{"id":5458,"date":"2026-02-03T23:40:38","date_gmt":"2026-02-03T22:40:38","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5458"},"modified":"2026-02-03T23:40:38","modified_gmt":"2026-02-03T22:40:38","slug":"der-schlangenkoenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-schlangenkoenig\/","title":{"rendered":"Der Schlangenk\u00f6nig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Schlangenk\u00f6nig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ernst Moritz Arndt<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Schlangenk\u00f6nig wohnte auf einer fernen Insel in der Ostsee, die gen D\u00e4nemark liegt, und hatte dort sein Schloss. Dieses Schloss lag aber wieder in einer kleinen Insel, die in der gro\u00dfen Insel steckte, wie der Kr\u00e4mer die kleinen Schachteln in die gro\u00dfen steckt. Dieses Inselchen lag in einem gro\u00dfen Landsee. Da hatte Schlangenk\u00f6nig sein Schloss unter einem H\u00fcgel in der Erde gebaut, und es war sehr sch\u00f6n darinnen und schimmerte und funkelte von Silber und Gold und Edelsteinen und hatte die allerpr\u00e4chtigsten Gem\u00e4cher. Darinnen sa\u00df Schlangenk\u00f6nig ein armer verwandelter Prinz und wartete auf seine Erl\u00f6sung. Er war aber verwandelt wegen seiner Eitelkeit. Denn er war ein wundersch\u00f6ner Prinz gewesen und hatte viele sch\u00f6ne Prinzessinnen und K\u00f6niginnen und Kaiserinnen mit seiner Sch\u00f6nheit gelockt, aber keine geliebt sondern alle mit wankelm\u00fctigem Herzen verlassen. Deswegen war er zur Strafe verwandelt worden, damit er auch versuchte, was es hei\u00dft keine Liebe finden, und er mag nun wohl als der Schlangenk\u00f6nig kriechen m\u00fcssen bis an den j\u00fcngsten Tag. Weil er n\u00e4mlich so viele arme Prinzessinnen betrogen hat, die er sitzen lie\u00df und weiter ging, so hat ihn die Strafe getroffen, und das Wort ist zu ihm gesprochen: Sei der Schlangenk\u00f6nig und krieche als der Schlangenk\u00f6nig und iss Erde und sauge Gift aus Wurzeln und Kr\u00e4utern und sei den Menschen ein Abscheu und den Tieren ein Grauen, bis ein unschuldiges junges Blut sich \u00fcber dich erbarmt und mit dir zu Bett geht und dich ohne Grausen k\u00fcsst. Das merke dir aber: wirst du dieser wieder ungetreu, dann wirst du auf ewig in das tiefste h\u00f6llische Feuer hinabgesto\u00dfen. Schlangenk\u00f6nig hatte bei seiner Verwandlung ganz die Farbe des Kleides behalten, das er trug, weil er noch Prinz war. Er trug n\u00e4mlich einen gr\u00fcn und gelb gestreiften seidenen Rock, und jetzt schleicht er als eine sch\u00f6ne gr\u00fcn und gelb gestreifte Schlange umher mit einer goldenen Krone auf dem Kopf, und pfeift und zischelt wie eine Schlange, aber sprechen kann er nicht. Nur sind gewisse Tage im Jahre, wo er singen darf, und da singt er mit so wundersch\u00f6ner und s\u00fc\u00dfer Stimme, dass er schon manches arme Kind verlockt hat, mit ihm zu gehen in sein Schloss, aber noch hat er keine einzige gefunden, die ihn hat k\u00fcssen wollen. Die aber mit ihm gegangen sind, m\u00fcssen in seinem Schlosse sitzen, bis er eine findet, die es \u00fcber das Herz bringen kann, ihn in Liebe zu k\u00fcssen. Die das tut, das wird die K\u00f6nigin und alle die andern, die er hineingelockt hat, werden ihre Dienerinnen. Und auf diese Weise allein k\u00f6nnen sie aus dem Schlosse erl\u00f6set werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht weit von dem See, wo Schlangenk\u00f6nigs Schloss auf der Insel war, lag ein Dorf, das hie\u00df Thorstorp. Die Wiesen und Weiden dieses Dorfes liefen bis an den See hinab, und da trieben die Kinder des Dorfs ihre K\u00fche hin und h\u00fcteten sie daselbst. Unter diesen Hirtenkindern waren zwei, die hatten einander sehr lieb und trieben ihre Herden fast immer zusammen. Es war eine kleine Dirne, die hie\u00df Margarethe, und ein Knabe, der hie\u00df Jakob. Margarethe war vierzehn Jahre alt und Jakob sechzehn. Sie waren beide beinahe erwachsen aber unschuldig wie die kleinen Kinder und wussten nicht, warum sie einander so lieb hatten. Aber dass sie sich \u00fcber alles liebten, das ist wahr. Diese und die andern Knaben und M\u00e4dchen, welche dort das Vieh h\u00fcteten, hatten Schlangenk\u00f6nig oft laufen sehen und m\u00f6gen ihn gern leiden, denn er war sehr bunt und sch\u00f6n und seine Krone funkelte auf das allersch\u00f6nste. Der Schelm kam oft durch den See geschwommen und ringelte sich im Grase herum und wand seinen sch\u00f6nen schlanken Leib um die B\u00e4ume und B\u00fcsche, dass die Kinder seinen Spielen zusahen und ihre Freude daran hatten. Aber ganz nah kamen sie ihm nicht, denn sie hatten doch ein Grauen vor ihm, weil er Schlangengestalt trug, obgleich sie wussten, dass er nicht biss und keinem was zu Leide tat. Die Kinder hatten noch nie einen Gesang von ihm geh\u00f6rt, obgleich die Rede ging, der Schlangenk\u00f6nig k\u00f6nne singen und habe schon manche sch\u00f6ne Dirne verlockt, die nun in seinem Schlosse sitzen und weinen m\u00fcsse, sondern vor ihnen hatte er immer nur gezischelt, wie andere Schlangen tun. Er durfte ja auch nicht alle Tage singen und au\u00dferdem war er viel zu klug, als dass er sich\u2019s in Gesellschaft h\u00e4tte merken lassen, dass er singen konnte; denn da konnte es ihm ja zu nichts helfen. Nein, wann seine Singetage waren und wenn er dann ein h\u00fcbsches Kind allein belauschen konnte, dann lie\u00df er seine Stimme ert\u00f6nen und brachte es gew\u00f6hnlich mit weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages sa\u00df Jakob mit seiner Margarethe hinter einem gr\u00fcnen Busche und die beiden Kinder erz\u00e4hlten sich Geschichten und ihre K\u00fche grasten vor ihnen, die andern Hirten aber hatten weiter abw\u00e4rts getrieben. Da kam Botschaft, dass Jakob geschwinde zu Hause musste. Er k\u00fcsste seine liebe Margarethe und sagte: Margarethe, gib derweilen auch auf meine K\u00fche Acht, bis ich wiederkomme, und kommt der Schlangenk\u00f6nig etwa, so bleibe bei Leibe nicht allein, sondern treibe nur geschwinde zu den andern Hirten hin. Er k\u00f6nnte dich wegsingen, denn der Schelm soll es in der Stimme haben. Sie versprach es, aber rief dem weglaufenden Burschen lachend nach: O&nbsp;das ist nur eine Fabel mit dem Singen des Schlangenk\u00f6nigs, er kann ja nicht einmal sprechen: der soll mich nicht wegsingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Jakob war kaum hundert Schritt fort, so kam der Schlangenk\u00f6nig \u00fcber den See geschwommen und ringelte sich dann in den allerlustigsten Kreisen \u00fcber die Wiesen hin und machte so viele niedliche Schlingungen und Windungen und richtete sein K\u00f6pfchen mit der goldenen Krone so lieblich l\u00e4chelnd und so hell guckend auf, dass die kleine Margarethe recht ihre Freude daran hatte und ihr Versprechen, das sie Jakob getan, auch ganz und gar verga\u00df. Und Schlangenk\u00f6nig ringelte sich immer n\u00e4her heran und kroch auf einen gr\u00fcnen Baum, der vor Margarethen stand, und schaukelte sich einige Minuten in seinen Zweigen herum, dann sang er mit der aller s\u00fc\u00dfesten und beweglichsten Stimme, als h\u00e4tten hunderttausend Fr\u00fchlingsnachtigallen zugleich geschlagen, und Margarethe konnte nun nicht mehr von der Stelle und musste ihm zuh\u00f6ren: sie sa\u00df, als wenn sie festgezaubert war, wiewohl sie an ihres Jakobs Worte dachte. Er sang ihr aber diesen Gesang, den sie des Schlangenk\u00f6nigs Brautlied nennen, und womit er schon manche zarte Jungfrau in sein Schloss gelockt hat: Komm, sch\u00f6nes Jungfr\u00e4uelein,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><br>Schlafe bei mir!<br>Ich hab&#8216; ein Goldringelein,<br>Das schenk&#8216; ich dir,<br>Ich hab&#8216; ein Goldk\u00e4mmerlein,<br>Das ist f\u00fcr dich,<br>Ich hab&#8216; ein Goldwiegelein,<br>Drin wieg&#8216; ich dich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Komm, sch\u00f6nes Jungfr\u00e4uelein,<br>Schlafe bei mir!<br>S\u00fc\u00dfen und k\u00fchlen Wein<br>Trinkst du bei mir,<br>Zucker hei\u00dft hier das Brod,<br>Fleisch, Marzipan,<br>\u00c4pfelchen rosenrot<br>Bei\u00dfet dein Zahn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Komm, sch\u00f6nes Jungfr\u00e4uelein,<br>Schlafe bei mir!<br>Dienerinnen h\u00fcbsch und fein<br>Warten der T\u00fcr,<br>Kammerfrau&#8217;n ohne Zahl<br>Stehen am Bett,<br>Das in dem goldnen Saal<br>Hochzeitlich steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Komm, sch\u00f6nes Jungfr\u00e4uelein,<br>Schlafe bei mir!<br>Zieh in mein Schloss mit ein,<br>Treu bin ich dir.<br>Hei\u00dfa! wie fliegt zum Tanz<br>Lustig der Strich!<br>Du tr\u00e4gst den Hochzeitkranz,<br>Br\u00e4ut&#8217;gam bin ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlangenk\u00f6nig hatte ausgesungen, blinzelte freundlich auf das M\u00e4gdlein herab, kam dann herunter, schlug im Grase einige Ringelein um das Kind und sang gar leise und leidig: Komm mit! Komm mit! Und Margarethe kam mit. Aber kaum war sie zehn Schritt mit Schlangenk\u00f6nig gegangen, so bedachte sie sich und wollte zur\u00fcckfliehen. Aber es war zu sp\u00e4t, sie war nun in Schlangenk\u00f6nigs Gewalt: er umzingelte sie und trug sie \u00fcber die Wiese hin mit weg, und umsonst schrie sie: Jakob! Jakob! hilf! hilf! und rief den andern Hirten zu, aber weder Jakob noch die Hirten waren da, und Schlangenk\u00f6nig kehrte sich an ihr Geschrei nicht und rollte geschwinder als der Blitz mit ihr davon und schwamm durch den See.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Schlangenk\u00f6nig sie \u00fcber das Wasser nach der Insel hin\u00fcbergetragen hatte, war er pl\u00f6tzlich verschwunden, die kleine Margarethe aber war vor Angst ohnm\u00e4chtig geworden und wusste gar nicht, wie sie \u00fcber den See gekommen war. Das war aber das Sonderbarste, dass auch kein Tr\u00f6pflein Wasser sich an ihre Locken und Kleider geh\u00e4ngt hatte noch durchgedrungen war: sie war ganz trocken auf die kleine Insel gekommen. Und als sie sich wieder besinnen konnte, da befand sie sich in einem wundersch\u00f6nen Garten voll der allerlustigsten B\u00e4ume und buntesten Blumen; und es war alles, wie das Lied gesungen hatte, an allen Zweigen hing Zucker und Marzipan und rosenrote \u00c4pfel und durch den Garten floss ein tiefer Bach von Milch und Quellen s\u00fc\u00dfen Weines sprudelten aus dem H\u00fcgel. Das Schloss aber unter dem H\u00fcgel war noch viel sch\u00f6ner, als Schlangenk\u00f6nigs Brautgesang es beschrieben hatte, und waren so pr\u00e4chtige S\u00e4le und funkelnde Kammern und Gem\u00e4cher darin, dass kein Mensch die Herrlichkeit schildern k\u00f6nnte; und wenn man ihm auch eine Ewigkeit Zeit g\u00e4be, die sch\u00f6nsten Worte zu suchen, womit er es beschreiben und ausmalen wollte, er kriegte es doch nicht fertig.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als Margarethe vor dem Schlosse erschien, siehe da waren flugs wohl hundert Dienerinnen zur Stelle, welche Kerzen und Lampen trugen. Diese f\u00fchrten sie in einen hohen Marmorsaal, der mit Gold und Silber und Edelsteinen verziert war, und zogen ihr goldene und silberne Kleider an und setzten ihr eine goldene Krone auf den Kopf und nannten sie K\u00f6nigin und Herrin und sprangen dienend um sie herum und brachten ihr alles, was sie nur verlangte. Diese Dienerinnen waren alle jung und trugen schneewei\u00dfe Kleider und gr\u00fcne Kr\u00e4nzlein im Haar und sahen die meisten mehr traurig als fr\u00f6hlich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als es dunkelte und gegen die Nacht ging, kamen wieder andere Jungfrauen und f\u00fchrten Margarethen in ein K\u00e4mmerlein, das blitzte und funkelte wie eitel Gold, und dann stand ein goldenes Bett, auf welchem rosenrote und himmelblaue seidene Kissen und Decken lagen. Und sie naheten sich ihr sehr ehrerbietig und zogen ihr die Kleider aus und die Schuhe von den F\u00fc\u00dfen und nahmen ihr die Krone vom Kopfe und legten sie dann weich ins Bett. Als sie das getan, l\u00f6schten sie die Lampen aus bis auf eine, und verneigten sich stumm und schweigend und gingen weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es w\u00e4hrte nicht lange, so fl\u00fcsterte es und knisperte und wisperte an der T\u00fcre, und die T\u00fcre tat sich auf, und der Schlangenk\u00f6nig kam herein und kroch an Margaretchens Bett und lispelte und zischelte ihr leise zu: Willkommen, meine auserkorene K\u00f6nigin! willkommen, meine s\u00fc\u00dfe Braut! Nun komme ich als dein Br\u00e4utigam zu dir, mein s\u00fc\u00dfes Margretchen! wie ich dir unter dem gr\u00fcnen Baume vorgesungen habe; nun wird alles wahr werden! O&nbsp;komm und nimm mich in deine Arme! und dr\u00fccke mich an dein warmes Herz! und k\u00fcsse mich und habe mich recht lieb! Dann bin ich erl\u00f6st und du bist eine reiche und gro\u00dfe K\u00f6nigin. Denn ach! das ist mein trauriges Schicksal, solange muss ich als Schlangenk\u00f6nig auf der Erde herumkriechen, bis ein unschuldiges Kind mich in Liebe umhalset und wieder in den sch\u00f6nsten Prinzen verwandelt, der ich gewesen bin. Und er zischelte gar lose und leise und sah sie mit funkelnden Augen an und hob seinen Kopf zu ihr hinauf, als wolle er zu ihr ins Bett steigen \u2013 Margaretha aber schrie gewaltig und rief: Fort du buntes Scheusal! Nein nimmer \u2013 nimmer \u2013 nimmermehr! und wenn du so sch\u00f6n w\u00e4rest, als du h\u00e4sslich bist. Ich will deine K\u00f6nigin nicht werden, ich will in meinem Leben keinen andern Br\u00e4utigam haben, als meinen lieben Jakob. \u2013 Und Schlangenk\u00f6nig musste sich ducken und fliehen,<\/p>\n\n\n\n<p>Und als es Tag geworden war, kamen dieselben wei\u00dfen Jungfrauen, die Margarethen ausgekleidet hatten, und zogen ihr die pr\u00e4chtigen K\u00f6nigskleider wieder an und setzten ihr die g\u00fcldene Krone wieder auf das Haupt und die andern im Saale und vor der T\u00fcre verneigten sich nun vor ihr und bedienten sie. Und sie ging im Schlosse und im Garten umher und besah sich allen den Glanz und die Pracht. Aber weiter als den Garten konnte sie nicht kommen; denn es lief eine himmelhohe kristallene Mauer rings um ihn herum und seine Thore waren dicht verschlossen. Sie sah aber den ganzen Tag nicht das Geringste von Schlangenk\u00f6nig, und das war ihr sehr lieb. Aber an ihren Jakob hat sie viel denken und oft bitterlich weinen m\u00fcssen und sie hat gerufen mitten in der schimmernden Herrlichkeit: O&nbsp;mein lieber Jakob! s\u00e4\u00dfe ich nur mit dir jetzt in einem schlechten Kleide unter einem gr\u00fcnen Baum, wie viel gl\u00fccklicher w\u00e4re ich! Pfui der abscheuliche Schlangenk\u00f6nig! wie hat er mich verlockt und verf\u00fchrt durch seinen Gesang!<\/p>\n\n\n\n<p>Und als es Nacht ward, f\u00fchrte man sie ebenso wie gestern in ihre Goldkammer und brachte sie ins Bett und l\u00f6schte die Lampen. Und auch der Schlangenk\u00f6nig kam ebenso wieder wie gestern und schlich an ihr Bett und flehte, dass sie ihn ins Bett nehmen und lieb haben und K\u00f6nigin werden sollte. Sie aber ward noch viel b\u00f6ser als gestern und jagte ihn mit schlimmen Worten fort. Und Schlangenk\u00f6nig musste traurig wieder aus der Kammer kriechen und die Nacht wieder auf der kalten feuchten Erde schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>So ging es noch drei Tage und Schlangenk\u00f6nig versuchte noch dreimal, ob das Kind ihn lieb gewinnen und bei ihm schlafen wolle. Sie aber rief immer: Fort fort, du blanker glei\u00dfender Gaukler! Jakob wird mein Mann und kein anderer in Ewigkeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem f\u00fcnften Male waren auch die Proben vorbei, welche Margretchen auszustehen hatte, und der traurige Schlangenk\u00f6nig rief nun den Frauen und Dienerinnen zu, dass sie sie des Schmuckes entkleiden und aus der goldenen Kammer f\u00fchren m\u00f6gen, und sagte zu Margarethen. Nun bist du nicht mehr K\u00f6nigsbraut und kannst es nimmermehr werden, wenn du auch wolltest. So ist die Ordnung des Schicksals hier. Du bist hinfort eine schlechte Dienerin, gehe darum zu den andern Dienerinnen und warte der hohen Frau, die da kommen und mich erl\u00f6sen soll. Er meinte aber diejenige, welche sich \u00fcber ihn erbarmen und ihn von Herzen k\u00fcssen und liebhaben und K\u00f6nigin und Herrin aller dieser Dienerinnen werden w\u00fcrde, welche seine Liebe verschm\u00e4ht hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Margarethe hatte jetzt ein wei\u00dfes Kleid an und trug ein gr\u00fcnes Kr\u00e4nzlein und musste mit den andern jungen Dirnen vor der T\u00fcre des Schlosses und in dem gro\u00dfen Saale stehen und warten. Es waren lauter junge Kinder die Dienerinnen und Kammerfrauen, keine unter dreizehn Jahren und keine \u00fcber siebzehn, wohl mehr als hundert und f\u00fcnfzig an der Zahl, alle h\u00fcbsch und fein. Mit einer jeden hatte Schlangenk\u00f6nig es ebenso versucht, wie mit Margretchen, aber keine einzige von so vielen hatte sein Flehen erh\u00f6ren und ihn lieb haben wollen. Diese niedlichen Kinder waren nun freilich recht fein gekleidet und hatten der Speise und des Trankes und was sie zum Leben bedurften vollauf, auch wurden sie mit keiner M\u00fche und Arbeit geplagt und konnten den Tag singen und tanzen und oft auch in dem sch\u00f6nen Garten spazieren gehen und sich Blumen pfl\u00fccken und die V\u00f6gelein in den Zweigen auf das allerlustigste singen h\u00f6ren; aber die Zeit ward ihnen doch herzlich lang in aller dieser Pracht und die meisten waren voll Traurigkeit und Sehnsucht. Die eine sehnte sich nach Vater und Mutter, die andere nach Bruder und Schwester, die dritte nach einem Herzallerliebsten; Margarethe sehnte sich nach nichts als nach ihrem lieben Jakob, von welchem sie sich so j\u00e4mmerlich hatte weglocken lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob war bald gekommen, nachdem Margarethe von Schlangenk\u00f6nig entf\u00fchrt worden war, und suchte seine Margarethe im Walde und auf der Weide bei den andern Hirten. Er fand sie nirgends, aber die Hirten sagten ihm, Schlangenk\u00f6nig werde sie wohl weggefangen haben. Jakob h\u00f6rte auch bald von einem Manne, der da unten am See pfl\u00fcgte, er habe in der Ferne ein Gewimmer geh\u00f6rt und das m\u00f6ge die entf\u00fchrte Margarethe wohl gewesen sein. Der kleine Jakob war sehr traurig und musste jeden Tag ja jede Stunde an sein Margretchen denken und immer nach der Insel hin\u00fcber schauen, zu welcher sich kein Mensch wagte; denn es ging die Sage, derjenige m\u00fcsse gleich des blassen Todes sein, der sich ohne ein sicheres Pfand in dieses Gebiet des Schlangenk\u00f6nigs wage. Da schaute Jakob traurig und sehnlich hin\u00fcber und seufzte: Ach Margretchen! Margretchen! warum hast du dir die Ohren nicht zugestopft, als der l\u00fcgnerische und glei\u00dfnerische Schelm sang? und rief auch wohl zuweilen f\u00fcr sich: Halt dich wacker, Margretchen! werde keine K\u00f6nigin, Margretchen! Das hatte er aber gewiss nicht n\u00f6tig; denn Margarethe war ihm treu wie Gold. Das war ihm aber das Allertraurigste bei dieser Geschichte wenn er Schlangenk\u00f6nig \u00fcber die Wiesen hinschl\u00fcpfen sah in seinem bunten Rock, dass er ihm nichts tun durfte.<\/p>\n\n\n\n<p>So waren Jakob zwei Jahre verflossen in Gram und Traurigkeit \u00fcber seine liebe verlorene Margarethe, da h\u00f6rte er von einem alten Sch\u00e4fer einen Rath, wie man verzauberter Prinzen und Prinzessinnen und selbst der Hexen und Hexenmeister Herr werden k\u00f6nnte, und wenn sie noch so schlimm w\u00e4ren. Und Jakob ging flugs in den Wald und hieb sich einen gro\u00dfen knotigen Dornstock aus einem Dornstrauch, welcher der Kreuzdorn hei\u00dft, und darauf schnitt er noch ein Kreuz aus. Als nun der Schlangenk\u00f6nig das n\u00e4chste Mal wieder \u00fcber die Wiese hinschl\u00e4ngelte, fasste Jakob sich ein Herz und fuhr auf ihn zu, so dass der Schlangenk\u00f6nig sich verwunderte, was der Bauerbursche wolle; denn er war es nicht gewohnt, dass die Leute auf ihn losgingen, sondern, dass die meisten vor ihm flohen. Und Schlangenk\u00f6nig dachte bei sich: Den Bauerjungen will ich schon jagen, dass ihm die Haare auf dem Kopfe sausen sollen; und er richtete sich auf und spr\u00fchte Funken aus den gl\u00e4nzenden Augen und streckte die zischende Zunge aus und machte seine Krone auf dem Kopfe feuerrot vor Zorn und zuckte mit dem R\u00fccken, als wolle er auf Jakob springen. Aber Jakob ging ihm fest entgegen und rief: Komm nur her, Herr Heidenk\u00f6nig! komm nur her! Ich bin nicht bange vor dir, du sollst schon Gemach lernen. Und als Schlangenk\u00f6nig gegen ihn sprang, ber\u00fchrte er ihn nur leise mit seinem Dornstock, und o&nbsp;Wunder! Schlangenk\u00f6nig kr\u00fcmmte sich und wand sich um den Dornstock, wie die Rebe sich um ihren Stab windet. Und Jakob freute sich und rief voller Freude: Halt fest, mein Prinzchen! ich muss mein Kunstst\u00fcck versuchen. Und er nahm den Stock und schwang ihn dreimal um den Kopf, dass er durch die L\u00fcfte sauste, und Schlangenk\u00f6nig hielt fest, als wenn er daran gewachsen w\u00e4re. Der Stock ist gut und der Sch\u00e4fer ist nicht dumm, sprach Jakob, und fragte Schlangenk\u00f6nig: Schlangenk\u00f6nig willst du mir Margretchen wiedergeben, so mache ich dich strax los und du magst hingehen, wohin du willst. Schlangenk\u00f6nig aber sch\u00fcttelte den Kopf. Und Jakob sprach wieder: So fahrwohl f\u00fcr heute, mein Prinz! friere die Nacht hier und bedenke dich bis morgen. Und er nahm den Dornstock und stie\u00df ihn fest in die Erde, und Schlangenk\u00f6nig hing darum, und es sah gar lustig aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Den andern Morgen kam Jakob wieder und sprach zu Schlangenk\u00f6nig: Schlangenk\u00f6nig willst du mir Margretchen wiedergeben? Schlangenk\u00f6nig aber sch\u00fcttelte mit dem Kopf noch st\u00e4rker als gestern. Da ward Jakob sehr b\u00f6se und ging hin und schnitt sich einen frischen Haselstock und sprach: Ich muss wohl einmal dein buntes J\u00e4ckchen fragen, was das zu dem Scherze sagt; vielleicht gibt mir das eine gescheitere Antwort. Und er schlug Schlangenk\u00f6nig auf seinen bunten Rock, dass er sich kr\u00fcmmte wie ein Ohrwurm und die Zunge laut zischelnd ausstreckte, aber er nickte nicht mit dem Kopfe: Jakob ich will dir Margretchen wiedergeben. Als Jakob meinte, dass er ihn diesmal genug geschlagen habe, ging er weg und sprach: F\u00fcr heut ist&#8217;s genug, bedenke dich bis morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den dritten Morgen kam Jakob wieder und sprach zu Schlangenk\u00f6nig: Schlangenk\u00f6nig gestern und vorgestern fragte ich dich: Schlangenk\u00f6nig, willst du mir Margreten wiedergeben? Heute kommst du so wohlfeilen Kaufs nicht ab; heut hei\u00dft es: Schlangenk\u00f6nig willst du mir Margreten wiedergeben und alle die armen Jungfrauen, die in deinem Schlosse und Garten eingesperrt sind? Und Schlangenk\u00f6nig sch\u00fcttelte zweimal mit dem Kopfe. Da nahm Jakob seinen Haselstock, und schlug ihn unbarmherzig, so viel als er schlagen konnte, so dass der Schlangenk\u00f6nig ihn fast jammerte; aber doch nickte und kopfsch\u00fcttelte Schlangenk\u00f6nig ihm kein Ja zu. Da sagte Jakob: Heut ist das letzte Mal, dass ich Geduld habe. Du magst hier an dem Dornstock verfaulen, denn du kommst in Ewigkeit nicht los, wenn ich dich nicht l\u00f6se. Also noch einmal und das letzte Mal, bedenke dich bis morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als Jakob den vierten Morgen wiederkam, fragte er Schlangenk\u00f6nig wieder: Schlangenk\u00f6nig willst du mir Margretchen wiedergeben und die andern Jungfrauen, dass sie frei aus deinem Gebiete weggehen und eine jede so viel mittragen d\u00fcrfen, als sie mit den H\u00e4nden tragen k\u00f6nnen? Und Schlangenk\u00f6nig war m\u00fcrb geworden, denn es hatte diese Nacht sehr gefroren, und ihn hungerte und durstete gewaltig, auch sah er, dass Jakob einen frischen Haselstock in der Hand f\u00fchrte doppelt so dick als der vorige. Und Schlangenk\u00f6nig lie\u00df es diesmal auf den Stock nicht ankommen und nickte dreimal mit dem Kopfe Ja. Und Jakob sagte zu ihm: Schlangenk\u00f6nig schw\u00f6re mir&#8217;s bei deiner Seligkeit und bei der Hoffnung, die du hegst, dieser h\u00e4sslichen bunten Haut einmal ledig zu werden \u2013 und Schlangenk\u00f6nig nickte ihm den Schwur auch dreimal zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dies geschehen war, nahm Jakob sein Messer und schnitt das Kreuz glattweg von dem Kreuzstock, worum Schlangenk\u00f6nig geschlungen hing, und in demselben Augenblick glitt Schlangenk\u00f6nig herunter und ringelte sich im Grase und machte sich die erfrorenen und zerschlagenen Glieder erst wieder ein wenig geschmeidig. Darauf kroch er vor Jakobs F\u00fc\u00dfe und richtete sich auf und senkte sich dann wieder vor ihm, wie ein kluges und gehorsames Pferd sich erst vor dem Reiter zu richten und wieder zu senken pflegt, dass er aufsteige. Und Jakob verstand den Wink, denn er wusste wohl, dass zu der Insel weder Br\u00fccke f\u00fchrte noch Nachen ging; und er zeichnete sich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und betete ein Gebet und rief: Nun in Gottes Namen! und so schwang er sich auf sein buntes Pferd. Und sausend fuhr Schlangenk\u00f6nig mit ihm \u00fcber die Wiese dahin und in einem Hui hatte er ihn \u00fcber das Wasser getragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlangenk\u00f6nig sprang nun gegen das eiserne Gartentor, welches kein anderer \u00f6ffnen konnte als er, und das Thor tat sich sogleich auf, und sie gingen beide hinein. Da fand Jakob seine Margarethe wieder, und wie sich die beide gefreut haben, wer will das beschreiben? Aber unendlich ward der Jubel im Schlosse und Garten und klang und brauste aus allen Stimmen zum Himmel, als Jakob verk\u00fcndigte, alle eingefangene Jungfrauen sollen nun wieder frei sein und mit ihm und Margreten aus dem verzauberten Schlosse und Garten ziehen. Und er hie\u00df die h\u00fcbschen Kinder sich tummeln und einpacken, was jedes mitnehmen wolle, denn in zwei Stunden solle die Reise von der Insel vor sich gehen. Und sie liefen die eine hierhin die andere dahin und waren sehr gesch\u00e4ftig, aber Schlangenk\u00f6nig war sehr traurig und sah es mit weinenden Augen an. Und als Jakob ihn so traurig sah, jammerte ihn seines Schicksals und dass er in dem scheu\u00dflichen Schlangenrock gehen musste wegen seiner fr\u00fcheren S\u00fcnden und Schulden, bis ein unschuldiges junges Blut sich \u00fcber ihn erbarmte und ihn lieb h\u00e4tte. Und er tr\u00f6stete ihn und sprach: Schlangenk\u00f6nig sei du nur nicht so traurig, dass diese alle von dir gehen und wieder zu den Ihrigen reisen wollen; denn von diesen allen kann dich ja doch keine einzige mehr erl\u00f6sen. Und dass sie dir das Schloss ein bisschen leer machen, das schadet dir ja auch nichts: du beh\u00e4ltst immer noch Sch\u00e4tze und Herrlichkeiten genug. Du jammerst mich und ich will dir darum noch einen guten Rat geben, und den verschm\u00e4he nicht. Lasse dein trotziges und herrisches Wesen fahren und sei nicht so klug und listig. Denn mit Klugheit und List richtest du es nicht aus, das hast du wohl lange merken k\u00f6nnen, und obgleich du der Schlangenk\u00f6nig hei\u00dfeste bist du gewiss nicht verwandelt worden, dass du ein Herr sein sollst, sondern ein Diener sollst du sein und dienen sollst du lernen in Reue und Bu\u00dfe \u00fcber deine begangenen S\u00fcnden, damit derjenige sich \u00fcber dich erbarme, welcher der Herr aller K\u00f6nige ist. So ist es gemeint mit dem bunten Schlangenrock, den du tragen musst: du sollst dem\u00fctig und gehorsam werden, so magst du noch wohl Liebe und Erl\u00f6sung finden. Aber ein trotziges und listiges Herz, dass keine Demut hat, kann auch keine Liebe in der Brust haben; und wie kannst du glauben, dass ein junges unschuldiges Herz den Schlangenk\u00f6nig umarmen soll, wenn es ihm nicht anmerkt, dass Liebessehnsucht und Fr\u00f6mmigkeit in ihm wohnt?<\/p>\n\n\n\n<p>So sprach Jakob ganz beweglich zum Schlangenk\u00f6nig, und als die Jungfrauen und Margarethe fertig waren, da rief er: Tu uns auf, Schlangenk\u00f6nig! Und Schlangenk\u00f6nig stie\u00df mit dem Kopf gegen das Eisentor des Gartens und es sprang weit auf; und sie gingen alle heraus und Schlangenk\u00f6nig ging mit ihnen. Als sie nun an das Wasser kamen, war da weder Br\u00fccke noch Nachen, und Jakob sprach. Hurtig, Schlangenk\u00f6nig! mach Anstalt! mach uns die Br\u00fccke fertig! Schlangenk\u00f6nig aber konnte es nicht lassen, er brauchte wieder eine List und spannte ein d\u00fcnnes gl\u00e4nzendes Spinnwebchen wie einen Bogen \u00fcber das Wasser von einem Ufer zum andern und sprach l\u00e4chelnd: Ich kann euch nicht helfen, dies ist die einzige Br\u00fccke, auf welcher man von dieser Insel \u00fcber den See kommen kann. Er hoffte aber in seinem Herzen, es werde niemand darauf treten, aus Furcht zu ersaufen, und so werde er durch diese Feinheit alle die Jungfrauen gl\u00fccklich da behalten als Dienerinnen und den Jakob oben ein als Diener. Aber Jakob hatte von solchen Kniffen der Geister schon oft geh\u00f6rt, nahm sein Margretchen an die Hand und rief: In Gottes Namen! alle mir nach! Und so sprang er auf die d\u00fcnne Spinnwebbr\u00fccke und Margretchen mit ihm, und in demselben Augenblicke legte sich die Spinnwebenbr\u00fccke als die sch\u00f6nste und breiteste Marmorbr\u00fccke \u00fcber das Wasser, und er und Margretchen und die andern Jungfrauen gelangten gl\u00fccklich hin\u00fcber. Und als sie alle am Lande waren, war die Br\u00fccke in der Sekunde wie versunken und man sah keine Spur mehr von ihr, auch nicht einmal das Spinnwebenf\u00e4dchen. Und sie waren alle froh aber erstaunt und sahen und h\u00f6rten nichts als ein leises Wimmern hinter sich; das war wohl der Schlangenk\u00f6nig, der \u00fcber seine sch\u00f6nen Jungfrauen weinte.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakob lief nun \u00fcber die Wiese hin mit seinem Margretchen und mit der schneewei\u00dfen Jungfrauenschaar, die er erl\u00f6st hatte, und sie zogen jubelnd und jauchzend in Torstorp ein. Und alle Leute sind entsetzt gewesen \u00fcber diesen Geschichten und haben lange erz\u00e4hlt von Jakobs Abenteuer in allen Landen und haben die Ausf\u00fchrung der sch\u00f6nen Jungfrauen aus dem Zauberschlosse Jakobs Auszug genannt. Und die feinen jungen Dirnen haben zu Jakob und Margretchen freundlich Ade gesagt und sind weggegangen und gl\u00fccklich wieder zu den Ihrigen gekommen; und weil sie sich Gold und Silber und kostbare Kleider aus Schlangenk\u00f6nigs Schlosse mitgebracht hatten, so haben sie alle gar bald junge und h\u00fcbsche Br\u00e4utigame gehabt. Und Jakob ist der Br\u00e4utigam seiner Margarete geworden und sie haben bald eine lustige Hochzeit gehalten. Sie sind aber hier in Thorstorp nicht geblieben, denn die Nachbarschaft der Insel, wo Schlangenk\u00f6nig hauste, d\u00e4uchte ihnen zu gef\u00e4hrlich, sondern sie sind weiter zur\u00fcck ins Land hinauf gezogen und haben sich da f\u00fcr die mitgenommenen Sch\u00e4tze ein sch\u00f6nes Gut gekauft und in Freuden gelebt. Von dem Schlangenk\u00f6nige und ob er seitdem erl\u00f6st worden, haben sie nie wieder was geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schlangenk\u00f6nig Ernst Moritz Arndt Schlangenk\u00f6nig wohnte auf einer fernen Insel in der Ostsee, die gen D\u00e4nemark liegt, und hatte dort sein Schloss. Dieses Schloss lag aber wieder in einer kleinen Insel, die in der gro\u00dfen Insel steckte, wie der Kr\u00e4mer die kleinen Schachteln in die gro\u00dfen steckt. Dieses Inselchen lag in einem gro\u00dfen Landsee. 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