr sei noch eine andre K\u00f6nigstochter in dieses Schloss gebannt. Darauf gingen jene und suchten auch diese andre K\u00f6nigstochter auf und befreiten sie. In gro\u00dfen Freuden dankte sie ihnen ebenfalls und sagte, dass auch sie gestern zu Mittag es gef\u00fchlt habe, wie ihre Verzauberung gel\u00f6st sei. Nun erz\u00e4hlten die beiden K\u00f6nigst\u00f6chter ihren Befreiern, in verborgenen Kellern des Schlosses sei ein gro\u00dfer Schatz, den ein schrecklicher Hund bewache. Sie gingen nun danach und fanden endlich den Hund, und der Schmied erschlug ihn mit seinem schweren Hammer, wie er sich auch zur Wehr setzen mochte. Der Schatz aber war Gold und Silber, ganze Pfannen voll, und dabei sa\u00df als H\u00fcter ein sch\u00f6ner J\u00fcngling. Der ging ihnen entgegen und dankte ihnen, dass sie ihn erl\u00f6st h\u00e4tten. Er sei der Sohn eines K\u00f6nigs, aber von einem Zauberer in dieses Schloss gebannt und in das dreik\u00f6pfige M\u00e4nnchen verwandelt worden. Als er zwei von seinen K\u00f6pfen verloren, da sei die Verzauberung der beiden K\u00f6nigst\u00f6chter gehoben worden, und als der Schmied den gr\u00e4sslichen Hund erschlagen, da sei auch er erl\u00f6st gewesen. Daf\u00fcr sollten sie nun den ganzen Schatz zum Lohne haben. Darauf ward der Schatz geteilt, und ehe sie damit fertig wurden, hatten sie lange zu tun; die beiden K\u00f6nigst\u00f6chter aber heirateten aus Dankbarkeit f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung die eine den Schmied und die andere den Bergmann, und der sch\u00f6ne K\u00f6nigssohn heiratete die Nonne.<\/p>\n\n\n\n<p>So lebten sie in Frieden und Freude zusammen bis an ihr Ende.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nonne, der Bergmann und der Schmied Eine Nonne, ein Bergmann und ein Schmied wanderten miteinander durch die Welt. Einmal hatten sie sich in einem gro\u00dfen finstren Walde verirrt, so dass sie froh sein mussten, als sie endlich in der Ferne ein Gem\u00e4uer erblickten, darin sie Obdach zu finden dachten. 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