{"id":5248,"date":"2026-01-29T02:38:04","date_gmt":"2026-01-29T01:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5248"},"modified":"2026-01-29T02:38:04","modified_gmt":"2026-01-29T01:38:04","slug":"der-wohlduftende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-wohlduftende\/","title":{"rendered":"Der Wohlduftende"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Wohlduftende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es gab einmal einen K\u00f6nig, der hatte drei T\u00f6chter. Die j\u00fcngste war sehr, sehr lebhaft und neckte auch gern. Nun hatte sie eine alte Nachbarin, und der half sie etwas im Haushalt nach, sie gab ihr von allem ab. Eines Tages kochte sich jene Alte ein Linsengericht, und die K\u00f6nigstochter wusste es nicht. Da rennt sie vor\u00fcber und gibt aus Versehen dem irdenen Kocht\u00f6pfchen der Alten einen Schubs und wirft es ihr um.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bb0 mein Kind, du sollst die Strafe haben, dir so sehr zu w\u00fcnschen, den Wohlduftenden zum Mann zu bekommen, wie ich mir das Linsengericht gew\u00fcnscht hatte!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6nigstochter bekam einen Schreck und sie fordert daher die Alte auf: \u00bbAlte, erkl\u00e4r mir, wer der Wohlduftende \u00fcberhaupt ist!\u00ab &#8211; \u00bbDer Wohlduftende, meine Tochter, ist ein Mann, der aus lauter Gew\u00fcrzen gebacken ist. Falls du ihn dir einmal machen willst, musst du hierher kommen, wenn dein Vater auf Reisen geht, damit ich dir sage, was du ihm bestellen musst, dir mitzubringen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dann war der K\u00f6nig so weit, auf die Reise zu gehen. Rasch rennt die Tochter zu der Alten und spricht zu ihr: \u00bbSag mir schnell, was ich meinem Vater sagen soll, dass er mitbringen soll, denn er reist bald ab. \u00ab &#8211; \u00bbTrag ihm auf, er soll dir zwanzig Kilo von allen Gew\u00fcrzen mitbringen, Muskatnuss, Nelken, Mastix und alles andere sonst, au\u00dferdem einen marmornen M\u00f6rser, ein Haarsieb, ein Messer, das auf beiden Seiten schneidet, einen \u00d6lleuchter mit drei Dochten, einen Stein der Geduld, ein Weihrauchpf\u00e4nnchen und sehr viel Weihrauchkraut und auch von dem besonders gut duftenden Weihrauchkraut, dem feinen. Wenn er dir das gebracht hat, komm wieder her, damit ich mit dir dar\u00fcber rede.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als dann der K\u00f6nig zur Reise bereit ist, fragt er als erste seine gro\u00dfe Tochter: \u00bbWas willst du wohl, dass ich dir von der Reise mitbringen soll?\u00ab &#8211; \u00bbEin Kleid, Vater &#8211; den Himmel mit Sternen!\u00ab Die zweite sagt zu ihm, als er sie fragt: \u00bbEin Kleid &#8211; das Feld mit den Blumen! \u00ab Und die kleine Tochter tr\u00e4gt ihm auf, er m\u00f6chte ihr von allen Gew\u00fcrzen mitbringen. \u00bbVater, wenn du vergessen solltest, sie f\u00fcr mich zu besorgen, bleibt deine Fregatte mitten im Meere stehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da fragt der Vater, der arme Mann: \u00bbWas sind denn das f\u00fcr Sachen, meine Tochter?\u00ab &#8211; \u00bbDas will ich haben, Vater!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als der K\u00f6nig dann seine Gesch\u00e4fte erledigt hatte, machte er sich daran, f\u00fcr seine \u00e4lteste und seine zweite Tochter einzukaufen, was sie ihm aufgetragen hatten. Den Auftrag der Kleinen hatte er jedoch vergessen, und so sagte er sich: \u00bbF\u00fcr die will ich auch ein Kleid kaufen &#8211; das Meer mit den Fischen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich die Fregatte in guter Weise in Bewegung gesetzt hatte, blieb sie mit einem Mal mitten auf dem Meere stehen. \u00bbOh! Das Teufelsm\u00e4del! ihre Verw\u00fcnschung erf\u00fcllt sich! \u00ab rief der K\u00f6nig. Er kehrte mit der Fregatte zur\u00fcck, entsann sich und kaufte alles f\u00fcr sie ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er nach Hause zur\u00fcckgekehrt war, empfingen ihn alle voller Freude. Und er reicht ihnen die Geschenke. Als nun die j\u00fcngste dabei ist, ihre Sachen in Empfang zu nehmen, sagt er zu ihr: \u00bbAch, du unbedachte \u00dcbelt\u00e4terin! Wie du mir mitgespielt hast, so dass meine Fregatte mitten im Meer stehengeblieben ist!\u00ab &#8211; \u00bbDu hast es mir also nicht gebracht?\u00ab &#8211; \u00bbIch habe dir alles gebracht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dann rennt die K\u00f6nigstochter voller Freude zu der Alten, damit die ihr sagte, was sie tun sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun greif zu, tu die Gew\u00fcrze in den M\u00f6rser und zerstampf alle, dass sie zu Staub werden. Hast du sie zerstampft, so tu sie ins Haarsieb, um sie durchzuseihen. Danach schlie\u00df dich ein und mach daraus mit Rosenwasser einen Teig und form aus diesem Teig auf einem gro\u00dfen Tische einen Mann. Dann nimm das Rauchpf\u00e4nnchen und setz dich Tag und Nacht hin, um ihm Weihrauch zu spenden, ohne Unterlass, vierzig Tage und N\u00e4chte lang!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6nigstochter riegelte sich also ein und machte es so, wie die Alte sie angewiesen hatte. Sie hatte nun aber eine Mohrin zur Magd, die belauerte sie dauernd durchs Schl\u00fcsselloch. Am letzten Abend sagt die Mohrin drau\u00dfen vor der T\u00fcr: \u00bbDu tust mir leid, Herrin, dass du erm\u00fcdest und \u00fcberhaupt nicht schl\u00e4fst! M\u00f6chtest du, dass ich ihm heut nacht statt deiner Weihrauch spende, damit du dich hinlegen und ausruhen kannst?\u00ab Die K\u00f6nigstochter l\u00e4sst sich darauf ein. W\u00e4hrend die Mohrin nun Weihrauch spendet, sind es um Mitternacht gerade volle vierzig Tage. Da erwacht der Wohlduftende, richtet sich auf und umarmt die Mohrin: \u00bbDeine H\u00e4nde haben mich ins Leben gerufen, dich also will ich zur Frau nehmen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wohl weint nun und wer jammert? &#8211; Die K\u00f6nigstochter, die den Wohlduftenden verloren hat. Die Jungfrau verschloss sich dann in ihrer Kammer, und sie wehklagte. Sie legte sich nieder, stellte den \u00d6lleuchter mit den drei Dochten an ihre Seite, legte das zweischneidige Messer und den Stein der Geduld dazu, die hatte ihr ihr Vater auch gebracht. Also, sie weinte und sprach: \u00bbWer noch versp\u00fcrt wohl so gl\u00fchenden Kummer wie ich? Da sitze ich da, stampfe, siebe, knete Teig und spende ihm volle vierzig Tage Weihrauch, vierzig N\u00e4chte, vierzig Tage und vierzig Minuten, und da kommt meine Magd, die Mohrin und nimmt ihn mir um einer Stunde willen weg!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wohlduftende aber h\u00f6rte in seinem Zimmer ihre Wehklagen. Er trat hinter die T\u00fcr, bekam alles zu Ohren. \u00bbAch, zweischneidiges Messer, schlachte mich, ach, Leuchter mit den drei Dochten f all um, verbrenne mich, ach, Stein der Geduld, gib mir Geduld! Welcher Gott k\u00f6nnte solch ein Geschehen wollen, dass ich ihn ins Leben rufe und eine andere nimmt ihn mir?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da bricht der Wohlduftende gewaltsam die T\u00fcr auf und kommt herein und spricht zu ihr: \u00bb Du also warst es, du Gute, die mir das Leben gegeben hat, und du hast mir gar nichts davon gesagt? Du konntest nur zulassen, dass ich die Mohrin genommen hab und die umarmte und k\u00fcsste?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Danach jagten sie die Mohrin fort, machten Hochzeit in aller Pracht &#8211; und lebten gut und gl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alte, erkl\u00e4r mir, wer der Wohlduftende \u00fcberhaupt ist!\u00ab &#8211; \u00bbDer Wohlduftende, meine Tochter, ist ein Mann, der aus lauter Gew\u00fcrzen gebacken ist. Falls du ihn dir einmal machen willst, musst du hierher kommen, wenn dein Vater auf Reisen geht, damit ich dir sage, was du ihm bestellen musst, dir mitzubringen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204,133],"tags":[],"class_list":["post-5248","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-unbekannt","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5248"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5249,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5248\/revisions\/5249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}