{"id":5448,"date":"2026-02-03T23:26:26","date_gmt":"2026-02-03T22:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5448"},"modified":"2026-02-03T23:26:27","modified_gmt":"2026-02-03T22:26:27","slug":"was-die-schicksalsgoettin-sprach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/was-die-schicksalsgoettin-sprach\/","title":{"rendered":"Was die Schicksalsg\u00f6ttin sprach"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Was die Schicksalsg\u00f6ttin sprach<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es gab in irgendeiner Zeit einmal einen reichen Mann, dessen Frau kein Kind bekam. Die Frau machte der allerheiligsten Gottesmutter ein Weihgeschenk, um doch eins zu bekommen. Sie gebar dann ein kleines M\u00e4dchen, und sieben Tage nach der Geburt f\u00fchrte sie es vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Da naht sich auch die Schicksalsfrau und sprach im Schlaf zu dem Vater: \u00bbEuer Kind wird eine Dirne und eine Diebin werden!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>So kam es, dass er am Morgen zu seiner Frau sagte: \u00bbUnser Kind wird eine Diebin und Dirne werden. Du Frau, ich werfe dies Kind ins Meer!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter erkrankte, als sie die Worte ihres Mannes h\u00f6rte. Der Vater aber wurde &#8211; nachdem er das Kind schon an sich genommen hatte, um es ins Meer zu werfen und schon in die Umh\u00e4ngetasche gesetzt hatte &#8211; unterwegs anderen Sinnes, kehrte nach Hause zur\u00fcck und sperrte es in eine abgelegene Kammer. Seine Frau jedoch war unterdessen gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ein wenig Zeit dar\u00fcber vergangen war, heiratete der Mann. Das Kind blieb ohne Nahrung und ohne Wasser in der verschlossenen Kammer. Wie sich der Mann wieder verheiratete, sagte er zu seiner Frau: \u00bbDu kannst alle Kammern \u00f6ffnen &#8211; aber die Kammer da hinten aufzumachen, hast du kein Recht. Ich w\u00fcrde dir sonst den Kopf abschlagen!&lt;~ Nachdem zwei, drei Jahre ihren Lauf genommen hatten, machte die Frau die Kammer doch aus Neugierde auf, um einmal zu sehen, was wohl darin ist. Und da erblickt sie ein sehr sch\u00f6nes kleines M\u00e4dchen! Sie fragt es: \u00bbWer hat dich in die Kammer hier gebracht?\u00ab Das Kind konnte aber nicht antworten. Es tat der Stiefmutter leid, und sie f\u00fchrte es, ohne dass der Vater etwas davon wusste, auf den Hof hinaus, dass es Luft sch\u00f6pfen konnte. Ganz, ganz langsam lernte das Kind auch sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stiefmutter fragte es, wie es denn in der verschlossenen Kammer so lange Zeit h\u00e4tte leben k\u00f6nnen, und da sagte es: \u00bbDie Allerheiligste brachte mir zu essen, und so a\u00df auch ich.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages, als die Stiefmutter das Kind wieder herausgelassen hatte, sah es in der Nachbarschaft zwei M\u00e4dchen, die beim Sticken waren. Da lief das kleine M\u00e4dchen hin und setzte sich neben die M\u00e4dchen, stahl ihnen F\u00e4den und brachte sie der Stiefmutter. Die Mutter zwang es aber, die F\u00e4den den M\u00e4dchen zur\u00fcckzugeben. Die M\u00e4dchen sagten zu der Kleinen: \u00bbAch, nimm sie nur &#8211; wir haben ja noch mehr!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter nahm dann das Kind und schloss es wieder in die Kammer ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag lie\u00df sie es wieder hinaus. Da erblickt das kleine M\u00e4dchen einen Dampfer- und rennt nur so hin. Seine Mutter l\u00e4uft jedoch hinter ihm her. Wie das M\u00e4dchen die Seeleute sieht, geht es an sie heran. Die Mutter sagt aber den Seeleuten, sie sollten die Kleine wegjagen, denn sie sei noch viel zu klein, und wenn sie etwa h\u00e4ssliche Sachen machte, w\u00e4r es eine S\u00fcnde. Die Seeleute jagten sie also weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach nimmt die Mutter das kleine M\u00e4dchen und schlie\u00dft es wieder in die Kammer.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit wuchs das Kind heran. Sp\u00e4ter l\u00e4sst die Mutter es auch wieder hinaus. Und da bekommt es den Palast des K\u00f6nigs zu sehen, als der K\u00f6nigssohn gerade drau\u00dfen ist. Die Mutter, die hinter dem M\u00e4dchen hergelaufen ist, spricht zu ihm: \u00bbKomm ins Haus, mein Kind, der, den du ansiehst, ist ja der K\u00f6nigssohn!\u00ab Das M\u00e4dchen sagt zur Mutter. \u00bbMutter, das ist aber ein sch\u00f6ner stattlicher junger Mann!\u00ab Die Mutter schloss es wieder in die Kammer ein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht \u00f6ffnet aber das M\u00e4dchen selbst die T\u00fcre, geht hinaus und l\u00e4uft zum Palast des K\u00f6nigs, ohne dass jemand es sieht, auch die Wache nicht. Es geht in den Palast und legt sich zu dem K\u00f6nigssohn ins Bett. Der K\u00f6nigssohn schenkt ihm dann seine Goldsachen, das Kreuz und die Krone.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts &#8211; w\u00e4hrend der K\u00f6nigssohn im Schlafe liegt &#8211; steht es heimlich auf und l\u00e4uft fort. Es l\u00e4uft in seine Kammer, schlie\u00dft sich ein, nachdem es die Geschenke, die ihm der K\u00f6nigssohn gegeben, an sich genommen hat. Am n\u00e4chsten Abend lief das M\u00e4dchen wieder zum K\u00f6nigssohn. Der K\u00f6nigssohn lie\u00df es vor sich einschlafen, und da er neben dem Bett seine Truhe stehen hatte, hob er den Deckel, klemmte die Haare des M\u00e4dchens ein und schloss ganz sacht die Truhe wieder, damit es ihm nicht fortlaufen k\u00f6nnte. Und das machte der K\u00f6nigssohn, um nachher rauszubekommen, was f\u00fcr ein M\u00e4dchen das \u00fcberhaupt ist. Dann schlief auch er ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das M\u00e4dchen wach wird und merkt, dass seine Haare in die Truhe geklemmt sind, nimmt es die Schere, schneidet sie ab und l\u00e4uft aus dem Palast, rennt heim und schlie\u00dft sich wieder in die Kammer ein. Mittlerweile wurde aber das M\u00e4dchen schwanger. Als ein wenig Zeit verstrichen war, merkte die Mutter, dass sie eine Frucht im Scho\u00dfe tr\u00fcge, und sie fragte sie, wer in ihrem Scho\u00df gezeugt h\u00e4tte. Die Tochter sagte: \u00bbDer K\u00f6nigssohn.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wie nun die Stunde, dass sie geb\u00e4ren sollte, n\u00e4herr\u00fcckte, rief die Mutter die Spielleute zum Musikmachen. Und das tat sie, damit der Vater bei der Geburt Schreie und Weinen nicht h\u00f6rte. Als die Tochter geboren hatte, gingen die Spielleute wieder fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tage nahm die Mutter (die Gro\u00dfmutter) das Kind und tat es in einen Korb, legte auf das Kleine die Goldsachen des K\u00f6nigssohns und deckte es mit Rosen und R\u00f6slein zu. Und dann \u00fcbergaben es die Frauen der Magd, damit sie auf den Markt ginge, um die Rosen zu verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Magd setzte den Korb auf den Kopf, ging aus dem Hause und fing mit dem Ausschreien an: \u00bbHier sind sch\u00f6ne Rosen! &#8230; \u00ab Das h\u00f6rte der K\u00f6nigssohn, er rief die Magd in den Palast, um Rosen zu kaufen. Sobald die Magd in den Palast eingetreten war, lie\u00df sie den Korb stehen und lief davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber nimmt der K\u00f6nigssohn die Blumen und erblickt ein mit seinen Goldsachen bedecktes Kind. Da geht ihm auf, dass ist sein Kind. Er sagt seinem Vater, das w\u00e4re sein Kind. Da gebot der K\u00f6nig den Wachleuten, alle M\u00e4gde der Stadt herbeizurufen, um sie zu fragen, welche von ihnen die Blumen gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>So fand auch die Magd sich ein, die den Korb mit den Blumen dagelassen hatte. Der K\u00f6nigssohn fragte sie, wer ihr die Blumen gegeben h\u00e4tte, und welche Frau es auch w\u00e4re, sie m\u00fcsste sie in den Palast bringen. Nun ging die Magd heim und sagte es ihrer Herrin. Die Herrin machte sich auf den Weg, ging zum K\u00f6nigssohn, tat ihm alles kund, was vor sich gegangen war, und auch, dass ihr Mann von nichts gewusst h\u00e4tte. Der K\u00f6nigssohn aber sagt darauf zu der Mutter: \u00bbDie Tochter will ich zur Frau nehmen!\u00ab Die Mutter erwiderte: \u00bbWenn du die Tochter nimmst, geben wir dir unser ganzes Verm\u00f6gen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile kehrte die Mutter heim, und nun sagte sie ihrem Mann alle Einzelheiten. Der Mann begibt sich in den Palast, um sich zu vergewissern. Der K\u00f6nigssohn verspricht ihm, dass er die Tochter zur Frau nehmen w\u00fcrde. Der Vater sagt zu ihm: \u00bbWas sie getan hat, war ihr ins Schicksal geschrieben, und wenn du sie zur Frau nehmen willst, so kenne ihr Schicksal!\u00ab Der K\u00f6nigssohn nahm es hin, wie es war.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde Hochzeit. Da haben sie getrunken und gegessen und, uns was zu geben, vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was die Schicksalsg\u00f6ttin sprach Es gab in irgendeiner Zeit einmal einen reichen Mann, dessen Frau kein Kind bekam. 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