{"id":5399,"date":"2026-02-03T02:18:43","date_gmt":"2026-02-03T01:18:43","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5399"},"modified":"2026-02-03T02:18:43","modified_gmt":"2026-02-03T01:18:43","slug":"der-ring-der-fastrada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-ring-der-fastrada\/","title":{"rendered":"Der Ring der Fastrada"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Ring der Fastrada<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcder Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Petrarca, auf seiner Reise durch Deutschland, h\u00f6rte von den Priestern zu Aachen eine Geschichte erz\u00e4hlen, die sie f\u00fcr wahrhaft ausgaben und die sich von Mund zu Munde fortgepflanzt haben sollte. Vorzeiten verliebte sich Karl der Gro\u00dfe in eine gemeine Frau, die sch\u00f6ne Fastra\u00e4a, so heftig, dass er alle seine Taten verga\u00df, seine Gesch\u00e4fte liegenlie\u00df und selbst seinen eigenen Leib dar\u00fcber vernachl\u00e4ssigte. Sein ganzer Hof war verlegen und missmutig \u00fcber diese Leidenschaft, die gar nicht nachlie\u00df; endlich verfiel die geliebte Frau in eine Krankheit und starb. Vergeblich hoffte man aber, dass der Kaiser nunmehr seine Liebe aufgeben w\u00fcrde; sondern er sa\u00df bei dem Leichnam, k\u00fcsste und umarmte ihn und redete zu ihm, als ob er noch lebendig w\u00e4re. Die Tote h\u00fcb an zu riechen und in F\u00e4ulnis \u00fcberzugehen; nichtsdestoweniger lie\u00df der Kaiser nicht von ihr ab. Da ahnte Turpin, der Erzbischof, es m\u00fcsse darunter eine Zauberei walten; daher, als Karl eines Tages das Zimmer verlassen hatte, bef\u00fchlte er den Leib der toten Frau allerseits, ob er nichts entdecken k\u00f6nnte; endlich fand er im Munde unter der Zunge einen Ring, den nahm er weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun der Kaiser in das Zimmer wiederkehrte, tat er erstaunt wie ein Aufwachender aus tiefem Schlafe und fragte: \u00abWer hat diesen stinkenden Leichnam hereingetragen?\u00bb und befahl zur Stunde, dass man ihn bestatten solle. Dies geschah, allein nunmehr wandte sich die Zuneigung des Kaisers auf den Erzbischof, dem er allenthalben folgte, wohin er ging. Als der weise, fromme Mann dieses merkte und die Kraft des Ringes erkannte, f\u00fcrchtete er, dass er einmal in unrechte H\u00e4nde fiele, nahm ihn und warf ihn in einen See nahe bei der Stadt. Seit der Zeit, sagt man, gewann der Kaiser den Ort so lieb, dass er nicht mehr aus der Stadt Aachen weichen wollte, ein kaiserliches Schloss und ein M\u00fcnster da bauen lie\u00df und in jenem seine \u00fcbrige Lebenszeit zubrachte, in diesem aber nach seinem Tode begraben sein wollte. Auch verordnete er, dass alle seine Nachfolger in dieser Stadt sich zuerst sollten salben und weihen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ring der Fastrada Br\u00fcder Grimm Petrarca, auf seiner Reise durch Deutschland, h\u00f6rte von den Priestern zu Aachen eine Geschichte erz\u00e4hlen, die sie f\u00fcr wahrhaft ausgaben und die sich von Mund zu Munde fortgepflanzt haben sollte. Vorzeiten verliebte sich Karl der Gro\u00dfe in eine gemeine Frau, die sch\u00f6ne Fastra\u00e4a, so heftig, dass er alle seine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-5399","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5399"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5400,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5399\/revisions\/5400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}