{"id":5234,"date":"2026-01-29T02:23:41","date_gmt":"2026-01-29T01:23:41","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5234"},"modified":"2026-01-29T02:23:42","modified_gmt":"2026-01-29T01:23:42","slug":"ein-maerchen-von-zwillingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/ein-maerchen-von-zwillingen\/","title":{"rendered":"Ein M\u00e4rchen von Zwillingen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Ein M\u00e4rchen von Zwillingen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>aus der Karibik<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bursche, der hatte einen Zwillingsbruder. Dieser war so klein, dass er ihn in die Tasche stecken konnte. Die beiden Br\u00fcder verstanden sich aber recht gut, und was dem Kleinen an Kraft fehlte, besa\u00df er daf\u00fcr an heimlichem Wissen: Er konnte n\u00e4mlich zaubern.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun unser Bursche so etwa zwanzig Jahre alt war, wollte er heiraten. Und eines abends, als er auf seinem Lager lag und der Kleine neben ihm auf dem Kopfkissen, sagte er: \u00bbBruder, h\u00f6r: Ich m\u00f6chte gern heiraten. Was meinst du, wo ich ein h\u00fcbsches M\u00e4dchen finde?\u00ab Da antwortete der Kleine: \u00bbGro\u00dfer, wenn du heiratest, dann will auch ich nicht allein bleiben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbCut, Kleiner\u00ab, sagte der Bursche, \u00bbaber wo werden wir eine Frau finden, die so klein ist wie du?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbLa\u00df mich nur machen!\u00ab sagte der Kleine. Und er zog ein St\u00fcck Holzkohle hervor, lie\u00df sich von seinem Bruder auf eine Steinplatte setzen und zog dort mit der Kohle einen Kreis. Dann befahl er dem Burschen, die Kohle anzuz\u00fcnden, und in die Glut warf er die Samenkapseln von einigen Kr\u00e4utern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bildete sich eine Rauchs\u00e4ule, die eine M\u00e4dchengestalt annahm. Und das M\u00e4dchen begann zu sprechen: \u00bbWas willst du von mir?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch\u00ab, sagte der Kleine, \u00bbsuche f\u00fcr mich und f\u00fcr meinen gro\u00dfen Zwillingsbruder hier zwei Frauen, n\u00e4mlich eine gro\u00dfe und eine kleine.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDa bist du bei mir beim richtigen M\u00e4dchen; ich habe n\u00e4mlich eine gro\u00dfe Zwillingsschwester, so, wie du einen gro\u00dfen Bruder hast. Wenn ihr \u00fcber die Berge zu uns kommt, dann wollen wir heiraten, denn unser Vater und unsere Mutter sind gestorben, und wir leben hier ganz allein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Kohle erloschen war, verschwand auch das M\u00e4dchen in der Rauchs\u00e4ule. Der Kleine lie\u00df sich von seinem Bruder wieder auf das Bett setzen, und sie schliefen bald ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag sagte der Kleine dem Burschen, was er f\u00fcr die Reise einpacken sollte, und als der alles besorgt hatte, wie sein kleiner Bruder wollte, steckte er den Kleinen in die Tasche und machte sich auf den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie den ganzen Tag gewandert waren, kamen sie ins Gebirge. Und am Abend suchte der Bursche einen geeigneten Platz, legte eine Decke hin und setzte seinen kleinen Bruder darauf. Dann machte er sich daran, Holz zu sammeln und ein Feuer anzuz\u00fcnden, darauf kochte er das Abendessen f\u00fcr sich und den Kleinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie so am Feuer sa\u00dfen, kam ein alter Mann daher und fragte: \u00bbDarf ich mich etwas an euerm Feuer w\u00e4rmen? Es gibt einen k\u00fchlen Abend.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bb Ja freilich!\u00ab sagte der Kleine. \u00bbSetz dich her, und iss mit uns! Mein Bruder kocht gerade, doch ist das Essen fast fertig.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte lie\u00df sich nicht lange bitten, er setzte sich zu den ungleichen Zwillingen und a\u00df, was sie ihm anboten. Und als sie mit dem Essen fertig waren, fragte er: \u00bbWoher und wohin?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWir gehen \u00fcbers Gebirge, um zwei M\u00e4dchen zu heiraten, eine Kleine und eine Gro\u00dfe\u00ab, sagte der Bursche.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEine Kleine und eine Gro\u00dfe?\u00ab fragte der Alte. \u00bbDu hast richtig geh\u00f6rt\u00ab, wiederholte der Bursche. \u00bbDann muss ich euch warnen\u00ab, sagte der Alte, \u00bbdenn die beiden M\u00e4dchen werden von einer b\u00f6sen Hexe bewacht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas wissen wir bereits\u00ab, sagte der kleine Bruder, \u00bbaber wir wissen noch nicht, wie wir die Hexe aus der Sache heraushalten k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun\u00ab, meinte der Alte, \u00bbein Dienst ist des andern wert.&nbsp;<strong>Ihr&nbsp;<\/strong>habt mich hier aufgenommen, und so werde ich euch morgen die alte Hexe vom Halse schaffen. Jetzt aber lasst uns schlafen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Am andern Tag machten sie sich zu dritt auf, und der Kleine wollte diesmal nicht in die Tasche, sondern er ritt auf der H\u00fcfte seines gro\u00dfen Zwillingsbruders. Gegen Abend kamen sie in das Dorf, wo die beiden M\u00e4dchen lebten. Sie gingen hinein und wurden freundlich aufgenommen. Aber kaum hatten sich alle zu Tisch gesetzt, als es begann zu blitzen und zu donnern. Dann sprang die T\u00fcr auf, und die Hexe kam herein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHo!- rief sie. \u00bbHier geht es ja lustig zu! Hier soll wohl ohne mich geheiratet werden?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNein\u00ab, sagte der Alte, \u00bbheute ist auch dein Hochzeitstag! \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSo?\u00ab fragte die Hexe. \u00bbUnd wo ist wohl mein Br\u00e4utigam?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHier steht er, vor Euch!\u00ab versetzte der Alte darauf, und er schlug mit einem Kn\u00fcppel auf die Alte ein, dass die Fetzen flogen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbH\u00f6r auf! H\u00f6r auf!\u00ab schrie die Hexe, doch der Alte lie\u00df nicht nach, bis alle Rinde von der Hexe abgeschlagen war. Da stand auf einmal ein sch\u00f6nes junges M\u00e4dchen da, das nahm dem Alten den Kn\u00fcppel aus der Hand und sagte: \u00bbWie du mir, so ich dir!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es hatte kaum den Alten mit dem Stecken anger\u00fchrt, da verwandelte er sich in einen jungen Burschen. Und so gab es am n\u00e4chsten Tag eine dreifache Hochzeit.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein Bursche, der hatte einen Zwillingsbruder. Dieser war so klein, dass er ihn in die Tasche stecken konnte. 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