{"id":5209,"date":"2026-01-29T01:20:08","date_gmt":"2026-01-29T00:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5209"},"modified":"2026-01-29T01:57:54","modified_gmt":"2026-01-29T00:57:54","slug":"zaubergerte-goldesel-und-knueppelchen-schlagt-zu-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/zaubergerte-goldesel-und-knueppelchen-schlagt-zu-2\/","title":{"rendered":"Zaubergerte Goldesel und Kn\u00fcppelchen schlagt zu"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Zaubergerte Goldesel und Kn\u00fcppelchen schlagt zu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen aus Sizilien<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein armer Maurer, der hatte eine Frau und eine Menge Kinder, und konnte doch nicht genug verdienen, um sie zu ern\u00e4hren. Als sie nun eines Tages vor Hunger weinten, und der arme Mann keine Arbeit hatte, sprach er zu seiner Frau: \u00bbIch will \u00fcber Land gehen; vielleicht finde ich wo anders Arbeit, und kann euch Geld und Speise mitbringen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Also machte er sich auf den Weg, und wanderte fort, und als er ein gutes St\u00fcck gegangen war, kam er auf einen Berg. Da sah er eine wundersch\u00f6ne Frau liegen, die sprach zu ihm: \u00bbDu brauchst nun nicht weiter zu wandern, denn ich bin dein Gl\u00fcck, und ich will dir helfen.\u00ab Da schenkte sie ihm eine Zaubergerte und sprach: \u00bbWenn du essen willst, so befiehl nur dieser Gerte, so wird vor dir stehen, was dein Herz begehrt.\u00ab Der Maurer dankte der unbekannten sch\u00f6nen Frau, und ging fr\u00f6hlich heim.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil es aber schon dunkel war, konnte er nicht mehr bis nach Hause kommen, sondern musste in einem Wirtshause einkehren. Da lie\u00df er einen Tisch decken, und schlug dann mit der Gerte auf den Tisch. \u00bbBefiehl,\u00ab antwortete die Gerte. \u00bbIch w\u00fcnsche mir einen Teller Makkaroni, Braten und Salat, und eine gute Flasche Wein,\u00ab sprach er, und alsbald stand Alles vor ihm auf dem Tisch, und er a\u00df sich satt, und dachte: \u00bbJetzt habe ich f\u00fcr alle Zeiten genug.\u00ab Der Wirth und die Wirtin hatten aber Alles mit angesehen, und als der Maurer fest eingeschlafen war, kam der Wirth leise hereingeschlichen, nahm die Zaubergerte fort, und legte ihm eine gew\u00f6hnliche Gerte hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen machte sich der Maurer ganz fr\u00fch schon auf den Weg, und kam bald nach Haus. \u00bbHast du uns gar nichts mitgebracht?\u00ab frug ihn seine Frau. \u00bbIch habe etwas mitgebracht, das ist besser als alle Eink\u00e4ufe,\u00ab antwortete er, \u00bbdecke nur schnell den Tisch.\u00ab Als der Tisch nun gedeckt war, schlug er mit der Gerte darauf, und rief: \u00bbIch w\u00fcnsche Makkaroni, Braten, Salat und Wein f\u00fcr mich und meine Familie,\u00ab aber es erschien nichts, er mochte fragen und rufen, so viel er wollte. Da fing seine Frau an zu weinen, denn sie dachte, ihr Mann w\u00e4re verr\u00fcckt geworden. Er aber sprach: \u00bbNun, lass es gut sein; ich muss eben noch einmal \u00fcber Land gehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Also machte er sich auf, und wanderte bis zu dem selbigen Berg, und fand auch die sch\u00f6ne Frau noch dort. Die sprach zu ihm: \u00bbDu hast die Gerte verloren, ich wei\u00df es wohl, ich will dir aber doch wieder helfen. Nimm diesen Esel; wenn du ihn auf ein Tuch stellst, so speit er dir Geld, so viel du willst.\u00ab Da nahm der Mauer den Esel, dankte der sch\u00f6nen Frau und ging heim.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil es aber anfing dunkel zu werden, musste er in demselben Wirtshause einkehren. Da lie\u00df er auftragen, was sein Herz begehrte, und als er gegessen und getrunken hatte, lie\u00df er sich ein Betttuch geben, nahm den Esel in sein Zimmer, und stellte ihn darauf. Da spie der Esel ihm Geld, bis er ihn wegtat. Die Wirtin aber hatte durchs Schl\u00fcsselloch alles mit angesehen, und als der Maurer schlief, schlich sich der Wirth hinein, nahm den Goldesel fort, und stellte ihm einen gew\u00f6hnlichen Esel hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen machte sich der Maurer vergn\u00fcgt auf den Weg, kam nach Haus, und rief schon von weitem seiner Frau zu: \u00bbHeute aber bringe ich etwas mit, das ist besser, als alle Zaubergerten. Breite ein Betttuch aus, so sollst du etwas sehen, was du noch nie gesehen hast.\u00ab Die Frau tat wie ihr Mann sie gehei\u00dfen, als aber der Maurer den Esel aufs Betttuch stellte, spie der Esel kein Geld, und der Maurer kratzte sich im Haar und dachte: \u00bbWie geht das nur zu? Gewiss haben mir der Wirth und seine Frau einen schlimmen Streich gespielt!\u00ab Da seine Frau nun anfing zu weinen, sprach er: \u00bbSei nur still, ich muss eben noch einmal mein Gl\u00fcck versuchen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>So ging er denn wieder fort, und als er auf den Berg kam, war die sch\u00f6ne Frau auch noch da, und sprach: \u00bbDu hast auch den Goldesel verloren, ich wei\u00df es. Dieses eine Mal will ich dir noch helfen, es ist aber das letzte Mal. Nimm diese Kn\u00fcppelchen, und wenn du sprichst: \u203aKn\u00fcppelchen mein schlagt zu\u2039 , so schlagen sie so lange darauf los, bis du ihnen zurufst: \u203aKn\u00fcppelchen mein, nun ist&#8217;s genug.\u2039\u00ab Der Maurer nahm die Kn\u00fcppelchen, dankte der sch\u00f6nen Frau, und dachte: \u00bbDamit kann ich meine Zaubergerte und den Goldesel wiedererlangen. Vorher aber will ich einmal selbst ihre Kraft versuchen. Kn\u00fcppelchen mein, schlagt zu!\u00ab Alsbald schlugen die Kn\u00fcppelchen auf seinem R\u00fccken herum, dass er gleich wieder rief: \u00bbKn\u00fcppelchen mein, nun ist&#8217;s genug!\u00ab und die Kn\u00fcppelchen wurden gleich wieder ruhig.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends kam der Maurer in dasselbe Wirtshaus, und der Wirth und die Wirtin sprachen unter einander: \u00bbDa kommt der selbige Maurer noch einmal, und bringt gewiss wieder ein Zauberst\u00fcck mit.\u00ab Der Maurer aber rief: \u00bbKn\u00fcppelchen mein, schlagt zu!\u00ab und die Kn\u00fcppelchen fuhren auf den Wirth und seine Frau los, und pr\u00fcgelten sie wacker durch. Da fingen die Beiden an zu schreien: \u00bbNimm doch die Kn\u00fcppelchen wieder von uns.\u00ab Der Maurer aber antwortete: \u00bbNicht eher, als bis ihr mir meine Zaubergerte und meinen Goldesel wieder herausgebt.\u00ab Da liefen sie hin, und holten die Gerte und den Esel, und der Maurer rief: \u00bbKn\u00fcppelchen mein, nun ist&#8217;s genug!\u00ab und alsbald h\u00f6rten die Kn\u00fcppelchen auf zu schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen machte sich der Maurer wieder auf den Weg nach Haus. Als ihn seine Frau kommen sah, rief sie ihm entgegen: \u00bbBringst du uns schon wieder einen schmutzigen Esel, der mir die ganze Stube \u00fcbel zurichtet? Ich wollte doch, du k\u00e4mest gar nicht wieder.\u00ab \u00bbKn\u00fcppelchen mein, schlagt zu, aber nicht zu stark,\u00ab sprach der Maurer, und die Kn\u00fcppelchen pr\u00fcgelten die Frau, bis sie wieder zur Besinnung kam, und der Mann ihnen gebot einzuhalten. Die Frau aber deckte still den Tisch, wie ihr Mann sie es tun hie\u00df, und dann schlug er mit der Gerte auf den Tisch. \u00bbBefiehl,\u00ab antwortete die Gerte. Da w\u00fcnschte sich der Mann ein sch\u00f6nes Mittagessen f\u00fcr sich und seine Familie, und alsbald stand Alles da, und sie a\u00dfen vergn\u00fcgt miteinander. Nach dem Essen sprach der Maurer: \u00bbNun breite ein Betttuch aus, liebe Frau.\u00ab Das tat sie, und als er den Esel daraufstellte, spie das Tier so viel Geld als sie nur wollten. Da lebte der Maurer mit seiner Familie herrlich und in Freuden, und es mangelte ihnen nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachbarn aber, als sie das Gl\u00fcck des Maurers sahen, wurden sie neidisch, und kamen zum K\u00f6nig und sprachen: \u00bbK\u00f6nigliche Majest\u00e4t, da ist ein Maurer, der ist bisher immer Hungers gestorben, und jetzt ist er auf einmal ein reicher Mann geworden, das geht nicht mit rechten Dingen zu.\u00ab Da schickte der K\u00f6nig seine Diener hin, die sollten den Maurer zu ihm bringen, der aber sprach: \u00bbKn\u00fcppelchen mein, schlagt zu!\u00ab und lie\u00df sie alle durchpr\u00fcgeln. Die Diener liefen zum K\u00f6nig zur\u00fcck, und klagten ihm, der Maurer habe sie alle durchpr\u00fcgeln lassen, und der K\u00f6nig wurde zornig, versammelte seine Soldaten, und zog mit ihnen vor das Haus de Maurers. Der war unterdessen ein wenig spazieren gegangen, und hatte einen Mann angetroffen, der trug ein dreieckiges H\u00fctlein, das war gar sonderbar anzuschauen. \u00bbWas du f\u00fcr ein sonderbares H\u00fctlein hast,\u00ab rief der Maurer. \u00bbJa,\u00ab sagte der Mann, \u00bbmein H\u00fctlein hat aber eine eigene Tugend. Wenn ich dran drehe, so schie\u00dft es aus allen drei Ecken, und niemand kann mir dann widerstehen.\u00ab Da sprach der Maurer: \u00bbUnd ich habe ein Paar Kn\u00fcppelchen. Wenn ich zu denen sage: \u203aKn\u00fcppelchen mein, schlagt zu,\u2039 so pr\u00fcgeln sie die Leute durch, bis ich sie zur\u00fcckrufe und spreche: \u203aKn\u00fcppelchen mein, nun ist&#8217;s genug.\u2039 Wei\u00dft du was? Wir wollen um meine Kn\u00fcppelchen und um dein H\u00fctchen spielen und wer gewinnt, soll Beides haben.\u00ab Da spielten sie drum, und der Maurer gewann, nahm das H\u00fctlein und ging vergn\u00fcgt heim.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum war er nach Haus gegangen, so langte der K\u00f6nig mit seinen Soldaten an, die wollten ihn gefangen nehmen. Er aber drehte sein H\u00fctlein herum, dass es aus allen drei Ecken schoss, und die Soldaten alle totmachte. Da der K\u00f6nig sah, wie unbezwingbar der Maurer war, versprach er ihn in Ruhe zu lassen, und der Maurer setzte sein H\u00fctlein fest, und sprach: \u00bbWenn ihr mich ungest\u00f6rt lasset, so verspreche ich euch auch, dass ich euch jedes Mal mit meinem H\u00fctlein und meinen Kn\u00fcppelchen zu H\u00fclfe kommen will, wenn ihr in den Krieg m\u00fcsst.\u00ab Von da an lebte der Maurer ungest\u00f6rt ein herrliches Leben, und wenn ein Krieg ausbrach, kam er dem K\u00f6nig zu H\u00fclfe, also, dass der K\u00f6nig immer siegte. So blieben sie reich und getr\u00f6stet, wir aber sind hier sitzen geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein armer Maurer, der hatte eine Frau und eine Menge Kinder, und konnte doch nicht genug verdienen, um sie zu ern\u00e4hren<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5210,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,164,133],"tags":[],"class_list":["post-5209","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-sizilien","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5209"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5211,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5209\/revisions\/5211"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}