{"id":5265,"date":"2026-01-29T02:59:13","date_gmt":"2026-01-29T01:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5265"},"modified":"2026-01-29T03:01:29","modified_gmt":"2026-01-29T02:01:29","slug":"die-kleinen-leute-von-wippi-douuu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-kleinen-leute-von-wippi-douuu\/","title":{"rendered":"Die kleinen Leute von Wippi Douuu."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die kleinen Leute von Wippi Douuu.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor langer, langer Zeit lebten viele kleine Leute auf der Erde. Sie wohnten in einem kleinen Dorf Namens Wippi Douuu, und die kleinen Leute nannten sich Wippi Douuuler. Sie waren sehr gl\u00fccklich, l\u00e4chelten und gr\u00fc\u00dften jedermann. Was die Wippi Douuuler am meisten liebten war, einander sch\u00f6ne warme weiche Pelzchen zu schenken. Ein jeder Wippi Douuuler trug einen Beutel \u00fcber der Schulter, der mit Pelzchen gef\u00fcllt war. Nun war es besonders sch\u00f6n jedermann so ein Pelzchen zu schenken: denn es sagte dem anderen, er sei etwas Besonderes. Es ist eine Art zu sagen ich mag Dich und es ist auch sehr erfreulich ein solches Pelzchen geschenkt zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man Dir ein Pelzchen schenk und du es annimmst, und wenn du dann f\u00fchlst wie weich und warm es ist, dann ist es einfach wundervoll: Du f\u00fchlst Dich anerkannt und gesch\u00e4tzt und dann m\u00f6chtest auch Du etwas Gutes tun. Die kleinen Leute von Wippi Douuu geben gerne Pelzchen und ihr Leben ist ohne Zweifel gl\u00fccklich und froh.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferhalb des Dorfes- in einer kalten, dunklen H\u00f6hle- da wohnte ein gro\u00dfer, gr\u00fcner Kobold. Er wollte eigentlich nicht sehr gerne alleine wohnen und manchmal f\u00fchlte er sich sehr einsam. Aber er schien mit niemandem auszukommen und irgendwie mochte er es nicht Pelzchen auszutauschen. Er hielt es f\u00fcr einen gro\u00dfen Unsinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends ging der Kobold in das Dorf und traf einen Wippi Douuuler. &#8220; War heute nicht ein sch\u00f6ner Wippi Douuuler Tag?&#8220; fragte die kleine Person l\u00e4chelnd. &#8222;Hier nimm ein Pelzchen, dieses hier ist ein ganz besonderes, ich habe es eigens f\u00fcr Dich aufbewahrt, weil ich Dich so selten sehe.&#8220; Der Kobold schaute sich um, ob jemand zu h\u00f6rte, dann legte er den Arm um den kleinen Wippi Douuuler und fl\u00fcsterte ihm ins Ohr: &#8220; H\u00f6r mal, wei\u00dft Du eigentlich nicht, dass wenn du alle Deine Pelzchen verschenkst, sie dann an einem sch\u00f6nen Wippi Douuuler Tag ausgehen werden?&#8220; Er bemerkte pl\u00f6tzlich einen erstaunten Blick und Furcht im Gesicht des kleinen Mannes. W\u00e4hrend der Kobold in den Pelzchenbeutel hineinschaute f\u00fcgte er hinzu: &#8222;Jetzt w\u00fcrde ich sagen hast Du kaum mehr als 217 weiche Pelzchen \u00fcbrig. Sei lieber vorsichtig mit dem verschenken!&#8220; Damit tappte<\/p>\n\n\n\n<p>er auf seinen auf seinen gro\u00dfen, gr\u00fcnen F\u00fc\u00dfen davon und lie\u00df einen verwirrten<\/p>\n\n\n\n<p>Wippi Douuuler zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kobold wusste, dass jeder der kleinen Leute \u00fcber einen unersch\u00f6pflichen Vorrat an Pelzchen verf\u00fcgte, denn schenkt man jemanden eine Pelzchen, so gibt er Dir sofort auch eines und so k\u00f6nnen die Pelzchen ein Leben lang niemals ausgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Kobold verlie\u00df sich auf die gutgl\u00e4ubige Natur der kleinen Leute und auf noch etwas, was er bei sich selbst entdeckt hatte. Er wollte herausfinden, ob es auch in den kleinen Wippi Douuulern steckte. Auf diese Weise belog also der Kobold diesen kleinen Mann und kehrte in seine H\u00f6hle zur\u00fcck und wartete.<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauerte nicht lange: Der erste, den der Wippi Douuuler traf, war ein guter Freund von ihm, mit dem er schon viele Pelzchen ausgetauscht hatte. Dieser stellte mit \u00dcberraschung fest, dass er nur einen befremdenden Blick erhielt, als er seinem Freund ein Pelzchen gab. Dann wurde ihm befohlen, auf seinen abnehmenden Pelzvorrat Achtzugeben. Jeder Wippi Douuuler sagte drei anderen gegen\u00fcber am selben Tag noch, &#8220; Es tut mir leid, aber ich habe kein Pelzchen f\u00fcr Dich. Ich muss aufpassen, dass sie mir nicht ausgehen!&#8220; Am n\u00e4chsten Tag hatte sich diese Neuigkeit im ganzen Dorf verbreitet. Jedermann hatte pl\u00f6tzlich begonnen, seine Pelzchen auszuheben. Man verschenkte zwar immer noch welche, aber sehr, sehr vorsichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleinen Wippi Douuuler begannen einander misstrauisch zu beobachten und verbargen ihre Pelzchen w\u00e4hrend der Nacht vorsichtigerweise unter ihrem Bett. Streitigkeiten brachen aus, wer die meisten Pelzchen hat. Bald begannen die Leute, Pelzchen f\u00fcr Sachen einzutauschen, anstatt sie einfach zu verschenken. Der B\u00fcrgermeister von Wippi Douuu stellte fest, dass die Anzahl der Pelzchen begrenzt sei. Er rief die Pelzchen als Tauschmittel aus, und schon bald zankten sich die Leute dar\u00fcber, wie viel ein Mahl oder eine \u00dcbernachtung kosten solle. Es gab sogar einige F\u00e4lle von Raub wegen der Pelzchen. An manchen d\u00e4mmrigen Tagen war man drau\u00dfen nicht mehr sicher. Das Schlimmste von allem aber war, dass die Gesundheit der kleinen Leute begann sich zu ver\u00e4ndern. Viele klagten \u00fcber Schmerzen in Schultern und R\u00fccken und mit der Zeit befiel mehr und mehr die kleinen Wippi Douuuler eine Krankheit, bekannt als R\u00fcckraterweichung. Sie liefen geb\u00fcckt und in den schlimmsten F\u00e4llen, &#8211; bis auf den Boden gebeugt. Ihre Pelzbeutel schleiften bis auf den Boden. Viele Leute in Dorf fingen an zu glauben, dass das Gewicht des Beutels die Ursache der Krankheit sei und dass sie besser daran t\u00e4ten sie zu Hause einzuschlie\u00dfen. Innerhalb von kurzer Zeit konnte man kaum noch einen Wippi Douuuler mit einem Pelzchenbeutel antreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst war der Kobold mit dem Ergebniss seiner L\u00fcge zufrieden. Er hatte herausfinden wollen, ob die kleinen Leute auch so f\u00fchlten und handeln w\u00fcrden wie er, wenn er selbsts\u00fcchtige Gedanken hatte. Er f\u00fchlte sich erfolgreich, so wie die Dinge lagen. Wenn er nun ins Dorf kam , gr\u00fc\u00dfte man nicht l\u00e4nger freundlich und bot ihm ein Pelzchen an. Statt dessen starrten sie ihn misstrauisch an, so wie sie sich gegenseitig anstarrten und es war ihm lieber so. F\u00fcr ihn bedeutete das, &#8211; der Wirklichkeit ins Auge zu schauen. &#8222;So ist die Welt!&#8220; pflegte er zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit aber ereigneten sich schlimme Dinge: Vielleicht wegen der R\u00fcckrateiweichung, aber auch deshalb weil ihnen niemand mehr ein Pelzchen gab, &#8211; starben einige der Leute. Nun war alles Gl\u00fcck aus dem Dorf Wippi Douuu verschwunden. &#8211; Es betrauerte das Dahinscheiden seiner kleinen Bewohner. Als der Kobold davon h\u00f6rte, sagte er sich selbst: &#8222;Mein Gott, ich wollte ihnen doch nur zeigen, wie die Welt wirklich ist. Ich habe ihnen niemals den Tod gew\u00fcnscht!&#8220; Er \u00fcberlegte, was man jetzt tun k\u00f6nnte und dachte sich einen Plan aus. Tief in seiner H\u00f6hle hatte der Kobold eine geheime Mine von kalten, stacheligen Steinen entdeckt. Er hatte viele Jahre damit verbracht, die stacheligen Steine aus dem Berg zu graben. Er liebte es, den wachsenden Haufen stacheliger Steine anzuschauen, im Bewusstsein, dass sie alle ihm geh\u00f6rten. Er beschloss, sie mit den Wippi Douuulern zu teilen. So f\u00fcllte er Hunderte von S\u00e4cken und nahm sie mit ins Dorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Leute die S\u00e4cke mit Steinen sahen, waren sie froh und nahmen sie dankbar an. Nun hatten sie wieder etwas, dass sie verschenkten konnten. Das einzig unangenehme war, dass es nicht viel Spa\u00df machte, kalte Steine zu verschenkten. Einen Stein zu geben war gleichsam eine Art, dem anderen die Hand zu reichen aber nicht in Freundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch einen Stein zu bekommen, war mit einen eigenartigen Gef\u00fchl verbunden. Man war sich nicht sicher, was der andere meinte, denn schlie\u00dflich waren die Steine kalt und stachelig. Es war nett ab und zu etwas zu erhalten, aber man blieb verwirrt und oft auch mit verstochenen Fingern zur\u00fcck. Einige der kleinen Leute begannen wieder einander warme, weiche Pelzchen zu geben und jedes Mal, wenn ein Pelzchen geschenkt wurde, machte es den Schenkenden und den Beschenkten sehr gl\u00fccklich. Vielleicht war es auch nur deshalb so ungew\u00f6hnlich, von jemandem ein Pelzchen zu bekommen, weil so viele Steine ausgetauscht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schenken der Pelzchen wurde nie wieder Tradition in Wippi Douuu. Nur einige der kleinen Leute entdeckten, dass sie fortfahren k\u00f6nnten, einander Pelzchen zu schenken, ohne dass ihnen die Vorr\u00e4te ausgingen. Die Kunst, Pelzchen zu verschenken wurde nicht mehr von vielen gepflegt. Das Misstrauen steckte zu tief in den Leuten von Wippi Douuu. Man konnte es aus ihren Bemerkungen h\u00f6ren: &#8211; &#8222;Welche Pelzchen? Was steckt wohl dahinter?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich wei\u00df niemals ob meine Pelzchen wirklich gesch\u00e4tzt werden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich habe ein weiches Pelzchen gegeben und bekam daf\u00fcr einen kalten, Stein, so dumm bin ich nie wieder&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220; Man wei\u00df nie, wo man dran ist, jetzt ein Pelzchen und im n\u00e4chsten Augenblick einen Stein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Gibst du mir keinen Stein, dann geb&#8216; ich dir auch keinen OK?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte meinen Jungen ein Pelzchen geben, aber er verdient es nicht&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich w\u00e4re jeder B\u00fcrger von Wippi Douuu gerne zur\u00fcckgekehrt zu jenen fr\u00fchen Jahren, als das Schenken und geschenkt bekommen von Pelzchen noch \u00fcblich war. Manchmal dachte ein kleiner Wippi Douuuler bei sich, wie sch\u00f6n es doch w\u00e4re, von jemandem ein Pelzchen zu bekommen,\u2026 &#8211; und in Gedanken ging er hinaus und begann, jedem ein Pelzchen zu schenken, &#8211; so wie in alten Tagen, zumeist aber blieb es bei dem Gedanken. Jedoch soll es vorkommen, dass das Schenken der Pelzchen im Geheimen geschieht, ohne dass dar\u00fcber gesprochen wird. Aber es geschieht! &#8211; Hier und Dort, immer<\/p>\n\n\n\n<p>wieder. &#8211; Ob Du auch eines Tages \u2026?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Ramona Becker (<a href=\"mailto:RamonaBaecker@t-online.de\">RamonaBaecker@t-online.de<\/a>) zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor langer, langer Zeit lebten viele kleine Leute auf der Erde. 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