{"id":5414,"date":"2026-02-03T02:44:20","date_gmt":"2026-02-03T01:44:20","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5414"},"modified":"2026-02-03T02:44:21","modified_gmt":"2026-02-03T01:44:21","slug":"die-drei-rotbaerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-drei-rotbaerte\/","title":{"rendered":"Die drei Rotb\u00e4rte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die drei Rotb\u00e4rte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>S\u00e4chsisches Volksm\u00e4rchen<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ein armer Mann rief eines Tages seine drei S\u00f6hne vor sich und sprach: \u00bbIhr seht, da\u00df ich nicht mehr imstande bin, euch zu erhalten; zieht in die Fremde und sucht euch das t\u00e4gliche Brot zu verdienen!\u00ab \u2013 \u00bbJa, lieber Vater\u00ab, sagten sie, \u00bbwir wollen Euch nicht l\u00e4nger zur Last fallen; wir wollen dienen gehen und so auch f\u00fcr Euch sorgen!\u00ab Damit nahmen sie ihre Sachen zusammen und machten sich des andern Tages auf den Weg. Da traf es sich, da\u00df sie durch einen Wald gingen, und es begegnete ihnen ein alter Mann in einem grauen Mantel, der fragte sie freundlich: \u00bbWohin zieht ihr, meine Kinder?\u00ab \u2013 \u00bbWir wollen dienen gehen, guter Mann, denn unser Vater ist nicht mehr imstande, uns zu ern\u00e4hren, und so k\u00f6nnen wir auch f\u00fcr ihn sorgen!\u00ab \u2013 \u00bbDas ist ja recht sch\u00f6n, h\u00fctet euch nur vor den Rotb\u00e4rtigen; denn mit denen ist es nicht ganz richtig!\u00ab \u2013 \u00bbWir wollen&#8217;s behalten!\u00ab sprachen sie und gingen weiter. Es w\u00e4hrte nicht lange, so begegneten ihnen drei Rotb\u00e4rte, und diese fragten die drei Burschen, wohin sie es denn gestellt h\u00e4tten. \u00bbWir suchen einen Dienst!\u00ab sagten die Br\u00fcder. \u00bbUnd wir brauchen gerade Diener!\u00ab erwiderten die Rotbarte, \u00bbwollt ihr bei uns eintreten?\u00ab \u2013 \u00bbWir m\u00f6chten ja gerne\u00ab, sprachen sie, \u00bballein ein alter Mann sagte uns, mit Rotb\u00e4rten sollten wir uns nicht einlassen, denn mit denen sei es nicht ganz richtig!\u00ab \u2013 \u00bbHa, ha!\u00ab lachten diese, \u00bbund auf den alten Mann wollt ihr h\u00f6ren? Ihr Narren! Wir geben euch auf ein Jahr einen so hohen Lohn, wie ihr sonst in zehn Jahren nicht verdienen k\u00f6nntet!\u00ab Die Br\u00fcder dachten nur an ihren armen Vater, wie gut es f\u00fcr den sein w\u00fcrde, wenn sie bald mit reichem Lohn heimkehrten, und verdingten sich. Einer wie der andere sollte nach einem Jahre einen Beutel voll Dukaten bekommen und daf\u00fcr die ganze Zeit nichts anders tun, als immer um einen Turm gehen und einen Spruch hersagen, den man ihm aufgeben w\u00fcrde. Jeder von den Rotb\u00e4rten nahm nun einen mit. Der \u00c4lteste sollte beim Herumgehen um den Turm immer sprechen: \u00bbWir drei Br\u00fcder\u00ab, der Mittlere: \u00bbUm einen K\u00e4s\u00ab, der dritte: \u00bbDas ist recht!\u00ab Und so geschah es auch. Nach einem Jahr bekam ein jeder den bedungenen Lohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie nun miteinander heimkehrten, konnten sie nichts anders sprechen, als was sie das Jahr hindurch immer und allein gesprochen hatten; sonst hatten sie alles vergessen. Da begegnete ihnen ein Mann, der gr\u00fc\u00dfte und fragte sie: \u00bbWohin?\u00ab Der \u00c4lteste antwortete: \u00bbWir drei Br\u00fcder!\u00ab \u2013 \u00bbAber wohin? frage ich.\u00ab \u2013 \u00bbum einen K\u00e4s\u00b4\u00ab sagte der zweite. \u00bbHol euch der Henker!\u00ab \u2013 \u00bbDas ist recht\u00ab fiel der dritte ein. Der Mann glaubte nun, er habe es mit Narren zu tun, fragte nicht mehr und ging seiner Wege. Als sie nun weiter wanderten, sahen sie nur einmal, wie ein Reisender von einem R\u00e4uber \u00fcberfallen und blutig geschlagen wurde. Sie liefen schnell hinzu, um dem Armen zu helfen; allein es war zu sp\u00e4t; der R\u00e4uber entwischte ihnen, und der Geschlagene starb bald unter ihren H\u00e4nden. Da trafen die Gerichtsdiener zu ihnen, wie sie gerade mit dem Sterbenden besch\u00e4ftigt waren; die hielten sie f\u00fcr die R\u00e4uber und M\u00f6rder, ergriffen und banden sie und f\u00fchrten sie ohne weiters vor Gericht. Als sie vorgestellt und gefragt wurden, wer den Fremden totgeschlagen, sprach der \u00c4lteste: \u00bbWir drei Br\u00fcder!\u00ab \u2013 \u00bbWarum?\u00ab fragte der Richter weiter. \u00bbUm einen K\u00e4s\u00b4\u00ab sagte der zweite. \u00bbMan wird euch jetzt h\u00e4ngen!\u00ab sprach der Richter. \u00bbDas ist recht!\u00ab sagte der dritte. \u00bbWas brauchen wir mehr?\u00ab sprach der Richter; \u00bbihre Schuld haben sie selbst ein-gestanden und erkennen die Strafe f\u00fcr gerecht: wohlan, so h\u00e4nge man sie!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da wurden sie zum Galgen gef\u00fchrt, und schon hatten sie die Leiter erstiegen, und die drei Rotb\u00e4rte standen nahe und pa\u00dften; siehe, da kam der alte Mann im grauen Mantel herzu und sprach, aber so, da\u00df niemand ihn sah und h\u00f6rte als die drei Br\u00fcder: \u00bbIhr h\u00e4ttet es zwar verdient, da\u00df ich euch zappeln lie\u00dfe, weil ihr nicht folgtet, aber da ihr ein gutes Herz habt, will ich euch retten; sprechet!\u00ab Da riefen die drei Br\u00fcder zugleich mit lauter Stimme: \u00bbDie drei Rotb\u00e4rte greift!\u00ab Wie die das h\u00f6rten, machten sie sich sogleich aus dem Staub und waren verschwunden, noch ehe sie jemand gewahr wurde. Nun erz\u00e4hlten die drei Br\u00fcder, wie alles sich zugetragen habe, und das Volk erkannte daraus, da\u00df die Rotb\u00e4rte drei Teufel und der Mann im grauen Mantel unser Herrgott gewesen. Der rechte M\u00f6rder wurde von ihnen genau bezeichnet, und bald stellte er sich selbst vor Gericht und bereute seine S\u00fcnde, aber um der Gerechtigkeit willen wurde er dennoch geh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei Br\u00fcder zogen nun mit dem vielen Gelde heim und blieben jetzt bei ihrem armen Vater und hatten weiter keine Not ihr Leben lang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die drei Rotb\u00e4rte S\u00e4chsisches Volksm\u00e4rchen Ein armer Mann rief eines Tages seine drei S\u00f6hne vor sich und sprach: \u00bbIhr seht, da\u00df ich nicht mehr imstande bin, euch zu erhalten; zieht in die Fremde und sucht euch das t\u00e4gliche Brot zu verdienen!\u00ab \u2013 \u00bbJa, lieber Vater\u00ab, sagten sie, \u00bbwir wollen Euch nicht l\u00e4nger zur Last fallen; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,220,133],"tags":[],"class_list":["post-5414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-sachsen","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5414"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5415,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5414\/revisions\/5415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}