{"id":5153,"date":"2026-01-28T02:30:21","date_gmt":"2026-01-28T01:30:21","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5153"},"modified":"2026-01-28T02:33:52","modified_gmt":"2026-01-28T01:33:52","slug":"die-drei-spinnerinnen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-drei-spinnerinnen-3\/","title":{"rendered":"Die drei Spinnerinnen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die drei Spinnerinnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war ein M\u00e4dchen faul und wollte nicht spinnen, und die Mutter mochte sagen, was sie wollte, sie konnte es nicht dazu bringen. Endlich \u00fcbermannte die Mutter einmal Zorn und Ungeduld, dass sie ihm Schl\u00e4ge gab, wor\u00fcber es laut zu weinen anfing. Nun fuhr gerade die K\u00f6nigin vorbei, und als diese das Weinen h\u00f6rte, lie\u00df sie anhalten, trat in das Haus und fragte die Mutter, warum sie ihre Tochter schl\u00fcge, dass man drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe die Schreie h\u00f6re. Da sch\u00e4mte sich die Frau, dass sie die Faulheit ihrer Tochter offenbaren sollte, und sprach &#8222;Ich kann sie nicht vom Spinnen abbringen, sie will immer und ewig spinnen, und ich bin arm und kann den Flachs nicht herbeischaffen.&#8220; Da antwortete die K\u00f6nigin: &#8222;Ich h\u00f6re nichts lieber als spinnen, und bin nicht vergn\u00fcgter, als wenn die R\u00e4der schnurren &#8211; gebt mir Eure Tochter mit ins Schloss, ich habe Flachs genug, da soll sie spinnen, soviel sie Lust hat.&#8220; Die Mutter war&#8217;s von Herzen gern zufrieden, und die K\u00f6nigin nahm das M\u00e4dchen mit. Als sie ins Schloss gekommen waren, f\u00fchrte sie es hinauf zu drei Kammern, die lagen von unten bis oben voll vom sch\u00f6nsten Flachs. &#8222;Nun spinn mir diesen Flachs&#8220;&#8218; sprach sie, &#8222;und wenn du es fertig bringst, sollst du meinen \u00e4ltesten Sohn zum Gemahl haben; bist du gleich arm, so acht&#8216; ich nicht darauf; dein unverdrossener Flei\u00df ist Ausstattung genug.&#8220; Das M\u00e4dchen erschrak innerlich; denn es konnte den Flachs nicht spinnen, und w\u00e4r&#8217;s dreihundert Jahre alt geworden und h\u00e4tte jeden Tag vom Morgen bis Abend dabei gesessen. Als es nun allein war, fing es an zu weinen, und sa\u00df so drei Tage ohne die Hand zu r\u00fchren. Am dritten Tage kam die K\u00f6nigin, und als sie sah, dass noch nichts gesponnen war, verwunderte sie sich; aber das M\u00e4dchen entschuldigte sich damit, dass es vor gro\u00dfer Betr\u00fcbnis \u00fcber die Entfernung aus seiner Mutter Hause noch nicht h\u00e4tte anfangen k\u00f6nnen. Das lie\u00df sich die K\u00f6nigin gefallen, sagte aber beim Weggehen: &#8222;Morgen musst du mir anfangen zu arbeiten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als das M\u00e4dchen wieder allein war, wusste es sich nicht zu raten und zu helfen, und trat in seiner Betr\u00fcbnis ans Fenster. Da sah es drei Weiber herkommen, davon hatte die erste einen breiten Platschfu\u00df, die zweite hatte eine so gro\u00dfe Unterlippe, dass sie \u00fcber das Kinn herunterhing, und die dritte hatte einen breiten Daumen. Die blieben vor dem Fenster stehen, schauten hinauf und fragten das M\u00e4dchen, was ihm fehle. Es klagte ihnen seine Not, da trugen sie ihm ihre Hilfe an und sprachen: &#8222;Willst du uns zur Hochzeit einladen, dich unser nicht sch\u00e4men und uns deine Basen hei\u00dfen, auch an deinen Tisch setzen, so wollen wir dir den Flachs wegspinnen und das in kurzer Zeit.&#8220; &#8211; &#8222;Von Herzen gern&#8220; antwortete es, &#8222;kommt nur herein und fangt gleich die Arbeit an.&#8220; Da lie\u00df es die drei seltsamen Weiber herein und machte in der ersten Kammer eine L\u00fccke, wo sie sich hinsetzten und ihr Spinnen anhuben. Die eine zog den Faden und trat das Rad, die andere netzte den Faden, die dritte drehte ihn und schlug mit dem Finger auf den Tisch, und so oft sie schlug, fiel eine Zahl Garn auf die Erde, und das war aufs feinste gesponnen. Vor der K\u00f6nigin aber verbarg das M\u00e4dchen die drei Spinnerinnen und zeigte ihr, so oft sie kam, die Menge des gesponnenen Garns, dass diese des Lobes kein Ende fand. Als die erste Kammer leer war, ging&#8217;s an die zweite, endlich an die dritte, und die war auch bald aufger\u00e4umt. Nun nahmen die drei Weiber Abschied und sagten zum M\u00e4dchen: &#8222;Vergiss nicht, was du uns versprochen hast, es wird dein Gl\u00fcck sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als das M\u00e4dchen der K\u00f6nigin die leeren Kammern und den gro\u00dfen Haufen Garn zeigte, richtete diese die Hochzeit aus, und der Br\u00e4utigam freute sich, dass er eine so geschickte und flei\u00dfige Frau bek\u00e4me und lobte sie gewaltig. &#8222;Ich habe drei Basen&#8220;, sprach das M\u00e4dchen, &#8222;und da sie mir viel Gutes getan haben, m\u00f6chte ich sie nicht gern in meinem Gl\u00fcck vergessen; erlaubt doch, dass ich sie zu der Hochzeit einlade und dass sie mit am Tische sitzen.&#8220; Die K\u00f6nigin und der Br\u00e4utigam sprachen: &#8222;Warum sollen wir das nicht erlauben?&#8220; Als nun das Fest anhob, traten die drei Jungfern in wunderlicher Tracht herein, und die Braut sprach: &#8222;Seid willkommen, liebe Basen!&#8220; &#8211; &#8222;Ach&#8220;, sagte da der Br\u00e4utigam, &#8222;wie kommst du zu der garstigen Freundschaft?&#8220; Darauf ging er zu der einen mit dem breiten Platschfu\u00df und fragte: &#8222;Wovon habt Ihr einen solchen breiten Fu\u00df?&#8220; &#8211; &#8222;Vom Treten&#8220;, antwortete sie, &#8222;vom Treten.&#8220; Da ging der Br\u00e4utigam zur zweiten und sprach: &#8222;Wovon habt Ihr nur die herunterh\u00e4ngende Lippe?&#8220; &#8211; &#8222;Vom Lecken&#8220;, antwortete sie, &#8222;vom Lecken.&#8220; Da fragte er die dritte: &#8222;Wovon habt Ihr den breiten Daumen?&#8220; &#8211; &#8222;Vom Fadendrehen&#8220;, antwortete sie, &#8222;vom Fadendrehen.&#8220; Da erschrak der K\u00f6nigssohn und sprach: &#8222;So soll mir nun und nimmermehr meine sch\u00f6ne Braut ein Spinnrad anr\u00fchren.&#8220; Damit war sie das b\u00f6se Flachsspinnen los.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein M\u00e4dchen faul und wollte nicht spinnen, und die Mutter mochte sagen, was sie wollte, sie konnte es nicht dazu bringen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5156,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204,133],"tags":[],"class_list":["post-5153","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-unbekannt","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5153"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5157,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5153\/revisions\/5157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}