{"id":5403,"date":"2026-02-03T02:23:24","date_gmt":"2026-02-03T01:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5403"},"modified":"2026-02-03T02:23:24","modified_gmt":"2026-02-03T01:23:24","slug":"alt-rinkrank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/alt-rinkrank\/","title":{"rendered":"Alt Rinkrank"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Alt Rinkrank<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, und der hatte eine Tochter; der hatte er einen gl\u00e4sernem Berg machen lassen und hatte gesagt: Wer dar\u00fcber laufen k\u00f6nne, ohne zu fallen, der sollte seine Tochter zur Frau haben. Nun war da auch einer, der mochte die K\u00f6nigstochter von Herzen gern leiden. Der fragte den K\u00f6nig, ob er seine Tochter nicht haben k\u00f6nnte? &#8222;Ja&#8220;, sagte der K\u00f6nig; &#8222;wenn er \u00fcber den Berg laufen k\u00f6nnte, ohne zu fallen, dann k\u00f6nnte er sie haben. Da sagte die K\u00f6nigstochter, sie wollte mit ihm hin\u00fcberlaufen und ihn halten, wenn er fallen sollte. Da lief sie nun mit ihm hin\u00fcber; wie sie aber mitten drauf waren, glitt die K\u00f6nigstochter aus und fiel, und der Glasberg \u00f6ffnete sich, und sie st\u00fcrzte da hinein, und der Br\u00e4utigam konnte nicht sehen, wo sie geblieben war; denn der Berg hatte sich gleich wieder geschlossen. Da jammerte und weinte er so sehr; und der K\u00f6nig war auch so sehr traurig und lie\u00df den Berg wieder wegbrechen und meinte, er k\u00f6nnte sie wieder herauskriegen; aber sie konnten die Stelle nicht finden, wo sie hinuntergefallen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen war die K\u00f6nigstochter ganz tief auf den Grund in eine gro\u00dfe H\u00f6hle gekommen. Da kam ihr so ein alter Kerl mit einem ganz langen grauen Bart entgegen; und er sagte, wenn sie seine Magd werden wollte und alles t\u00e4te, was er ihr befehle, dann sollte sie am Leben bleiben; sonst w\u00fcrde er sie umbringen. Da tat sie alles, was er ihr sagte. Am Morgen nahm er seine Leiter aus der Tasche, legte sie an den Berg und stieg damit aus dem Berg heraus; und dann zog er die Leiter oben zu sich herauf. Und dann musste sie sein Essen kochen und sein Bett machen und alle Arbeit tun; und dann, wenn er wieder nach Hause kam, brachte er immer einen Haufen Gold und Silber mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie viel Jahre bei ihm gewesen und ganz alt geworden war, da nannte er sie &#8222;Frau Mansrot&#8220;, und sie musste ihn &#8222;Alt Rinkrank&#8220; nennen. Als er wieder einmal hinaus war, da machte sie ihm sein Bett und wusch seine Sch\u00fcsseln. Und dann machte sie die T\u00fcren und Fenster alle dicht zu, und da war nur ein Schiebefenster, wo Licht hineinschien; das lie\u00df sie offen. Als der alte Rinkrank nun wiederkam, da klopfte er an die T\u00fcr und rief: &#8222;Fro Mansrot, mach mir die T\u00fcre auf!&#8220; &#8211; &#8222;Nein&#8220;, sagte sie, &#8222;ich tu&#8216; dir, oll Rinkrank, die T\u00fcre nicht auf.&#8220; Da sagte er:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;Hier sta ik arme Rinkrank<br>Up min s\u00f6ventein Benen lank,<br>Up min en verg\u00e4llen Vot,<br>Fro Mansrot, wask mi d&#8217;Sch\u00f6ttels!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich habe deine Sch\u00fcsseln schon gewaschen!&#8220; sagte sie. Da sagte er wieder:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;Hier sta ik arme Rinkrank<br>Up min s\u00f6ventein Benen lank,<br>Up min en verg\u00e4llen Vot,<br>Fro Mansrot, mak mi&#8217;t Bedd!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich habe dein Bett schon gemacht&#8220;, sagte sie. Da sagte er wieder:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;Hier sta ik arme Rinkrank<br>Up min s\u00f6ventein Benen lank,<br>Up min en verg\u00e4llen Vot,<br>Fro Mansrot, do mi d&#8217;D\u00f6r apen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da lief er rund um sein Haus und sah, dass die kleine Luke offen war; da dachte er: &#8222;Du musst doch einmal nachgucken, was sie da wohl macht und warum sie die T\u00fcr nicht aufmachen will.&#8220; Da will er nun durch die Luke hindurchgucken und kann den Kopf nicht durchkriegen wegen seinem langen Bart. Da steckt er seinen Bart erst durch die Luke, und als er ihn da hindurchgesteckt hatte, da kam die Frau Mansrot herbei und zog die Luke grade mit einem Band zu, das sie daran gebunden hatte, und so blieb der Bart fest darin sitzen. Da fing er j\u00e4mmerlich an zu schreien, das t\u00e4te ihm so weh. Und da bat er sie, sie m\u00f6chte ihn doch wieder loslassen. Da sagte sie : Eher nicht, als bis er ihr die Leiter g\u00e4be, mit der er zum Berg heraussteige. Da mochte er nun wollen oder nicht, er musste ihr sagen, wo die Leiter w\u00e4re. Da band sie ein ganz langes Band an das Schiebefenster, und dann legte sie die Leiter an und stieg aus dem Berg heraus; und wie sie oben ist, da zieht sie das Schiebefenster auf. Dann ging sie zu ihrem Vater und erz\u00e4hlte ihm, wie es ihr ergangen war. Da freute sich der K\u00f6nig sehr, und ihr Br\u00e4utigam lebte auch noch. Und nun gingen sie hin und gruben den Berg auf und fanden den Alt Rinkrank.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alt Rinkrank Gebr. Grimm Es war einmal ein K\u00f6nig, und der hatte eine Tochter; der hatte er einen gl\u00e4sernem Berg machen lassen und hatte gesagt: Wer dar\u00fcber laufen k\u00f6nne, ohne zu fallen, der sollte seine Tochter zur Frau haben. Nun war da auch einer, der mochte die K\u00f6nigstochter von Herzen gern leiden. 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