{"id":5432,"date":"2026-02-03T23:01:00","date_gmt":"2026-02-03T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5432"},"modified":"2026-02-03T23:01:00","modified_gmt":"2026-02-03T22:01:00","slug":"rupert-der-baerenhaeuter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/rupert-der-baerenhaeuter\/","title":{"rendered":"Rupert, der B\u00e4renh\u00e4uter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><a><strong>Rupert, der B\u00e4renh\u00e4uter<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ludwig Bechstein<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bursch von st\u00e4mmigem Bau, der schaute trutziglich in die Welt und hatte Mut, mit aller Welt anzubinden, ging dieserhalb unter die Soldaten und schlug sich wacker und tapfer mit dem Feind herum, bis man Frieden machte und den Soldaten ihren Abschied gab, dass sie hingehen konnten, woher sie gekommen waren, oder wohin sie sonst wollten. Da dachte Rupert: Ich will zu meinen Br\u00fcdern gehen \u2013 denn Eltern hatte er nicht mehr \u2013 und wollte bei ihnen bleiben, bis wieder Krieg w\u00e4re. Die Br\u00fcder aber sagten: &#8222;So einer fehlte uns eben, der auf den Krieg wartet \u2013 ei, warte du! Wir wollen nichts wissen von Krieg und von Kriegern, wir wollen Ruhe haben! Hast du dich im Kriege durchgeschlagen, so schlage dich auch im Frieden durch; vor der T\u00fcre ist dein, dass du es wei\u00dft!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da gab der Soldat Rupert seinen Br\u00fcdern kein einziges gutes Wort, nahm seinen Schie\u00dfpr\u00fcgel und ging wieder fort in die Welt &#8211; und kam in einen gro\u00dfen Wald und sprach zu sich: Es ist sch\u00e4ndlich, einen tapfern Burschen und Kriegsmann so fortzuschicken mitten in den Frieden hinein, mit dem unsereiner doch auf der Gotteswelt nichts anzufangen wei\u00df. Ich muss Krieg haben! Wenn nur einer k\u00e4me, mit dem ich anbinden k\u00f6nnte, und wann&#8217;s der Teufel selber war! \u2013 Und wie Rupert das dachte, lud er sein Gewehr und tat einen starken Schuss hinein mit doppelter Ladung und auch zwei Kugeln. Da kam ein gro\u00dfer Mann durch den Wald auf Rupert zu, hatte einen schwarzen Schlapphut auf, mit roter Hahnenfeder darauf, eine krumme Habichtsnase, einen fuchsfeuerroten Bart und einen gr\u00fcnen J\u00e4gerrock an und fragte: &#8222;Wo hinaus, Gesell?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Was habt Ihr danach zu fragen?&#8220; fragte Rupert grob zur\u00fcck, weil er gern anbinden wollte mit dem ersten besten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Hoho! Nur nicht so patzig!&#8220; rief der Gr\u00fcne mit dem Schlapphut und der roten Hahnenfeder. &#8222;Fehlt dir was, so kann ich helfen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mir fehlt es blo\u00df am besten, am Geld!&#8220; antwortete Rupert.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Solltest Geld die F\u00fclle haben, wenn du Mut h\u00e4ttest!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mut? Sappernunditj\u00f6! Herr, wer sagt Ihm, dass ich keinen Mut habe? Ich, ein Soldat, und keinen Mut? Mut wie der Teufel!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Schau um dich!&#8220; sprach der Gr\u00fcne.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da schaute Rupert um, da stand ein B\u00e4r hinter ihm, schier so gro\u00df wie ein Nashorn und sperrte den Rachen auf und br\u00fcllte und kam, auf den Hinterbeinen gehend, auf Rupert zu \u2013 der aber nahm sein Gewehr, legte an und sagte:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Willst du eine Prise Schnupftabak? Da hast du eine Prise!&#8220; \u2013 und schoss dem B\u00e4r die doppelte Ladung in seine Nase hinein, in jedes Loch eine Kugel, die bis ins Hirn drang \u2013 und da tat der B\u00e4r einen m\u00e4chtigen Satz und einen lauten Br\u00fcll, fiel um und war hin.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Schau, schau, Mut hast du, wie ich merke!&#8220; sagte der Gr\u00fcne im Schlapphut mit der roten Hahnenfeder, &#8222;und so sollst du auch Geld von mir haben, so viel du nur willst, doch unter einer Bedingung!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die m\u00f6cht ich h\u00f6ren!&#8220; sprach Rupert, der l\u00e4ngst gemerkt hatte, mit wem er&#8217;s zu tun, denn zu dem einen Stiefel hatte der Schuster, wie es schien, ein absonderliches Ma\u00df genommen, gerade als wenn er einem Pferd einen Stiefel gemacht. &#8222;Soll&#8217;s etwa die Seligkeit sein \u2013 so dank ich sch\u00f6nstens!&#8220; fuhr Rupert fort.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dummer Kerl!&#8220; entgegnete der Waldj\u00e4ger, &#8222;was habe ich von deiner Seligkeit? Die kannst du f\u00fcr dich behalten, an der liegt mir gar nichts. Nein, das ist meine Bedingung, dass du in den n\u00e4chsten sieben Jahren dich nicht w\u00e4schst, nicht k\u00e4mmst, dir nicht den Bart scherst, die N\u00e4gel nicht schneidest, in keinem Bette schl\u00e4fst und kein Vaterunser betest, was ohnehin nicht deines Kriegshandwerks Sache ist. Daf\u00fcr gebe ich dir Rock und Mantel, die du aber auch einzig und allein in diesen sieben Jahren tragen musst. Stirbst du innerhalb dieser Zeit, so bist du mein; bleibst du am Leben, so habe ich kein Teil an dir, du aber hast Geld nach wie vor und kannst damit anfangen, was du willst, und ich putze dich wieder sauber, und sollt es mit meiner Zunge sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;So \u2013 und das alles nennst du eine Bedingung?&#8220; fragte Rupert. &#8222;Mich d\u00fcnkt, es w\u00e4ren ihrer schier ein Dutzend, doch es sei darum, ich will es probieren, probiert geht \u00fcber studiert!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Topp!&#8220; sagte der Teufel und zog den gr\u00fcnen Rock aus und zog auch sehr geschwind dem toten B\u00e4ren das Fell ab und fuhr fort: &#8222;Hier ist dein Rock, hier sind dein Mantel und deine Bettdecke. In die Rocktasche brauchst du nur zu greifen, so findest du Geld, und die B\u00e4renhaut, mit der deckst du dich, du B\u00e4renh\u00e4uter du; das ist der sch\u00f6nste Faulpelz, den einer sich nur w\u00fcnschen kann, der die Taschen voll Geld hat und daher nicht n\u00f6tig, etwas zu tun.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Rupert den gr\u00fcnen Rock angezogen hatte, griff er vor allen Dingen in die Tasche, um zu sehen, ob es auch wahr sei mit dem Gelde, denn er traute dem Teufel nicht, dieweil dieser ein Vater der L\u00fcgen genannt wird. Da aber die Tasche sich als ein nimmerleerer Fortunatuss\u00e4ckel erwies, so hing Rupert seine B\u00e4renhaut um und ging ohne Adieu vom Teufel hinweg, denn dieser war indes verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Rupert lebte nun in den Tag hinein, lie\u00df den lieben Gott einen guten Mann sein und den Teufel auch einen guten Mann, lie\u00df seinen Bart stattlich wachsen, dass er ganz wahlf\u00e4hig in irgendeinem deutschen oder polnischen Reichstag erschien, denn die Kraft steckt im Haar, das lehrt bereits die Geschichte Simsons, und brachte es dahin, dass er schon im zweiten Jahre aussah wie ein Schubut und Waldschratt, zumal auch seine Fingern\u00e4gel au\u00dferordentlich aristokratisch-vornehm noch \u00fcber das chinesische Ma\u00df hinaus gewachsen waren. Die Leute wichen ihm aus, wenn sie ihn von weitem sahen oder rochen, denn obwohl er keinen Tabak rauchte, so roch er doch schon von weitem viel \u00e4rger als ein Wiedehopf, der \u00fcberhaupt mit Unrecht als Stinkhahn verschrien ist, denn der Wiedehopf selbst stinkt gar nicht, nur seine Unreinlichkeit und das, womit er umgeht, bringen ihn in so schlimmen Ruf.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gab aber der B\u00e4renh\u00e4uter den Armen immer viel Geld, damit sie beten sollten, dass er die sieben Jahre \u00fcberdaure, und die Armen nahmen gern das Geld und versprachen, recht flei\u00dfig zu beten. Ob sie&#8217;s getan haben, wei\u00df ich nicht, und die Wirte nahmen ihn auch gern auf, da er viel aufgehen lie\u00df, und \u00fcberhaupt steht baumfest, dass, wenn einer nur Geld hat und es aufgehen l\u00e4sst, da darf er ungescheut der \u00e4rgste B\u00e4renh\u00e4uter sein, er findet stets Anhang und Anklang und Anerkennung, aber Geld geh\u00f6rt ein f\u00fcr alle Mal dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ging die B\u00e4renh\u00e4uterei schon in das vierte Jahr, und der B\u00e4renh\u00e4uter hatte sie satt, denn er gefiel sich selbst nicht mehr, geschweige andern; im Gesicht schleppte er einen sehr belebten Urwald von Haarmoos herum, an den Fingern waren ihm Mistgabeln gewachsen, und sonderlichen Spa\u00df hatte er auch nicht, trotz allen Geldes. In den Wirtsh\u00e4usern gab man ihm stets die hintersten und h\u00f6chsten Zimmer, drei, vier, f\u00fcnf Treppen hoch und immer nahe bei den Retiraden. Einst sa\u00df er nun so ganz verdrie\u00dflich in seinem Zimmerchen, sann \u00fcber sein Schicksal nach und w\u00fcnschte sehnlichst seine Zeit herum, wo er einen neuen Menschen an- und den Schweinigelsbart samt den Galgenn\u00e4geln an den Fingern ablegen wollte, da h\u00f6rte er nebenan jemand \u00e4chzen und kr\u00e4chzen zum Steinerbarmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich ging er hin\u00fcber, dem Nachbarn beizustehen, denn der B\u00e4renh\u00e4uter hatte von Natur ein mildes und gutes Herz. Da sa\u00df ein wehklagender und jammernder alter Mann, der dachte, als der B\u00e4renh\u00e4uter kam, der B\u00f6se sei es und wollte ihn holen, denn der B\u00e4renh\u00e4uter sah dem Teufel viel \u00e4hnlicher als sonst einem Gesch\u00f6pf Gottes, doch lie\u00df er sich endlich bes\u00e4nftigen und bewegen, seine Not zu klagen. Diese Not war nun gerade dieselbe, die des B\u00e4renh\u00e4uters Not auch gewesen war, n\u00e4mlich die bekannte Geldnot. Der gute Alte hatte drei T\u00f6chter und viele Schulden und sollte eben ein sehr eingezogenes Leben f\u00fchren, weil er den Wirt, der ihn ausgezogen hatte, nicht bezahlen konnte. Der B\u00e4renh\u00e4uter lachte dar\u00fcber; der freilich hatte gut lachen, wie jeder, dem ein Goldborn in der Tasche quillt. Er bezahlte des alten Mannes Schulden bei Heller und Pfennig, und dieser lud ihn ein, mit ihm zu gehen und seine T\u00f6chter zu sehen, die nicht wenig sch\u00f6n seien, und eine davon solle ihn aus Dankbarkeit heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war dem B\u00e4renh\u00e4uter recht, denn er hatte viele Zeit \u00fcbrig, und ward ihm die Zeit oft lang auf seiner B\u00e4renhaut und ging auf Eroberungen aus, wie ein tapfrer Soldat immer tun soll, nur war es schade, dass er sich nicht nett und niedlich machen durfte, kein Stutz- und Spitzb\u00e4rtchen, schwarz gewichst, und keine frisierten L\u00f6ckchen und schlanke Flanken und glatte N\u00e4gel und kein K\u00f6lnisches Wasser und keine Havannazigarre erster Sorte. Das alles durfte er nicht, sondern musste ganz B\u00e4renh\u00e4uter bleiben und hingehen und Sturm laufen, wie er leibte und lebte, war, stand, ging und roch. Die beiden \u00e4ltesten T\u00f6chter des geretteten Mannes entsetzten sich vor dem Unget\u00fcm, das die Per\u00fccke mit unterschiedlichen Z\u00f6pfen \u00fcbers Gesicht trug, statt auf dem Hinterkopf, das Patschh\u00e4ndchen gab wie der Vogel Greif, und das seine W\u00e4sche bereits vier Jahre trug, davon selbige ganz isabellfarbig geworden war und roch wie ein altes leeres Essigfass im Kellergew\u00f6lbe, nichts weniger als appetitlich. Nur die j\u00fcngste Tochter, und zugleich die sch\u00f6nste, hielt Stand, indem sie nicht davonlief. Sie behielt im Auge, dass dieser B\u00e4renh\u00e4uter ihren Vater gerettet und dadurch sie selbst mit von Schimpf und Schande; sie besa\u00df die sch\u00f6ne Tugend der Dankbarkeit, die so viele nicht besitzen. Da nun der B\u00e4renh\u00e4uter wahrnahm, dass dieses sch\u00f6ne Kind nicht vor seiner h\u00e4sslichen und abschreckenden Gestalt zur\u00fcckbebte, ja, dass es des Vaters Wort bei ihm erf\u00fcllen wollte \u2013 so bot er ihr einen sch\u00f6nen Ring, doch nur zur H\u00e4lfte \u2013 als Wahrzeichen, dass er sich mit ihr verlobe, und bat sie, recht flei\u00dfig f\u00fcr ihn zu beten, dass er noch drei Jahre und wom\u00f6glich auch etwas dar\u00fcber am Leben bliebe, und nahm auf drei Jahre Abschied, um sich in dieser Zeit zu entb\u00e4renh\u00e4utern und nach deren Ablauf als ein wohlgelecktes Herrchen wiederzukommen. Dies Kunstst\u00fcck kann auch nicht jeder machen; mancher geht als leidlich guter und zahmer Junge vom Elternhaus fort und kommt waldteufel\u00e4hnlich zur\u00fcck als der gr\u00f6\u00dfte B\u00e4renh\u00e4uter, den es nur geben kann. Die junge Sch\u00f6nste und sch\u00f6nste Junge, die sich dem B\u00e4renh\u00e4uter verlobt hatte, kleidete sich schwarz und hatte von ihren Schwestern ob ihres zotteligen Br\u00e4utigams gar viel auszustehen. Diese sp\u00f6ttelten, bald die eine, bald die andre: &#8222;Gib acht, wenn du ihm die Hand reichst, dass er sie dir nicht abbei\u00dft, denn er hat dich fre\u00dflieb!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nimm dich in acht, mein s\u00fc\u00dfes Kind, dass er dich nicht aufleckt, B\u00e4ren lieben den Honig!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Tue ihm ja allen Willen, sonst brummt er, dein zuk\u00fcnftiger Zottelb\u00e4r!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ei, was wird das f\u00fcr eine lustige Hochzeit werden, wenn erst der B\u00e4rentanz losgeht!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die junge Braut schwieg zu allem still und lie\u00df ihre \u00e4lteren Schwestern sp\u00f6tteln und witzeln, so viel sie wollten, unterdessen setzte ihr Verlobter sein Leben fort, doch ohne des Guten und Schlimmen zu viel zu tun, lebte sich gl\u00fccklich durch das letzte der sieben Jahre hindurch und suchte am letzten Tage das Pl\u00e4tzchen wieder auf, wo ihm vor sieben Jahren der Teufel erschienen war. Dieser erschien auch richtig wieder, doch mit einiger Verstimmung, denn er merkte, dass der B\u00e4renh\u00e4uter der B\u00e4renh\u00e4uterei l\u00e4ngst \u00fcberdr\u00fcssig war und mit ihm brechen wollte, wollte daher das Gesch\u00e4ft klug machen und die R\u00f6cke wieder umtauschen, aber der B\u00e4renh\u00e4uter sagte: &#8222;So geschwind geht es nicht, erst leckst du mich und putzest mich rein, wie du zugesagt, damit ich wieder einem h\u00fcbschen Menschen gleich sehe und nicht einem Waldschratt oder dir, du unsauberer Geist!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da musste der Teufel den B\u00e4renh\u00e4uter h\u00fcbsch renovieren, ihm die Haare k\u00e4mmen mit seinen Fingern, und mit seiner Zunge, die wie ein Reibeisen kratzte, ihm die Haut rein ablecken, ihm auch die N\u00e4gel schneiden und musste ihn waschen und wieder ganz sch\u00f6n machen. Das kam ihm sauer an und war ein schwer St\u00fcck Arbeit, denn man hat gesehen in der Welt, was das mit einj\u00e4hrigen B\u00e4renh\u00e4utern schon f\u00fcr eine Hauptm\u00fche kostet, geschweige nun, wenn einer sieben Jahre in der B\u00e4renh\u00e4uterei verharrte. Dann bekam der Teufel von dem weiland B\u00e4renh\u00e4uter, nunmehrigen Herrn Rupert, einen rechten Tritt zum Valet, und der letztere kleidete sich sehr sch\u00f6n und reiste mit Extrapost und Dampf nach dem Wohnort seiner Verlobten, wo ihn aber niemand kannte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er geb\u00e4rdete sich als ein reicher Freier und lie\u00df verlauten, dass er eine der drei Sch\u00f6nen heiraten wolle, davon eine bereits seine Verlobte war. Diese eine hatte gar keine acht auf ihn, aber ihre Schwestern, die h\u00e4tten ihn gar zu gern gemocht und putzten sich wie die Pfauen und zankten sich, welche ihn nehmen sollte. Rupert aber erbat von seiner Braut einen Becher Weines, trank und bat sie, ihm Bescheid zu tun; wie sie das tat, erblickte sie die H\u00e4lfte ihres Verlobungsringes in dem Becher und war ganz hin vor Erstaunen und s\u00fc\u00dfer Freude. Er aber umfing sie und k\u00fcsste sie; da kamen ihre Schwestern aufgeputzt und furchtbar aufgedonnert dazu und wurden gr\u00fcn und gelb im Gesicht aus Neid und \u00c4rger \u00fcber ihrer Schwester Gl\u00fcck \u2013 und rannten davon. Eine st\u00fcrzte sich voll Groll und Grimm in den Ziehbrunnen, die andre hing sich voll Gift und Galle auf dem Boden auf, und da war auch gleich der Teufel bei der Hand, fing beider Seelen auf und sagte: &#8222;Eine Seele musst ich haben \u2013 und nun habe ich zwei. W\u00fcnsche Gl\u00fcck zur Hochzeit!&#8220; Damit fuhr er ab, und Rupert heiratete nach der Austrauer seine liebholde sch\u00f6nste J\u00fcngste und ist niemals mehr wieder ein B\u00e4renh\u00e4uter geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rupert, der B\u00e4renh\u00e4uter Ludwig Bechstein Es war einmal ein Bursch von st\u00e4mmigem Bau, der schaute trutziglich in die Welt und hatte Mut, mit aller Welt anzubinden, ging dieserhalb unter die Soldaten und schlug sich wacker und tapfer mit dem Feind herum, bis man Frieden machte und den Soldaten ihren Abschied gab, dass sie hingehen konnten, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[90,85],"tags":[],"class_list":["post-5432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ludwig-bechstein","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5432"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5433,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5432\/revisions\/5433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}