{"id":5145,"date":"2026-01-28T02:16:28","date_gmt":"2026-01-28T01:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5145"},"modified":"2026-01-28T02:20:22","modified_gmt":"2026-01-28T01:20:22","slug":"der-spanische-prinz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-spanische-prinz\/","title":{"rendered":"Der spanische Prinz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der spanische Prinz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Prinz, der sagte eines Tages zu seinem Vater, der der K\u00f6nig war, er wolle in die Welt ziehen und sein Gl\u00fcck suchen. Und der hie\u00df ihn, sich im Stall das beste Pferd auszusuchen oder genauer, das Pferd, das dem Prinzen am besten gefiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz geht also in den Stall, um sich ein Pferd zu holen und sieht eines, das ungemein d\u00fcnn ist. Da spricht er: \u00bbMerkw\u00fcrdig, dass mein Vater ein Pferd besitzt, das so d\u00fcnn und so alt ist?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dann h\u00f6rt er das Pferd zu sich sprechen, und es sagt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSpanischer Prinz, wenn du morgen in die Welt ziehst, musst du unter all den Pferden mich w\u00e4hlen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Also nahm er am n\u00e4chsten Tag das magere Pferd, und auf ihm ritt er die Stra\u00dfe hinunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ritt und ritt, und schlie\u00dflich kam er an eine Wiese, da spricht das Pferd zu ihm: \u00bbSpanischer Prinz, steig ab, nimm mir den Sattel ab und lass mich frei.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz tat, wie ihm gehei\u00dfen, und sofort wurde aus der alte M\u00e4hre das sch\u00f6nste und st\u00e4rkste Pferd, das man je gesehen hat. Danach legte ihm der Prinz wieder den Sattel auf und ritt auf der Stra\u00dfe weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile lag da ein goldener Apfel. Da sprach das Pferd zu ihm: \u00bbNimm ihn nicht auf. Das bringt Ungl\u00fcck.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz aber h\u00f6rte nicht darauf und hob ihn doch auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder ein St\u00fcck, und auf der Stra\u00dfe lag ein goldenes Hufeisen, und abermals sagte das Pferd zu ihm: \u00bbNimm es nicht auf, es w\u00fcrde dir nur Ungl\u00fcck bringen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und wieder h\u00f6rte er nicht, sondern nahm es an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Abermals ein gutes St\u00fcck weiter fand er eine Ameise, die war im Begriff, in einer Pf\u00fctze Wasser zu ertrinken. Das Pferd hie\u00df ihn, sie herauszuziehen, und das tat er auch und gab ihr ein St\u00fcck Brotrinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter trafen sie einen Adler, der in einem Dornbusch h\u00e4ngengeblieben war. Das Pferd hie\u00df den Prinzen, den Vogel zu befreien, und auch jetzt folgte er dem Ratschlag des Pferdes.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder ritten sie weiter und stie\u00dfen auf einen Wal, der an Land geraten war. Das Pferd hie\u00df den Prinzen, ihn wieder ins Meer zu sto\u00dfen, und auch das tat er.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ritten und ritten, bis sie an ein Schloss kamen. Dort wurden sie von einigen Rittern empfangen, die sprachen zu dem Prinzen: \u00bbAuf dich haben wir schon lange gewartet, spanischer Prinz! \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er blieb drei Tage in diesem Schloss, und sie gaben ihm ein Buch und hie\u00dfen ihn es lesen, und darin kam ein Baum mit goldenen \u00c4pfeln vor, das Pferd mit den goldenen Hufeisen, von denen eines fehlte, und der Prinz las da auch von der Sch\u00f6nheit der Welt. Dann kam der Besitzer des Schlosses und sprach zu ihm: \u00bbDu sollst mir nun den Baum mit den goldenen \u00c4pfeln bringen, das Pferd, dem das goldene Hufeisen fehlt und die Sch\u00f6nheit der Welt. Gelingt dir das aber nicht, hast du dein Leben verspielt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, der Prinz geht in den Stall, wo das Pferd steht, und erz\u00e4hlt dem Tier, was geschehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pferd sagt zu ihm: \u00bbMorgen verlangst du ein Seil von einer bestimmten L\u00e4nge, ein paar V\u00f6gel und erbittest dir acht Tage Zeit. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>All dies wurde ihm zugestanden, und darauf machte er sich auf die Suche nach dem Baum mit den goldenen \u00c4pfeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter fand er einen herrlichen Garten, und das Pferd spricht zu ihm: \u00bbSpanischer Prinz, dort w\u00e4chst der Baum mit den goldenen \u00c4pfeln. Um Punkt zw\u00f6lf Uhr \u00f6ffnet sich das Tor des Gartens um einen Spalt. Dann nimm dein Seil und geh hinein. Zw\u00f6lf L\u00f6wen werden auf dich zukommen. Wirf ihnen die V\u00f6gel zum Fra\u00df vor, und w\u00e4hrend sie die V\u00f6gel fressen, binde das Seil um den Stamm des Baumes und trag ihn heraus. Aber wenn der letzte Glockenschlag ert\u00f6nt und du hast bis dahin den Garten nicht verlassen, dann sitzt du auf immer dort gefangen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz tat, wie ihm das Pferd gehei\u00dfen, und vor dem zw\u00f6lften Glockenschlag war er zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun brachten sie den Baum zum Schloss und gruben ihn dort ein. Und acht Tage sp\u00e4ter trug er bereits goldene \u00c4pfel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Besitzer des Schlosses sagte: \u00bbBravo, aber nun musst du mir auch noch das Pferd mit den goldenen Hufeisen herbeischaffen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wiederum ging der Prinz in den Stall zu dem Pferd und erz\u00e4hlte ihm, was nun gefordert wurde, und sein Pferd sprach: \u00bbErbitte dir morgen wieder ein langes Seil.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das gaben sie ihm, und er ritt aus auf der Suche nach dem Pferd mit den drei goldenen Hufeisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie kamen zu einer Einz\u00e4unung, darin eingesperrt waren Pferde, die sich ungeb\u00e4rdig bewegten und ausschlugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da riet das Pferd dem Prinzen: \u00bbGeh hinein und fang das Pferd mit den goldenen Hufeisen, aber achte darauf, dass du vor dem zw\u00f6lften Glockenschlag wieder drau\u00dfen bist. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er tat, wie ihm gehei\u00dfen, und dann brachten sie das Tier zum Schloss. Der Besitzer sah, dass es nur drei goldene Hufeisen trug. Aber der Prinz wies auch noch das vierte vor, und es passte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun sagte der Schlossherr: &gt;Jetzt fehlt nur noch die Sch\u00f6nheit der Welt. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder beriet sich der Prinz mit dem Pferd, und das Tier riet ihm: \u00bbBitte wiederum um ein Seil, und au\u00dferdem brauchst du ein paar S\u00fc\u00dfigkeiten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf zogen sie aus, um sich nach der Sch\u00f6nheit der Welt umzuschauen. Auf halbem Weg hielt das Pferd pl\u00f6tzlich inne und sprach: \u00bbSpanischer Prinz, siehst du dort den Marmorfelsen? An dieser Stelle werde ich zur\u00fcckbleiben. Du aber musst weitergehen. Du wirst an ein Schloss gelangen. Dort werden mehrere junge Frauen herauskommen. Alle werden sie dich umarmen wollen. Das darfst du aber nicht zulassen, denn wenn das geschieht, w\u00e4re es dein Ende. Wirf ihnen die S\u00fc\u00dfigkeiten hin, geh hinein, hole die Sch\u00f6nheit der Welt, und im \u00fcbrigen wei\u00dft du ja, ehe der zw\u00f6lfte Schlag verklungen ist, musst du wieder zur\u00fcck sein. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz ging zum Tor des Schlosses. Beim ersten Glockenschlag sprang das Tor auf. Die Frauen kamen heraus, und er warf ihnen die S\u00fc\u00dfigkeiten hin und machte sich auf die Suche nach der Sch\u00f6nheit der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der zw\u00f6lfte Glockenschlag erklang, und er war immer noch im Schloss. Da sprach die Sch\u00f6nheit der Welt zu ihm: \u00bbNun versteck dich, ich werde dreimal nach dir suchen, und wenn ich dich finde, geh\u00f6rt dein Leben mir. Finde ich dich aber nicht, dann bin ich dein und werde mit dir gehen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Prinz sagte bei sich: \u00bbGro\u00dfer Gott, wo soll ich mich nur verstecken?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da fiel ihm der Wal ein, und er dachte: \u00bbVielleicht k\u00f6nnte der mir helfen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum hatte er das gedacht, da befand er sich auch schon auf dem Grund des Ozeans.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00f6nheit der Welt aber schlug im Schloss ein Buch auf und begann darin zu lesen, und dies war es, was sie las:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEr ist nicht zu Lande, er ist nicht in der Luft, er ist in des Meeres tiefer Gruft. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort nahm der Wal den Prinzen und trug ihn zur Sch\u00f6nheit der Welt. Die sagte zu dem jungen: \u00bbEinmal hast du nun schon verloren. Versteck dich jetzt wieder. Die Spielregeln kennst du ja. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Prinz murmelte. &#8222;Vielleicht, dass der Adler mir helfen wird.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und schon griff ihn sich der Adler und erhob sich mit ihm in die Luft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00f6nheit der Welt aber schaute wieder in ihr schlaues Buch, und da las sie:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEr ist nicht auf Land, er ist auf keinem Fest, diesmal sitzt er in einem Adlernest.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Im Augenblick trug ihn der Vogel wieder zur\u00fcck zur Sch\u00f6nheit der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun hie\u00df es: \u00bbJetzt hast du schon zweimal verloren. Wenn ich das n\u00e4chste Mal gewinne, kostet es dich dein Leben. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz wusste sich keinen Rat mehr, aber dann dachte er an die Ameise und murmelte: &#8222;Vielleicht, k\u00f6nnte dieses kleine Tierchen von Ameise mir helfen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ameise kam und sprach: \u00bbIch werde dich jetzt auch in eine Ameise verwandeln, und dann verbirgst du dich zwischen den beiden Br\u00fcsten der Sch\u00f6nheit der Welt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das tat er, und die Frau las in diesem und jenem Buch nach, konnte aber nicht erraten, wo er steckte. Da warf sie alle B\u00fccher auf den Boden und stampfte mit dem Fu\u00df auf. Aber der Prinz zeigte sich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich rief sie: \u00bbKomm hervor. Ich gebe zu, ich habe verloren. Ich geh\u00f6re dir.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er kam hervor und erz\u00e4hlte ihr, wo er sich verborgen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie aber ging mit ihm, und beide kamen schlie\u00dflich an die Stelle, an der das Pferd auf sie wartete. Dann ritten sie zum Schloss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schlossherr kam und sagte zu dem Prinzen: \u00bbNun gut, du hast alles herbeigeschafft, was ich dir aufgetragen habe. Wenn du jetzt noch im Spiel gegen mich gewinnst, wirst du Besitzer dieses Schlosses und kannst die Sch\u00f6nheit der Welt heiraten. Du musst in einen Kessel mit siedendem \u00d6l steigen, \u00fcberlebst du das, sind das Schloss und die Frau dein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Diesmal riet das Pferd dem Prinzen: \u00bbLass dir ein Gef\u00e4\u00df, ein Messer und eine Schaufel geben. Dann hebe eine Grube aus, t\u00f6te mich und begrabe meinen Kadaver, nachdem du zuvor all mein Blut in dem Gef\u00e4\u00df aufgefangen hast. Bade in meinem Blut und dann steige in das kochende \u00d6l. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst wollte der Prinz das treue Tier nicht t\u00f6ten, aber das Pferd bat ihn inst\u00e4ndig darum. Und also tat er, wie ihm gehei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann stieg er in den Kessel mit siedendem \u00d6l, und wenn er fr\u00fcher schon ein stattliches Mannsbild gewesen war, so war er nach dem Bad in dem Kessel nur noch sch\u00f6ner.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schlossherr kam, besah sich den Prinzen, sch\u00fcttelte den Kopf und sagte: \u00bbWie hast du das nur \u00fcberlebt?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz beschrieb es ihm. Da lie\u00df der Schlossherr seine Knechte ein starkes Pferd schlachten, badete in dessen Blut, stieg dann in den Kessel mit siedendem \u00d6l &#8211; und kam um.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Prinz aber geh\u00f6rte nun das Schloss, und er heiratete die Sch\u00f6nheit der Welt und sie wurden ein gl\u00fcckliches Paar.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein Prinz, der sagte eines Tages zu seinem Vater, der der K\u00f6nig war, er wolle in die Welt ziehen und sein Gl\u00fcck suchen. Und der hie\u00df ihn, sich im Stall das beste Pferd auszusuchen oder genauer, das Pferd, das dem Prinzen am besten gefiel.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5148,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204,133],"tags":[],"class_list":["post-5145","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-unbekannt","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5145"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5149,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5145\/revisions\/5149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}