{"id":515,"date":"2015-10-08T15:45:58","date_gmt":"2015-10-08T13:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=515"},"modified":"2026-01-17T01:24:59","modified_gmt":"2026-01-17T00:24:59","slug":"max-und-moritz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/max-und-moritz\/","title":{"rendered":"Max und Moritz"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Max und Moritz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelm Busch<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.internet-maerchen.de\/images\/max-moritz.gif\" alt=\"MAX_MORITZ.GIF (10096 Byte)\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Erster Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Mancher gibt sich viele M\u00fch&#8216;<br>Mit dem lieben Federvieh;<br>Einesteils der Eier wegen,<br>Welche diese V\u00f6gel legen;<br>Zweitens: Weil man dann und wann<br>Einen Braten essen kann;<br>Drittens aber nimmt man auch<br>Ihre Federn zum Gebrauch<br>In die Kissen und die Pf\u00fchle,<br>Denn man liegt nicht gerne k\u00fchle.<br>Seht, da ist die Witwe Bolte,<br>Die das auch nicht gerne wollte.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Ihrer H\u00fchner waren drei<br>Und ein stolzer Hahn dabei.<br>Max und Moritz dachten nun:<br>Was ist hier jetzt wohl zu tun?<br>Ganz geschwinde, eins, zwei, drei,<br>Schneiden sie sich Brot entzwei,<br>In vier Teile, jedes St\u00fcck<br>Wie ein kleiner Finger dick.<br>Diese binden sie an F\u00e4den,<br>\u00dcbers Kreuz, ein St\u00fcck an jeden,<br>Und verlegen sie, genau<br>In den Hof der guten Frau.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Kaum hat dies der Hahn gesehen,<br>F\u00e4ngt er auch schon an zu kr\u00e4hen:<br>Kikeriki! Kikikerikih!! &#8211;<br>Tak, tak, tak! &#8211; Da kommen sie.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Hahn und H\u00fchner schlucken munter<br>jedes ein St\u00fcck Brot hinunter;<br>Aber als sie sich besinnen,<br>Konnte keines recht von hinnen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">In die Kreuz und in die Quer<br>Rei\u00dfen sie sich hin und her,<br>Flattern auf und in die H\u00f6h&#8216;,<br>Ach herrje, herrjemine!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Ach, sie bleiben an dem langen,<br>D\u00fcrren Ast des Baumes hangen.<br>Und ihr Hals wird lang und l\u00e4nger,<br>Ihr Gesang wird bang und b\u00e4nger.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">jedes legt noch schnell ein Ei,<br>Und dann kommt der Tod herbei.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Witwe Bolte in der Kammer<br>H\u00f6rt im Bette diesen Jammer;<br>Ahnungsvoll tritt sie heraus,<br>Ach, was war das f\u00fcr ein Graus!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;,Flie\u00dfet aus dem Aug&#8216;, ihr Tr\u00e4nen!<br>All mein Hoffen, all mein Sehnen,<br>Meines Lebens sch\u00f6nster Traum<br>H\u00e4ngt an diesem Apfelbaum!&#8216;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Tiefbetr\u00fcbt und sorgenschwer<br>Kriegt sie jetzt das Messer her,<br>Nimmt die Toten von den Str\u00e4ngen,<br>Dass sie so nicht l\u00e4nger h\u00e4ngen,<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und mit stummem Trauerblick<br>Kehrt sie in ihr Haus zur\u00fcck.<br>Dieses war der erste Streich,<br>Doch der zweite folgt sogleich. <\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"H\u00f6rbuch: Max und Moritz: eine Bubengeschichte in sieben Streichen von Wilhelm Busch (zum Entspannen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ILCMY8YLfQE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Zweiter Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als die gute Witwe Bolte<br>Sich von ihrem Schmerz erholte,<br>Dachte sie so hin und her,<br>Dass es wohl das beste w\u00e4r&#8216;,<br>Die Verstorbnen, die hienieden<br>Schon so fr\u00fche abgeschieden,<br>Ganz im stillen und in Ehren<br>Gut gebraten zu verzehren.<br>Freilich war die Trauer gro\u00df,<br>Als sie nun so nackt und blo\u00df<br>Abgerupft am Herde lagen,<br>Sie, die einst in sch\u00f6nen Tagen<br>Bald im Hofe, bald im Garten<br>Lebensfroh im Sande scharrten. &#8211;<br>Ach, Frau Bolte weint aufs neu,<br>Und der Spitz steht auch dabei.<br>Max und Moritz rochen dieses.<br>..Schnell aufs Dach gekrochen!&#8216; hie\u00df es.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Durch den Schornstein mit Vergn\u00fcgen<br>Sehen sie die H\u00fchner liegen,<br>Die schon ohne Kopf und Gurgeln<br>Lieblich in der Pfanne schmurgeln.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Eben geht mit einem Teller<br>Witwe Bolte in den Keller,<br>Dass sie von dem Sauerkohle<br>Eine Portion sich hole,<br>Wof\u00fcr sie besonders schw\u00e4rmt,<br>Wenn er wieder aufgew\u00e4rmt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Unterdessen auf dem Dache<br>Ist man t\u00e4tig bei der Sache.<br>Max hat schon mit Vorbedacht<br>Eine Angel mitgebracht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Schnupdiwup! Da wird nach oben<br>Schon ein Huhn heraufgehoben.<br>Schnupdiwup! jetzt Numro zwei;<br>Schnupdiwup! jetzt Numro drei;<br>Und jetzt kommt noch Numro vier:<br>Schnupdiwup! Dich haben wir!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Zwar der Spitz sah es genau,<br>Und er bellt: Rawau! Rawau!<br>Aber schon sind sie ganz munter<br>Fort und von dem Dach herunter.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Na! Das wird Spektakel geben,<br>Denn Frau Bolte kommt soeben;<br>Angewurzelt stand sie da,<br>Als sie nach der Pfanne sah.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Alle H\u00fchner waren fort. &#8211;<br>&#8222;Spitz!!&#8220; &#8211; Das war ihr erstes Wort.<br>&#8222;O du Spitz, du Unget\u00fcm!<br>Aber wart! Ich komme ihm!-<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Mit dem L\u00f6ffel gro\u00df und schwer<br>geht es \u00fcber Spitzen her;<br>Laut ert\u00f6nt sein Wehgeschrei<br>Denn er f\u00fchlt sich schuldenfrei.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz im Verstecke<br>Schnarchen aber an der Hecke<br>Und vom ganzen H\u00fchnerschmaus<br>Guckt nur noch ein Bein heraus.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Dieses war der zweite Streich,<br>Doch der dritte folgt sogleich.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Dritter Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Jedermann im Dorfe kannte<br>Einen, der sich B\u00f6ck benannte.<br>Alltagsr\u00f6cke, Sonntagsr\u00f6cke,<br>Lange Hosen, spitze Fr\u00e4cke,<br>Westen mit bequemen Taschen,<br>Warme M\u00e4ntel und Gamaschen,<br>Alle diese Kleidungssachen<br>Wusste Schneider Bock zu machen.<br>Oder w\u00e4re was zu flicken,<br>Abzuschneiden, anzust\u00fccken,<br>Oder gar ein Knopf der Hose<br>Abgerissen oder lose,<br>Wie und wo und wann es sei,<br>Hinten, vorne, einerlei,<br>Alles macht der Meister B\u00f6ck,<br>Denn das ist sein Lebenszweck.<br>Drum so hat in der Gemeinde<br>Jedermann ihn gern zum Freunde.<br>Aber Max und Moritz dachten,<br>Wie sie ihn verdrie\u00dflich machten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">N\u00e4mlich vor des Meisters Hause<br>Flo\u00df ein Wasser mit Gebrause.<br>\u00dcbers Wasser f\u00fchrt ein Steg,<br>Und dar\u00fcber geht der Weg.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz, gar nicht tr\u00e4ge,<br>S\u00e4gen heimlich mit der S\u00e4ge,<br>Ritzeratze! voller T\u00fccke,<br>In die Br\u00fccke eine, L\u00fccke.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als nun diese Tat vorbei,<br>H\u00f6rt man pl\u00f6tzlich ein Geschrei:<br>&#8222;He, heraus! Du Ziegen=B\u00f6ck!<br>Schneider, Schneider, meck, meck, meck!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Alles konnte B\u00f6ck ertragen,<br>Ohne nur ein Wort zu sagen;<br>Aber wenn er dies erfuhr,<br>Ging&#8217;s ihm wider die Natur.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Schnelle springt er mit der Elle<br>Ober seines Hauses Schwelle,<br>Denn schon wieder ihm zum Schreck<br>T\u00f6nt ein lautes: &#8222;Meck, meck, meck!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und schon ist er auf der Br\u00fccke,<br>Kracks! Die Br\u00fccke bricht in St\u00fccke;<br>Wieder t\u00f6nt es: Meck, meck, meck!<br>Plumps! Da ist der Schneider weg! <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Grad als dieses vorgekommen,<br>Kommt ein G\u00e4nsepaar geschwommen,<br>Welches B\u00f6ck in Todeshast<br>Krampfhaft bei den Beinen fasst.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Beide G\u00e4nse in der Hand,<br>Flattert er auf trocknes Land.<br>\u00dcbrigens bei alledem<br>Ist so etwas nicht bequem;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Wie denn B\u00f6ck von der Geschichte<br>Auch das Magendr\u00fccken kriegte.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Hoch ist hier Frau B\u00f6ck zu preisen!<br>Denn ein hei\u00dfes B\u00fcgeleisen,<br>Auf den kalten Leib gebracht,<br>Hat es wiedergutgemacht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Bald im Dorf hinauf, hinunter,<br>Hie\u00df es: B\u00f6ck ist wieder munter!&#8216;<br>Dieses war der dritte Streich,<br>Doch der vierte folgt sogleich.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Vierter Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Also lautet ein Beschlu\u00df,<br>Da\u00df der Mensch was lernen mu\u00df.<br>Nicht allein das Abc<br>Bringt den Menschen in die H\u00f6h&#8216;;<br>Nicht allein in Schreiben, Lesen<br>\u00dcbt sich ein vern\u00fcnftig Wesen;<br>Nicht allein in Rechnungssachen<br>Soll der Mensch sich M\u00fche machen,<br>Sondern auch der Weisheit Lehren<br>Muss man mit Vergn\u00fcgen h\u00f6ren.<br>Dass dies mit Verstand geschah,<br>War Herr Lehrer L\u00e4mpel da.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz, diese beiden,<br>Mochten ihn darum nicht leiden;<br>Denn wer b\u00f6se Streiche macht,<br>Gibt nicht auf den Lehrer acht.<br>Nun war dieser brave Lehrer<br>Von dem Tobak ein Verehrer,<br>Was man ohne alle Frage<br>Nach des Tages M\u00fch und Plage<br>Einem guten, alten Mann<br>Auch von Herzen g\u00f6nnen kann.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz, unverdrossen,<br>Sinnen aber schon auf Possen,<br>Ob vermittelst seiner Pfeifen<br>Dieser Mann nicht anzugreifen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Einstens, als es Sonntag wieder<br>Und Herr L\u00e4mpel, brav und bieder,<br>In der Kirche mit Gef\u00fchle<br>Sa\u00df vor seinem Orgelspiele,<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Schlichen sich die b\u00f6sen Buben<br>In sein Haus und seine Stuben<br>Wo die Meerschaumpfeife stand;<br>Max h\u00e4lt sie in seiner Hand;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber Moritz aus der Tasche<br>Zieht die Flintenpulverflasche,<br>Und geschwinde, stopf, stopf, stopf!<br>Pulver in den Pfeifenkopf. &#8211;<br>jetzt nur still und schnell nach Haus,<br>Denn schon ist die Kirche aus. &#8211;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Eben schlie\u00dft in sanfter Ruh<br>L\u00e4mpel seine Kirche zu;<br>Und mit Buch und Notenheften<br>Nach besorgten Amtsgesch\u00e4ften<br>Lenkt er freudig seine Schritte<br>Zu der heimatlichen H\u00fctte,<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und voll Dankbarkeit sodann<br>Z\u00fcndet er sein Pfeifchen an.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ach!&#8220; &#8211; spricht er &#8211; Die gr\u00f6\u00dfte Freud<br>Ist doch die Zufriedenheit!!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Rums!! &#8211; Da geht die Pfeife los<br>Mit Get\u00f6se, schrecklich gro\u00df.<br>Kaffeetopf und Wasserglas,<br>Tobaksdose, Tintenfass,<br>Ofen, Tisch und Sorgensitz<br>Alles fliegt im Pulverblitz.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der Dampf sich nun erhob,<br>Sieht man L\u00e4mpel, der gottlob<br>Lebend auf dem R\u00fccken liegt;<br>Doch er hat was abgekriegt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Nase, Hand, Gesicht und Ohren<br>Sind so schwarz als wie die Mohren,<br>Und des Haares letzter Schopf<br>Ist verbrannt bis auf den Kopf.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Wer soll nun die Kinder lehren<br>Und die Wissenschaft vermehren?<br>Wer soll nun f\u00fcr L\u00e4mpel leiten<br>Seine Amtest\u00e4tigkeiten?<br>Woraus soll der Lehrer rauchen,<br>Wenn die Pfeife nicht zu brauchen?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Mit der Zeit wird alles heil,<br>Nur die Pfeife hat ihr Teil.<br>Dieses war der vierte Streich,<br>Doch der f\u00fcnfte folgt sogleich.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>F\u00fcnfter Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Wer in Dorfe oder Stadt<br>Einen Onkel wohnen hat,<br>Der sei h\u00f6flich und bescheiden,<br>Denn das mag der Onkel leiden.<br>Morgens sagt man: &#8222;Guten Morgen!<br>Haben Sie was zu besorgen?&#8220;<br>Bringt ihm, was er haben muss:<br>Zeitung, Pfeife, Fidibus.<br>Oder sollt&#8216; es wo im R\u00fccken<br>Dr\u00fccken, bei\u00dfen oder zwicken,<br>Gleich ist man mit Freudigkeit<br>Dienstbeflissen und bereit.<br>Oder sei&#8217;s nach einer Prise,<br>Dass der Onkel heftig niese,<br>Ruft man: &#8222;Prosit!&#8220; also gleich.<br>&#8222;Danke!&#8220; &#8211; &#8222;Wohl bekomm&#8216; es Euch!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Oder kommt er sp\u00e4t nach Haus,<br>Zieht man ihm die Stiefel aus,<br>Holt Pantoffel, Schlafrock, M\u00fctze,<br>Da\u00df er nicht im Kalten sitze &#8211;<br>Kurz, man ist darauf &#8218;bedacht,<br>Was dem Onkel Freude macht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz ihrerseits<br>Fanden darin keinen Reiz.<br>Denkt euch nur, welch schlechten Witz<br>Machten sie mit Onkel Fritz!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">jeder wei\u00df, was so ein Mai=<br>K\u00e4fer f\u00fcr ein Vogel sei.<br>In den B\u00e4umen hin und her<br>Fliegt und kriecht und krabbelt er.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz, immer munter,<br>Sch\u00fctteln sie vom Baum herunter.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">In die T\u00fcte von Papiere<br>Sperren sie die Krabbeltiere.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Fort damit und in die Ecke<br>Unter Onkel Fritzens Decke!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Bald zu Bett geht Onkel Fritze<br>In der spitzen Zippelm\u00fctze;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Seine Augen macht er zu,<br>H\u00fcllt sich ein und schl\u00e4ft in Ruh.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Doch die K\u00e4fer, kratze, kratze!<br>Kommen schnell aus der Matratze.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Schon fasst einer, der voran,<br>Onkel Fritzens Nase an.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">,Bau!&#8216; &#8211; schreit er &#8211; Was ist das hier?!!&#8220;<br>Und erfasst das Ungetier.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und den Onkel, voller Grausen,<br>Sieht man aus dem Bette sausen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Autsch!!&#8220; &#8211; Schon wieder hat er einen<br>Im Genicke, an den Beinen;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Hin und her und rundherum<br>Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Onkel Fritz, in dieser Not,<br>Haut und trampelt alles tot<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Guckste wohl! Jetzt ist&#8217;s vorbei<br>Mit der K\u00e4ferkrabbelei!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Onkel Fritz hat wieder Ruh<br>Und macht seine Augen zu.<br>Dieses war der f\u00fcnfte Streich,<br>Doch der sechste folgt sogleich.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Sechster Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">In der sch\u00f6nen Osterzeit,<br>Wenn die frommen B\u00e4ckersleut&#8216;<br>&#8218;Viele s\u00fc\u00dfe Zuckersachen<br>Backen und zurechte machen,<br>W\u00fcnschten Max und Moritz auch<br>Sich so etwas zum Gebrauch.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Doch der B\u00e4cker, mit Bedacht,<br>Hat das Backhaus zugemacht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Also will hier einer stehlen,<br>Mu\u00df er durch den Schlot sich qu\u00e4len.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Ratsch! Da kommen die zwei Knaben<br>Durch den Schornstein, schwarz wie Raben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Puff! Sie fallen in die Kist&#8216;,<br>Wo das Mehl darinnen ist.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da! Nun sind sie alle beide<br>Rundherum so wei\u00df wie Kreide.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber schon mit viel Vergn\u00fcgen<br>Sehen sie die Brezeln liegen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Knacks!! &#8211; Da bricht der Stuhl entzwei;<br>Schwapp!! &#8211; Da liegen sie im Brei.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Ganz von Kuchenteig umh\u00fcllt<br>Stehn sie da als Jammerbild.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Gleich erscheint der Meister B\u00e4cker<br>Und bemerkt die Zuckerlecker.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Eins, zwei, drei! &#8211; Eh&#8216; man&#8217;s gedacht,<br>Sind zwei Brote draus gemacht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">In dem Ofen gl\u00fcht es noch &#8211;<br>Ruff!! &#8211; damit ins Ofenloch!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Ruff!! &#8211; man zieht sie aus der Glut;<br>Denn nun sind sie braun und gut.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">jeder denkt, die sind perd\u00fc!<br>Aber nein! &#8211; Noch leben sie!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Knusper, knasper! &#8211; wie zwei M\u00e4use<br>Fressen sie durch das Geh\u00e4use;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und der Meister B\u00e4cker schrie:<br>&#8222;Ach herrje! Da laufen sie!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Dieses war der sechste Streich,<br>Doch der letzte folgt sogleich.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\"><u><b>Siebter Streich<\/b><\/u><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz, wehe euch!<br>jetzt kommt euer letzter Streich!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Wozu m\u00fcssen auch die beiden<br>L\u00f6cher in die S\u00e4cke schneiden??<br>Seht, da tr\u00e4gt der Bauer Mecke<br>Einen seiner Malters\u00e4cke.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber kaum dass er von hinnen,<br>F\u00e4ngt das Korn schon an zu rinnen.<br>Und verwundert steht und spricht er:<br>&#8222;Zapperment! Dat Ding werd lichter!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Hei! Da sieht er voller Freude<br>Max und Moritz im Getreide.<br>Rabs!! &#8211; in seinen gro\u00dfen Sack<br>Schaufelt er das Lumpenpack.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Max und Moritz wird es schw\u00fcle,<br>Denn nun geht es nach der M\u00fchle.<br>..Meister M\u00fcller, he, heran!<br>Mahl er das, so schnell er kann!&#8216;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">,Her damit!&#8216; Und in den Trichter<br>Sch\u00fcttet er die B\u00f6sewichter.<br>Rickeracke! Rickeracke!<br>Geht die M\u00fchle &#8218;mit Geknacke.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Hier kann man sie noch erblicken,<br>Fein geschroten und gebacken.<br>Doch sogleich verzehret sie des<br>Meister M\u00fcllers Federvieh.<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als man dies im Dorf erf\u00fchr,<br>War von Trauer keine Spur.<br>Witwe Bolte, mild und weich,<br>Sprach: &#8222;Sieh da, ich dacht,es gleich!&#8220;<br>&#8222;jajaja!&#8220; rief Meister B\u00f6ck<br>&#8222;Bosheit ist kein Lebenszweck!&#8220;<br>Drauf so sprach Herr Lehrer L\u00e4mpel:<br>&#8222;Dies ist wieder ein Exempel!&#8220;<br>&#8222;Freilich&#8220;, meint&#8216; der Zuckerb\u00e4cker,<br>&#8222;Warum ist der Mensch so lecker!-&#8222;<br>Selbst der gute Onkel Fritze<br>Sprach: &#8222;Das kommt von dumme Witze!&#8220;<br>Doch der brave Bauersmann<br>Dachte: Wat geiht meck dat an!<br>Kurz, im ganzen Ort herum<br>Ging ein freudiges Gebrumm:<br>&#8222;Gott sei Dank! Nun ist&#8217;s vorbei<br>Mit der \u00dcbelt\u00e4terei!&#8220; <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mancher gibt sich viele M\u00fch&#8216;<br \/>\nMit dem lieben Federvieh;<br \/>\nEinesteils der Eier wegen,<br \/>\nWelche diese V\u00f6gel legen;<br \/>\nZweitens: Weil man dann und wann<br \/>\nEinen Braten essen kann;<br \/>\nDrittens aber nimmt man auch<br \/>\nIhre Federn zum Gebrauch<br \/>\nIn die Kissen und die Pf\u00fchle,<br \/>\nDenn man liegt nicht gerne k\u00fchle.<br \/>\nSeht, da ist die Witwe Bolte,<br \/>\nDie das auch nicht gerne wollte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4166,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[86,125,102],"tags":[],"class_list":["post-515","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten","category-wilhelm-busch-geschichten","category-wilhelm-busch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4167,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions\/4167"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4166"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}