{"id":5411,"date":"2026-02-03T02:33:58","date_gmt":"2026-02-03T01:33:58","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5411"},"modified":"2026-02-03T02:41:28","modified_gmt":"2026-02-03T01:41:28","slug":"rumpelstilzchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/rumpelstilzchen\/","title":{"rendered":"Rumpelstilzchen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Rumpelstilzchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein M\u00fcller, der war arm, aber er hatte eine sch\u00f6ne Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem K\u00f6nig zu sprechen kam, und um sich\u00a0 ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: ,,Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.&#8220; Der K\u00f6nig sprach\u00a0 zum M\u00fcller: ,,Das ist eine Kunst, die mir wohlgef\u00e4llt;\u00a0 wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring&#8216; sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.&#8220; Als nun das M\u00e4dchen zu ihm gebracht ward, f\u00fchrte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach: ,,Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen fr\u00fch dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben!&#8220; Darauf schloss er die Kammer selbst zu, und sie blieb allein darin.<\/p>\n\n\n\n<p>Da sa\u00df nun die arme M\u00fcllerstochter und wusste um ihr Leben keinen Rat; sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer gr\u00f6\u00dfer, dass sie endlich zu weinen anfing. Da ging auf einmal die T\u00fcr auf, und ein kleines M\u00e4nnchen trat herein und sprach: ,,Guten Abend, Jungfer M\u00fcllerin, warum weint sie so sehr?&#8220; &#8211; ,,Ach&#8220;, antwortete das<br>M\u00e4dchen, ,,ich soll Stroh zu Gold spinnen und verstehe das nicht.&#8220; Sprach das M\u00e4nnchen: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir&#8217;s spinne?&#8220; &#8211; ,,Mein Halsband&#8220;, sagte das M\u00e4dchen. Das M\u00e4nnchen nahm das Halsband, setzte sich vor das R\u00e4dchen, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll. Dann steckte es eine andere auf, und schnurr&#8216; schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war auch die zweite voll; und so ging&#8217;s fort bis zum Morgen, da war alles Stroh versponnen, und alle Spulen waren voll Gold. Bei Sonnenaufgang kam schon der K\u00f6nig, und als er das Gold erblickte, erstaunte er und freute sich; aber sein Herz ward nur noch goldgieriger. Er lie\u00df die M\u00fcllerstochter in eine andere Kammer voll Stroh bringen, die noch viel gr\u00f6\u00dfer war, und befahl ihr, das auch in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen wusste sich nicht zu helfen und weinte; da ging abermals ,1ie T\u00fcr auf, und das kleine M\u00e4nnchen erschien und sprach: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir das Stroh zu Gold spinne?&#8220; -&#8222;Meinen Ring vom Finger&#8220;, antwortete das M\u00e4dchen. Das M\u00e4nnchen nahm den Ring, fing wieder an zu schnurren mit dem Rade und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu gl\u00e4nzendem Gold gesponnen. Der K\u00f6nig freute sich \u00fcber die Ma\u00dfen bei dem Anblick, war aber noch immer nicht Goldes satt, sondern lie\u00df die M\u00fcllerstochter in eine noch gr\u00f6\u00dfere Kammer voll Stroh bringen und sprach: ,,Das musst du noch in dieser Nacht verspinnen, gelingt dir&#8217;s aber, sollst du meine Gemahlin werden.&#8220; ,,Wenn&#8217;s auch eine M\u00fcllerstochter ist&#8220;, dachte er, ,,eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.&#8220; Als das M\u00e4dchen allein war, kam das M\u00e4nnlein zum dritten Mal wieder und sprach: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir noch diesmal das Stroh spinne?&#8220; ,,Ich habe nichts mehr, das ich dir geben k\u00f6nnte&#8220;, antwortete das M\u00e4dchen. ,,So versprich mir, wenn du K\u00f6nigin wirst, dein erstes Kind.&#8220; &#8211; ,,Wer wei\u00df, wie das noch geht&#8220;, dachte die M\u00fcllerstochter und wusste sich auch in der Not nicht anders zu helfen; sie versprach also dem M\u00e4nnchen, was es verlangte, und das M\u00e4nnchen spann daf\u00fcr noch einmal das Stroh zu Gold. Und als am Morgen der K\u00f6nig kam und alles fand, wie er gew\u00fcnscht hatte, hielt er Hochzeit mit ihr, und die sch\u00f6ne M\u00fcllerstochter ward eine K\u00f6nigin.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber ein Jahr bekam die K\u00f6nigin ein sch\u00f6nes Kind und dachte gar nicht mehr an das M\u00e4nnchen. Da trat es pl\u00f6tzlich in ihre Kammer und sprach: ,,Nun gib mir, was du versprochen hast.&#8220; Die K\u00f6nigin erschrak und bot dem M\u00e4nnchen alle Reicht\u00fcmer des K\u00f6nigreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte; aber das M\u00e4nnchen sprach: ,,Nein, etwas Lebendes ist mir lieber als alle Sch\u00e4tze der Weit. Da fing die K\u00f6nigin so an zu jammern und zu weinen, dass das M\u00e4nnchen Mitleiden mit ihr hatte: ,,Drei Tage will ich dir Zeit lassen&#8220;, sprach es, ,,wenn du bis dahin meinen Namen wei\u00dft, sollst du dein Kind behalten.&#8220;<br><br>Nun besann sich die K\u00f6nigin die ganze Nacht \u00fcber auf alle Namen, die sie jemals geh\u00f6rt hatte, und schickte einen Boten \u00fcber Land, der sollte sich erkundigen weit und breit, was es sonst noch f\u00fcr Namen g\u00e4be. Als am andern Tag das M\u00e4nnchen kam, fing sie an mit Kaspar, Melchior, Balzer und sagte alle Namen, die sie wusste, nach der Reihe her; aber bei jedem sprach das M\u00e4nnlein: ,,So hei\u00df&#8216; ich nicht.&#8220; Den zweiten Tag lie\u00df sie in der Nachbarschaft herum fragen, wie die Leute da genannt w\u00fcrden, und sagte dem M\u00e4nnlein die ungew\u00f6hnlichsten und seltsamsten Namen vor: ,,Hei\u00dft du vielleicht Rippenbiest oder Hammelswade oder Schn\u00fcrbein?&#8220; aber es antwortete immer: ,,So hei\u00df ich nicht.&#8220; Den dritten Tag kam der Bote wieder zur\u00fcck und erz\u00e4hlte: ,,Neue Namen habe ich keinen einzigen finden k\u00f6nnen, aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo sich Fuchs und Has&#8216; gute Nacht sagen, sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Hause brannte ein Feuer, und um<br>das Feuer sprang ein gar zu l\u00e4cherliches M\u00e4nnchen, h\u00fcpfte auf einem Bein und schrie:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">,Heute back&#8216; ich, morgen brau&#8216; ich,<br>\u00fcbermorgen hol&#8216; ich der K\u00f6nigin ihr Kind;<br>Ach, wie gut ist, dass niemand wei\u00df,<br>Dass ich Rumpelstilzchen hei\u00df&#8216;!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da k\u00f6nnt ihr denken. wie die K\u00f6nigin froh war, als sie den Namen h\u00f6rte, und als bald hernach das M\u00e4nnlein hereintrat und fragte: ,,Nun, Frau K\u00f6nigin, wie hei\u00df&#8216; ich?&#8220; fragte sie erst: ,,Hei\u00dfest du Kunz?&#8220; ,,Nein.&#8220; ,,Hei\u00dfest du Heinz?&#8220; &#8211; ,,Nein.&#8220; &#8211; ,,Hei\u00dft du etwa Rumpelstilzchen?&#8220; &#8211; ,,Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt!&#8220; schrie das M\u00e4nnlein und stie\u00df mit dem rechten Fu\u00df vor Zorn so tief in die Erde, dass es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fu\u00df mit beiden H\u00e4nden und riss sich selbst mitten entzwei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rumpelstilzchen Gebr. 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