{"id":5218,"date":"2026-01-29T01:59:42","date_gmt":"2026-01-29T00:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5218"},"modified":"2026-01-29T01:59:43","modified_gmt":"2026-01-29T00:59:43","slug":"das-zauberpferdchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-zauberpferdchen\/","title":{"rendered":"Das Zauberpferdchen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Das Zauberpferdchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>In einer Stadt wohnte ein reicher Kaufmann, der hatte hinter seinem Haus einen gro\u00dfen, pr\u00e4chtigen Garten, in dem auch ein St\u00fcck Land mit Hirse bebaut war. Eines Tages spazierte er in seinem Garten und sah zu seinem gro\u00dfen \u00c4rger, dass ein Teil des Hirse landes von frecher Diebshand abgegrast worden war. Er beschloss, den Dieb zu fangen und streng zu bestrafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er rief seine drei S\u00f6hne, Michel, Georg und Johannes, und sagte zu ihnen: &#8222;Heute Nacht war ein Dieb in unserem Garten, der hat mir ein Teil meiner Hirse abgegrast. Ihr, meine S\u00f6hne, m\u00fcsst nun in der Nacht Wache halten &#8211; einer nach dem andern. Wer den Dieb ergreift, den will ich reich belohnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4lteste, Michel, wachte die erste Nacht. Er nahm sich Pistolen mit, einen scharfen S\u00e4bel, auch zu essen und zu trinken, h\u00fcllte sich in einen warmen Mantel und setzte sich hinter einen bl\u00fchenden Holunderbusch. Aber nicht lange, schlief er ein. Als er am Morgen erwachte, sah er, dass ein noch gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck Hirse land abgegrast worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andre Nacht wachte Georg. Er nahm sich auch Pistolen und S\u00e4bel mit, dazu aber noch einen Kn\u00fcttel und starke Stricke. Aber der gute W\u00e4chter schlief ebenfalls ein und fand am Morgen, dass der Hirsedieb wieder t\u00fcchtig gegrast hatte. Da war der Vater sehr zornig und verspottete die guten W\u00e4chter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte Nacht kam Johannes an die Reihe. Er nahm sich keine Pistolen und keinen S\u00e4bel mit, sondern baute rings um sich Disteln und Dornen auf. Sobald er einnicken wollte, stachen ihn die Stacheln in die Nase, und gleich wurde er munter. Um Mitternacht h\u00e4rte er von weitem ein Getrappel. Es kam n\u00e4her und n\u00e4her, schon h\u00f6rte er es vom Hirseacker her.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Halt&#8220;, dachte Johannes, &#8222;wozu habe ich meinen Strick?&#8220; Er zog ihn aus der Tasche, schob leise die Damen zur Seite und schlich sich an den Dieb heran. Aber was sah er? Ein allerliebstes kleines Pferdchen. Es lie\u00df sich leicht fangen und folgte ihm willig in den Stall. Wie freute sich Johannes! Dann ging er wieder zu Bett und schlief ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchmorgens weckten ihn seine Br\u00fcder und lachten und spotteten &#8222;Du bist wohl der allerbeste W\u00e4chter, hast nicht einmal die ganze Nacht auf Wache ausgehalten !&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00fchrte Johannes Vater und Br\u00fcder in den Stall, wo das wundersame Pferdchen stand, von dem niemand sagen konnte, woher es gekommen und wem es geh\u00f6re. Es war von zartem Bau und dazu ganz silberwei\u00df. Der Vater freute sich \u00fcber alle Ma\u00dfen und schenkte es Johannes als Belohnung. Der nahm es freudig an und nannte es &#8222;Hirsedieb&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einiger Zeit h\u00f6rten die Br\u00fcder, dass eine sch\u00f6ne Prinzessin in dem Schloss am gl\u00e4sernen Berg verzaubert wohne. Der Weg zum Schloss sei aber so glatt, dass ihn niemand gehen k\u00f6nne. Wer aber gl\u00fccklich hinaufkomme und dazu noch dreimal um das Schloss reite, der w\u00fcrde die Prinzessin erl\u00f6sen und sie zur Gemahlin be kommen. Viele junge M\u00e4nner hatten schon den Berg hinaufreiten wollen, doch sie alle waren abgest\u00fcrzt und tot liegen geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei Br\u00fcder wollten auch ihr Gl\u00fcck versuchen. Michel und Georg kauften sich sch\u00f6ne, kr\u00e4ftige Pferde und lie\u00dfen die Hufeisen t\u00fcchtig sch\u00e4rfen; Johannes aber sattelte seinen kleinen Hirsedieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald erreichten sie den gl\u00e4sernen Berg. Der \u00e4lteste ritt zuerst &#8211; aber ach, sein Ross st\u00fcrzte, und beide, Ross und Reiter, standen nicht wieder auf. Nun ritt der zweite, aber ach &#8211; auch sein Ross glitt aus, und beide, Mann und Ross, blieben liegen. Dann ritt Johannes. Es ging trapp, trapp, trapp &#8211; und siehe, sie waren oben! Und weiter ging&#8217;s trapp, trapp, trapp &#8211; und dreimal waren sie ums Schloss geritten, so, als ob Hirsedieb schon hundertemal den gleichen Weg gelaufen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt stand der Reiter vor der Schlosspforte. Sie \u00f6ffnete sich &#8211; und entgegen kam ihm eine wundersch\u00f6ne Prinzessin, ganz in Seide und Gold gekleidet. Voll Freude empfing sie Johannes. Dann wandte sie sich an das Pferdchen und sprach: &#8222;Ei, du kleiner Schelm, bist mir entlaufen! So hab&#8216; ich nicht einmal die einzige Nachtstunde, die mir an Freiheit verg\u00f6nnt ist, unten auf der gr\u00fcnen Erde verbringen k\u00f6nnen. Jetzt darfst du uns aber nie mehr verlassen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da begriff Johannes, dass sein Hirsedieb das Zauberpferdchen der Prinzessin war. Seine beiden Br\u00fcder erholten sich einige Zeit sp\u00e4ter wieder von ihrem Sturz. Johannes aber sahen sie nie mehr wieder, denn Er lebte gl\u00fccklich mit seiner Frau im Zauberschloss auf dem gl\u00e4sernen Berg.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Zauberpferdchen In einer Stadt wohnte ein reicher Kaufmann, der hatte hinter seinem Haus einen gro\u00dfen, pr\u00e4chtigen Garten, in dem auch ein St\u00fcck Land mit Hirse bebaut war. Eines Tages spazierte er in seinem Garten und sah zu seinem gro\u00dfen \u00c4rger, dass ein Teil des Hirse landes von frecher Diebshand abgegrast worden war. 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