{"id":5272,"date":"2026-01-29T03:10:52","date_gmt":"2026-01-29T02:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5272"},"modified":"2026-01-29T03:12:07","modified_gmt":"2026-01-29T02:12:07","slug":"5272-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/5272-2\/","title":{"rendered":"Wie das Gold in die Welt kam"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Wie das Gold in die Welt kam<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ein arabisches M\u00e4rchen<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Jeden Morgen, wenn die Sonne am Himmel erschien, schickte sie ihre warmen, goldenen Strahlen auf die Erde und der neue Tag begann festlich: das Laub der B\u00e4ume gl\u00e4nzte, die Blumen \u00f6ffneten sich, die V\u00f6gel jubilierten und die Menschen l\u00e4chelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Himmel gegen Abend dunkel wurde, der Wind auffrischte und die D\u00e4monen sich bereit machten, ihre Herrschaft \u00fcber die Erde anzutreten, rief die Sonne ihre Kinder zur\u00fcck.<br>Sie kamen und schliefen im Schoss ihrer Mutter, die weiter ruhig ihre Bahn zog und tr\u00e4umten von der Erde und ihren Gesch\u00f6pfen, die sie z\u00e4rtlich liebten.<br>Jeden Tag fiel es den Sonnenstrahlen schwerer, die Erde zu verlassen. Jeden Abend verweilten sie l\u00e4nger auf den Gipfeln der h\u00f6chsten Berge um ihr von dort ein letztes Lebewohl zuzuwinken und kehrten immer sp\u00e4ter zu ihrer Mutter zur\u00fcck. Auch die Erde war ungl\u00fccklich, dass die Sonnenstrahlen sie verlie\u00dfen. &#8222;Bleibt noch ein wenig!&#8220; bat sie. &#8222;Ohne euch ist die Nacht so lang und so kalt und so finster!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Auch uns wird die Nacht lang, wenn wir nicht bei dir sind&#8220;, antworteten die Sonnenstrahlen. &#8222;Hab Geduld, morgen fr\u00fch kommen wir wieder!&#8220; Da streifte die glutrote Sonne schon den Horizont und rief ihren s\u00e4umigen Kindern zu: &#8222;Die Nacht ist nah, und die Zeit der D\u00e4monen beginnt! Beeilt euch! Kehrt zur\u00fcck!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends wollten die Sonnenstrahlen ihrer Mutter nicht l\u00e4nger gehorchen und blieben auf der Erde. Da sprachen die Sterne: &#8222;Fort mit euch, denn sind wir nicht da, um die Nacht zu erleuchten?&#8220; Die Sonnenstrahlen erwiderten aber: &#8222;Euer Schein ist schwach und euer Licht kalt. Wir lassen die Erde nicht im Stich; wir bleiben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da strafte sie Gott f\u00fcr ihren Ungehorsam und sprach: &#8222;Ihr sollt unter die Erde verbannt sein und niemals mehr auf ihr herumwandern und Licht und W\u00e4rme spenden! Euren Glanz und eure Sch\u00f6nheit will ich euch lassen, aber sie werden den Menschen nicht nur zur Freude gereichen, sondern Hass und Zwietracht unter ihnen s\u00e4en.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie Gott gesprochen hatte, geschah es: Im Schoss der Erde verloren die Sonnenstrahlen ihre anmutige Beweglichkeit und ihre W\u00e4rme, sie wurden starr und kalt.<br>Aber wenn sie ans Licht geholt wurden, funkelten und blitzten sie wie fr\u00fcher. Die Menschen nannten sie Gold. Und sie liebten das Gold: Sie verg\u00f6tterten es und errichteten ihm Alt\u00e4re in ihren Herzen. Sie f\u00fchrten Kriege um seinetwillen und begingen Verbrechen, um es zu besitzen, aber sie machten es einander auch zum Geschenk als Ausdruck ihrer Zuneigung und Verehrung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Bis in unsere Tage hat das Gold nichts von seinem Zauber verloren und sein reiner, strahlender Glanz erinnert uns daran, dass es von der Sonne abstammt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Hanspeter Thum (<a href=\"mailto:maerlimaa@gmx.ch\">maerlimaa@gmx.ch<\/a>) zur Verf\u00fcgung gestellt.<br>Das Copyright hierf\u00fcr liegt ausschlie\u00dflich bei Hanspeter Thum. <a href=\"http:\/\/www.maerlimaa.ch\" data-type=\"link\" data-id=\"www.maerlimaa.ch\">www.maerlimaa.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie das Gold in die Welt kam Ein arabisches M\u00e4rchen Jeden Morgen, wenn die Sonne am Himmel erschien, schickte sie ihre warmen, goldenen Strahlen auf die Erde und der neue Tag begann festlich: das Laub der B\u00e4ume gl\u00e4nzte, die Blumen \u00f6ffneten sich, die V\u00f6gel jubilierten und die Menschen l\u00e4chelten. 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