{"id":5505,"date":"2026-02-04T02:11:32","date_gmt":"2026-02-04T01:11:32","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5505"},"modified":"2026-02-04T02:11:32","modified_gmt":"2026-02-04T01:11:32","slug":"schneeweisschen-und-rosenrot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/schneeweisschen-und-rosenrot\/","title":{"rendered":"Schneewei\u00dfchen und Rosenrot"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\">Schneewei\u00dfchen und Rosenrot<\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem H\u00fcttchen, und vor dem H\u00fcttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenb\u00e4umchen, davon trug das eine wei\u00dfe, das andere rote Rosen: und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenb\u00e4umchen, und das eine hie\u00df Schneewei\u00dfchen, das andere Rosenrot. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind: Schneewei\u00dfchen war nur stiller und sanfter als Rosenrot. Rosenrot sprang lieber in den Wiesen und Feldern umher, suchte Blumen und fing Sommerv\u00f6gel; Schneewei\u00dfchen aber sa\u00df daheim bei der Mutter, half ihr im Hauswesen oder las ihr vor, wenn nichts zu tun war. Die beiden Kinder hatten einander so lieb, dass sie sich immer an den H\u00e4nden fassten, sooft sie zusammen ausgingen, und wenn Schneewei\u00dfchen sagte: &#8222;Wir wollen uns nicht verlassen&#8220;, so antwortete Rosenrot: &#8222;Solange wir leben nicht&#8220;, und die Mutter setzte hinzu: &#8222;Was das eine hat, soll&#8217;s mit dem andern teilen.&#8220; Oft liefen sie im Walde allein umher und sammelten rote Beeren, aber kein Tier tat ihnen etwas zuleid, sondern sie kamen vertraulich herbei: das H\u00e4schen fra\u00df ein Kohlblatt aus ihren H\u00e4nden, das Reh graste an ihrer Seite, der Hirsch sprang ganz lustig vorbei, und die V\u00f6gel blieben auf den \u00c4sten sitzen und sangen, was sie nur wussten. Kein Unfall traf sie: wenn sie sich im Walde versp\u00e4tet hatten und die Nacht sie \u00fcberfiel, so legten sie sich nebeneinander auf das Moos und schliefen, bis der Morgen kam, und die Mutter wusste das und hatte ihretwegen keine Sorge. Einmal, als sie im Walde \u00fcbernachtet hatten und das Morgenrot sie aufweckte, da sahen sie ein sch\u00f6nes Kind in einem wei\u00dfen gl\u00e4nzenden Kleidchen neben ihrem Lager sitzen. Es stand auf und blickte sie ganz freundlich an, sprach aber nichts und ging in den Wald hinein. Und als sie sich umsahen, so hatten sie ganz nahe bei einem Abgrund geschlafen und w\u00e4ren gewiss hineingefallen, wenn sie in der Dunkelheit noch ein paar Schritte weitergegangen w\u00e4ren. Die Mutter aber sagte ihnen, das m\u00fcsste der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.<\/p>\n\n\n\n<p>Schneewei\u00dfchen und Rosenrot hielten das H\u00fcttchen der Mutter so reinlich, dass es eine Freude war, hineinzuschauen. Im Sommer besorgte Rosenrot das Haus und stellte der Mutter jeden Morgen, ehe sie aufwachte, einen Blumenstrau\u00df vors Bett, darin war von jedem B\u00e4umchen eine Rose. Im Winter z\u00fcndete Schneewei\u00dfchen das Feuer an und hing den Kessel an den Feuerhaken, und der Kessel war von Messing, gl\u00e4nzte aber wie Gold, so rein war er gescheuert. Abends, wenn die Flocken fielen, sagte die Mutter: &#8222;Geh, Schneewei\u00dfchen, und schieb den Riegel vor&#8220;, und dann setzten sie sich an den Herd, und die Mutter nahm die Brille und las aus einem gro\u00dfen Buche vor, und die beiden M\u00e4dchen h\u00f6rten zu, sa\u00dfen und spannen; neben ihnen lag ein L\u00e4mmchen auf dem Boden, und hinter ihnen auf einer Stange sa\u00df ein wei\u00dfes T\u00e4ubchen und hatte seinen Kopf unter den Fl\u00fcgel gesteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends, als sie so vertraulich beisammen sa\u00dfen, klopfte jemand an die T\u00fcr, als wollte er eingelassen werden. Die Mutter sprach: &#8222;Geschwind, Rosenrot, mach auf, es wird ein Wanderer sein, der Obdach sucht.&#8220; Rosenrot ging und schob den Riegel weg und dachte, es w\u00e4re ein armer Mann, aber der war es nicht, es war ein B\u00e4r, der seinen dicken schwarzen Kopf zur T\u00fcre hereinstreckte. Rosenrot schrie laut und sprang zur\u00fcck, das L\u00e4mmchen bl\u00f6kte, das T\u00e4ubchen flatterte auf, und Schneewei\u00dfchen versteckte sich hinter der Mutter Bett. Der B\u00e4r aber fing an zu sprechen und sagte: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht, ich tue euch nichts zuleid, ich hin halb erfroren und will mich nur ein wenig bei euch w\u00e4rmen.&#8220; &#8211; &#8222;Du armer B\u00e4r&#8220;, sprach die Mutter, &#8222;leg dich ans Feuer und gib nur acht, dass dir dein Pelz nicht brennt.&#8220; Dann rief sie: &#8222;Schneewei\u00dfchen, Rosenrot, kommt hervor, der B\u00e4r tut euch nichts, er meint&#8217;s ehrlich.&#8220; Da kamen sie beide heran und nach und nach n\u00e4herten sich auch das L\u00e4mmchen und T\u00e4ubchen und hatten keine Furcht vor ihm. Der B\u00e4r sprach: &#8222;Ihr Kinder, klopft mir den Schnee ein wenig aus dem Pelzwerk&#8220;, und sie holten den Besen und kehrten dem B\u00e4r das Fell rein; er aber streckte sich ans Feuer und brummte ganz vergn\u00fcgt und behaglich. Nicht lange, so wurden sie ganz vertraut und trieben Mutwillen mit dem unbeholfenen Gast. Sie zausten ihm das Fell mit den H\u00e4nden, setzten ihre F\u00fc\u00dfchen auf seinen R\u00fccken und walgerten ihn hin und her, oder sie nahmen eine Haselrute und schlugen auf ihn los, und wenn er brummte, so lachten sie. Der B\u00e4r lie\u00df sich&#8217;s aber gerne gefallen, nur wenn sie&#8217;s zu arg machten, rief er: ,,Lasst mich am Leben, ihr Kinder:<\/p>\n\n\n\n<p>Schneewei\u00dfchen, Rosenrot,<\/p>\n\n\n\n<p>Schl\u00e4gst dir den Freier tot.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Schlafenszeit war und die andern zu Bett gingen, sagte die Mutter zu dem B\u00e4r: &#8222;Du kannst in Gottes Namen da am Herde liegen bleiben, so bist du vor K\u00e4lte und dem b\u00f6sen Wetter gesch\u00fctzt.&#8220; Sobald der Tag graute, lie\u00dfen ihn die beiden Kinder hinaus, und er trabte \u00fcber den Schnee in den Wald hinein. Von nun an kam der B\u00e4r jeden Abend zu der bestimmten Stunde, legte sich an den Herd und erlaubte den Kindern, Kurzweil mit ihm zu treiben, soviel sie wollten; und sie waren so gew\u00f6hnt an ihn, dass die T\u00fcre nicht eher zugeriegelt ward, als bis der schwarze Gesell angelangt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das Fr\u00fchjahr herangekommen und drau\u00dfen alles gr\u00fcn war, sagte der B\u00e4r eines Morgens zu Schneewei\u00dfchen: &#8222;Nun muss ich fort und darf den ganzen Sommer nicht wiederkommen.&#8220; &#8211; &#8222;Wo gehst du denn hin, lieber B\u00e4r?&#8220; fragte Schneewei\u00dfchen. &#8222;Ich muss in den Wald und meine Sch\u00e4tze vor den b\u00f6sen Zwergen h\u00fcten: im Winter, wenn die Erde hart gefroren ist, m\u00fcssen sie wohl unten bleiben und k\u00f6nnen sich nicht durcharbeiten, aber jetzt wenn die Sonne die Erde aufgetaut und erw\u00e4rmt hat, da brechen sie durch, steigen herauf, suchen und stehlen; was einmal in ihren H\u00e4nden ist und in ihren H\u00f6hlen liegt, das kommt so leicht nicht wieder an des Tages Licht.&#8220; Schneewei\u00dfchen war ganz traurig \u00fcber den Abschied, und als es ihm die T\u00fcr aufriegelte und der B\u00e4r sich hinausdr\u00e4ngte, blieb er an dem T\u00fcrhaken h\u00e4ngen, und ein St\u00fcck seiner Haut riss auf, und da war es Schneewei\u00dfchen, als h\u00e4tte es Gold durchschimmern gesehen: aber es war seiner Sache nicht gewiss. Der B\u00e4r lief eilig fort und war bald hinter den B\u00e4umen verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einiger Zeit schickte die Mutter die Kinder in den Wald, Reisig zu sammeln. Da fanden sie drau\u00dfen einen gro\u00dfen Baum, der lag gef\u00e4llt auf dem Boden, und an dem Stamme sprang zwischen dem Gras etwas auf und ab; sie konnten aber nicht unterscheiden, was es war. Als sie n\u00e4herkamen, sahen sie einen Zwerg mit einem alten verwelkten Gesicht und einem ellenlangen schneewei\u00dfen Bart. Das Ende des Bartes war in eine Spalte des Baumes eingeklemmt, und der Kleine sprang hin und her wie ein H\u00fcndchen an einem Seil und wusste nicht, wie er sich helfen sollte. Er glotzte die M\u00e4dchen mit seinen roten feurigen Augen an und schrie: &#8222;Was steht ihr da! K\u00f6nnt ihr nicht herbeigehen und mir Beistand leisten?&#8220; &#8211; &#8222;Was hast du angefangen, kleines M\u00e4nnchen?&#8220; fragte Rosenrot. &#8222;Dumme neugierige Gans&#8220;, antwortete der Zwerg, &#8222;den Baum habe ich mir Spalten wollen, um kleines Holz in der K\u00fcche zu haben; bei den dicken Kl\u00f6tzen verbrennt gleich das bisschen Speise, das unsereiner braucht, der nicht soviel hinunterschlingt als ihr, grobes, gieriges Volk. Ich hatte den Keil schon gl\u00fccklich hineingetrieben, und es w\u00e4re alles nach Wunsch gegangen, aber das verw\u00fcnschte Holz war zu glatt Lind sprang unversehens heraus, und der Baum fuhr so geschwind zusammen, dass ich meinen sch\u00f6nen wei\u00dfen Bart nicht mehr herausziehen konnte; nun steckt er drin, und ich kann nicht fort. Da lachen die albernen, glatten Milchgesichter! Pfui, was seid ihr garstig!&#8220; Die Kinder gaben sich alle M\u00fche, aber sie konnten den Bart nicht herausziehen, er steckte zu fest. &#8222;Ich will laufen und Leute herbeiholen&#8220;, sagte Rosenrot. &#8222;Wahnsinnige Schafsk\u00f6pfe&#8220;, schnarrte der Zwerg, &#8222;wer wird gleich Leute herbeirufen, ihr seid mir schon um zwei zuviel; f\u00e4llt euch nichts Besseres ein?&#8220; &#8211; &#8222;Sei nur nicht ungeduldig&#8220;, sagte Schneewei\u00dfchen, &#8222;ich will schon Rat schaffen &#8220; holte ein Scherchen aus der Tasche und schnitt das Ende des Bartes ab. Sobald der Zwerg sich frei f\u00fchlte, griff er nach einem Sack, der zwischen den Wurzeln des Baumes steckte und mit Gold gef\u00fcllt war, hob ihn heraus und brummte vor sich hin: &#8222;Ungehobeltes Volk, schneidet nur ein St\u00fcck von meinem stolzen Barte ab! Lohn&#8217;s euch der Kuckuck!&#8220; Damit schwang er seinen Sack auf den R\u00fccken und ging fort, ohne die Kinder nur noch einmal anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Zeit danach wollten Schneewei\u00dfchen und Rosenrot ein Gericht Fische angeln. Als sie nahe bei dem Bach waren, sahen sie, dass etwas wie eine gro\u00dfe Heuschrecke nach dem Wasser zu h\u00fcpfte, als wollte es hineinspringen. Sie liefen heran und erkannten den Zwerg. &#8222;Wo willst du hin?&#8220; fragte Rosenrot, &#8222;du willst doch nicht ins Wasser?&#8220; &#8211; &#8222;Solch ein Narr bin ich nicht&#8220;, schrie der Zwerg, &#8222;seht ihr nicht, der verw\u00fcnschte Fisch will mich hineinziehen!&#8220; Der Kleine hatte dagesessen und geangelt, und ungl\u00fccklicherweise hatte der Wind seinen Bart mit der Angelschnur verflochten; als gleich darauf ein gro\u00dfer Fisch anbiss, fehlten dem schwachen Gesch\u00f6pf die Kr\u00e4fte, ihn herauszuziehen: der Fisch behielt die Oberhand und riss den Zwerg zu sich hin. Zwar hielt er sich an Halmen und Binsen,<\/p>\n\n\n\n<p>aber das half nicht viel. Die M\u00e4dchen kamen zu rechter Zeit, hielten ihn fest und versuchten, den Bart von der Schnur loszumachen, aber vergebens, Bart und Schnur waren fest ineinander verwirrt. Es blieb nichts \u00fcbrig, als das Scherchen hervorzuholen und den Bart abzuschneiden, wobei ein kleiner Teil desselben verlorenging. Als der Zwerg das sah, schrie er sie an: &#8222;Ist das eine Manier, ihr Lorche, einem das Gesicht zu sch\u00e4nden? Nicht genug, dass ihr mir den Bart unten abgestutzt habt, jetzt schneidet ihr mir den besten Teil davon ab: ich darf mich vor den Meinigen gar nicht sehen lassen!&#8220; Dann holte er einen Sack Perlen, der im Schilfe lag, und ohne ein Wort weiter zu sagen, schleppte er ihn fort und verschwand hinter einem Stein.<\/p>\n\n\n\n<p>Es trug sich zu, dass bald hernach die Mutter die beiden M\u00e4dchen nach der Stadt schickte, Zwirn, Nadeln, Schn\u00fcre und B\u00e4nder einzukaufen. Der Weg f\u00fchrte sie \u00fcber eine Heide, auf der hier und da m\u00e4chtige Felsenst\u00fccke zerstreut lagen. Da sahen sie einen gro\u00dfen Vogel in der Luft schweben, der langsam \u00fcber ihnen kreiste, sich immer tiefer herabsenkte und endlich nicht weit bei einem Felsen niederstie\u00df. Gleich darauf h\u00f6rten sie einen durchdringenden, j\u00e4mmerlichen Schrei. Sie liefen herzu und sahen mit Schrecken, dass der Adler ihren alten Bekannten, den Zwerg, gepackt und ihn forttragen wollte. Die mitleidigen Kinder hielten gleich das M\u00e4nnchen fest und zerrten sich so lange mit dem Adler herum, bis er seine Beute fahren lie\u00df. Als der Zwerg sich von dem ersten Schrecken erholt hatte, schrie er mit seiner kreischenden Stimme: &#8222;Konntet ihr nicht s\u00e4uberlicher mit mir umgehen? Gerissen habt ihr an meinem d\u00fcnnen R\u00f6ckchen, dass es \u00fcberall zerfetzt und durchl\u00f6chert ist, unbeholfenes und t\u00e4ppisches Gesindel, das ihr seid!&#8220; Dann nahm er einen Sack mit Edelsteinen und schl\u00fcpfte wieder unter den Felsen in seine H\u00f6hle. Die M\u00e4dchen waren an seinen Undank schon gew\u00f6hnt, setzten ihren Weg fort und verrichteten ihr Gesch\u00e4ft in der Stadt. Als sie beim Heimweg wieder auf die Heide kamen, \u00fcberraschten sie den Zwerg, der auf einem reinlichen Pl\u00e4tzchen seinen Sack mit Edelsteinen ausgesch\u00fcttet und nicht gedacht hatte, dass so sp\u00e4t noch jemand daherkommen w\u00fcrde. Die Abendsonne schien \u00fcber die gl\u00e4nzenden Steine, sie schimmerten und leuchteten so pr\u00e4chtig in allen Farben, dass die Kinder stehenblieben und sie betrachteten. &#8222;Was steht ihr da und habt Maulaffen feil!&#8220; schrie der Zwerg, und sein aschgraues Gesicht ward zinnoberrot vor Zorn. Er wollte mit seinen Scheltworten fortfahren, als sich ein lautes Brummen h\u00f6ren lie\u00df und ein schwarzer B\u00e4r aus dem Walde herbeitrabte. Erschrocken sprang der Zwerg auf, aber er konnte nicht mehr zu seinem Schlupfwinkel gelangen, der B\u00e4r war schon in seiner N\u00e4he. Da rief er in Herzensangst: &#8222;Lieber Herr B\u00e4r, verschont mich, ich will Euch alle meine Sch\u00e4tze geben, sehet, die sch\u00f6nen Edelsteine, die da liegen. Schenkt mir das Leben, was habt Ihr an mir kleinen schm\u00e4chtigen Kerl? Ihr sp\u00fcrt mich nicht zwischen den Z\u00e4hnen: da, die beiden gottlosen M\u00e4dchen packt, das sind f\u00fcr Euch zarte Bissen, fett wie junge Wachteln, die fra\u00dft in Gottes Namen.&#8220; Der B\u00e4r k\u00fcmmerte sich um seine Worte nicht, gab dem boshaften Gesch\u00f6pf einen einzigen Schlag mit der Tatze, und es regte sich nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4dchen waren fortgesprungen, aber der B\u00e4r rief ihnen nach: &#8222;Schneewei\u00dfchen und Rosenrot, f\u00fcrchtet euch nicht, wartet, ich will mit euch gehen.&#8220; Da erkannten sie seine Stimme und blieben stehen, und als der B\u00e4r bei ihnen war, fiel pl\u00f6tzlich die B\u00e4renhaut ab, und er stand da als ein sch\u00f6ner Mann und war ganz in Gold gekleidet. &#8222;Ich bin eines K\u00f6nigs Sohn&#8220;, sprach er, &#8222;und war von dem gottlosen Zwerg, der mir meine Sch\u00e4tze gestohlen hatte, verw\u00fcnscht, als ein wilder B\u00e4r in dem Walde zu laufen, bis ich durch seinen Tod erl\u00f6st w\u00fcrde. Schneewei\u00dfchen ward mit ihm verm\u00e4hlt und Rosenrot mit seinem Bruder, und sie teilten die gro\u00dfen Sch\u00e4tze miteinander, die der Zwerg in seine H\u00f6hle zusammengetragen hatte. Die alte Mutter lebte noch lange Jahre ruhig und gl\u00fccklich bei ihren Kindern.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schneewei\u00dfchen und Rosenrot Gebr. Grimm Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem H\u00fcttchen, und vor dem H\u00fcttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenb\u00e4umchen, davon trug das eine wei\u00dfe, das andere rote Rosen: und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenb\u00e4umchen, und das eine hie\u00df Schneewei\u00dfchen, das andere Rosenrot. 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